"Videobeweis": Kult-Moderator Frank Buschmann verhilft Wago zu Internet-Hit Patrick Schwemling Minden. Ein Video, vier Minuten und 53 Sekunden lang, und plötzlich ist Wago in aller Munde – deutschlandweit. Dem Mindener Elektrotechnikunternehmen ist ein richtiger Marketing-Coup gelungen. Für seine Kampagne „Siegermomente auf der Baustelle" hat es den Kult-Moderator Frank Buschmann verpflichtet. Der spielt im „Wago Videobeweis" die Hauptrolle und hat dafür gesorgt, dass das Video zu einem Internet-Hit geworden ist. Selbst für den Medienprofi Buschmann ist das eine Überraschung. „Dass das so durch die Decke geht – das ist der Wahnsinn", sagt Buschmann im MT-Gespräch und freut sich darüber, wie sehr das Video den Nerv der Internetgemeinde – und ganz speziell den der Handwerker – getroffen hat. Allein auf der Facebook-Seite des TV-Moderators ist der Clip, in dem er zusammen mit TV-Elektriker Michael Bogorell („Zuhause im Glück") den Alltag eines Elektroinstallateurs auf einer Baustelle im Stile eines Fußballspiels kommentiert, bis Freitagnachmittag mehr als 260.000-mal aufgerufen, 3.600-mal kommentiert und mehr als 800-mal geteilt worden – und das in nicht einmal 48 Stunden. „Das ist eins der erfolgreichsten Videos der sieben Jahren, in denen ich bei Facebook bin", sagt „Buschi", wie er oft nur genannt wird, und ergänzt: „Dazu nur positive Rückmeldungen. Und das bei Werbung, wo meine – ich nenne sie jetzt mal Fans – immer sehr kritisch reagieren." Darüber hinaus ist das Video auch bei Youtube, Instagram, Twitter und den sozialen Kanälen sowie auf der Homepage von Wago zu sehen. Doch wie kam es überhaupt zu der – auf den ersten Blick – ungewöhnlichen Zusammenarbeit? „Im vergangenen Spätsommer haben die Planungen begonnen", erklären Sonja Karak und Marc Götte aus der Marketing-Abteilung von Wago. Sie sind federführend für das Projekt „Siegermomente auf der Baustelle" verantwortlich, dessen Ziel eine Kampagne speziell für Elektroinstallateure ist. „Wir wollten ihre Tätigkeit und die Leistungen in den Fokus nehmen und sportlich darstellen. Wir sind daher schnell auf das Thema Fußball gekommen", sagt Götte. Dann führte sie ihr Weg Richtung Buschmann. Der sagte sein Engagement dann zu, was keine Selbstverständlichkeit war, gerade für den TV-Moderator. „Ich bin nicht bekannt dafür, dass ich viel Werbung mache und vor allem werbe ich für nichts, wo ich nicht hinter stehe", erklärt Buschmann und fügt augenzwinkernd an: „Und gegen Elektroklemmen kann man ja nichts haben." Als Karak und Götte ihm dann die Idee für den „Videobeweis" vorstellten, war auch Buschmann überzeugt. Der Dreh konnte stattfinden. „Im Dezember war Frank Buschmann dann für zwei Tage in Minden", sagt Karak. Da zu dem Zeitpunkt an der Firmenzentrale umgebaut wurde, fand der Videodreh auch bei Wago vor Ort statt: „Das hat perfekt gepasst." Für die Umsetzung seien interne und externe Ressourcen genutzt worden, wie Götte betont – ohne näher ins Detail gehen zu wollen. Gleiches gilt für die Kostenfrage: „Da halten wir es wie bei Fußballtransfers. Darüber ist Stillschweigen vereinbart worden." In dem Video spielen ausschließlich Elektriker von Wago mit, also keinerlei Schauspiel-Profis. „Ein großes Kompliment, dass die da so mitgemacht haben", sagt Buschmann zu dem Dreh, den er „einfach nur großartig" fand. Das lag vor allem daran, dass keine Dialoge im Vorfeld geschrieben und alles spontan entschieden wurde. „Das merkt man dem Video auch an. Alle Beteiligten hatten total viel Spaß", sagt Buschmann, für den das auch der Schlüssel zum Erfolg war. „Ich habe es deswegen auch in meinen Kanälen gepostet. Aber mit dieser Resonanz hätte ich niemals gerechnet", sagt der TV-Moderator, der den Bekanntheitsgrad von Wago damit auf einen Schlag vervielfacht hat. „Wir sind super zufrieden", sagen daher auch Karak und Götte und fügen an: „Das war für uns jetzt erstmal der Start. Für das Projekt sind noch weitere Dinge geplant." Frank Buschmann: TV-Moderator, Autor – Influencer? • Der 55-jährige Buschmann ist einer der bekanntesten deutschen Sportmoderatoren in der heutigen Zeit. Er wurde 2015 und 2019 mit dem Deutschen Sportjournalistenpreis in der Kategorie „Bester Sportkommentator" ausgezeichnet. • Erste Bekanntheit erlangte Buschmann in den 1990er-Jahren als Basketball-Kommentator beim damaligen TV-Sender DSF (heute Sport1). • Ab 2007 kommentierte er die Unterhaltungs-Show „Schlag den Raab" auf Pro7 und wurde immer populärer. Heute kommentiert er für RTL das TV-Format „Ninja Warrior", zwischenzeitlich moderierte auch die Quizshow „5 gegen Jauch". • Vielen Menschen ist Buschmann als die deutsche Stimme des Super Bowls, den er von 2012 bis 2017 kommentierte, bekannt. Seit 2017 arbeitet er für den Pay-TV-Sender Sky und kommentiert dort die Partien der Fußball-Bundesliga, Champions League und englischen Premier League. Dort hat er mit „Eine Liga für sich – Buschis Sechserkette" auch eine eigene Sport-Comedy-Show. • Außerdem ist Buschmann Autor. Sein Buch „Am Ende kackt die Ente" erschien 2014 und platzierte sich in der Spiegel-Bestsellerliste. Besonders beliebt ist der 55-Jährige in sozialen Netzwerken. Bei Facebook hat der meinungsstarke Kommentator bereits 450.000 Follower, bei Instagram sind es 170.000. (ps)

