Minden

Liedermacher Herr Schoen bringt seine erste Solo-CD heraus

Ursula Koch

Minden (mt). Ursprünglich wollte Andreas Schöneberg, der in Minden als Liedermacher unter seinem Künstlernamen Herr Schoen bekannt ist, nur einen seiner Songs aufnehmen: „Underneath the cherry tree“. Ein Song, der auf eine ältere Idee zurückgeht, der aber jetzt erst fertig geworden ist. Das war im März. Schöneberg hatte sich Ole Kuhlmann, den Gitarristen der Bückeburger Band „Wet Beat“, als Unterstützung geholt. Der Berliner hat Erfahrungen im Mastering, also der Endbearbeitung von Tonaufnahmen.

Für das Cover seiner ersten Solo-CD „Two sides of a coin“ hat sich Andreas Schöneberg in Schale geschmissen. Foto: Klaus von Kassel/pr - © Privat
Für das Cover seiner ersten Solo-CD „Two sides of a coin“ hat sich Andreas Schöneberg in Schale geschmissen. Foto: Klaus von Kassel/pr (© Privat)

Aus einem Lied wurden an einem sehr produktiven Nachmittag in den Kronenwerken in Bückeburg zehn, sagt der 50-Jährige, der schon seit seiner Schulzeit am Herder und neben seiner Tätigkeit für eine Werbeagentur in verschiedenen Bands (Stargazer, pro Cata, Dr. Zoom & the sonic boom, Mo' boyz do it better, Deja vu und Wishing well) und immer wieder auch solo Musik macht. „Nebenan lief eine Techno-Party“, erinnert er sich. Da entstand überhaupt erst die Idee, eine CD herauszubringen. Bei den zehn Liedern sollte es aber nicht bleiben. Er wollte, dass seine CD vielseitiger klingt. Darum hat er zu Hause weitergearbeitet und sich schließlich noch einmal für ein Wochenende mit seinen Gitarren in das Turmzimmer des BÜZ zurückgezogen, um weitere Songs aufzunehmen. Nur die Schlagzeug-Sounds kommen zum größten Teil aus dem Computer. Als Ergebnis liegt nun ein Querschnitt aus mehr als zwei Jahrzehnten Beschäftigung mit Musik vor. „Boy“ und „The loner“ hat er schon in den 90er Jahren geschrieben und gespielt.

Schöni, wie Herr Schoen auch genannt wird, macht nicht nur selber Musik, sondern mischt an der einen oder anderen Stelle auch selbst im Mindener Kulturgeschehen mit. Er ist Mitglied im Trägerverein des BÜZ, einer der Initiatoren der Weserlieder und kümmert sich zum Beispiel um die Auswahl der Bands. Darüber hatte er Ole Kuhlmann (26) kennen gelernt. Außerdem hat er mit Jörg Klein alias Monte zusammen die Songwriters Night im Bunker etabliert – am 18. Januar ist die sechste Ausgabe geplant.

Der Sound der CD reicht von sehr ruhigen Titeln wie „The lie“, durch und durch Liedermacher eben, beinahe schon funkigen Nummer wie „The loner“, bis zu hymnischen Songs oder krachendem Gitarrensound. U2 gehörten tatsächlich zu seinen frühen Vorbildern. „Das war 1987 mein erstes großes Konzert“, erinnert sich Schöneberg. Die Iren seien für ihn tatsächlich Vorbilder, was die Emotionalität ihrer Songs angehe, wie die Sounds, die sie aus ihrer Limitierung als Instrumentalisten geschöpft hätten. Er habe aber auch viel Bluesmusik, die Stones oder David Bowie gehört, dazu Chris Whitley und Jeff Buckley. „Man darf nicht darüber nachdenken, wenn man seine eigene Musik macht“, sagt Andreas Schöneberg, der aber auch bekennt: „Ole Kuhlmann hat mir geholfen, den eigenen Sound zu finden“.

Das instrumentale Intro und der letzte Song sind griechisch betitelt. 1996 hatte Schöneberg eine Zeit lang auf Kreta gelebt und gearbeitet. Das instrumentale Intro, übersetzt „Südwind“ spielt er seit zwei Jahren. Die Melodie zum letzten Stück hat er schon lange im Kopf, den Text aktuell geschrieben. Sein Freund Pavlos Chalkidis, Wirt im Plaka, hat den überarbeitet und mit Schöneberg auch die Aussprache geübt. In „A piece of plastic“ hat er seine Erlebnisse von einem Transport von Hilfsgütern in ein griechischen Flüchtlingslager 2016 verarbeitet.

In Zeiten von Musik-Streaming hat sich Schöneberg bewusst für eine CD entschieden: „Ich wollte etwas in der Hand haben.“ Vielen seiner Freunde gehe es ebenso. Wenn online Musik gehört werde, sei oft erkennbar, dass die letzten Songs gar nicht mehr gehört werden. Das wünscht sich Schöneberg aber für sein Album. Ein Wunsch, den ihm Musikfans sicherlich erfüllen, denn die Songs sind tatsächlich sehr verschieden, bieten viel Abwechslung und einige Überraschungen.

