Minden

Die Jagd im Schatten: Zu Besuch in einer Lasertag-Arena

Julika Bergermann

Aufgereiht hängen die Westen für die Gäste bereit. Von ihnen herab baumeln die sogenannten Phaser, mit denen die Spieler aufeinander zielen. MT-Fotos: Henning Wandel (2) - © Henning Wandel
Aufgereiht hängen die Westen für die Gäste bereit. Von ihnen herab baumeln die sogenannten Phaser, mit denen die Spieler aufeinander zielen. MT-Fotos: Henning Wandel (2) (© Henning Wandel)

Minden (mt). Der dunkle Gang liegt verlassen. Hohe Wände behindern die Sicht auf die angrenzenden Wege. Aus Lautsprechern dröhnt eine kühle Frauenstimme. Was sie sagt, darauf lässt sich kaum achten. Denn hinter jeder Weggabelung könnte schon der nächste Gegner lauern, die Waffe bereit zum Schuss.

„Hier in unserer Lasertag-Arena steht definitiv der sportliche Aspekt des Spiels im Vordergrund", erzählt Yannic Schmitz, Mitarbeiter bei LaserSports Bad Oeynhausen. Er steht im imposanten Foyer der Anlage, das unter anderem mehrere Sitzgelegenheiten, eine Theke und den ein und anderen Spielautomaten umfasst. Diese Schwerpunktsetzung sei eine bewusste Entscheidung der beiden Gründer gewesen – und stehe im Gegensatz zu einigen anderen Hallen, die eher das kämpferische Merkmal betonten.

Das Industriegebäude durfte seinen Stil behalten.

MT-Foto: Julika Bergermann - © Julika Bergermann
Das Industriegebäude durfte seinen Stil behalten.
MT-Foto: Julika Bergermann (© Julika Bergermann)

Denn Lasertag vereint gewissermaßen beide Aspekte: Die Spieler versuchen, sich mit Schusswaffen nachempfundenen „Phasern" (Infrarotsignalgebern) in einem Parcours gegenseitig zu treffen. Sie tragen dabei Westen, die ebenso wie der Phaser anzeigen, wenn sie getroffen werden.

Wer getroffen wird, ist nur für einige Sekunden deaktiviert. Er kann nicht schießen und somit keine Punkte sammeln. Ein Treffer tut nicht weh – trotzdem ist die Anspannung in der alten Industriehalle hoch. Konzentration und Ehrgeiz liegen in der Luft. Niemand möchte gern ganz unten in der Rangliste stehen, die später im Foyer angezeigt wird. Dafür heißt es auf einiges achten: Es ist ein ständiges Sich-Umsehen, ein unablässiges Umklammern des Phasers – die Hand am Abzug.

Yannic Schmitz spielt selber gern Lasertag. In Bad Oeynhausen ist er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. - © Henning Wandel
Yannic Schmitz spielt selber gern Lasertag. In Bad Oeynhausen ist er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. (© Henning Wandel)

„Unser Unternehmen hat schon bei der Wahl des Equipments darauf geachtet, dass es keine Anlehnung an jegliche Waffen gibt", erklärt Schmitz. Und tatsächlich sehen die Phaser mit ihrem unförmigen Design und den bunten Lichtern eher aus wie fiktive Weltraumgewehre. Außerdem, so Schmitz, stehe der Teamgedanke an erster Stelle. „Die Spieler sollen gemeinsam Strategien entwickeln und Spaß haben." Und Spaß scheinen die Gäste an diesem Tag zu haben: Immer wieder schallt Gelächter und Juchzen aus der Arena ins Foyer.

Die Kundschaft der Arena sei sehr durchmischt, erzählt er. „Es gibt hier nicht den einen Kundentyp." Kürzlich hätten ein paar ältere Herren an der Theke gestanden. „Da dachte ich erst, sie wollen Schwarzlicht-Minigolf spielen. Denn das gehört ja auch zu uns. Sie waren dann aber tatsächlich zum Lasertag-Spielen da." Schmitz freut sich über die unterschiedlichen Interessenten: „Wir möchten hier jedem eine gute Zeit und ein unvergessliches Erlebnis bieten, zum Beispiel auch Familien mit Kindern."