"Videobeweis": Kult-Moderator Frank Buschmann verhilft Wago zu Internet-Hit

In dem knapp fünf Minuten langen Video kommentiert Frank Buschmann (links) zusammen mit Elektriker Michael Bogorell, bekannt aus der TV-Show „Zuhause im Glück", das Geschehen auf einer Wago-Baustelle am Firmensitz in der Hansastraße. Foto: Wago/pr © WAGO Kontakttechnik GmbH und Co.

Minden. Ein Video, vier Minuten und 53 Sekunden lang, und plötzlich ist Wago in aller Munde – deutschlandweit. Dem Mindener Elektrotechnikunternehmen ist ein richtiger Marketing-Coup gelungen. Für seine Kampagne „Siegermomente auf der Baustelle" hat es den Kult-Moderator Frank Buschmann verpflichtet. Der spielt im „Wago Videobeweis" die Hauptrolle und hat dafür gesorgt, dass das Video zu einem Internet-Hit geworden ist. Selbst für den Medienprofi Buschmann ist das eine Überraschung.

„Dass das so durch die Decke geht – das ist der Wahnsinn", sagt Buschmann im MT-Gespräch und freut sich darüber, wie sehr das Video den Nerv der Internetgemeinde – und ganz speziell den der Handwerker – getroffen hat. Allein auf der Facebook-Seite des TV-Moderators ist der Clip, in dem er zusammen mit TV-Elektriker Michael Bogorell („Zuhause im Glück") den Alltag eines Elektroinstallateurs auf einer Baustelle im Stile eines Fußballspiels kommentiert, bis Freitagnachmittag mehr als 260.000-mal aufgerufen, 3.600-mal kommentiert und mehr als 800-mal geteilt worden – und das in nicht einmal 48 Stunden.

Wie im Stadion: Buschmann und Bogorell sitzen am Wago-Schreibtisch und kommentieren das "Spielgeschehen". MT-Screenshot: Patrick Schwemling
Wie im Stadion: Buschmann und Bogorell sitzen am Wago-Schreibtisch und kommentieren das "Spielgeschehen". MT-Screenshot: Patrick Schwemling

„Das ist eins der erfolgreichsten Videos der sieben Jahren, in denen ich bei Facebook bin", sagt „Buschi", wie er oft nur genannt wird, und ergänzt: „Dazu nur positive Rückmeldungen. Und das bei Werbung, wo meine – ich nenne sie jetzt mal Fans – immer sehr kritisch reagieren." Darüber hinaus ist das Video auch bei Youtube, Instagram, Twitter und den sozialen Kanälen sowie auf der Homepage von Wago zu sehen. Doch wie kam es überhaupt zu der – auf den ersten Blick – ungewöhnlichen Zusammenarbeit?

Zum Abschluss des Videos befragt Frank Buschmann noch einen Wago-Elektriker für ein Fazit des Baustellen-Tages. MT-Screenshot: Patrick Schwemling
Zum Abschluss des Videos befragt Frank Buschmann noch einen Wago-Elektriker für ein Fazit des Baustellen-Tages. MT-Screenshot: Patrick Schwemling

„Im vergangenen Spätsommer haben die Planungen begonnen", erklären Sonja Karak und Marc Götte aus der Marketing-Abteilung von Wago. Sie sind federführend für das Projekt „Siegermomente auf der Baustelle" verantwortlich, dessen Ziel eine Kampagne speziell für Elektroinstallateure ist. „Wir wollten ihre Tätigkeit und die Leistungen in den Fokus nehmen und sportlich darstellen. Wir sind daher schnell auf das Thema Fußball gekommen", sagt Götte. Dann führte sie ihr Weg Richtung Buschmann.

