Minden

Die Situation bei der Kampa-Halle ist undurchsichtig

Henning Wandel und Sebastian Radermacher

Während die Schwimmhalle unverändert genutzt wird, bleibt die Kampa-Halle leer. Es ist also nicht der gesamte Komplex von der Schließung betroffen. Nicht jeder mag sich mit dem Ende von Mindens größter Veranstaltungshalle abfinden. Fotos : Alex Lehn/Christian Bendig
Während die Schwimmhalle unverändert genutzt wird, bleibt die Kampa-Halle leer. Es ist also nicht der gesamte Komplex von der Schließung betroffen. Nicht jeder mag sich mit dem Ende von Mindens größter Veranstaltungshalle abfinden. Fotos : Alex Lehn/Christian Bendig

Minden. Der Kampf um die Kampa-Halle dauert auch nach der Schließung zum Jahreswechsel an. Vor allem in den Sozialen Netzwerken wie Facebook werden immer wieder vermeintlich oder tatsächlich offene Fragen aufgeworfen. Viele davon wurden bereits mehrfach beantwortet, die Antworten aber ebenso häufig angezweifelt. Dabei geht es von der Definition des Begriffs „Betreiberverantwortung“ und die rechtliche Grundlage der Schließung über die Zukunft der Heizzentrale bis hin zu der Verwirrung um die noch immer geöffnete Kreisschwimmhalle.

Ist die Schwimmhallenoch in Betrieb?

Tatsächlich wird die Schwimmhalle auch knapp zwei Wochen nach Ultimo noch immer genutzt – obwohl die betroffenen Gruppen, insgesamt zählen 18 Schulen und Vereine zu den Nutzern, bereits schriftlich vom Kreis über den beschlossenen Abriss informiert worden sind. Dennoch dürfte die Halle noch mindestens bis zu den Sommerferien in Betrieb bleiben, sagt Kreis-Baudezernent Lutz Freiberg. Damit sollen vor allem auch die Schulen eine gewisse Planungssicherheit bis zum Ende des Schuljahres haben. Und auch darüber hinaus sei es denkbar, dass das auch als Lehrbecken nutzbare Bad noch eine Weile am Netz bleibe, so Freiberg. Vor allem für den Schwimmunterricht sind solche Möglichkeiten rar und entsprechend wichtig. Der Abriss steht laut Freiberg erst dann an, wenn auch die Kampa-Halle verschwindet. „Es macht derzeit keinen Sinn, die Schwimmhalle zu schließen“, so Freiberg.

Könnte das Bad dauerhaft geöffnet bleiben?

Freiberg winkt ab. Auch wenn die Schwimmhalle bisher noch voll funktionstüchtig sei, seien in den kommenden Jahren Sanierungsarbeiten in Millionenhöhe absehbar. Das Geld aber soll in die geplante Multifunktionsarena am rechten Weserufer fließen. Ebenso die eingesparten Betriebskosten, die laut Freiberg allein für die Kreisschwimmhalle bei mehr als 700.000 Euro liegen. Ein weiterer Grund: „Ein Schwimmbad ist für den Kreis keine Pflichtaufgabe.“

Gibt es Ersatz für die Schwimmausbildung?

Wo aber sollen vor allem die Schüler schwimmen lernen, wenn das Becken am Bayernring wegfällt? Der Kreis sieht eine Chance in der Erweiterung des Melittabades. Dazu habe es bereits Gespräche mit der Stadt Minden gegeben, sagt Freiberg. Dort aber scheint das Projekt bisher kaum gediehen zu sein. Aus der Mindener Verwaltung heißt es, dass sich die Stadt mit dem Thema bisher nicht beschäftigt habe. Ganz so einfach scheint eine solche Erweiterung womöglich auch gar nicht zu sein, weil zuvor auch die Planungsgrundlagen und das Baurecht geprüft werden müssten, wie es heißt.

Warum ist ein Teil des Komplexes geschlossen, aber der andere nicht?

