Minden

Es werde Licht: Ruß, Gestank und Rüböl-Lampen

Sven Panthöfer

Minden (spt). Per App gesteuerte Lichtstimmungen im Haus, hell beleuchtete Straßen und Plätze in der Stadt, vor allem während der Advents- und Weihnachtszeit: Elektrisches Licht ist fast überall im Überfluss vorhanden. Seine Verwendung ist heute selbstverständlich. Das war nicht immer so.

Licht im Wandel der Zeit: Bündelpfeiler-Laterne am Marienwall, um 1900. Fotos: Kommunalarchiv Minden – Bildersammlung / Sammlung Marowsky
Licht im Wandel der Zeit: Bündelpfeiler-Laterne am Marienwall, um 1900. Fotos: Kommunalarchiv Minden – Bildersammlung / Sammlung Marowsky

In früherer Zeit war Licht in den Häusern der Menschen ein rares und manchmal auch stinkendes Gut. Wie dunkel es dort war, kann man als Besucher noch heute in den Bauernhäusern der heimischen Freilichtmuseen nachempfinden – und das sogar an einem sonnigen Sommertag.

Minden war als preußische Festung und dem damit verbundenen Platzproblem eng bebaut. Elise von Hohenhausen, Schriftstellerin und Ehefrau des preußischen Regierungsrates Leopold von Hohenhausen, schrieb 1819, dass die Stadt schlecht und unregelmäßig gebaut sei. Durch die giebelständige Bauweise der Häuser seien viele Zimmer ohne Tageslicht.

Sechsecklaterne vor der Tonhalle, um 1890.
Sechsecklaterne vor der Tonhalle, um 1890.

So war der Verbrauch von Kerzen und Brennstoff für Lampen in Minden wahrscheinlich besonders hoch. Weit verbreitet waren damals die Öllampen. In der einfachen Ausführung handelte es sich um einen offenen Behälter aus Ton oder Metall mit einem Griff und einer Halterung für den Docht. Für die wohlhabenden Bürger und Beamten gab es geschlossene Exemplare, die aufwendiger gestaltet waren. Die Lampen trug man mit sich von Zimmer zu Zimmer durchs Haus. Nur in ein oder zwei Räumen standen oder hingen größere Lichtquellen.

In den Lampen wurde Rüböl verbrannt, das aus den Samen von Rübsen, einer Ölpflanze, gewonnen wurde. Auch nutzte man Tran, das aus dem Fett von Walen, Robben und Fischen hergestellt wurde. Die Öllampen qualmten und rußten beim Brennen. Außerdem entstand ein übler Gestank im Haus.

Weniger Licht machten Kerzen, die für die Verwendung in den Kirchen und Klöstern aus dem wohlriechenden und teuren Bienenwachs hergestellt wurden. Die einfachen Leute beleuchteten ihre bescheidene Kammer mit Kerzen aus Unschlitt. Das war das ungereinigte Fett der geschlachteten Tiere. Entsprechend stark war auch hier die Geruchsbildung. Etwas weniger streng rochen die Kerzen aus gereinigtem Fett, die Talgkerzen.

Vielleicht waren es die Unannehmlichkeiten des Gestanks und des wenigen Lichts, die die Mitglieder der Mindener Ressourcen-Gesellschaft nach unbestätigten Angaben 1825 dazu veranlassten, ihre Gesellschafts-Räume mit Gaslicht zu beleuchten. Dazu errichteten sie an der Lindenstraße ein kleines privates Gaswerk. Dort wurde aus Kohle und Öl Leuchtgas hergestellt.

1852 erneuerten drei Privatleute die bestehende Gasanstalt mit der Absicht, die öffentliche Beleuchtung der Stadt zu verbessern. Öffentliche Öllaternen gab es in Minden bereits seit dem 18. Jahrhundert. Die Firma war nun für das Aufstellen von Gaslaternen, das Verlegen der Rohrleitungen, die Wartung und das tägliche Anzünden der Laternen verantwortlich. Die Stadt verpflichtete sich, das Gas zu einem festgesetzten Preis abzunehmen. In Westfalen gehörte Minden damit zu den ersten Städten, die ein öffentliches Gasnetz für die Beleuchtung betrieben.

