Minden

Songwriters Night im Bunker geht trotz vieler Ausfälle gut über die Bühne

Volker Knickmeyer

Bis tief in die Nacht ging die gemeinsame Jam Session im Bunker. Fotos: Volker Knickmeyer
Bis tief in die Nacht ging die gemeinsame Jam Session im Bunker. Fotos: Volker Knickmeyer

Minden (VK). Es war einfach wie verhext: Absage um Absage trudelte beim Organisator der Songwriters Night Andreas Schöneberg (Herr Schoen) ein. So waren am Samstagabend gleich drei Musiker krank – Lisa Kunert, Struckmeier und der Special Guest Oliver Eves – damit reduzierte sich die Teilnehmerzahl eigentlich auf vier. Doch „Schöni“ hat so ziemlich die besten Kontakte zur Musikwelt und so zauberte er noch Gregor Lax auf die Bühne des Bunkers. Nun starteten fünf beeindruckende, sehr individuelle Gigs. „Ausfallen lassen können wir so einen Abend ja nicht einfach!“ bekannte Schöneberg dem Publikum. Kurios: Monja, Stev, White Coffee und Ed Csupkay hatten teilweise auch mit Heiserkeit zu kämpfen.

Monja und Andreas Bosse an der Gitarre eröffneten die Nacht mit sehr gefühlvollen Songs, beispielsweise für ihre Schwester mit dem Titel „Zauberschön“. Auch „Gedankenfehler“ und „Irgendwann“ berührten stark. Monja, die sonst mit einer großen Band auftritt, berichtete von Besuchen im privaten Hospiz der Familie Pape in Pr. Oldendorf. Dort habe sie Jacqueline kennengelernt, die mittlerweile verstorben ist. Ihr hat sie mit Einverständnis das Lied „Hallo Leben“ gewidmet. Ein Auftritt, der viele sprachlos machte.

Songwriters Night (Plus-Inhalt)

Er macht seit 15 Jahren Musik, ist aber dennoch erst seit Kurzem auf der Bühne: Stev – ohne „e“. Der Mann mit dem kurzen Namen begleitete sich selbst an der akustischen Gitarre. Seine rauchige, raumfüllende Stimme gefiel. Er sang über die Probleme des Online-Datings bei Tinder und Co. – schließlich kam der Mindener auf die Idee, auch mal bei Ebay-Kleinanzeigen zu schauen. Sehr bildhaft auch sein Song „Wok“ : Auf jeden Topf passt ein Deckel – nur auf den Wok nicht.

Gregor Lax, der eigentlich nur die Programmlücke füllen sollte, zeigte sich als Glücksgriff: Auch er baute autobiographische Bezüge in seine Lieder ein, dabei spielte er wunderbar auf dem E-Piano „..ich bleibe und vertreibe die Geister – auch die du riefst...“. Es folgte ein Cover von Rio Reiser. Zum Abschluss des rund 20-minütigen Auftritts legte Lax noch mit einem rauschenden Boogie-Woogie nach.

Das Herforder Duo „White Coffee“ ist in Minden schon ziemlich bekannt. Jennifer Grove an der Ukulele und Andreas Grove an der selbstgebauten Gitarre bezauberten durch eine Mischung von Jazz, Pop, Bossa-Nova und Reggae. Nicht nur „Celine“, das Titelstück ihrer CD, brachte gute Laune und fast schon Urlaubsstimmung in den Bunker.

Gegen Ende des Abends kam dann Ed Csupkay auf die Bühne. Der gebürtige Bremer lebt jetzt in Berlin und besitzt eine seitenfüllende Vita. Ein Textauszug: „Das Tier in mir versteckt sich tief in meinem Hirn / Es kratzt und scharrt an meiner Stirn / Macht mich glauben es mag mich gern / Himmel, oh hilf dem Tier in mir.“ Durch Csupkays Mischung aus Blues und Country waren somit fast alle Stilrichtungen bei der Songwriters Night vorhanden. Bis tief in die Nacht ging die gemeinsame Jam-Session, wo auch Andreas Schöneberg sein Instrument herausholte. Hoffentlich bleibt die Songwriters Night im nächsten Jahr von der Erkältungswelle verschont!