In verschiedenen Mindener Facebook-Gruppen wird der Weiterbetrieb der Schwimmhalle als ein Indiz dafür gesehen, dass auch die Kampa-Halle wieder geöffnet sein könnte. Ebenfalls kursieren bereits Gerüchte, dass es nach dem Jahreswechsel noch Veranstaltungen in der Halle gegeben habe und sogar weitere geplant seien. Hier widerspricht Freiberg deutlich: Weder habe es Veranstaltungen gegeben, noch werde es in Zukunft welche geben. Dazu gebe es auch eine klare Verwaltungsanweisung, auch intern sei eine Nutzung untersagt, versichert der Dezernent.

Warum aber kann nebenan trotzdem weiter geschwommen werden? Immerhin sind Kampa-Halle und Kreisschwimmhalle ein Gebäudekomplex. Laut Freiberg sind die technischen Mängel im Brandschutz der Kampa-Halle für das Bad nicht relevant, so dass dort bei einem Weiterbetrieb keine Gefahr bestehe. Darüber hinaus sei die Schwimmhalle eine wichtige sogenannte Wärmesenke für das Blockheizkraftwerk (BHKW) im Keller der Kampa-Halle, das ebenfalls nach wie vor in Betrieb ist und die beiden Berufskollegs sowie benachbarte Kampa-Halle II versorgt. Es liefen bereits vielversprechende Gespräche mit Energieversorgern, die überschüssige Wärme in das öffentliche Netz einzuspeisen, noch gebe es dazu aber keinen Vertrag.

Was wird aus derHeizzentrale?

Die Heizzentrale ist in der öffentlichen Diskussion ein weiterer wunder Punkt der Abriss- und Neubaupläne. Weil sich das Aggregat im Keller der Halle befindet, kann es erst während des Abrisses ausgebaut werden. Gleichzeitig muss das kleine Kraftwerk in einem neuen Gebäude untergebracht werden – entweder im künftigen Sportzentrum oder in einem separaten Bau. Wie genau das aussehen könnte, wird aber erst feststehen, wenn die neue Halle geplant ist. Und weil die Wärmeversorgung von gleich zwei Schulen von dem BHKW abhängt, kann es auch nicht für längere Zeit vom Netz gehen.

Die Lösung soll in einer Ausschreibung für das Gesamtprojekt liegen. Wie Freiberg im Gespräch erläutert, sollen sowohl der Abriss als auch der Neubau gemeinsam vergeben werden. Im Idealfall könne dann die neue Heizzentrale mit nur wenigen Wochen Ausfall umgebaut werden, hofft Freiberg – idealerweise in den Ferien. Das Blockheizkraftwerk selbst soll an dem neuen Standort in Betrieb bleiben und praktisch nur umgehoben werden. Das BHKW läuft seit 2009 und bringt dem Kreis laut Freiberg hohe Einspeisevergütungen in das Stromnetz. Weil es aber für das geplante neue Sportzentrum überdimensioniert wäre, soll die überschüssige Wärme in das Fernwärmenetz fließen – es wäre eine weitere Einnahmequelle. Vorbild ist der Umbau des BHKW an der Ringstraße, der innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen war. Freiberg will am neuen Sportzentrum noch etwas schneller sein.

Wie geht es weiter mit dem Sportzentrum?

Aktuell laufen in der Kreisverwaltung die Vorbereitungen für das Projekt, bis spätestens Ende Februar sei ein politischer Beschluss angestrebt, danach könne ausgeschrieben werden. Dafür ist eine gemeinsame Sitzung der Ausschüsse für Schule und Sport sowie dem für Bauen, Energie, Umwelt und Verkehr geplant, für die es aber nach Aussage des Kreises bisher keinen Termin gibt.

Insgesamt hält die Verwaltung am bisherigen Zeitplan fest. Das Ausschreibungsverfahren und die Planung sollen im vierten Quartal komplett sein, sagt Freiberg, dann könnte auch der Bauantrag eingereicht werden. Ende 2022 soll das Sportzentrum dann fertig sein, der Kreis plant mit Kosten in Höhe von zwölf Millionen Euro. Das Raumkonzept werde noch mit den Nutzern abgestimmt. So soll etwa weiterhin eine Laufbahn zur Verfügung stehen, auch ein Seminarraum ist vorgesehen, damit die Halle die Anforderungen an einen Leistungsstützpunkt erfüllt.

