Das Kampa-Hallen-Mosaik: Online-Petition, Akteneinsicht und Abriss-Forderungen Monika Jäger Minden (mt). „Die Kampa-Halle sollte so lange geöffnet sein, bis die neue Multihalle in Betrieb geht“: Wenige Tage vor der entscheidenden Sitzung des Kreistages am 16. Dezember hat Alexandra Dirksmöller auf der Internetplattform change.org eine Petition dazu gestartet. Das ist nicht ihre erste: Auch für die weitere Öffnung des Burgwegs zur Wittekindsburg hatte sie sich im Herbst 2018 eingesetzt – 5.448 Menschen hatten den Aufruf damals unterschrieben. In beiden Fällen lenkt sie mit ihrer Aktion die Aufmerksamkeit auf ein Projekt von Martin Möller, der sich als Präsident des Vereins Witthüs seit Jahren für die Wittekindsburg engagiert. Möller hatte sich Ende November an Landrat Dr. Niermann gewandt und angeboten, einen Käufer für die Kampa-Halle zu vermitteln. Er habe nicht nur als Eventmanager Erfahrung mit Konzeption und Organisation von Großveranstaltungen in Hallen. Aus seiner Sicht seien alle Probleme mit Technik und Brandschutz leicht lösbar. DirksmöllersKampa-Hallen-Petition hatte am gestrigen Spätnachmittag rund 1100 Unterzeichner und wird in sozialen Medien wie Facebook viel geteilt. Auch Mindener Stadtverordnete zählen zu denen, die zur Unterschrift aufrufen. "Mir geht es darum, dass wir Bürger die Stimme erheben gegen etwas, was sich ungerecht und intransparent anfühlt. Am Ende geht es uns ja alle an. Eine Petition ist die Möglichkeit dieses als Bürger kundzutun", begründet Dirksmöller ihren Aufruf. Aus der Politik gibt es in diesen Tagen verschiedene Vorstöße, Statements und Meinungsäußerungen. So haben die Liberale Fraktion und die Linken im Rat der Stadt Minden nun bei Landrat Dr. NiermannAkteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz NRW gefordert. Zum einen sollen die Wartungsprotokolle und Berichte zu den technischen Anlagen seit 2013 eingesehen werden, zum anderen das Gutachten von Kempen-Krause Ingenieure, das, so die Liberale Fraktion „zur Entscheidungsfindung der Schließung der Halle zum 31.12. 2019 maßgeblich beiträgt“. Zudem denke die Liberale Fraktion über eine Sondersitzung des Mindener Stadtrates nach. Der Kreistag soll in seiner Sitzung am Montag, 16. Dezember, entscheiden, wie künftig mit der Kampa-Halle verfahren werden soll. „Eine Entscheidung ist notwendig und von besonderer Bedeutung, um kurzfristig die Planungsleistungen auszuschreiben und einen Baubeginn im dritten Quartal 2021 zu ermöglichen. Dies gilt sowohl für einen Neubau eines Sportzentrums als auch für eine Sanierung/Modernisierung der Kampa-Halle“, so die Vorlage. Zudem soll auch ein Beschluss über eine Beteiligung des Kreises an einer Multifunktionshalle auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs erfolgen. Die CDU und SPD des Kreises haben gestern in einer gemeinsamen Pressekonferenz ihre Haltung deutlich gemacht: Sie wollen für die Region eine „zeitgemäße Multifunktionshalle – und die wäre auch durch eine Sanierung der Kampa-Halle nicht mehr herstellbar.“ Daher sollen die Kampa-Halle inklusive der Schwimmhalle so schnell wie möglich abgerissen und an diesem Ort moderne Sportmöglichkeiten für die umliegenden Schulen geschaffen werden. Das spare auf Dauer Betriebskosten, und daher sei es auch möglich, zum Bau der in Minden geplanten Multifunktionshalle eine Summe hinzuzugeben. Wie viel das sein wird, soll allerdings erst nach den noch anstehenden Gesprächen mit den anderen Kreistagsfraktionen gesagt werden. Nicht neu gebaut würde eine Kreisschwimmhalle – da sei bereits über eine weitere Wasserfläche am Melittabad geredet worden, so Birgit Härtel (SPD). Über einen Verkauf an Privat habe man nur kurz nachgedacht: Der Campus brauche ein Sportzentrum, und das so schnell wie möglich. Ein Weiterbetrieb durch Private würde das nur verzögern. Henning Vieker (CDU): „Wir sind dran, deutlich zu sagen, wo wir hin wollen.“ SPD und CDU wollen daher für die kommende Kreistagssitzung den Grundsatzbeschluss. Kreis-CDU und SPD haben sich auch beim Thema Haushalt geeinigt und werden am Montag vorschlagen, die Kommunen doch nicht so hoch zu belasten, wie das zunächst vom Kreiskämmerer vorgeschlagen worden war. So soll die Kreisumlage – der Betrag, den die Städte und Gemeinden jährlich an den Kreis für die Erledigung übergeordneter Aufgaben abführen –- nicht von bisher 36,82 auf 38,61 Prozentpunkte steigen, sondern zunächst nur auf 37,50 und in 2021 auf 38,06 Prozentpunkte. Der Mindener Rat hat das Thema Multifunktionshalle für seine Sitzung am kommenden Donnerstag, 12. Dezember, nicht auf der Tagesordnung. Zu erwarten sind dazu aber Anfragen.