Und tatsächlich ist gerade eine Familie anwesend – ein Paar mit seinem Sohn, der hier seinen 13. Geburtstag mit Freunden feiert. Mit zufriedenen Gesichtern und noch etwas außer Atem sitzen die Jungen mit den beiden Erwachsenen im Foyer der großen Anlage.

Rennen ist aus Sicherheitsgründen im Parcours eigentlich tabu, wie eine Mitarbeiterin die Kinder noch einmal freundlich erinnert. „Manchmal wurden wir einfach schneller, ohne es zu merken", entschuldigen sich diese. Die Mitarbeiterin lacht und sieht aus, als höre sie das nicht zum ersten Mal. Das Spiel ist aufregend, fesselnd. Ob die Kinder gerannt sind, wer weiß das schon. Vermutlich wissen sie es kaum noch selbst. Denn wer durch die Gänge schleicht, hält dabei nicht selten einmal den Atem an.

Zwei Runden hat die Geburtstagsgesellschaft schon gespielt, nun warten sie auf die dritte. Jedes Spiel dauert fünfzehn Minuten, danach ist ebenfalls eine Viertelstunde lang Pause. Die wird auch gebraucht, um zu verschnaufen und die nächste Runde zu planen.

Was das Beste an Lasertag sei? „Das Schießen", lacht Geburtstagskind Justin. „Außerdem bewegt man sich und es gibt eine Menge Action." Auch Vater Carsten ist vom Geburtstagswunsch seines Sohnes angetan. „Das ist aufregender, als ich dachte", sagt er lächelnd, dann wendet er sich an seine Frau: „Das nächste Mal zieh ich mir aber was Kühleres an."

Das kann auch Yannic Schmitz nur empfehlen. „Man sollte sich bequem und nicht zu warm anziehen", erklärt er. „Und am besten, man verzichtet auf weiße Shirts – sonst leuchtet man im Arena-Schwarzlicht noch viel mehr. Und wird zu einer noch besseren Zielscheibe für die anderen."

Wer in Bad Oeynhausen spielen möchte, muss sich zudem vorher in die Regeln einweisen lassen. Ein kurzes Video erklärt Neuankömmlingen den Spielablauf und weist unter anderem darauf hin, dass Beleidigungen und ähnliches hier fehl am Platze seien. Andernfalls drohe das Ausscheiden aus dem Spiel. Für Fragen und Hilfe beim Anlegen der Westen stehen die Mitarbeiter bereit.

Es fällt nicht schwer, sich im Eifer des Gefechts Flüche und Beleidigungen vorzustellen. „Die Stimmung ist hier eigentlich immer gut und das Spiel fördert auch den Teamgeist", erklärt jedoch Yannik Schmitz. „Es kommen auch oft Unternehmen für Betriebsfeier hierher. Das stärkt den Zusammenhalt." Er lacht. „Und es tut vielleicht auch mal ganz gut, den Boss mit dem Phaser einfach mal taggen zu können." Er selbst spiele auch gern, am liebsten mit den Stammgästen am Sonntagabend.

Hinter Schmitz betreten eine Frau und ein Junge das Foyer und nähern sich der Theke. „Mein Sohn möchte gern seinen Geburtstag hier feiern", sagt die Frau zu einer Mitarbeiterin. Diese lächelt den Jungen ermunternd an: „Was möchten du und deine Freunde denn spielen – Schwarzlicht-Minigolf oder Lasertag?" – „Lasertag." Natürlich.

MT-Serie Licht und Schatten

In der Adventszeit dreht sich fast alles um Licht: Es gibt die vier Kerzen, die die Wochen bis zum Fest zählen, romantisierende Lieder und Gedichte von Lichtlein, die Tannen schmücken oder von hell erleuchteten Gässchen. Festlich beleuchtete Innenstädte versüßen das Shoppen, selbst die Feuerzangenbowle zu Silvester fasziniert doch vor allem wegen des blau tropfenden Zuckerhuts.

Die MT-Dezemberserie schaut noch mal anders auf „Licht und Schatten" und spürt vielen Themen rundherum nach. Die sind übrigens nicht immer weihnachtlich – aber immer überraschend.

