Frauengemeinschaft will für mehr Rechte in der katholischen Kirche demonstrieren Monika Jäger Minden. „Wir wollen den Dom umarmen“, sagt Bettina Vogler, „und zwar mit einer Menschenkette.“ Am kommenden Sonntag, 26. Januar, um 12.30 Uhr hat der Mindener Bezirk in der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) zu dieser Demonstration für mehr Rechte und Rollen von Frauen in der katholischen Kirche aufgerufen: „Die Kirche der Zukunft wird von Männern und Frauen gleichberechtigt geleitet – machen Sie sich mit uns dafür gemeinsam stark“, heißt es darin. Seit etwa zwei Jahren bringen die Reformbemühungen der Kirche unter dem Oberbegriff „Synodaler Weg“ die Gemeinden in Bewegung – oder in Unruhe, je nachdem. Das Erzbistum Paderborn zeigt sich aufgeschlossen, die katholischen Frauenorganisationen gehen zum Teil sogar voran. Doch die Umsetzung oder auch die Öffnung für solche Ideen liegen jeweils in Händen der Gemeindeoberhäupter. In Minden hatte es dazu im Sommer einen offenen Konflikt mit der Gemeindeleitung gegeben, weil sich Frauen öffentlich mehr Mitbestimmung gewünscht hatten. Weiheämter auch für Frauen zu öffnen, das erscheint vielen Gläubigen als der richtige Weg in einer modernen Welt. Mutig und kreativ Glauben zu erfahren und zu erleben, so beschreiben die Aktiven ihre Ziele. Das Purpurkreuz ist Zeichen ihres Appells für eine geschlechtergerechte Kirche, ein mächtiges und vielleicht auch provozierendes Symbol, das die kfd hier gewählt hat. Denn Purpur ist auch die Farbe, die hohe kirchliche Amtsträger – Kardinäle – tragen. Die Frauen führen das Zeichen zurück auf die Purpurhändlerin Lydia, die laut Apostelgeschichte die erste Person auf europäischem Boden war, die den christlichen Glauben annahm. In Minden soll der Symbolismus noch erweitert werden, denn am Sonntag wollen die hier aktiven Frauen auch eine weitere Aktion starten. „Alle Getauften, egal wie alt, egal ob Männer und Frauen, sollen künftig im Gottesdienst einen weißen Schal tragen.“ Weiß ist die Farbe, die die Taufberufung bedeutet. „Das befähigt und berechtigt uns zu allen Ämtern“, erklärt Vogler, die für die Mindener kfd die Öffentlichkeitsarbeit in dieser Sache übernommen hat. Der weiße Schal als Accessoire im Gottesdienst: eine dauerhafte Mahnung, dass hier Menschen sitzen, die sich mehr wünschen als nur zuzuhören. Wie lang die Menschenkette wird, weiß Vogler nicht. „Aber jeder ist eingeladen, auch überkonfessionell, Männer und Frauen.“ Die Kette muss – wenn sie tatsächlich den Dom umfassen will – recht lang sein, denn die Akteurinnen wollen außerhalb des Domes bleiben, um keine Konflikte zu provozieren. In den Pfarrnachrichten war die Veranstaltung angekündigt, ein Gespräch habe es mit den Mindener Geistlichen dazu aber bisher nicht gegeben, so Vogler. Allerdings haben die Frauen den Termin für die Kette bereits einmal verschoben, als bekannt wurde, dass am ursprünglich geplanten Tag ein neuer Priester eingeführt wurde. Minden hat sich aus Bettina Voglers Sicht bisher nicht auf den synodalen Weg gemacht – also die Diskussion um eine Öffnung der Kirche und eine Veränderung der jahrhundertealten Rituale. Im Sommer 2019 hatten katholische Frauen ihre Stimme erhoben und auch in Minden die Öffnung der Kirchenämter für Frauen gefordert. Anlass war ein Fronleichnams-Blumenteppich, den die Frauen mit dem Symbol für „Maria 2.0“, dem Aufbruch in der Kirche, gestaltet hatten, und der bei den Mindener Priestern auf große Ablehnung stieß. Auf Anstoß des Bistums Paderborn habe es inzwischen ein moderiertes Gespräch mit dem Dompropst dazu gegeben, so Vogler. Sehr optimistisch für Änderungen habe sie das nicht gestimmt. Der nächste Blumenteppich wird allerdings wohl eher nicht für Konflikte sorgen. Vogler: „Künftig sollen wir vorher einen Gestaltungsvorschlag einreichen.“ „Hand in Hand für eine geschlechtergerechte Kirche“: Menschenkette um den Mindener Dom, Sonntag, 26. Januar,12.30 Uhr. Treffpunkt: Hauptportal

Frauengemeinschaft will für mehr Rechte in der katholischen Kirche demonstrieren

Das Purpurkreuz unterstreicht die Forderung nach einer geschlechtergerechten Kirche. Symbolfoto: kfd/Britta Rausch

Minden. „Wir wollen den Dom umarmen“, sagt Bettina Vogler, „und zwar mit einer Menschenkette.“ Am kommenden Sonntag, 26. Januar, um 12.30 Uhr hat der Mindener Bezirk in der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) zu dieser Demonstration für mehr Rechte und Rollen von Frauen in der katholischen Kirche aufgerufen: „Die Kirche der Zukunft wird von Männern und Frauen gleichberechtigt geleitet – machen Sie sich mit uns dafür gemeinsam stark“, heißt es darin.

