Minden

Erdbeben und Feuertanz: Das Klassik-Konzert, das bei Kindern die Lust auf Musik weckt

Udo Stephan Köhne

Die Nordwestdeutsche Philharmonie (NWD) war mit ihrem Konzert für Kinder im Stadttheater zu Gast. Dem jungen Publikum gefiel die klassische Musik. Foto: pr - © NORDWESTDEUTSCHE PHILHARMONIE
Die Nordwestdeutsche Philharmonie (NWD) war mit ihrem Konzert für Kinder im Stadttheater zu Gast. Dem jungen Publikum gefiel die klassische Musik. Foto: pr (© NORDWESTDEUTSCHE PHILHARMONIE)

Minden. Gute Stimmung beim traditionellen Konzert für Kinder der dritten und vierten Grundschulklassen mit der Nordwestdeutschen Philharmonie im Stadttheater: „Feuer, Wasser, Luft und Erde – Musik zu den vier Elementen“, so das Motto dieses Mal. Entsprechend also die Konzerteröffnung mit einem Satz aus Joseph Haydns „Feuer-Sinfonie“. Zwar weiß kein noch so schlauer Musikforscher mehr, warum diese Sinfonie so heißt, aber trotzdem ein schöner Auftakt.

Dann geht es um das Wasser, musikalisch durch „Die Moldau“ dargestellt, jene sinfonische Dichtung, die mit Hilfe eines großen Orchesters den Weg von der Quelle bis zur Mündung nachzeichnet. Und so können die gespannten Kinder hören, wie sich die zwei Quellflüsse vereinen, wie der Mond auf dem Wasser glitzert und die Nymphen dem Wasser entsteigen, wie Stromschnellen den Wasserlauf in gefährliche Turbulenzen bringen.

Durch das Programm führt Susanne Adam, die schon seit Jahren zusammen mit Marion Thauern für die Konzeption dieser viel nachgefragten Konzertreihe verantwortlich zeichnet. Freundlich und doch bestimmt, mit verständlichen Worten und ohne Abschweifungen geht sie vor; Susanne Adam hat ein klares Ziel vor Augen und das heißt: neugierig machen auf das weite und aufregende Feld der sogenannten klassischen Musik.

Kinder dürfen im Orchester Platz nehmen und berichten anschließend, wie es ihnen gefallen hat. Mancher erzählt nach den 55 Konzertminuten davon, dass er sich vorstellen kann, ein Instrument zu erlernen. Dies ist ein vielleicht kleiner Erfolg dieses Vormittags.

Natürlich sind die Konzertteile, in denen Mitmachen erwünscht und gefordert ist, für die noch jungen Konzertbesucher die schönsten: ein Erdbeben zu erzeugen (damit ist das Thema Erde erreicht) gelingt im ziemlich voll besetzten Stadttheater so überzeugend, dass die Ränge wackeln. Auch das Lied vom „Feuerzutz“ anzustimmen, ist eine ganz schön stimmgewaltige Sache: Kinder können also doch noch singen – Bravo! Das Konzertprogramm bringt dann noch Auszüge aus dem kindgerecht klein geschnittenen Gewittersatz der sechsten Beethoven-Sinfonie und einem Erdbeben-Stück, das Schlagzeuger Daniel Townsend auf dem Marimbaphon zum Klingen bringt und damit die Hörer in Aufregung versetzt.

Beim Feuertanz aus Manuel de Fallas „El amor Brujo“, bei dem Pawel Poplawski die Nordwestdeutsche Philharmonie sicher durch alle rhythmischen Tücken steuert, starten dann einzelne Kinder zu einer Tanzeinlage: es geht mal schneller und langsamer zu, dem Rhythmus der Musik entsprechend. Viel Anklang finden auch die Gespräche mit den Profimusikern aus den Reihen des Orchesters. Da wird mit viel Witz und Verstand erklärt, wie Klarinette und Posaune funktionieren. Auch der erwachsene Musikfreund kann noch manches lernen.