Pro: Kein verkapptes Kriegsspiel

Ein Kommentar von Henning Wandel

Die meisten Eltern wissen ein Lied davon zu singen: Sie können Spielzeugwaffen aus dem Kinderzimmer verbannen, aber nicht aus der Fantasie des Nachwuchses. Dann wird eben aus dem Stock ein Schwert oder die Pistole flugs aus Lego nachgebaut. Zu um sich schießenden Gewalttätern werden die Kinder deshalb sicher nicht. Ebenso macht der Ego-Shooter allein niemanden zum Mörder.

Das gilt auch für die Jagd mit dem Laser. Selbst Pazifisten könnten hier ihren Spaß haben, wenn sie sich erstmal darauf einlassen. Anders als am Computer kommen die Spieler hier in Bewegung und schulen ganz nebenbei Reaktionsschnelligkeit und Übersicht – in einem Labyrinth. Und mit einem Team. Gute Gründe, Lasertag einmal auszuprobieren.

Eigentlich geschieht in der dunklen Arena nichts Anderes, als eine moderne Variante des Fangenspielens. Nur, dass hier nicht immer der Schnellste gewinnt, sondern der mit dem besten Team oder der besten Strategie. Hier ein verkapptes Kriegsspiel zu vermuten, schießt deutlich über das Ziel hinaus.


Contra: Den Gegner „ausschalten"

Ein Kommentar von Ursula Koch

Waffe bleibt Waffe. Okay, es wird mit Licht geschossen, nicht mit scharfer Munition, aber am Ende geht es immer darum: Den Gegner auszuschalten. Darum kann ich an Kriegsspielen keine ungetrübte Freude empfinden.

Das noch harmlosere „Völkerball" soll schließlich auch für Traumata bei Generationen von Schülern geführt haben. Zuerst die Schmach, wenn die Mannschaften gewählt werden und man selber in der Gruppe der Auszuwählenden stehen bleibt, bis sonst niemand mehr übrig ist. So kann Teambildung ganz schnell ad absurdum geführt werden, noch bevor das Spiel begonnen hat. Und dann geht es wieder darum, den Gegner abzuschießen.