Am 25. Januar, 20 Uhr, stellt er sein Album mit einem Konzert im Keller des Bunkers (Königswall) vor. „Das wird anders klingen, als auf dem Album“, warnt er schon mal vor. Er wisse noch nicht, ob er sich ein oder zwei Musiker zur Unterstützung hole. Der Eintritt zum Konzert ist frei.

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MindenLiedermacher Herr Schoen bringt seine erste Solo-CD herausUrsula KochMinden (mt). Ursprünglich wollte Andreas Schöneberg, der in Minden als Liedermacher unter seinem Künstlernamen Herr Schoen bekannt ist, nur einen seiner Songs aufnehmen: „Underneath the cherry tree“. Ein Song, der auf eine ältere Idee zurückgeht, der aber jetzt erst fertig geworden ist. Das war im März. Schöneberg hatte sich Ole Kuhlmann, den Gitarristen der Bückeburger Band „Wet Beat“, als Unterstützung geholt. Der Berliner hat Erfahrungen im Mastering, also der Endbearbeitung von Tonaufnahmen. Aus einem Lied wurden an einem sehr produktiven Nachmittag in den Kronenwerken in Bückeburg zehn, sagt der 50-Jährige, der schon seit seiner Schulzeit am Herder und neben seiner Tätigkeit für eine Werbeagentur in verschiedenen Bands (Stargazer, pro Cata, Dr. Zoom & the sonic boom, Mo' boyz do it better, Deja vu und Wishing well) und immer wieder auch solo Musik macht. „Nebenan lief eine Techno-Party“, erinnert er sich. Da entstand überhaupt erst die Idee, eine CD herauszubringen. Bei den zehn Liedern sollte es aber nicht bleiben. Er wollte, dass seine CD vielseitiger klingt. Darum hat er zu Hause weitergearbeitet und sich schließlich noch einmal für ein Wochenende mit seinen Gitarren in das Turmzimmer des BÜZ zurückgezogen, um weitere Songs aufzunehmen. Nur die Schlagzeug-Sounds kommen zum größten Teil aus dem Computer. Als Ergebnis liegt nun ein Querschnitt aus mehr als zwei Jahrzehnten Beschäftigung mit Musik vor. „Boy“ und „The loner“ hat er schon in den 90er Jahren geschrieben und gespielt. Schöni, wie Herr Schoen auch genannt wird, macht nicht nur selber Musik, sondern mischt an der einen oder anderen Stelle auch selbst im Mindener Kulturgeschehen mit. Er ist Mitglied im Trägerverein des BÜZ, einer der Initiatoren der Weserlieder und kümmert sich zum Beispiel um die Auswahl der Bands. Darüber hatte er Ole Kuhlmann (26) kennen gelernt. Außerdem hat er mit Jörg Klein alias Monte zusammen die Songwriters Night im Bunker etabliert – am 18. Januar ist die sechste Ausgabe geplant. Der Sound der CD reicht von sehr ruhigen Titeln wie „The lie“, durch und durch Liedermacher eben, beinahe schon funkigen Nummer wie „The loner“, bis zu hymnischen Songs oder krachendem Gitarrensound. U2 gehörten tatsächlich zu seinen frühen Vorbildern. „Das war 1987 mein erstes großes Konzert“, erinnert sich Schöneberg. Die Iren seien für ihn tatsächlich Vorbilder, was die Emotionalität ihrer Songs angehe, wie die Sounds, die sie aus ihrer Limitierung als Instrumentalisten geschöpft hätten. Er habe aber auch viel Bluesmusik, die Stones oder David Bowie gehört, dazu Chris Whitley und Jeff Buckley. „Man darf nicht darüber nachdenken, wenn man seine eigene Musik macht“, sagt Andreas Schöneberg, der aber auch bekennt: „Ole Kuhlmann hat mir geholfen, den eigenen Sound zu finden“. Das instrumentale Intro und der letzte Song sind griechisch betitelt. 1996 hatte Schöneberg eine Zeit lang auf Kreta gelebt und gearbeitet. Das instrumentale Intro, übersetzt „Südwind“ spielt er seit zwei Jahren. Die Melodie zum letzten Stück hat er schon lange im Kopf, den Text aktuell geschrieben. Sein Freund Pavlos Chalkidis, Wirt im Plaka, hat den überarbeitet und mit Schöneberg auch die Aussprache geübt. In „A piece of plastic“ hat er seine Erlebnisse von einem Transport von Hilfsgütern in ein griechischen Flüchtlingslager 2016 verarbeitet. In Zeiten von Musik-Streaming hat sich Schöneberg bewusst für eine CD entschieden: „Ich wollte etwas in der Hand haben.“ Vielen seiner Freunde gehe es ebenso. Wenn online Musik gehört werde, sei oft erkennbar, dass die letzten Songs gar nicht mehr gehört werden. Das wünscht sich Schöneberg aber für sein Album. Ein Wunsch, den ihm Musikfans sicherlich erfüllen, denn die Songs sind tatsächlich sehr verschieden, bieten viel Abwechslung und einige Überraschungen. Am 25. Januar, 20 Uhr, stellt er sein Album mit einem Konzert im Keller des Bunkers (Königswall) vor. „Das wird anders klingen, als auf dem Album“, warnt er schon mal vor. Er wisse noch nicht, ob er sich ein oder zwei Musiker zur Unterstützung hole. Der Eintritt zum Konzert ist frei.