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MindenSongwriters Night im Bunker geht trotz vieler Ausfälle gut über die BühneVolker KnickmeyerMinden (VK). Es war einfach wie verhext: Absage um Absage trudelte beim Organisator der Songwriters Night Andreas Schöneberg (Herr Schoen) ein. So waren am Samstagabend gleich drei Musiker krank – Lisa Kunert, Struckmeier und der Special Guest Oliver Eves – damit reduzierte sich die Teilnehmerzahl eigentlich auf vier. Doch „Schöni“ hat so ziemlich die besten Kontakte zur Musikwelt und so zauberte er noch Gregor Lax auf die Bühne des Bunkers. Nun starteten fünf beeindruckende, sehr individuelle Gigs. „Ausfallen lassen können wir so einen Abend ja nicht einfach!“ bekannte Schöneberg dem Publikum. Kurios: Monja, Stev, White Coffee und Ed Csupkay hatten teilweise auch mit Heiserkeit zu kämpfen. Monja und Andreas Bosse an der Gitarre eröffneten die Nacht mit sehr gefühlvollen Songs, beispielsweise für ihre Schwester mit dem Titel „Zauberschön“. Auch „Gedankenfehler“ und „Irgendwann“ berührten stark. Monja, die sonst mit einer großen Band auftritt, berichtete von Besuchen im privaten Hospiz der Familie Pape in Pr. Oldendorf. Dort habe sie Jacqueline kennengelernt, die mittlerweile verstorben ist. Ihr hat sie mit Einverständnis das Lied „Hallo Leben“ gewidmet. Ein Auftritt, der viele sprachlos machte. Er macht seit 15 Jahren Musik, ist aber dennoch erst seit Kurzem auf der Bühne: Stev – ohne „e“. Der Mann mit dem kurzen Namen begleitete sich selbst an der akustischen Gitarre. Seine rauchige, raumfüllende Stimme gefiel. Er sang über die Probleme des Online-Datings bei Tinder und Co. – schließlich kam der Mindener auf die Idee, auch mal bei Ebay-Kleinanzeigen zu schauen. Sehr bildhaft auch sein Song „Wok“ : Auf jeden Topf passt ein Deckel – nur auf den Wok nicht. Gregor Lax, der eigentlich nur die Programmlücke füllen sollte, zeigte sich als Glücksgriff: Auch er baute autobiographische Bezüge in seine Lieder ein, dabei spielte er wunderbar auf dem E-Piano „..ich bleibe und vertreibe die Geister – auch die du riefst...“. Es folgte ein Cover von Rio Reiser. Zum Abschluss des rund 20-minütigen Auftritts legte Lax noch mit einem rauschenden Boogie-Woogie nach. Das Herforder Duo „White Coffee“ ist in Minden schon ziemlich bekannt. Jennifer Grove an der Ukulele und Andreas Grove an der selbstgebauten Gitarre bezauberten durch eine Mischung von Jazz, Pop, Bossa-Nova und Reggae. Nicht nur „Celine“, das Titelstück ihrer CD, brachte gute Laune und fast schon Urlaubsstimmung in den Bunker. Gegen Ende des Abends kam dann Ed Csupkay auf die Bühne. Der gebürtige Bremer lebt jetzt in Berlin und besitzt eine seitenfüllende Vita. Ein Textauszug: „Das Tier in mir versteckt sich tief in meinem Hirn / Es kratzt und scharrt an meiner Stirn / Macht mich glauben es mag mich gern / Himmel, oh hilf dem Tier in mir.“ Durch Csupkays Mischung aus Blues und Country waren somit fast alle Stilrichtungen bei der Songwriters Night vorhanden. Bis tief in die Nacht ging die gemeinsame Jam-Session, wo auch Andreas Schöneberg sein Instrument herausholte. Hoffentlich bleibt die Songwriters Night im nächsten Jahr von der Erkältungswelle verschont!