Könnte die Kampa-Halle noch genutzt werden?

Wenig Verständnis hat Freiberg für die immer wiederkehrenden Fragen nach dem Warum. Zuletzt hatte vor allem der Mindener Eventmanager Martin Möller die rechtliche Grundlage der Schließung auf Facebook infrage gestellt. Seiner Auffassung nach hat der Kreistag im Dezember eben nicht die Schließung der Halle beschlossen. Daraus ergebe sich weiterhin die Verpflichtung, die Halle zu betreiben. In dieser Woche dann forderte er in einer ebenfalls auf Facebook veröffentlichten E-Mail an Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) , „unverzüglich den gesicherten Betrieb der Kampa-Halle zu gewährleisten oder Gründe zu nennen, die dem entgegenstehen könnten.“ Auch lädt er am 27. Januar, einem Montag, zu einer offenen Diskussionsrunde ins „Windlicht“ ein.

Für Möller, der auch maßgeblich an den Geschicken des Vereins Witthüs beteiligt ist, bedeutet Betreiberverantwortung also so etwas wie die Pflicht zum Betrieb. Für Freiberg und Landrat Niermann sieht das Ganze freilich anders aus. Mit dem Ende der Übergangsfrist am 31. Dezember sei ein Weiterbetrieb grob fahrlässig, sagt der Baudezernent. Sollte tatsächlich jemand zu Schaden kommen, wären die Verwaltungsspitze und die beteiligten Mitarbeiter persönlich in der Haftung: „Damit macht man sich strafbar.“

Wer hat die Kampa-Halle eigentlich geschlossen?

Möller weist in seiner Argumentation unter anderem auf die Sonderbauverordnung NRW hin, speziell den Paragrafen 38. Dort steht allerdings auch, dass der Betreiber zur Einstellung des Betriebes verpflichtet ist, „wenn die Sicherheit der Versammlungsstätte notwendige Anlagen, Einrichtungen oder Vorrichtungen nicht betriebsfähig sind oder wenn Betriebsvorschriften nicht eingehalten werden können.“ Für Freiberg ist klar: „Wir sind der Eigentümer der Liegenschaft und haben beschlossen, die Kampa-Halle zu schließen.“ Das sei nicht Aufgabe der Politik. Die Frage nach einer rechtlich verbindlichen Verfügung zur Schließung beantwortet Freiberg knapp: „Wir haben einfach den Schlüssel umgedreht.“

