Minden

Wenig, aber wichtig: Tierschutzvereine erhalten für ihre Arbeit einen Zuschuss vom Kreis

Sebastian Radermacher

Der Tierschutzverein Minden betreibt ein Tierheim in Päpinghausen. Für das Jahr 2019 zahlt der Kreis einen Zuschuss von 2.400 Euro. Archivfoto: Kerstin Rickert - © Rickert,Kerstin
Der Tierschutzverein Minden betreibt ein Tierheim in Päpinghausen. Für das Jahr 2019 zahlt der Kreis einen Zuschuss von 2.400 Euro. Archivfoto: Kerstin Rickert (© Rickert,Kerstin)

Minden (mt). Verwahrloste Katzen, illegal mitgebrachte Hunde oder Tiere ohne Impfnachweise – immer wieder muss das Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke einschreiten und Tiere in Obhut nehmen. Damit diese dann umgehend versorgt werden können, ist der Kreis auf die personelle und logistische Hilfe der hiesigen Tierheime angewiesen. Die Tierschutzvereine sorgen für die Infrastruktur: Sie halten Personal und Räumlichkeiten vor, um bei Bedarf Tiere kurzfristig aufzunehmen, zu versorgen und aufzupäppeln.

Und es handelt sich dabei nicht nur um Einzelfälle – das belegen Zahlen des Veterinäramtes: In diesem Jahr registrierte es bis Mitte November bereits 202 Tierschutzbeschwerden bei Heimtieren, 80 davon waren berechtigt und deshalb wurde ein Einschreiten des Kreises erforderlich. Hinzukamen in diesem Jahr weitere 76 Beschwerden bei sogenannten Nutztieren, 35 waren berechtigt, auch hier musste das Veterinäramt tätig werden. In den Jahren zuvor bewegten sich die Fallzahlen auf einem ähnlichen Niveau, machte Amtsleiterin Dr. Ute Fritze im Kreisausschuss für Strukturförderung deutlich.

Ist ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde unausweichlich, kommt es auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Veterinäramt und Heimen an, damit die Tiere schnell versorgt werden können. Ute Fritze lobte, dass dies in Minden-Lübbecke seit Jahrzehnten hervorragend funktioniere und beide Seiten Hand in Hand arbeiteten.

Weil die Tierschutzvereine sozusagen auf Abruf für das Veterinäramt parat stehen, gewährt ihnen der Kreis als Unterstützung einen jährlichen Zuschuss: Für das Jahr 2019 wird dieser von 2.500 Euro auf 5.000 Euro verdoppelt. Das ist insgesamt zwar nicht viel, hilft den Vereinen aber trotzdem ungemein weiter, wie sie in ihren Anträgen an die Kreisverwaltung betonten. „Wir sind dringend auf finanzielle Hilfe angewiesen und wären für die Gewährung des Zuschusses sehr dankbar“, heißt es zum Beispiel im Schreiben des Vereins aus Lübbecke. Und auch die Tierschützer aus Minden betonten, dass die Förderung des Kreises den Verein bei den entstehenden Kosten entlaste.

Die Ausschussmitglieder mussten jetzt darüber abstimmen, an wen und in welcher Aufteilung die 5.000 Euro ausgezahlt werden sollen. In der Vergangenheit waren die finanziellen Zuwendungen an die Voraussetzung gekoppelt, dass der Verein ein Tierheim innerhalb des Kreisgebietes betreibt – die Vereine in Minden und Lübbecke erhielten jeweils 1.250 Euro pro Jahr. In Zukunft will die Verwaltung diese Regelung etwas aufweichen und die Zahl der Empfänger von zwei auf vier erweitern. Zwei Organisationen liegen zwar nicht im Kreisgebiet, nehmen in Notfällen aber Tiere aus den kreisangehörigen Kommunen auf und helfen so dem Veterinäramt. So deckt der Tierschutzverein Vlotho, der das Tierheim Eichenhof in Vlotho betreibt, regional das Gebiet der Stadt Bad Oeynhausen ab. Und die Tierschutzliga Stiftung Tier und Natur, die in Bückeburg ein Tierheim betreibt, ist auch für die Portaner Ortsteile Kleinenbremen, Lerbeck, Nammen und Wülpke aktiv.

Die Politik folgte dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig, den Zuschuss unter den vier Organisationen aufzuteilen. Die Höhe richtet sich nach der Zahl der Einwohner. Sich an einem solchen Schlüssel zu orientieren, sei gängige Praxis, erläuterte die Amtsleiterin. Für das Jahr 2019 bedeutet das: Der Tierschutzverein Minden erhält 2.400 Euro, Lübbecke 1.650 Euro, Vlotho 800 Euro und Bückeburg 150 Euro. Den Zuschuss anhand der durch das Veterinäramt an die Heime vermittelten Tiere festzulegen, mache keinen Sinn. Mit Blick auf den vergleichsweise niedrigen Zuschuss wäre es schlichtweg zu aufwendig, diese Zahlen für die vergangenen Jahre aufzulisten, um eine Abstufung vornehmen zu können, betonte Fritze.

