Arbeit auf der Palliativstation: Begleitung in der größten Lebenskrise Minden (mt/GB). Seit acht Jahren existiert im Johannes Wesling Klinikum eine Palliativstation. Auf dieser besonderen Station werden Menschen behandelt und gepflegt, die unheilbar krank sind. Bei ihnen geht es nicht mehr um Heilung, sondern um eine symptom-orientierte, lindernde Behandlung. Am Samstag, 25. Januar, gibt das Team der Palliativstation beim Tag der offenen Tür von 11 bis 15 Uhr Einblicke in seine Arbeit. Wer die Palliativstation betritt, merkt gleich den Unterschied zu einer üblichen Station im Krankenhaus. Alles ist wohnlicher gestaltet, bunter, ruhiger und überall, wo es möglich ist, tritt die Medizin in den Hintergrund. „Wir versuchen, es unseren Patientinnen und Patienten so angenehm wie möglich zu machen und ihnen ein würdevolles und möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, sagt der medizinische Leiter der Palliativstation, Dr. Parvis Sadjadian. Die Patienten auf der Station leiden zumeist an Krebs im Endstadium. Zu den Behandlungs- und Therapieangeboten gehören neben der medikamentösen Behandlung von Schmerzen und anderen Krankheitssymptomen auch Ergo- und Physiotherapie, Musikangebote, Klangschalen- und Aromatherapie sowie Gesprächsangebote mit Psychologen und Seelsorgern. „Wir begleiten Menschen durch die wohl größte Lebenskrise, machen alles, was ihnen hilft. Wir versuchen, wertvolle Momente zu schaffen, Herzenswünsche zu erfüllen“, sagt die pflegerische Leiterin der Palliativstation, Ilona Kuhlmeier. In der Regel werden Patienten auf der Palliativstation nur kurzfristig behandelt und dann entweder wieder in die häusliche Pflege oder ein Hospiz entlassen. Es geht bei der stationären Therapie nicht nur um eine optimierte medikamentöse Einstellung der belastenden Symptome, sondern auch um Zeit und Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung aller Betroffenen und Überbrückung in Notfallsituationen, bis die Verlegung in eine andere Versorgungsstruktur möglich ist. „Auch wenn wir versuchen, unsere Station so wohnlich wie möglich zu gestalten, bleibt es dennoch ein Krankenhaus“, sagt Parvis Sadjadian. Aus diesem Grund ist die Kooperation im Bereich der Palliativversorgung sehr bedeutend: Hospize, Hausärzte, Fachärzte, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen, Apotheken, ambulante Hospizdienste, Sanitätshäuser, Beratungsstellen und Kirchen arbeiten eng mit der Palliativstation bei der Weiterbetreuung der schwerkranken Patienten zusammen. Am Tag der offenen Tür können die Besucher die Station besichtigen und sich verschiedene Behandlungsformen wie Physiotherapie oder Ergotherapie zeigen lassen. Es wird eine große Tombola mit attraktiven Preisen sowie einen Auftritt des Gospelchors Rehmissimo geben. Selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. In vier Fachvorträgen werden für den Laien verständlich verschiedene Perspektiven der Palliativmedizin vermittelt. Die Vorträge starten um 11.30 Uhr mit einer Einführung durch Parvis Sadjadian. Zum Thema „Hoffnungen in der Palliativmedizin“ spricht von 11.45 bis 12.30 Uhr Professor Dr. phil. Alfred Simon von der Akademie für Ethik in der Medizin der Georg-August-Universität Göttingen. Anschließend referiert Parvis Sadjadian von 12.30 bis 13 Uhr über „Palliative Sedierung“. Von 13 bis 13.30 Uhr werden der Koordinator des Hospizkreises Minden, Helmut Dörmann, und der Krankenhausseelsorger Oliver Vogelsmeier über „Trauerrituale und Trauerbegleitung“ sprechen.