Seit etwa zwei Jahren bringen die Reformbemühungen der Kirche unter dem Oberbegriff „Synodaler Weg“ die Gemeinden in Bewegung – oder in Unruhe, je nachdem. Das Erzbistum Paderborn zeigt sich aufgeschlossen, die katholischen Frauenorganisationen gehen zum Teil sogar voran. Doch die Umsetzung oder auch die Öffnung für solche Ideen liegen jeweils in Händen der Gemeindeoberhäupter. In Minden hatte es dazu im Sommer einen offenen Konflikt mit der Gemeindeleitung gegeben, weil sich Frauen öffentlich mehr Mitbestimmung gewünscht hatten.

Weiheämter auch für Frauen zu öffnen, das erscheint vielen Gläubigen als der richtige Weg in einer modernen Welt. Mutig und kreativ Glauben zu erfahren und zu erleben, so beschreiben die Aktiven ihre Ziele. Das Purpurkreuz ist Zeichen ihres Appells für eine geschlechtergerechte Kirche, ein mächtiges und vielleicht auch provozierendes Symbol, das die kfd hier gewählt hat. Denn Purpur ist auch die Farbe, die hohe kirchliche Amtsträger – Kardinäle – tragen. Die Frauen führen das Zeichen zurück auf die Purpurhändlerin Lydia, die laut Apostelgeschichte die erste Person auf europäischem Boden war, die den christlichen Glauben annahm.

In Minden soll der Symbolismus noch erweitert werden, denn am Sonntag wollen die hier aktiven Frauen auch eine weitere Aktion starten. „Alle Getauften, egal wie alt, egal ob Männer und Frauen, sollen künftig im Gottesdienst einen weißen Schal tragen.“ Weiß ist die Farbe, die die Taufberufung bedeutet. „Das befähigt und berechtigt uns zu allen Ämtern“, erklärt Vogler, die für die Mindener kfd die Öffentlichkeitsarbeit in dieser Sache übernommen hat. Der weiße Schal als Accessoire im Gottesdienst: eine dauerhafte Mahnung, dass hier Menschen sitzen, die sich mehr wünschen als nur zuzuhören.

Wie lang die Menschenkette wird, weiß Vogler nicht. „Aber jeder ist eingeladen, auch überkonfessionell, Männer und Frauen.“ Die Kette muss – wenn sie tatsächlich den Dom umfassen will – recht lang sein, denn die Akteurinnen wollen außerhalb des Domes bleiben, um keine Konflikte zu provozieren. In den Pfarrnachrichten war die Veranstaltung angekündigt, ein Gespräch habe es mit den Mindener Geistlichen dazu aber bisher nicht gegeben, so Vogler. Allerdings haben die Frauen den Termin für die Kette bereits einmal verschoben, als bekannt wurde, dass am ursprünglich geplanten Tag ein neuer Priester eingeführt wurde.

Minden hat sich aus Bettina Voglers Sicht bisher nicht auf den synodalen Weg gemacht – also die Diskussion um eine Öffnung der Kirche und eine Veränderung der jahrhundertealten Rituale. Im Sommer 2019 hatten katholische Frauen ihre Stimme erhoben und auch in Minden die Öffnung der Kirchenämter für Frauen gefordert. Anlass war ein Fronleichnams-Blumenteppich, den die Frauen mit dem Symbol für „Maria 2.0“, dem Aufbruch in der Kirche, gestaltet hatten, und der bei den Mindener Priestern auf große Ablehnung stieß. Auf Anstoß des Bistums Paderborn habe es inzwischen ein moderiertes Gespräch mit dem Dompropst dazu gegeben, so Vogler. Sehr optimistisch für Änderungen habe sie das nicht gestimmt.

Der nächste Blumenteppich wird allerdings wohl eher nicht für Konflikte sorgen. Vogler: „Künftig sollen wir vorher einen Gestaltungsvorschlag einreichen.“

„Hand in Hand für eine geschlechtergerechte Kirche“: Menschenkette um den Mindener Dom, Sonntag, 26. Januar,12.30 Uhr. Treffpunkt: Hauptportal

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