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MindenWenig, aber wichtig: Tierschutzvereine erhalten für ihre Arbeit einen Zuschuss vom KreisSebastian RadermacherMinden (mt). Verwahrloste Katzen, illegal mitgebrachte Hunde oder Tiere ohne Impfnachweise – immer wieder muss das Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke einschreiten und Tiere in Obhut nehmen. Damit diese dann umgehend versorgt werden können, ist der Kreis auf die personelle und logistische Hilfe der hiesigen Tierheime angewiesen. Die Tierschutzvereine sorgen für die Infrastruktur: Sie halten Personal und Räumlichkeiten vor, um bei Bedarf Tiere kurzfristig aufzunehmen, zu versorgen und aufzupäppeln. Und es handelt sich dabei nicht nur um Einzelfälle – das belegen Zahlen des Veterinäramtes: In diesem Jahr registrierte es bis Mitte November bereits 202 Tierschutzbeschwerden bei Heimtieren, 80 davon waren berechtigt und deshalb wurde ein Einschreiten des Kreises erforderlich. Hinzukamen in diesem Jahr weitere 76 Beschwerden bei sogenannten Nutztieren, 35 waren berechtigt, auch hier musste das Veterinäramt tätig werden. In den Jahren zuvor bewegten sich die Fallzahlen auf einem ähnlichen Niveau, machte Amtsleiterin Dr. Ute Fritze im Kreisausschuss für Strukturförderung deutlich. Ist ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde unausweichlich, kommt es auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Veterinäramt und Heimen an, damit die Tiere schnell versorgt werden können. Ute Fritze lobte, dass dies in Minden-Lübbecke seit Jahrzehnten hervorragend funktioniere und beide Seiten Hand in Hand arbeiteten. Weil die Tierschutzvereine sozusagen auf Abruf für das Veterinäramt parat stehen, gewährt ihnen der Kreis als Unterstützung einen jährlichen Zuschuss: Für das Jahr 2019 wird dieser von 2.500 Euro auf 5.000 Euro verdoppelt. Das ist insgesamt zwar nicht viel, hilft den Vereinen aber trotzdem ungemein weiter, wie sie in ihren Anträgen an die Kreisverwaltung betonten. „Wir sind dringend auf finanzielle Hilfe angewiesen und wären für die Gewährung des Zuschusses sehr dankbar“, heißt es zum Beispiel im Schreiben des Vereins aus Lübbecke. Und auch die Tierschützer aus Minden betonten, dass die Förderung des Kreises den Verein bei den entstehenden Kosten entlaste. Die Ausschussmitglieder mussten jetzt darüber abstimmen, an wen und in welcher Aufteilung die 5.000 Euro ausgezahlt werden sollen. In der Vergangenheit waren die finanziellen Zuwendungen an die Voraussetzung gekoppelt, dass der Verein ein Tierheim innerhalb des Kreisgebietes betreibt – die Vereine in Minden und Lübbecke erhielten jeweils 1.250 Euro pro Jahr. In Zukunft will die Verwaltung diese Regelung etwas aufweichen und die Zahl der Empfänger von zwei auf vier erweitern. Zwei Organisationen liegen zwar nicht im Kreisgebiet, nehmen in Notfällen aber Tiere aus den kreisangehörigen Kommunen auf und helfen so dem Veterinäramt. So deckt der Tierschutzverein Vlotho, der das Tierheim Eichenhof in Vlotho betreibt, regional das Gebiet der Stadt Bad Oeynhausen ab. Und die Tierschutzliga Stiftung Tier und Natur, die in Bückeburg ein Tierheim betreibt, ist auch für die Portaner Ortsteile Kleinenbremen, Lerbeck, Nammen und Wülpke aktiv. Die Politik folgte dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig, den Zuschuss unter den vier Organisationen aufzuteilen. Die Höhe richtet sich nach der Zahl der Einwohner. Sich an einem solchen Schlüssel zu orientieren, sei gängige Praxis, erläuterte die Amtsleiterin. Für das Jahr 2019 bedeutet das: Der Tierschutzverein Minden erhält 2.400 Euro, Lübbecke 1.650 Euro, Vlotho 800 Euro und Bückeburg 150 Euro. Den Zuschuss anhand der durch das Veterinäramt an die Heime vermittelten Tiere festzulegen, mache keinen Sinn. Mit Blick auf den vergleichsweise niedrigen Zuschuss wäre es schlichtweg zu aufwendig, diese Zahlen für die vergangenen Jahre aufzulisten, um eine Abstufung vornehmen zu können, betonte Fritze.