Es gibt so viele Möglichkeiten, Spaß zu haben und dabei auch miteinander in Konkurrenz zu treten: Das fängt mit Basketball an und schließt auch Hand- und Fußball nicht aus. Da geht es, wenn nach den Regeln gespielt wird, allenfalls darum, den Gegner auszutricksen, nicht auszuschalten, um zu gewinnen. Rennen ist in diesen Sportarten übrigens ausdrücklich erwünscht. Spaß macht das ganz offensichtlich nicht nur Jugendlichen, wie die Fülle an Vereinen in der Region zeigt.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenDie Jagd im Schatten: Zu Besuch in einer Lasertag-ArenaJulika BergermannMinden (mt). Der dunkle Gang liegt verlassen. Hohe Wände behindern die Sicht auf die angrenzenden Wege. Aus Lautsprechern dröhnt eine kühle Frauenstimme. Was sie sagt, darauf lässt sich kaum achten. Denn hinter jeder Weggabelung könnte schon der nächste Gegner lauern, die Waffe bereit zum Schuss. „Hier in unserer Lasertag-Arena steht definitiv der sportliche Aspekt des Spiels im Vordergrund", erzählt Yannic Schmitz, Mitarbeiter bei LaserSports Bad Oeynhausen. Er steht im imposanten Foyer der Anlage, das unter anderem mehrere Sitzgelegenheiten, eine Theke und den ein und anderen Spielautomaten umfasst. Diese Schwerpunktsetzung sei eine bewusste Entscheidung der beiden Gründer gewesen – und stehe im Gegensatz zu einigen anderen Hallen, die eher das kämpferische Merkmal betonten. Denn Lasertag vereint gewissermaßen beide Aspekte: Die Spieler versuchen, sich mit Schusswaffen nachempfundenen „Phasern" (Infrarotsignalgebern) in einem Parcours gegenseitig zu treffen. Sie tragen dabei Westen, die ebenso wie der Phaser anzeigen, wenn sie getroffen werden. Wer getroffen wird, ist nur für einige Sekunden deaktiviert. Er kann nicht schießen und somit keine Punkte sammeln. Ein Treffer tut nicht weh – trotzdem ist die Anspannung in der alten Industriehalle hoch. Konzentration und Ehrgeiz liegen in der Luft. Niemand möchte gern ganz unten in der Rangliste stehen, die später im Foyer angezeigt wird. Dafür heißt es auf einiges achten: Es ist ein ständiges Sich-Umsehen, ein unablässiges Umklammern des Phasers – die Hand am Abzug. „Unser Unternehmen hat schon bei der Wahl des Equipments darauf geachtet, dass es keine Anlehnung an jegliche Waffen gibt", erklärt Schmitz. Und tatsächlich sehen die Phaser mit ihrem unförmigen Design und den bunten Lichtern eher aus wie fiktive Weltraumgewehre. Außerdem, so Schmitz, stehe der Teamgedanke an erster Stelle. „Die Spieler sollen gemeinsam Strategien entwickeln und Spaß haben." Und Spaß scheinen die Gäste an diesem Tag zu haben: Immer wieder schallt Gelächter und Juchzen aus der Arena ins Foyer. Die Kundschaft der Arena sei sehr durchmischt, erzählt er. „Es gibt hier nicht den einen Kundentyp." Kürzlich hätten ein paar ältere Herren an der Theke gestanden. „Da dachte ich erst, sie wollen Schwarzlicht-Minigolf spielen. Denn das gehört ja auch zu uns. Sie waren dann aber tatsächlich zum Lasertag-Spielen da." Schmitz freut sich über die unterschiedlichen Interessenten: „Wir möchten hier jedem eine gute Zeit und ein unvergessliches Erlebnis bieten, zum Beispiel auch Familien mit Kindern." Und tatsächlich ist gerade eine Familie anwesend – ein Paar mit seinem Sohn, der hier seinen 13. Geburtstag mit Freunden feiert. Mit zufriedenen Gesichtern und noch etwas außer Atem sitzen die Jungen mit den beiden Erwachsenen im Foyer der großen Anlage. Rennen ist aus Sicherheitsgründen im Parcours eigentlich tabu, wie eine Mitarbeiterin die Kinder noch einmal freundlich erinnert. „Manchmal wurden wir einfach schneller, ohne es zu merken", entschuldigen sich diese. Die Mitarbeiterin lacht und sieht aus, als höre sie das nicht zum ersten Mal. Das Spiel ist aufregend, fesselnd. Ob die Kinder gerannt sind, wer weiß das schon. Vermutlich wissen sie es kaum noch selbst. Denn wer durch die Gänge schleicht, hält dabei nicht selten einmal den Atem an. Zwei Runden hat die Geburtstagsgesellschaft schon gespielt, nun warten sie auf die dritte. Jedes Spiel dauert fünfzehn Minuten, danach ist ebenfalls eine Viertelstunde lang Pause. Die wird auch gebraucht, um zu verschnaufen und die nächste Runde zu planen. Was das Beste an Lasertag sei? „Das Schießen", lacht Geburtstagskind Justin. „Außerdem bewegt man sich und es gibt eine Menge Action." Auch Vater Carsten ist vom Geburtstagswunsch seines Sohnes angetan. „Das ist aufregender, als ich