Arbeit auf der Palliativstation: Begleitung in der größten Lebenskrise

Das interdisziplinäre Team der Palliativstation will für die Patientinnen und Patienten in der wohl größten Lebenskrise wertvolle Momente schaffen und Herzenswünsche zu erfüllen. © Foto: MKK/pr

Minden (mt/GB). Seit acht Jahren existiert im Johannes Wesling Klinikum eine Palliativstation. Auf dieser besonderen Station werden Menschen behandelt und gepflegt, die unheilbar krank sind. Bei ihnen geht es nicht mehr um Heilung, sondern um eine symptom-orientierte, lindernde Behandlung. Am Samstag, 25. Januar, gibt das Team der Palliativstation beim Tag der offenen Tür von 11 bis 15 Uhr Einblicke in seine Arbeit.

Wer die Palliativstation betritt, merkt gleich den Unterschied zu einer üblichen Station im Krankenhaus. Alles ist wohnlicher gestaltet, bunter, ruhiger und überall, wo es möglich ist, tritt die Medizin in den Hintergrund. „Wir versuchen, es unseren Patientinnen und Patienten so angenehm wie möglich zu machen und ihnen ein würdevolles und möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, sagt der medizinische Leiter der Palliativstation, Dr. Parvis Sadjadian.

Um die sterbenden Menschen kümmert sich das Team der Palliativstation intensiv. Foto: Oberhaeuser/pr - © imago/Rupert Oberhäuser
Um die sterbenden Menschen kümmert sich das Team der Palliativstation intensiv. Foto: Oberhaeuser/pr - © imago/Rupert Oberhäuser

Die Patienten auf der Station leiden zumeist an Krebs im Endstadium. Zu den Behandlungs- und Therapieangeboten gehören neben der medikamentösen Behandlung von Schmerzen und anderen Krankheitssymptomen auch Ergo- und Physiotherapie, Musikangebote, Klangschalen- und Aromatherapie sowie Gesprächsangebote mit Psychologen und Seelsorgern.

„Wir begleiten Menschen durch die wohl größte Lebenskrise, machen alles, was ihnen hilft. Wir versuchen, wertvolle Momente zu schaffen, Herzenswünsche zu erfüllen“, sagt die pflegerische Leiterin der Palliativstation, Ilona Kuhlmeier.

In der Regel werden Patienten auf der Palliativstation nur kurzfristig behandelt und dann entweder wieder in die häusliche Pflege oder ein Hospiz entlassen.

Es geht bei der stationären Therapie nicht nur um eine optimierte medikamentöse Einstellung der belastenden Symptome, sondern auch um Zeit und Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung aller Betroffenen und Überbrückung in Notfallsituationen, bis die Verlegung in eine andere Versorgungsstruktur möglich ist.

„Auch wenn wir versuchen, unsere Station so wohnlich wie möglich zu gestalten, bleibt es dennoch ein Krankenhaus“, sagt Parvis Sadjadian. Aus diesem Grund ist die Kooperation im Bereich der Palliativversorgung sehr bedeutend: Hospize, Hausärzte, Fachärzte, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen, Apotheken, ambulante Hospizdienste, Sanitätshäuser, Beratungsstellen und Kirchen arbeiten eng mit der Palliativstation bei der Weiterbetreuung der schwerkranken Patienten zusammen.

Am Tag der offenen Tür können die Besucher die Station besichtigen und sich verschiedene Behandlungsformen wie Physiotherapie oder Ergotherapie zeigen lassen. Es wird eine große Tombola mit attraktiven Preisen sowie einen Auftritt des Gospelchors Rehmissimo geben. Selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt.

In vier Fachvorträgen werden für den Laien verständlich verschiedene Perspektiven der Palliativmedizin vermittelt. Die Vorträge starten um 11.30 Uhr mit einer Einführung durch Parvis Sadjadian. Zum Thema „Hoffnungen in der Palliativmedizin“ spricht von 11.45 bis 12.30 Uhr Professor Dr. phil. Alfred Simon von der Akademie für Ethik in der Medizin der Georg-August-Universität Göttingen.

Anschließend referiert Parvis Sadjadian von 12.30 bis 13 Uhr über „Palliative Sedierung“. Von 13 bis 13.30 Uhr werden der Koordinator des Hospizkreises Minden, Helmut Dörmann, und der Krankenhausseelsorger Oliver Vogelsmeier über „Trauerrituale und Trauerbegleitung“ sprechen.

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