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MindenDie Situation bei der Kampa-Halle ist undurchsichtigHenning Wandel,Sebastian RadermacherMinden. Der Kampf um die Kampa-Halle dauert auch nach der Schließung zum Jahreswechsel an. Vor allem in den Sozialen Netzwerken wie Facebook werden immer wieder vermeintlich oder tatsächlich offene Fragen aufgeworfen. Viele davon wurden bereits mehrfach beantwortet, die Antworten aber ebenso häufig angezweifelt. Dabei geht es von der Definition des Begriffs „Betreiberverantwortung“ und die rechtliche Grundlage der Schließung über die Zukunft der Heizzentrale bis hin zu der Verwirrung um die noch immer geöffnete Kreisschwimmhalle. Ist die Schwimmhallenoch in Betrieb? Tatsächlich wird die Schwimmhalle auch knapp zwei Wochen nach Ultimo noch immer genutzt – obwohl die betroffenen Gruppen, insgesamt zählen 18 Schulen und Vereine zu den Nutzern, bereits schriftlich vom Kreis über den beschlossenen Abriss informiert worden sind. Dennoch dürfte die Halle noch mindestens bis zu den Sommerferien in Betrieb bleiben, sagt Kreis-Baudezernent Lutz Freiberg. Damit sollen vor allem auch die Schulen eine gewisse Planungssicherheit bis zum Ende des Schuljahres haben. Und auch darüber hinaus sei es denkbar, dass das auch als Lehrbecken nutzbare Bad noch eine Weile am Netz bleibe, so Freiberg. Vor allem für den Schwimmunterricht sind solche Möglichkeiten rar und entsprechend wichtig. Der Abriss steht laut Freiberg erst dann an, wenn auch die Kampa-Halle verschwindet. „Es macht derzeit keinen Sinn, die Schwimmhalle zu schließen“, so Freiberg. Könnte das Bad dauerhaft geöffnet bleiben? Freiberg winkt ab. Auch wenn die Schwimmhalle bisher noch voll funktionstüchtig sei, seien in den kommenden Jahren Sanierungsarbeiten in Millionenhöhe absehbar. Das Geld aber soll in die geplante Multifunktionsarena am rechten Weserufer fließen. Ebenso die eingesparten Betriebskosten, die laut Freiberg allein für die Kreisschwimmhalle bei mehr als 700.000 Euro liegen. Ein weiterer Grund: „Ein Schwimmbad ist für den Kreis keine Pflichtaufgabe.“ Gibt es Ersatz für die Schwimmausbildung? Wo aber sollen vor allem die Schüler schwimmen lernen, wenn das Becken am Bayernring wegfällt? Der Kreis sieht eine Chance in der Erweiterung des Melittabades. Dazu habe es bereits Gespräche mit der Stadt Minden gegeben, sagt Freiberg. Dort aber scheint das Projekt bisher kaum gediehen zu sein. Aus der Mindener Verwaltung heißt es, dass sich die Stadt mit dem Thema bisher nicht beschäftigt habe. Ganz so einfach scheint eine solche Erweiterung womöglich auch gar nicht zu sein, weil zuvor auch die Planungsgrundlagen und das Baurecht geprüft werden müssten, wie es heißt. Warum ist ein Teil des Komplexes geschlossen, aber der andere nicht? In verschiedenen Mindener Facebook-Gruppen wird der Weiterbetrieb der Schwimmhalle als ein Indiz dafür gesehen, dass auch die Kampa-Halle wieder geöffnet sein könnte. Ebenfalls kursieren bereits Gerüchte, dass es nach dem Jahreswechsel noch Veranstaltungen in der Halle gegeben habe und sogar weitere geplant seien. Hier widerspricht Freiberg deutlich: Weder habe es Veranstaltungen gegeben, noch werde es in Zukunft welche geben. Dazu gebe es auch eine klare Verwaltungsanweisung, auch intern sei eine Nutzung untersagt, versichert der Dezernent. Warum aber kann nebenan trotzdem weiter geschwommen werden? Immerhin sind Kampa-Halle und Kreisschwimmhalle ein Gebäudekomplex. Laut Freiberg sind die technischen Mängel im Brandschutz der Kampa-Halle für das Bad nicht relevant, so dass dort bei einem Weiterbetrieb keine Gefahr bestehe. Darüber hinaus sei die Schwimmhalle eine wichtige sogenannte Wärmesenke für das Blockheizkraftwerk (BHKW) im Keller der Kampa-Halle, das ebenfalls nach wie vor in Betrieb ist und die beiden Berufskollegs sowie benachbarte Kampa-Halle II versorgt. Es liefen bereits vielversprechende Gespräche mit Energieversorgern, die überschüssige Wärme in das öffentliche Netz einzuspeisen, noch gebe es dazu aber keinen Vertrag. Was wird aus derHeizzentrale? Die Heizzentrale ist in der öffentlichen Diskussion ein weiterer wunder Punkt der Abriss- und Neubaupläne. Weil sich das Aggregat im Keller der Halle befindet, kann es erst während des Abrisses ausgebaut werden. Gleichzeitig muss das kleine