"Es hat richtig Spaß gemacht", sagte Frank Buschmann (links), der hier mit seinem Co-Kommentator Michael Bogorell auf einem Gerüst über die Baustelle geschoben wird. MT-Screenshot: Patrick Schwemling
"Es hat richtig Spaß gemacht", sagte Frank Buschmann (links), der hier mit seinem Co-Kommentator Michael Bogorell auf einem Gerüst über die Baustelle geschoben wird. MT-Screenshot: Patrick Schwemling

Der sagte sein Engagement dann zu, was keine Selbstverständlichkeit war, gerade für den TV-Moderator. „Ich bin nicht bekannt dafür, dass ich viel Werbung mache und vor allem werbe ich für nichts, wo ich nicht hinter stehe", erklärt Buschmann und fügt augenzwinkernd an: „Und gegen Elektroklemmen kann man ja nichts haben." Als Karak und Götte ihm dann die Idee für den „Videobeweis" vorstellten, war auch Buschmann überzeugt. Der Dreh konnte stattfinden.

Die Dreharbeiten waren durchaus aufwendig: Zwei Tage lang wurde auf der Baustelle an der Firmenzentrale an dem Video geschnitzt. Foto: Wago/pr - © WAGO Kontakttechnik GmbH und Co.
Die Dreharbeiten waren durchaus aufwendig: Zwei Tage lang wurde auf der Baustelle an der Firmenzentrale an dem Video geschnitzt. Foto: Wago/pr - © WAGO Kontakttechnik GmbH und Co.

„Im Dezember war Frank Buschmann dann für zwei Tage in Minden", sagt Karak. Da zu dem Zeitpunkt an der Firmenzentrale umgebaut wurde, fand der Videodreh auch bei Wago vor Ort statt: „Das hat perfekt gepasst." Für die Umsetzung seien interne und externe Ressourcen genutzt worden, wie Götte betont – ohne näher ins Detail gehen zu wollen. Gleiches gilt für die Kostenfrage: „Da halten wir es wie bei Fußballtransfers. Darüber ist Stillschweigen vereinbart worden."

In dem Video spielen ausschließlich Elektriker von Wago mit, also keinerlei Schauspiel-Profis. „Ein großes Kompliment, dass die da so mitgemacht haben", sagt Buschmann zu dem Dreh, den er „einfach nur großartig" fand. Das lag vor allem daran, dass keine Dialoge im Vorfeld geschrieben und alles spontan entschieden wurde. „Das merkt man dem Video auch an. Alle Beteiligten hatten total viel Spaß", sagt Buschmann, für den das auch der Schlüssel zum Erfolg war.

„Ich habe es deswegen auch in meinen Kanälen gepostet. Aber mit dieser Resonanz hätte ich niemals gerechnet", sagt der TV-Moderator, der den Bekanntheitsgrad von Wago damit auf einen Schlag vervielfacht hat. „Wir sind super zufrieden", sagen daher auch Karak und Götte und fügen an: „Das war für uns jetzt erstmal der Start. Für das Projekt sind noch weitere Dinge geplant."

Frank Buschmann: TV-Moderator, Autor – Influencer?

• Der 55-jährige Buschmann ist einer der bekanntesten deutschen Sportmoderatoren in der heutigen Zeit. Er wurde 2015 und 2019 mit dem Deutschen Sportjournalistenpreis in der Kategorie „Bester Sportkommentator" ausgezeichnet.

• Erste Bekanntheit erlangte Buschmann in den 1990er-Jahren als Basketball-Kommentator beim damaligen TV-Sender DSF (heute Sport1).

• Ab 2007 kommentierte er die Unterhaltungs-Show „Schlag den Raab" auf Pro7 und wurde immer populärer. Heute kommentiert er für RTL das TV-Format „Ninja Warrior", zwischenzeitlich moderierte auch die Quizshow „5 gegen Jauch".

• Vielen Menschen ist Buschmann als die deutsche Stimme des Super Bowls, den er von 2012 bis 2017 kommentierte, bekannt. Seit 2017 arbeitet er für den Pay-TV-Sender Sky und kommentiert dort die Partien der Fußball-Bundesliga, Champions League und englischen Premier League. Dort hat er mit „Eine Liga für sich – Buschis Sechserkette" auch eine eigene Sport-Comedy-Show.

• Außerdem ist Buschmann Autor. Sein Buch „Am Ende kackt die Ente" erschien 2014 und platzierte sich in der Spiegel-Bestsellerliste. Besonders beliebt ist der 55-Jährige in sozialen Netzwerken. Bei Facebook hat der meinungsstarke Kommentator bereits 450.000 Follower, bei Instagram sind es 170.000. (ps)

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