Minden

Archäologie vor der Haustür: Hobby-Archäologen wollen im Mühlenkreis neu durchstarten

veröffentlicht

Minden (lies). Der Verein „Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke“ besteht seit 2017. Die offizielle Gründung des Vereins fand jedoch erst im Dezember 2018 statt. Seit Anfang 2019 ist der Verein als gemeinnützig anerkannt. Zwölf Mitglieder gehören dem Verein aktuell an.

Bilden die Vorstandsspitze: Daniel Bake (links) und Friedhelm Raute. - © Foto: pr
Bilden die Vorstandsspitze: Daniel Bake (links) und Friedhelm Raute. (© Foto: pr)

Vorsitzender ist seit Dezember vergangenen Jahres Friedhelm Raute. Er war jahrelang Bodendenkmalpfleger und ist auch heute in seinem Ruhestand noch passionierter Feldbegeher. Daniel Bake ist zweiter Vorsitzender, seit 2014 freiwillig in der Archäologie im Mühlenkreis tätig und hauptamtlich als Grabungstechniker und Grabungsfacharbeiter unterwegs. Er arbeitet für ein archäologisches Fachunternehmen.

Als Verein hat sich die Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben, „bürgerschaftliches Engagement in der Archäologie und Bodendenkmalpflege im Mühlenkreis zu fördern oder gar erst möglich zu machen“. Für 2020 plant der Verein eine Wanderausstellung zum Thema „Archäologie vor der Haustür“. Damit wollen die Mitglieder vor allem die Heimatmuseen ansprechen.

Parallel sind die Mitglieder selbst in regelmäßigen Abständen auf Feldern im Mühlenkreis unterwegs, um archäologische Funde – in enger Abstimmung mit der LWL-Archäologie – zu sichern. Im vergangenen Jahr entdeckten einige Mitglieder bei einer Begehung nahe Windheim Tonscherben und Leichenbrandreste, die auf eine frühere Nutzung der Fläche als Urnengräberfeld der Eisenzeit hinweisen. Außerdem unterstütze man archäologische Ausgrabungen im Kreis. Zum Teil graben die Mitglieder während ihrer Begehungen, ausgerüstet mit speziellen Genehmigungen, l selbst nach Artefakten. Ohne diese Genehmigungen, stellt ein solcher Eingriff eine Ordnungswidrigkeit dar.

In der Geschäftsstelle des Vereins in Stadthagen befinden sich eine breitgefächerte Lehrsammlung archäologischer Funde aus dem Kreis, eine Vereinsbibliothek und mehrere Lehrplakate. Mit diesen ist der Verein oft auf öffentlichen Veranstaltungen unterwegs, um für Bodendenkmalpflege zu sensibilisieren.

Lesen Sie auch den Artikel zum Thema: Zufallsfund aus der Jungsteinzeit offenbart neues Geschichtskapitel für Minden.

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MindenArchäologie vor der Haustür: Hobby-Archäologen wollen im Mühlenkreis neu durchstartenMinden (lies). Der Verein „Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke“ besteht seit 2017. Die offizielle Gründung des Vereins fand jedoch erst im Dezember 2018 statt. Seit Anfang 2019 ist der Verein als gemeinnützig anerkannt. Zwölf Mitglieder gehören dem Verein aktuell an. Vorsitzender ist seit Dezember vergangenen Jahres Friedhelm Raute. Er war jahrelang Bodendenkmalpfleger und ist auch heute in seinem Ruhestand noch passionierter Feldbegeher. Daniel Bake ist zweiter Vorsitzender, seit 2014 freiwillig in der Archäologie im Mühlenkreis tätig und hauptamtlich als Grabungstechniker und Grabungsfacharbeiter unterwegs. Er arbeitet für ein archäologisches Fachunternehmen. Als Verein hat sich die Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben, „bürgerschaftliches Engagement in der Archäologie und Bodendenkmalpflege im Mühlenkreis zu fördern oder gar erst möglich zu machen“. Für 2020 plant der Verein eine Wanderausstellung zum Thema „Archäologie vor der Haustür“. Damit wollen die Mitglieder vor allem die Heimatmuseen ansprechen. Parallel sind die Mitglieder selbst in regelmäßigen Abständen auf Feldern im Mühlenkreis unterwegs, um archäologische Funde – in enger Abstimmung mit der LWL-Archäologie – zu sichern. Im vergangenen Jahr entdeckten einige Mitglieder bei einer Begehung nahe Windheim Tonscherben und Leichenbrandreste, die auf eine frühere Nutzung der Fläche als Urnengräberfeld der Eisenzeit hinweisen. Außerdem unterstütze man archäologische Ausgrabungen im Kreis. Zum Teil graben die Mitglieder während ihrer Begehungen, ausgerüstet mit speziellen Genehmigungen, l selbst nach Artefakten. Ohne diese Genehmigungen, stellt ein solcher Eingriff eine Ordnungswidrigkeit dar. In der Geschäftsstelle des Vereins in Stadthagen befinden sich eine breitgefächerte Lehrsammlung archäologischer Funde aus dem Kreis, eine Vereinsbibliothek und mehrere Lehrplakate. Mit diesen ist der Verein oft auf öffentlichen Veranstaltungen unterwegs, um für Bodendenkmalpflege zu sensibilisieren. Lesen Sie auch den Artikel zum Thema: Zufallsfund aus der Jungsteinzeit offenbart neues Geschichtskapitel für Minden.