Das Kampa-Hallen-Mosaik: Online-Petition, Akteneinsicht und Abriss-Forderungen

1.101 Menschen hatten gestern gegen 17 Uhr die Petition unterschrieben. Gestartet hatte sie Alexandra Dirksmöller, die auch schon 2018 für die Wittkindsburg Unterschriften gesammelt hatte. Das Bauwerk gehört Martin Möller, der sich nun auch für den Erhalt der Kampa-Halle einsetzt. MT- © Foto: Monika Jäger

Minden (mt). „Die Kampa-Halle sollte so lange geöffnet sein, bis die neue Multihalle in Betrieb geht“: Wenige Tage vor der entscheidenden Sitzung des Kreistages am 16. Dezember hat Alexandra Dirksmöller auf der Internetplattform change.org eine Petition dazu gestartet. Das ist nicht ihre erste: Auch für die weitere Öffnung des Burgwegs zur Wittekindsburg hatte sie sich im Herbst 2018 eingesetzt – 5.448 Menschen hatten den Aufruf damals unterschrieben.

In beiden Fällen lenkt sie mit ihrer Aktion die Aufmerksamkeit auf ein Projekt von Martin Möller, der sich als Präsident des Vereins Witthüs seit Jahren für die Wittekindsburg engagiert. Möller hatte sich Ende November an Landrat Dr. Niermann gewandt und angeboten, einen Käufer für die Kampa-Halle zu vermitteln. Er habe nicht nur als Eventmanager Erfahrung mit Konzeption und Organisation von Großveranstaltungen in Hallen. Aus seiner Sicht seien alle Probleme mit Technik und Brandschutz leicht lösbar.

DirksmöllersKampa-Hallen-Petition hatte am gestrigen Spätnachmittag rund 1100 Unterzeichner und wird in sozialen Medien wie Facebook viel geteilt. Auch Mindener Stadtverordnete zählen zu denen, die zur Unterschrift aufrufen. "Mir geht es darum, dass wir Bürger die Stimme erheben gegen etwas, was sich ungerecht und intransparent anfühlt. Am Ende geht es uns ja alle an. Eine Petition ist die Möglichkeit dieses als Bürger kundzutun", begründet Dirksmöller ihren Aufruf.

Aus der Politik gibt es in diesen Tagen verschiedene Vorstöße, Statements und Meinungsäußerungen. So haben die Liberale Fraktion und die Linken im Rat der Stadt Minden nun bei Landrat Dr. NiermannAkteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz NRW gefordert. Zum einen sollen die Wartungsprotokolle und Berichte zu den technischen Anlagen seit 2013 eingesehen werden, zum anderen das Gutachten von Kempen-Krause Ingenieure, das, so die Liberale Fraktion „zur Entscheidungsfindung der Schließung der Halle zum 31.12. 2019 maßgeblich beiträgt“. Zudem denke die Liberale Fraktion über eine Sondersitzung des Mindener Stadtrates nach.

Der Kreistag soll in seiner Sitzung am Montag, 16. Dezember, entscheiden, wie künftig mit der Kampa-Halle verfahren werden soll. „Eine Entscheidung ist notwendig und von besonderer Bedeutung, um kurzfristig die Planungsleistungen auszuschreiben und einen Baubeginn im dritten Quartal 2021 zu ermöglichen. Dies gilt sowohl für einen Neubau eines Sportzentrums als auch für eine Sanierung/Modernisierung der Kampa-Halle“, so die Vorlage. Zudem soll auch ein Beschluss über eine Beteiligung des Kreises an einer Multifunktionshalle auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs erfolgen.

Die CDU und SPD des Kreises haben gestern in einer gemeinsamen Pressekonferenz ihre Haltung deutlich gemacht: Sie wollen für die Region eine „zeitgemäße Multifunktionshalle – und die wäre auch durch eine Sanierung der Kampa-Halle nicht mehr herstellbar.“ Daher sollen die Kampa-Halle inklusive der Schwimmhalle so schnell wie möglich abgerissen und an diesem Ort moderne Sportmöglichkeiten für die umliegenden Schulen geschaffen werden. Das spare auf Dauer Betriebskosten, und daher sei es auch möglich, zum Bau der in Minden geplanten Multifunktionshalle eine Summe hinzuzugeben. Wie viel das sein wird, soll allerdings erst nach den noch anstehenden Gesprächen mit den anderen Kreistagsfraktionen gesagt werden.

Nicht neu gebaut würde eine Kreisschwimmhalle – da sei bereits über eine weitere Wasserfläche am Melittabad geredet worden, so Birgit Härtel (SPD). Über einen Verkauf an Privat habe man nur kurz nachgedacht: Der Campus brauche ein Sportzentrum, und das so schnell wie möglich. Ein Weiterbetrieb durch Private würde das nur verzögern. Henning Vieker (CDU): „Wir sind dran, deutlich zu sagen, wo wir hin wollen.“ SPD und CDU wollen daher für die kommende Kreistagssitzung den Grundsatzbeschluss.

Kreis-CDU und SPD haben sich auch beim Thema Haushalt geeinigt und werden am Montag vorschlagen, die Kommunen doch nicht so hoch zu belasten, wie das zunächst vom Kreiskämmerer vorgeschlagen worden war. So soll die Kreisumlage – der Betrag, den die Städte und Gemeinden jährlich an den Kreis für die Erledigung übergeordneter Aufgaben abführen –- nicht von bisher 36,82 auf 38,61 Prozentpunkte steigen, sondern zunächst nur auf 37,50 und in 2021 auf 38,06 Prozentpunkte. Der Mindener Rat hat das Thema Multifunktionshalle für seine Sitzung am kommenden Donnerstag, 12. Dezember, nicht auf der Tagesordnung. Zu erwarten sind dazu aber Anfragen.

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