Kommentar zum Keilstück auf dem Martinikirchhof: Alles auf Null

veröffentlicht

Von Ursula Koch

Die Auseinandersetzung mit der Kunst war in Minden schon mal deutlich kreativer. Wenige Tage, nachdem das Keilstück 1987 auf dem Martinikirchhof aufgestellt worden war, hatte es jemand in Papier gepackt und mit der Aufschrift „zurück an Absender“ versehen. Ende der 90er Jahre, als die CDU das Werk zum Wahlkampfthema machte und zwei Prozesse um die Versetzung führte, rückte es die „Neupreußische Empfindungsgesellschaft“ in den Fokus, indem sie es mit Aktionen bespielte.

Was heute auf der rostigen Oberfläche zu erkennen ist, hat mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung nichts zu tun. Darum wäre es nach mehr als 30 Jahren meines Erachtens sinnvoll, noch einmal alles auf Null zu setzen und dem Keilstück damit die Chance zu geben, die ursprünglich vom Künstler intendierte Fragestellung zu bedenken. Die Neugestaltung des Martinikirchhofs bietet dafür noch zusätzlich Anlass.

Dass die Stadt die Restaurierung nicht finanzieren kann, liegt angesichts der Haushaltslage auf der Hand. Aber an dieser Stelle könnte sich doch die CDU großzügig erweisen und den Schaden ausgleichen, den sie der Stadtkasse damals mit den Prozesskosten beschert hat. Damit könnten alle Seiten gewinnen.

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Kommentar zum Keilstück auf dem Martinikirchhof: Alles auf NullVon Ursula Koch Die Auseinandersetzung mit der Kunst war in Minden schon mal deutlich kreativer. Wenige Tage, nachdem das Keilstück 1987 auf dem Martinikirchhof aufgestellt worden war, hatte es jemand in Papier gepackt und mit der Aufschrift „zurück an Absender“ versehen. Ende der 90er Jahre, als die CDU das Werk zum Wahlkampfthema machte und zwei Prozesse um die Versetzung führte, rückte es die „Neupreußische Empfindungsgesellschaft“ in den Fokus, indem sie es mit Aktionen bespielte. Was heute auf der rostigen Oberfläche zu erkennen ist, hat mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung nichts zu tun. Darum wäre es nach mehr als 30 Jahren meines Erachtens sinnvoll, noch einmal alles auf Null zu setzen und dem Keilstück damit die Chance zu geben, die ursprünglich vom Künstler intendierte Fragestellung zu bedenken. Die Neugestaltung des Martinikirchhofs bietet dafür noch zusätzlich Anlass. Dass die Stadt die Restaurierung nicht finanzieren kann, liegt angesichts der Haushaltslage auf der Hand. Aber an dieser Stelle könnte sich doch die CDU großzügig erweisen und den Schaden ausgleichen, den sie der Stadtkasse damals mit den Prozesskosten beschert hat. Damit könnten alle Seiten gewinnen.