Doch schon bald kam es über die Höhe der Gebühren und den Standort der Laternen zu Spannungen zwischen den privaten Betreibern und der Stadt Minden. Anwohner beschwerten sich bei Bürgermeister Poelmahn, dass durch die verschmutzten Scheiben der Laternen nur trübes Licht drang, in der Fischerstadt die Laternen statt um sieben Uhr erst um halb acht angezündet worden waren und am Bartlingshof keine Laterne brannte. Da hatte der Laternist Meyer nach einem anstrengenden Arbeitstag die Zeit verschlafen.

Auch die Laternen selbst hatten es schwer in der Stadt: Es kam häufig vor, dass Bauern aus den umliegenden Dörfern die Neuerungen im Stadtbild nicht gewohnt waren und sie mit ihrem Fuhrwerk umfuhren.

Nach langen Verhandlungen übernahm die Stadt 1864 das Gaswerk für 44.000 Thaler. Damals versorgte das Gaswerk 80 Laternen im Stadtgebiet. Hinzu kam die Beleuchtung von Postverwaltung, Bahnhof, wenigen Versammlungssälen und 33 privaten Abnehmern. Außer diesen 33 Haushalten in der Stadt, die ihre Häuser mit Gaslicht erstrahlen ließen, nutzten die meisten Menschen zu dieser Zeit wohl noch Öllampen. Auch die Kommandantur der Festung Minden lehnte eine Gasbeleuchtung in den Kasernenstuben, im Lazarett und in den Flur- und Stallbereichen ab. Man hatte errechnet, dass die Petroleumlampen in den Kasernenstuben etwa einen Taler günstiger als die Gasbeleuchtung zu betreiben waren.

Die in den folgenden Jahren sehr populär werdenden Petroleumlampen funktionieren nach dem Prinzip einer Öllampe. Das helle und gleichmäßige Licht verursachte kaum noch Ruß und Gerüche. Es brannte über einen Docht in einem Glaszylinder und konnte gut reguliert werden. Erstmals 1863 pries eine Anzeige im Minden-Lübbecker Kreisblatt den noch recht neuen Brennstoff Petroleum an. Gleich drei Kaufleute boten das neue Lampenöl in der Stadt an. Bei dem einen ist es „doppelt raffinirt“ und „durchaus nicht feuergefährlich“. Der andere versprach „sehr hell und sparsam brennendes“ Petroleum. Für ein Quart (1,145 Liter) mussten 7,5 bis 8 Silbergroschen bezahlt werden.

Für knapp 40 Jahre blieben die Petroleumlampe und die Gasbeleuchtung die beliebtesten Lichtquellen in der Stadt. Ab den 1880er Jahren wurden aber einzelne Häuser und Fabriken in Minden durch private Elektrizitätswerke mit Strom für Motoren und Licht versorgt. Die Stadtverordneten lehnten 1888 den Antrag eines solchen privaten Stromerzeugers zur Versorgung mehrerer Straßen in der Innenstadt ab. Die Stadt befürchtete Einnahmeausfälle des Gaswerks.

Um den technischen Fortschritt kam sie nicht herum, und so ging in der Hermannstraße im November 1902 das erste städtische Elektrizitätswerk in Betrieb. Geplant worden war es über zehn Jahre zuvor, um mehrheitlich Antriebskraft für elektrische Motoren zu erzeugen. Mit dem Mindener Bahnhof war ein Großabnehmer des Stroms für zehn Jahre gefunden. Am Tag nach der Inbetriebnahme des Mindener Stromnetzes veröffentlichte das Elektrizitätswerk eine Warnung im Minden-Lübbecker Kreisblatt. Das Kabelnetz stehe nunmehr dauernd Tag und Nacht unter Spannung. Die Besitzer elektrischer Anlagen sollten die Überprüfung und Freischaltung ihrer Installation dem Installateur überlassen. „Aus Neugier oder in dem lebhaften Wunsche, möglichst früh Licht zu erhalten“ solle man nicht selbst am Sicherungskasten hantieren. Es könne zu Explosionen, Feuer, Zerstörung des Kabelnetzes und Verletzungen kommen. Trotz dieser Warnungen vor den Gefahren der neuen Technik weitete sich das Stromnetz in den folgenden Jahren rasant aus. Auch die elektrische Beleuchtung privater und öffentlicher Gebäude sowie der Einsatz in Fabriken nahm stark zu:

Mit dem Strom hatten die Menschen nun in ihrer Wohnung elektrisches Licht per Schalterdrehung in allen Wohnräumen. Bei der Straßenbeleuchtung setzten die Stadtväter weiterhin auf die Gasbeleuchtung. 1939 waren über 700 Straßenlaternen auf Mindener Stadtgebiet im Einsatz.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde es dunkel in der Stadt. Abends mussten die Fenster der Wohnungen verdunkelt werden und die Straßenbeleuchtung war ausgeschaltet – zum Schutz vor Fliegerangriffen. Die Zerstörungen des Krieges machten die Versorgung mit Strom und Gas schwierig, Ausfälle waren alltäglich.

Die Straßenbeleuchtung wurde erst 1950 wieder eingeschaltet, und es blieb bei Gaslaternen. 1954 erhellten 655 Gaslaternen und 62 strombetriebene Laternen die Stadt, 1968 waren es bereits 1.642 Gaslaternen. Die intensive Wartung sowie die Umstellung des Gasnetzes auf Erdgas und die damit verbundenen Probleme brachten das Ende der Gasbeleuchtung.

Es dauerte bis 1995, bis das gesamte Netz auf die elektrische Straßenbeleuchtung umgestellt worden war. Doch in der Laxburg westlich des Bahnhofs kann man noch heute den Schein der Gasbeleuchtung erleben. Hier erhielt die Stadt neun Leuchten, die unter Denkmalschutz stehen. Durch eine Privatinitiative konnten die alten Leuchten bis 2010 restauriert werden. Und auch für die etwa 9.500 elektrischen Straßenlaternen in Minden war vor etwa drei Jahren das Ende gekommen. Die LED-Lampe löste alle Arten von Glühlampen und die Leuchtstoffröhren ab – auf den Straßen wie in den Häusern, Büros oder Fabrikhallen.