Kraftwerk in einem neuen Gebäude untergebracht werden – entweder im künftigen Sportzentrum oder in einem separaten Bau. Wie genau das aussehen könnte, wird aber erst feststehen, wenn die neue Halle geplant ist. Und weil die Wärmeversorgung von gleich zwei Schulen von dem BHKW abhängt, kann es auch nicht für längere Zeit vom Netz gehen. Die Lösung soll in einer Ausschreibung für das Gesamtprojekt liegen. Wie Freiberg im Gespräch erläutert, sollen sowohl der Abriss als auch der Neubau gemeinsam vergeben werden. Im Idealfall könne dann die neue Heizzentrale mit nur wenigen Wochen Ausfall umgebaut werden, hofft Freiberg – idealerweise in den Ferien. Das Blockheizkraftwerk selbst soll an dem neuen Standort in Betrieb bleiben und praktisch nur umgehoben werden. Das BHKW läuft seit 2009 und bringt dem Kreis laut Freiberg hohe Einspeisevergütungen in das Stromnetz. Weil es aber für das geplante neue Sportzentrum überdimensioniert wäre, soll die überschüssige Wärme in das Fernwärmenetz fließen – es wäre eine weitere Einnahmequelle. Vorbild ist der Umbau des BHKW an der Ringstraße, der innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen war. Freiberg will am neuen Sportzentrum noch etwas schneller sein. Wie geht es weiter mit dem Sportzentrum? Aktuell laufen in der Kreisverwaltung die Vorbereitungen für das Projekt, bis spätestens Ende Februar sei ein politischer Beschluss angestrebt, danach könne ausgeschrieben werden. Dafür ist eine gemeinsame Sitzung der Ausschüsse für Schule und Sport sowie dem für Bauen, Energie, Umwelt und Verkehr geplant, für die es aber nach Aussage des Kreises bisher keinen Termin gibt. Insgesamt hält die Verwaltung am bisherigen Zeitplan fest. Das Ausschreibungsverfahren und die Planung sollen im vierten Quartal komplett sein, sagt Freiberg, dann könnte auch der Bauantrag eingereicht werden. Ende 2022 soll das Sportzentrum dann fertig sein, der Kreis plant mit Kosten in Höhe von zwölf Millionen Euro. Das Raumkonzept werde noch mit den Nutzern abgestimmt. So soll etwa weiterhin eine Laufbahn zur Verfügung stehen, auch ein Seminarraum ist vorgesehen, damit die Halle die Anforderungen an einen Leistungsstützpunkt erfüllt. Könnte die Kampa-Halle noch genutzt werden? Wenig Verständnis hat Freiberg für die immer wiederkehrenden Fragen nach dem Warum. Zuletzt hatte vor allem der Mindener Eventmanager Martin Möller die rechtliche Grundlage der Schließung auf Facebook infrage gestellt. Seiner Auffassung nach hat der Kreistag im Dezember eben nicht die Schließung der Halle beschlossen. Daraus ergebe sich weiterhin die Verpflichtung, die Halle zu betreiben. In dieser Woche dann forderte er in einer ebenfalls auf Facebook veröffentlichten E-Mail an Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) , „unverzüglich den gesicherten Betrieb der Kampa-Halle zu gewährleisten oder Gründe zu nennen, die dem entgegenstehen könnten.“ Auch lädt er am 27. Januar, einem Montag, zu einer offenen Diskussionsrunde ins „Windlicht“ ein. Für Möller, der auch maßgeblich an den Geschicken des Vereins Witthüs beteiligt ist, bedeutet Betreiberverantwortung also so etwas wie die Pflicht zum Betrieb. Für Freiberg und Landrat Niermann sieht das Ganze freilich anders aus. Mit dem Ende der Übergangsfrist am 31. Dezember sei ein Weiterbetrieb grob fahrlässig, sagt der Baudezernent. Sollte tatsächlich jemand zu Schaden kommen, wären die Verwaltungsspitze und die beteiligten Mitarbeiter persönlich in der Haftung: „Damit macht man sich strafbar.“ Wer hat die Kampa-Halle eigentlich geschlossen? Möller weist in seiner Argumentation unter anderem auf die Sonderbauverordnung NRW hin, speziell den Paragrafen 38. Dort steht allerdings auch, dass der Betreiber zur Einstellung des Betriebes verpflichtet ist, „wenn die Sicherheit der Versammlungsstätte notwendige Anlagen, Einrichtungen oder Vorrichtungen nicht betriebsfähig sind oder wenn Betriebsvorschriften nicht eingehalten werden können.“ Für Freiberg ist klar: „Wir sind der Eigentümer der Liegenschaft und haben beschlossen, die Kampa-Halle zu schließen.“ Das sei nicht Aufgabe der Politik. Die Frage nach einer rechtlich verbindlichen Verfügung zur Schließung beantwortet Freiberg knapp: „Wir haben einfach den Schlüssel umgedreht.“ Lesen Sie dazu auch: - Kleine Geheimnisse -Ab Silvester geschlossen