dachte", sagt er lächelnd, dann wendet er sich an seine Frau: „Das nächste Mal zieh ich mir aber was Kühleres an." Das kann auch Yannic Schmitz nur empfehlen. „Man sollte sich bequem und nicht zu warm anziehen", erklärt er. „Und am besten, man verzichtet auf weiße Shirts – sonst leuchtet man im Arena-Schwarzlicht noch viel mehr. Und wird zu einer noch besseren Zielscheibe für die anderen." Wer in Bad Oeynhausen spielen möchte, muss sich zudem vorher in die Regeln einweisen lassen. Ein kurzes Video erklärt Neuankömmlingen den Spielablauf und weist unter anderem darauf hin, dass Beleidigungen und ähnliches hier fehl am Platze seien. Andernfalls drohe das Ausscheiden aus dem Spiel. Für Fragen und Hilfe beim Anlegen der Westen stehen die Mitarbeiter bereit. Es fällt nicht schwer, sich im Eifer des Gefechts Flüche und Beleidigungen vorzustellen. „Die Stimmung ist hier eigentlich immer gut und das Spiel fördert auch den Teamgeist", erklärt jedoch Yannik Schmitz. „Es kommen auch oft Unternehmen für Betriebsfeier hierher. Das stärkt den Zusammenhalt." Er lacht. „Und es tut vielleicht auch mal ganz gut, den Boss mit dem Phaser einfach mal taggen zu können." Er selbst spiele auch gern, am liebsten mit den Stammgästen am Sonntagabend. Hinter Schmitz betreten eine Frau und ein Junge das Foyer und nähern sich der Theke. „Mein Sohn möchte gern seinen Geburtstag hier feiern", sagt die Frau zu einer Mitarbeiterin. Diese lächelt den Jungen ermunternd an: „Was möchten du und deine Freunde denn spielen – Schwarzlicht-Minigolf oder Lasertag?" – „Lasertag." Natürlich. MT-Serie Licht und Schatten In der Adventszeit dreht sich fast alles um Licht: Es gibt die vier Kerzen, die die Wochen bis zum Fest zählen, romantisierende Lieder und Gedichte von Lichtlein, die Tannen schmücken oder von hell erleuchteten Gässchen. Festlich beleuchtete Innenstädte versüßen das Shoppen, selbst die Feuerzangenbowle zu Silvester fasziniert doch vor allem wegen des blau tropfenden Zuckerhuts. Die MT-Dezemberserie schaut noch mal anders auf „Licht und Schatten" und spürt vielen Themen rundherum nach. Die sind übrigens nicht immer weihnachtlich – aber immer überraschend. Pro: Kein verkapptes Kriegsspiel Ein Kommentar von Henning Wandel Die meisten Eltern wissen ein Lied davon zu singen: Sie können Spielzeugwaffen aus dem Kinderzimmer verbannen, aber nicht aus der Fantasie des Nachwuchses. Dann wird eben aus dem Stock ein Schwert oder die Pistole flugs aus Lego nachgebaut. Zu um sich schießenden Gewalttätern werden die Kinder deshalb sicher nicht. Ebenso macht der Ego-Shooter allein niemanden zum Mörder. Das gilt auch für die Jagd mit dem Laser. Selbst Pazifisten könnten hier ihren Spaß haben, wenn sie sich erstmal darauf einlassen. Anders als am Computer kommen die Spieler hier in Bewegung und schulen ganz nebenbei Reaktionsschnelligkeit und Übersicht – in einem Labyrinth. Und mit einem Team. Gute Gründe, Lasertag einmal auszuprobieren. Eigentlich geschieht in der dunklen Arena nichts Anderes, als eine moderne Variante des Fangenspielens. Nur, dass hier nicht immer der Schnellste gewinnt, sondern der mit dem besten Team oder der besten Strategie. Hier ein verkapptes Kriegsspiel zu vermuten, schießt deutlich über das Ziel hinaus. Contra: Den Gegner „ausschalten" Ein Kommentar von Ursula Koch Waffe bleibt Waffe. Okay, es wird mit Licht geschossen, nicht mit scharfer Munition, aber am Ende geht es immer darum: Den Gegner auszuschalten. Darum kann ich an Kriegsspielen keine ungetrübte Freude empfinden. Das noch harmlosere „Völkerball" soll schließlich auch für Traumata bei Generationen von Schülern geführt haben. Zuerst die Schmach, wenn die Mannschaften gewählt werden und man selber in der Gruppe der Auszuwählenden stehen bleibt, bis sonst niemand mehr übrig ist. So kann Teambildung ganz schnell ad absurdum geführt werden, noch bevor das Spiel begonnen hat. Und dann geht es wieder darum, den Gegner abzuschießen. Es gibt so viele Möglichkeiten, Spaß zu haben und dabei auch miteinander in Konkurrenz zu treten: Das fängt mit Basketball an und schließt auch Hand- und Fußball nicht aus. Da geht es, wenn nach den Regeln gespielt wird, allenfalls darum, den Gegner auszutricksen, nicht auszuschalten, um zu gewinnen. Rennen ist in diesen Sportarten übrigens ausdrücklich erwünscht. Spaß macht das ganz offensichtlich nicht nur Jugendlichen, wie die Fülle an Vereinen in der Region zeigt.