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MindenEs werde Licht: Ruß, Gestank und Rüböl-LampenSven PanthöferMinden (spt). Per App gesteuerte Lichtstimmungen im Haus, hell beleuchtete Straßen und Plätze in der Stadt, vor allem während der Advents- und Weihnachtszeit: Elektrisches Licht ist fast überall im Überfluss vorhanden. Seine Verwendung ist heute selbstverständlich. Das war nicht immer so. In früherer Zeit war Licht in den Häusern der Menschen ein rares und manchmal auch stinkendes Gut. Wie dunkel es dort war, kann man als Besucher noch heute in den Bauernhäusern der heimischen Freilichtmuseen nachempfinden – und das sogar an einem sonnigen Sommertag. Minden war als preußische Festung und dem damit verbundenen Platzproblem eng bebaut. Elise von Hohenhausen, Schriftstellerin und Ehefrau des preußischen Regierungsrates Leopold von Hohenhausen, schrieb 1819, dass die Stadt schlecht und unregelmäßig gebaut sei. Durch die giebelständige Bauweise der Häuser seien viele Zimmer ohne Tageslicht. So war der Verbrauch von Kerzen und Brennstoff für Lampen in Minden wahrscheinlich besonders hoch. Weit verbreitet waren damals die Öllampen. In der einfachen Ausführung handelte es sich um einen offenen Behälter aus Ton oder Metall mit einem Griff und einer Halterung für den Docht. Für die wohlhabenden Bürger und Beamten gab es geschlossene Exemplare, die aufwendiger gestaltet waren. Die Lampen trug man mit sich von Zimmer zu Zimmer durchs Haus. Nur in ein oder zwei Räumen standen oder hingen größere Lichtquellen. In den Lampen wurde Rüböl verbrannt, das aus den Samen von Rübsen, einer Ölpflanze, gewonnen wurde. Auch nutzte man Tran, das aus dem Fett von Walen, Robben und Fischen hergestellt wurde. Die Öllampen qualmten und rußten beim Brennen. Außerdem entstand ein übler Gestank im Haus. Weniger Licht machten Kerzen, die für die Verwendung in den Kirchen und Klöstern aus dem wohlriechenden und teuren Bienenwachs hergestellt wurden. Die einfachen Leute beleuchteten ihre bescheidene Kammer mit Kerzen aus Unschlitt. Das war das ungereinigte Fett der geschlachteten Tiere. Entsprechend stark war auch hier die Geruchsbildung. Etwas weniger streng rochen die Kerzen aus gereinigtem Fett, die Talgkerzen. Vielleicht waren es die Unannehmlichkeiten des Gestanks und des wenigen Lichts, die die Mitglieder der Mindener Ressourcen-Gesellschaft nach unbestätigten Angaben 1825 dazu veranlassten, ihre Gesellschafts-Räume mit Gaslicht zu beleuchten. Dazu errichteten sie an der Lindenstraße ein kleines privates Gaswerk. Dort wurde aus Kohle und Öl Leuchtgas hergestellt. 1852 erneuerten drei Privatleute die bestehende Gasanstalt mit der Absicht, die öffentliche Beleuchtung der Stadt zu verbessern. Öffentliche Öllaternen gab es in Minden bereits seit dem 18. Jahrhundert. Die Firma war nun für das Aufstellen von Gaslaternen, das Verlegen der Rohrleitungen, die Wartung und das tägliche Anzünden der Laternen verantwortlich. Die Stadt verpflichtete sich, das Gas zu einem festgesetzten Preis abzunehmen. In Westfalen gehörte Minden damit zu den ersten Städten, die ein öffentliches Gasnetz für die Beleuchtung betrieben. Doch schon bald kam es über die Höhe der Gebühren und den Standort der Laternen zu Spannungen zwischen den privaten Betreibern und der Stadt Minden. Anwohner beschwerten sich bei Bürgermeister Poelmahn, dass durch die verschmutzten Scheiben der Laternen nur trübes Licht drang, in der Fischerstadt die Laternen statt um sieben Uhr erst um halb acht angezündet worden waren und am Bartlingshof keine Laterne brannte. Da hatte der Laternist Meyer nach einem anstrengenden Arbeitstag die Zeit verschlafen. Auch die Laternen selbst hatten es schwer in der Stadt: Es kam häufig vor, dass Bauern aus den umliegenden Dörfern die Neuerungen im Stadtbild nicht gewohnt waren und sie mit ihrem Fuhrwerk umfuhren. Nach langen Verhandlungen übernahm die Stadt 1864 das Gaswerk für 44.000 Thaler. Damals versorgte das Gaswerk 80 Laternen im Stadtgebiet. Hinzu kam die Beleuchtung von Postverwaltung, Bahnhof, wenigen Versammlungssälen und 33 privaten Abnehmern. Außer diesen 33 Haushalten in der Stadt, die ihre Häuser mit