Action, Grusel, Spaß: Stadtbibliothek wird zum Treffpunkt für Spielefans Michael Grundmeier Minden. Gesellschaftsspiele, vor allem Brettspiele erleben eine Renaissance. Die Verkaufszahlen steigen stark an und bundesweit schießen „Spiele-Treffs“ fast schon wie Pilze aus dem Boden. In Minden veranstalten die Stadtbibliothek und das Anne-Frank-Haus regelmäßig entsprechende Veranstaltungen, etwa „Die Lange Nacht der Spiele“, die am Samstag zum ersten Mal stattfand. Das gesteigerte Interesse führen Jana Lüdeking, Lukas Opheide und Björn Haser auf das Gemeinschaftserlebnis zurück, das vor allem ein Brettspiel bietet. Die Entwickler seien immer kreativer geworden, erklärt Opheide, Medienpädagoge der Stadtbibliothek. Früher sei ein Brettspiel mit „Mensch ärgere Dich nicht“ assoziiert worden, das habe sich inzwischen geändert. Darüber hinaus habe sich der Fokus geändert, ergänzt Björn Haser. Früher seien Spiele etwas für Computerfreaks oder Familien gewesen, heute – im Zeitalter von Smartphone und Co. – spiele fast jeder. „Das Bild von Spielen hat sich stark verändert und Sachen wie ein ,Escape-Raum' sind vielen Menschen bekannt.“ Was nicht heißt, dass Klassiker nicht auch noch gespielt werden, wie Opheide betont: „Spiele wie ,Halli Galli' sind bis heute beliebt und werden stark nachgefragt.“ Was muss ein Spiel mitbringen, damit es gerne gespielt wird? Die Drei sind sich weitestgehend einig. „Es muss ansprechend gestaltet sein und Liebe zum Detail haben, zum Beispiel was die Spielsteine angeht.“ Die Geschichte müsse zudem stimmig sein und das Spielprinzip spannend. Ähnliches gilt auch für Computerspiele, findet Björn Haser, mit einer Ergänzung: „Ich finde am spannendsten, wenn es eine offene Welt gibt, durch die ich wandern und die ich entdecken kann.“ Rollenspieler Tobias Deterding stimmt Haser zu. „An Computer- und an Rollenspielen gefällt mir am besten, dass man alles machen kann, dass man nicht durch ein Spielbrett begrenzt wird.“ Am besten gefallen ihm Rollenspiele, die Literatur adaptieren. „Man ist dann quasi im Buch unterwegs, das fand ich als Germanistikstudent immer schon interessant.“ Lukas Opheide findet auch wichtig, „dass man bei manchen Spielen einfach mal abschalten kann, dass es einfach nur Spaß macht.“ Am wichtigsten beim Spiel sei ohnehin die Kooperation, das gemeinsame Lösen von Aufgaben, wie es Jana Lüdeking formuliert: „Man macht etwas gemeinsam, in der Gruppe.“ Das gilt auch für die Lange Nacht der Spiele, die altersoffen ist. Hier darf jeder ein Spiel mitbringen und anderen vorstellen. „Hier lernt man auch Spiele kennen, die man vorher noch nicht gespielt hat“, erklärt Lüdeking. Der Vorteil einer größeren Gruppe: „Hier hat man auch die Möglichkeit, Spiele zu spielen, die man alleine nicht spielen kann“, erklärt Lukas Opheide: „Du wolltest schon immer dieses Spiel spielen? Hier findest du jemanden, der mitspielt.“ Tatsächlich bilden sich am Samstagabend schnell verschiedene Spielgruppen. Die einen spielen „Munchkin“, ein Kartenspiel über die Rollenspielerszene, andere das Geschicklichkeitsspiel „Villa Paletti“ oder „Mogel-Motte“, ein Kartenspiel, bei dem Mogeln explizit erlaubt ist. Wer mehr Action will, geht in den selbstgebauten „Dungeon“, einen Grusel-Raum, schön dunkel und mit Plastik-Tentakeln ausgestattet. „Den muss man möglichst schnell durchqueren“, erklärt Björn Haser. Das kommt gut an. Viel Spaß macht den Besuchern auch das Virtual-Reality-Spiel „Flight Saber“, bei dem sie mit einem Plastik-Schwert hantieren und virtuelle Gegenstände durchtrennen müssen. Kurzum: Es ist für jeden etwas dabei. Wie lange das Spielerlebnis an diesem Abend dauert? „Das Ende ist offen“, sagt Jana Lüdeking: „Wir schauen mal, wie lange die Spieler durchhalten.“

Action, Grusel, Spaß: Stadtbibliothek wird zum Treffpunkt für Spielefans

Pascal, Jasmina und Luca haben beim Bau- und Geschicklichkeitsspiel Villa Paletti viel Spaß. Foto: Michael Grundmeier © Picasa

Minden. Gesellschaftsspiele, vor allem Brettspiele erleben eine Renaissance. Die Verkaufszahlen steigen stark an und bundesweit schießen „Spiele-Treffs“ fast schon wie Pilze aus dem Boden. In Minden veranstalten die Stadtbibliothek und das Anne-Frank-Haus regelmäßig entsprechende Veranstaltungen, etwa „Die Lange Nacht der Spiele“, die am Samstag zum ersten Mal stattfand.