Am Ende sind alle glücklich. Dass sich hier die Dr. Strothmann-Stiftung finanziell engagiert, ist eine mehr als gute Sache. Beim Heimweg der jungen Konzertbesucher über die Glacisbrücke ist noch einmal das Lied vom Feuerzutz zu hören, gesungen von zufriedenen Kindern. Die positive Wirkung von Kultur: sie ist zu spüren.

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MindenErdbeben und Feuertanz: Das Klassik-Konzert, das bei Kindern die Lust auf Musik wecktUdo Stephan KöhneMinden. Gute Stimmung beim traditionellen Konzert für Kinder der dritten und vierten Grundschulklassen mit der Nordwestdeutschen Philharmonie im Stadttheater: „Feuer, Wasser, Luft und Erde – Musik zu den vier Elementen“, so das Motto dieses Mal. Entsprechend also die Konzerteröffnung mit einem Satz aus Joseph Haydns „Feuer-Sinfonie“. Zwar weiß kein noch so schlauer Musikforscher mehr, warum diese Sinfonie so heißt, aber trotzdem ein schöner Auftakt. Dann geht es um das Wasser, musikalisch durch „Die Moldau“ dargestellt, jene sinfonische Dichtung, die mit Hilfe eines großen Orchesters den Weg von der Quelle bis zur Mündung nachzeichnet. Und so können die gespannten Kinder hören, wie sich die zwei Quellflüsse vereinen, wie der Mond auf dem Wasser glitzert und die Nymphen dem Wasser entsteigen, wie Stromschnellen den Wasserlauf in gefährliche Turbulenzen bringen. Durch das Programm führt Susanne Adam, die schon seit Jahren zusammen mit Marion Thauern für die Konzeption dieser viel nachgefragten Konzertreihe verantwortlich zeichnet. Freundlich und doch bestimmt, mit verständlichen Worten und ohne Abschweifungen geht sie vor; Susanne Adam hat ein klares Ziel vor Augen und das heißt: neugierig machen auf das weite und aufregende Feld der sogenannten klassischen Musik. Kinder dürfen im Orchester Platz nehmen und berichten anschließend, wie es ihnen gefallen hat. Mancher erzählt nach den 55 Konzertminuten davon, dass er sich vorstellen kann, ein Instrument zu erlernen. Dies ist ein vielleicht kleiner Erfolg dieses Vormittags. Natürlich sind die Konzertteile, in denen Mitmachen erwünscht und gefordert ist, für die noch jungen Konzertbesucher die schönsten: ein Erdbeben zu erzeugen (damit ist das Thema Erde erreicht) gelingt im ziemlich voll besetzten Stadttheater so überzeugend, dass die Ränge wackeln. Auch das Lied vom „Feuerzutz“ anzustimmen, ist eine ganz schön stimmgewaltige Sache: Kinder können also doch noch singen – Bravo! Das Konzertprogramm bringt dann noch Auszüge aus dem kindgerecht klein geschnittenen Gewittersatz der sechsten Beethoven-Sinfonie und einem Erdbeben-Stück, das Schlagzeuger Daniel Townsend auf dem Marimbaphon zum Klingen bringt und damit die Hörer in Aufregung versetzt. Beim Feuertanz aus Manuel de Fallas „El amor Brujo“, bei dem Pawel Poplawski die Nordwestdeutsche Philharmonie sicher durch alle rhythmischen Tücken steuert, starten dann einzelne Kinder zu einer Tanzeinlage: es geht mal schneller und langsamer zu, dem Rhythmus der Musik entsprechend. Viel Anklang finden auch die Gespräche mit den Profimusikern aus den Reihen des Orchesters. Da wird mit viel Witz und Verstand erklärt, wie Klarinette und Posaune funktionieren. Auch der erwachsene Musikfreund kann noch manches lernen. Am Ende sind alle glücklich. Dass sich hier die Dr. Strothmann-Stiftung finanziell engagiert, ist eine mehr als gute Sache. Beim Heimweg der jungen Konzertbesucher über die Glacisbrücke ist noch einmal das Lied vom Feuerzutz zu hören, gesungen von zufriedenen Kindern. Die positive Wirkung von Kultur: sie ist zu spüren.