Gaslicht erstrahlen ließen, nutzten die meisten Menschen zu dieser Zeit wohl noch Öllampen. Auch die Kommandantur der Festung Minden lehnte eine Gasbeleuchtung in den Kasernenstuben, im Lazarett und in den Flur- und Stallbereichen ab. Man hatte errechnet, dass die Petroleumlampen in den Kasernenstuben etwa einen Taler günstiger als die Gasbeleuchtung zu betreiben waren. Die in den folgenden Jahren sehr populär werdenden Petroleumlampen funktionieren nach dem Prinzip einer Öllampe. Das helle und gleichmäßige Licht verursachte kaum noch Ruß und Gerüche. Es brannte über einen Docht in einem Glaszylinder und konnte gut reguliert werden. Erstmals 1863 pries eine Anzeige im Minden-Lübbecker Kreisblatt den noch recht neuen Brennstoff Petroleum an. Gleich drei Kaufleute boten das neue Lampenöl in der Stadt an. Bei dem einen ist es „doppelt raffinirt“ und „durchaus nicht feuergefährlich“. Der andere versprach „sehr hell und sparsam brennendes“ Petroleum. Für ein Quart (1,145 Liter) mussten 7,5 bis 8 Silbergroschen bezahlt werden. Für knapp 40 Jahre blieben die Petroleumlampe und die Gasbeleuchtung die beliebtesten Lichtquellen in der Stadt. Ab den 1880er Jahren wurden aber einzelne Häuser und Fabriken in Minden durch private Elektrizitätswerke mit Strom für Motoren und Licht versorgt. Die Stadtverordneten lehnten 1888 den Antrag eines solchen privaten Stromerzeugers zur Versorgung mehrerer Straßen in der Innenstadt ab. Die Stadt befürchtete Einnahmeausfälle des Gaswerks. Um den technischen Fortschritt kam sie nicht herum, und so ging in der Hermannstraße im November 1902 das erste städtische Elektrizitätswerk in Betrieb. Geplant worden war es über zehn Jahre zuvor, um mehrheitlich Antriebskraft für elektrische Motoren zu erzeugen. Mit dem Mindener Bahnhof war ein Großabnehmer des Stroms für zehn Jahre gefunden. Am Tag nach der Inbetriebnahme des Mindener Stromnetzes veröffentlichte das Elektrizitätswerk eine Warnung im Minden-Lübbecker Kreisblatt. Das Kabelnetz stehe nunmehr dauernd Tag und Nacht unter Spannung. Die Besitzer elektrischer Anlagen sollten die Überprüfung und Freischaltung ihrer Installation dem Installateur überlassen. „Aus Neugier oder in dem lebhaften Wunsche, möglichst früh Licht zu erhalten“ solle man nicht selbst am Sicherungskasten hantieren. Es könne zu Explosionen, Feuer, Zerstörung des Kabelnetzes und Verletzungen kommen. Trotz dieser Warnungen vor den Gefahren der neuen Technik weitete sich das Stromnetz in den folgenden Jahren rasant aus. Auch die elektrische Beleuchtung privater und öffentlicher Gebäude sowie der Einsatz in Fabriken nahm stark zu: Mit dem Strom hatten die Menschen nun in ihrer Wohnung elektrisches Licht per Schalterdrehung in allen Wohnräumen. Bei der Straßenbeleuchtung setzten die Stadtväter weiterhin auf die Gasbeleuchtung. 1939 waren über 700 Straßenlaternen auf Mindener Stadtgebiet im Einsatz. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es dunkel in der Stadt. Abends mussten die Fenster der Wohnungen verdunkelt werden und die Straßenbeleuchtung war ausgeschaltet – zum Schutz vor Fliegerangriffen. Die Zerstörungen des Krieges machten die Versorgung mit Strom und Gas schwierig, Ausfälle waren alltäglich. Die Straßenbeleuchtung wurde erst 1950 wieder eingeschaltet, und es blieb bei Gaslaternen. 1954 erhellten 655 Gaslaternen und 62 strombetriebene Laternen die Stadt, 1968 waren es bereits 1.642 Gaslaternen. Die intensive Wartung sowie die Umstellung des Gasnetzes auf Erdgas und die damit verbundenen Probleme brachten das Ende der Gasbeleuchtung. Es dauerte bis 1995, bis das gesamte Netz auf die elektrische Straßenbeleuchtung umgestellt worden war. Doch in der Laxburg westlich des Bahnhofs kann man noch heute den Schein der Gasbeleuchtung erleben. Hier erhielt die Stadt neun Leuchten, die unter Denkmalschutz stehen. Durch eine Privatinitiative konnten die alten Leuchten bis 2010 restauriert werden. Und auch für die etwa 9.500 elektrischen Straßenlaternen in Minden war vor etwa drei Jahren das Ende gekommen. Die LED-Lampe löste alle Arten von Glühlampen und die Leuchtstoffröhren ab – auf den Straßen wie in den Häusern, Büros oder Fabrikhallen.