Das gesteigerte Interesse führen Jana Lüdeking, Lukas Opheide und Björn Haser auf das Gemeinschaftserlebnis zurück, das vor allem ein Brettspiel bietet. Die Entwickler seien immer kreativer geworden, erklärt Opheide, Medienpädagoge der Stadtbibliothek. Früher sei ein Brettspiel mit „Mensch ärgere Dich nicht“ assoziiert worden, das habe sich inzwischen geändert. Darüber hinaus habe sich der Fokus geändert, ergänzt Björn Haser. Früher seien Spiele etwas für Computerfreaks oder Familien gewesen, heute – im Zeitalter von Smartphone und Co. – spiele fast jeder. „Das Bild von Spielen hat sich stark verändert und Sachen wie ein ,Escape-Raum' sind vielen Menschen bekannt.“ Was nicht heißt, dass Klassiker nicht auch noch gespielt werden, wie Opheide betont: „Spiele wie ,Halli Galli' sind bis heute beliebt und werden stark nachgefragt.“

Was muss ein Spiel mitbringen, damit es gerne gespielt wird? Die Drei sind sich weitestgehend einig. „Es muss ansprechend gestaltet sein und Liebe zum Detail haben, zum Beispiel was die Spielsteine angeht.“ Die Geschichte müsse zudem stimmig sein und das Spielprinzip spannend.

Ähnliches gilt auch für Computerspiele, findet Björn Haser, mit einer Ergänzung: „Ich finde am spannendsten, wenn es eine offene Welt gibt, durch die ich wandern und die ich entdecken kann.“ Rollenspieler Tobias Deterding stimmt Haser zu. „An Computer- und an Rollenspielen gefällt mir am besten, dass man alles machen kann, dass man nicht durch ein Spielbrett begrenzt wird.“ Am besten gefallen ihm Rollenspiele, die Literatur adaptieren. „Man ist dann quasi im Buch unterwegs, das fand ich als Germanistikstudent immer schon interessant.“ Lukas Opheide findet auch wichtig, „dass man bei manchen Spielen einfach mal abschalten kann, dass es einfach nur Spaß macht.“ Am wichtigsten beim Spiel sei ohnehin die Kooperation, das gemeinsame Lösen von Aufgaben, wie es Jana Lüdeking formuliert: „Man macht etwas gemeinsam, in der Gruppe.“

Das gilt auch für die Lange Nacht der Spiele, die altersoffen ist. Hier darf jeder ein Spiel mitbringen und anderen vorstellen. „Hier lernt man auch Spiele kennen, die man vorher noch nicht gespielt hat“, erklärt Lüdeking. Der Vorteil einer größeren Gruppe: „Hier hat man auch die Möglichkeit, Spiele zu spielen, die man alleine nicht spielen kann“, erklärt Lukas Opheide: „Du wolltest schon immer dieses Spiel spielen? Hier findest du jemanden, der mitspielt.“ Tatsächlich bilden sich am Samstagabend schnell verschiedene Spielgruppen. Die einen spielen „Munchkin“, ein Kartenspiel über die Rollenspielerszene, andere das Geschicklichkeitsspiel „Villa Paletti“ oder „Mogel-Motte“, ein Kartenspiel, bei dem Mogeln explizit erlaubt ist.

Wer mehr Action will, geht in den selbstgebauten „Dungeon“, einen Grusel-Raum, schön dunkel und mit Plastik-Tentakeln ausgestattet. „Den muss man möglichst schnell durchqueren“, erklärt Björn Haser. Das kommt gut an. Viel Spaß macht den Besuchern auch das Virtual-Reality-Spiel „Flight Saber“, bei dem sie mit einem Plastik-Schwert hantieren und virtuelle Gegenstände durchtrennen müssen. Kurzum: Es ist für jeden etwas dabei. Wie lange das Spielerlebnis an diesem Abend dauert? „Das Ende ist offen“, sagt Jana Lüdeking: „Wir schauen mal, wie lange die Spieler durchhalten.“

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