Minden

Platz-Probleme: Kneipp-Verein Minden sucht dringend Räume für sein Kursangebot

Christine Riechmann

Mangelware in Minden: Gymnastikräume sind schwer zu finden. - © Foto: imago images
Mangelware in Minden: Gymnastikräume sind schwer zu finden. (© Foto: imago images)

Minden. Das neue Programmheft war gerade gedruckt, als den Mindener Kneipp-Verein die Hiobsbotschaft Ende Dezember erreichte: Der Gymnastikraum der AOK steht ab April als Kursraum nicht mehr zur Verfügung. „Das war ein Schock“, berichtet Beate Röttger.

Gerade hatte sich der Verein von der Schließung der Kampa-Halle zum Jahresende erholt und alle Kurse, die dort stattfanden, in andere Räume verlegt, da stand das nächste Platz-Problem vor der Tür – das noch größer sein dürfte. Mit der Schließung der Halle an der Hahler Straße mussten auch etliche andere Vereine und Gruppen mit ihren Trainingszeiten ausweichen. „Die Kapazitäten sind nahezu ausgeschöpft“, berichtet Röttger von einer schwierigen Situation in Minden.

Seit 20 Jahren nutzt der Kneipp-Verein den Gymnastikraum im AOK-Gebäude an der Lindenstraße. Aktuell finden dort zehn Kurse statt. Einen Mietvertrag gab es zwischen dem Verein und der Krankenkasse nicht, trotzdem kam das Aus für die Nutzung des Raums für Beate Röttger überraschend. „Eigentlich hatten wir eine Zusage – sogar schriftlich per Mail – bis zum Ende des Jahres. Dass wir zum 31. März raus müssen, damit haben wir natürlich überhaupt nicht gerechnet“, sagt die Vereins-Vorsitzende.

Auch bei der AOK bedauere man den Schritt sehr, heißt es auf MT-Anfrage. Wegen interner Veränderungen könnten die Räumlichkeiten aber nicht mehr zur Verfügung stehen. „Hintergrund ist, dass wir die Kursräume zur Aktenlagerung nutzen müssen. Da die Akten Informationen enthalten, die dem Datenschutz unterliegen, sind die Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich“, sagt Thomas Pottmeier, AOK-Teamleiter Vertrieb. Derzeit würden die Räume von keinen anderen externen Gruppen genutzt.

Beate Röttger ist unterdessen damit beschäftigt, Alternativen zu finden. „Ich schaue in alle Richtungen und habe schon viele Gespräche geführt.“ Kirchen, Bildungsforum Lernwelten, Rotes Kreuz – die Vorsitzende hat einiges im Blick und ist zuversichtlich, den ein oder anderen Kurs unterbringen zu können. Findet sie allerdings nicht ausreichend Alternativen, werden auch Trainings-Angebote auf der Strecke bleiben müssen.

Den Kneipp-Verein kostet der Verlust der AOK-Räumlichkeiten nicht nur Nerven und Arbeit, sondern auch Geld. Das frisch gedruckte Programmheft ist nicht mehr aktuell und damit praktisch unbrauchbar. „Das ist wirklich ärgerlich, denn das war sehr teuer“, sagt Röttger. Ihr bleibt nur, auf das Verständnis der Mitglieder zu hoffen, die die aktuellen Kurse auf der Homepage (www.kneippverein-minden.de) verfolgen können.

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MindenPlatz-Probleme: Kneipp-Verein Minden sucht dringend Räume für sein KursangebotChristine RiechmannMinden. Das neue Programmheft war gerade gedruckt, als den Mindener Kneipp-Verein die Hiobsbotschaft Ende Dezember erreichte: Der Gymnastikraum der AOK steht ab April als Kursraum nicht mehr zur Verfügung. „Das war ein Schock“, berichtet Beate Röttger. Gerade hatte sich der Verein von der Schließung der Kampa-Halle zum Jahresende erholt und alle Kurse, die dort stattfanden, in andere Räume verlegt, da stand das nächste Platz-Problem vor der Tür – das noch größer sein dürfte. Mit der Schließung der Halle an der Hahler Straße mussten auch etliche andere Vereine und Gruppen mit ihren Trainingszeiten ausweichen. „Die Kapazitäten sind nahezu ausgeschöpft“, berichtet Röttger von einer schwierigen Situation in Minden. Seit 20 Jahren nutzt der Kneipp-Verein den Gymnastikraum im AOK-Gebäude an der Lindenstraße. Aktuell finden dort zehn Kurse statt. Einen Mietvertrag gab es zwischen dem Verein und der Krankenkasse nicht, trotzdem kam das Aus für die Nutzung des Raums für Beate Röttger überraschend. „Eigentlich hatten wir eine Zusage – sogar schriftlich per Mail – bis zum Ende des Jahres. Dass wir zum 31. März raus müssen, damit haben wir natürlich überhaupt nicht gerechnet“, sagt die Vereins-Vorsitzende. Auch bei der AOK bedauere man den Schritt sehr, heißt es auf MT-Anfrage. Wegen interner Veränderungen könnten die Räumlichkeiten aber nicht mehr zur Verfügung stehen. „Hintergrund ist, dass wir die Kursräume zur Aktenlagerung nutzen müssen. Da die Akten Informationen enthalten, die dem Datenschutz unterliegen, sind die Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich“, sagt Thomas Pottmeier, AOK-Teamleiter Vertrieb. Derzeit würden die Räume von keinen anderen externen Gruppen genutzt. Beate Röttger ist unterdessen damit beschäftigt, Alternativen zu finden. „Ich schaue in alle Richtungen und habe schon viele Gespräche geführt.“ Kirchen, Bildungsforum Lernwelten, Rotes Kreuz – die Vorsitzende hat einiges im Blick und ist zuversichtlich, den ein oder anderen Kurs unterbringen zu können. Findet sie allerdings nicht ausreichend Alternativen, werden auch Trainings-Angebote auf der Strecke bleiben müssen. Den Kneipp-Verein kostet der Verlust der AOK-Räumlichkeiten nicht nur Nerven und Arbeit, sondern auch Geld. Das frisch gedruckte Programmheft ist nicht mehr aktuell und damit praktisch unbrauchbar. „Das ist wirklich ärgerlich, denn das war sehr teuer“, sagt Röttger. Ihr bleibt nur, auf das Verständnis der Mitglieder zu hoffen, die die aktuellen Kurse auf der Homepage (www.kneippverein-minden.de) verfolgen können.