Minden

Chance oder Luftnummer: Mindener Unternehmer will die Kampa-Halle offen halten

Henning Wandel

Die Kampa-Halle kann auch nach dem Jahreswechsel am Netz bleiben – davon ist Martin Möller überzeugt. Er will sich mit der Schließung zum 31. Dezember noch nicht abfinden. - © Alexander Lehn
Die Kampa-Halle kann auch nach dem Jahreswechsel am Netz bleiben – davon ist Martin Möller überzeugt. Er will sich mit der Schließung zum 31. Dezember noch nicht abfinden. (© Alexander Lehn)

Minden (mt). Martin Möller bezeichnet sich selbst als absoluten Befürworter einer neuen Multifunktionsarena auf der rechten Weserseite. Was Melitta und die Familie Bentz geleistet hätten, sei „grandios", ebenso, dass Mindens Bürgermeisters Michael Jäcke (SPD) sich vor das Projekt spanne. Trotzdem bleibt aus Sicht des Eventmanagers ein zentrales Aber – und das betrifft die Zukunft der Kampa-Halle. Die Heimat von GWD Minden und vielen anderen Vereinen und Gruppen ließe sich entgegen aller Ankündigungen auch über den 31. Dezember hinaus sicher betreiben. „Die Lösung ist einfach und liegt auf der Hand", sagt Möller, der in der Region vor allem als Präsident des Vereins Witthüs bekannt ist.

Um diese Debatte noch einmal anzustoßen, hat sich Möller mit einem spektakulären Vorschlag an Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) gewandt: dem Verkauf der Halle. Der Kreis wäre so umgehend von den Betreiberpflichten entbunden. Die Kampa-Halle anschließend für einen Übergangszeitraum wieder nutzbar zu machen, sei aus seiner Sicht kein Problem. „Dafür gibt es Profis", sagt Möller im Gespräch mit dem MT. In seinem Schreiben verweist er auf langjährige Erfahrung mit Konzeption und Organisation von Großveranstaltungen in Hallen und Stadien. Um auch im kommenden Jahr Bundesliga-Handball und andere Veranstaltungen in der Kampa-Halle anbieten zu können, werde lediglich das Gebäude benötigt. Die nötige Technik könne dann temporär neu eingebaut werden. Ohnehin verlasse sich kein Veranstalter allein auf die vorhandene Haustechnik: „Die bringen alles mit", so Möller.

Die Reaktion aus dem Kreishaus ist verhalten. Die Pressestelle bestätigte den Eingang des Schreibens. Das Thema Kampa-Halle werde zurzeit auf politischer Ebene beraten und dort auch entschieden, heißt es weiter. Der Kreis habe die Vertreter der entsprechenden Gremien über den Eingang des Schreibens informiert, das Thema stehe am 16. Dezember wieder auf der Tagesordnung des Kreistages. In dieser Sitzung wird auch ein Grundsatzbeschluss zur Beteiligung an der neuen Multihalle erwartet, wie in der Sondersitzung vom vergangenen Montag deutlich geworden war.

Möllers Verhältnis zu Verwaltungen war in der Vergangenheit nicht immer unproblematisch. Als Initiator und Präsident des Vereins Witthüs, der sich um die Wiederbelebung der Wittekindsburg kümmert, lag er immer wieder mit der Stadt Porta Westfalica überkreuz. Seit knapp zwei Jahren ist der Verein auch im Mindener Museumscafé aktiv, die Wiedereröffnung steht hier allerdings noch aus.

Bis zur Fertigstellung der neuen Arena ist die Kampa-Halle aus Möllers Perspektive unverzichtbar: für GWD, aber auch für die vielen Kinder und Jugendlichen, die hier ihrem Hobby nachgehen. Die technischen Voraussetzungen dafür seien in wenigen Wochen zu schaffen, anschließend sei ein temporärer Betrieb in den nächsten fünf bis acht Jahren vorstellbar, sagt Möller im Gespräch. Die jährlichen Kosten schätzt er auf „ein paar Hunderttausend Euro". Im Anschluss könne GWD dann direkt in die neue Arena umziehen.

Tatsächlich kaufen will Möller die Kampa-Halle im Übrigen nicht. Es gehe ihm lediglich darum, sich noch nicht mit dem Abriss abzufinden und die Debatte darüber noch einmal in Schwung zu bringen. Dennoch gibt er in seinem Brief an den Landrat die Garantie, „in unüblich hoher Geschwindigkeit" einen Käufer samt den notwendigen Partnern zu präsentieren, die den weiteren Betrieb der Kampa-Halle gewährleisten könnten. „Wir werden nicht mehr das Recht haben, von GWD und anderen Sportlern Leistung zu fordern, wenn wir sie jetzt im Stich lassen", sagt er. „Das ist mein Ansporn."

Der Autor ist erreichbarunter (05 71) 882 166 oderHenning.Wandel@MT.de

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MindenChance oder Luftnummer: Mindener Unternehmer will die Kampa-Halle offen haltenHenning WandelMinden (mt). Martin Möller bezeichnet sich selbst als absoluten Befürworter einer neuen Multifunktionsarena auf der rechten Weserseite. Was Melitta und die Familie Bentz geleistet hätten, sei „grandios", ebenso, dass Mindens Bürgermeisters Michael Jäcke (SPD) sich vor das Projekt spanne. Trotzdem bleibt aus Sicht des Eventmanagers ein zentrales Aber – und das betrifft die Zukunft der Kampa-Halle. Die Heimat von GWD Minden und vielen anderen Vereinen und Gruppen ließe sich entgegen aller Ankündigungen auch über den 31. Dezember hinaus sicher betreiben. „Die Lösung ist einfach und liegt auf der Hand", sagt Möller, der in der Region vor allem als Präsident des Vereins Witthüs bekannt ist. Um diese Debatte noch einmal anzustoßen, hat sich Möller mit einem spektakulären Vorschlag an Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) gewandt: dem Verkauf der Halle. Der Kreis wäre so umgehend von den Betreiberpflichten entbunden. Die Kampa-Halle anschließend für einen Übergangszeitraum wieder nutzbar zu machen, sei aus seiner Sicht kein Problem. „Dafür gibt es Profis", sagt Möller im Gespräch mit dem MT. In seinem Schreiben verweist er auf langjährige Erfahrung mit Konzeption und Organisation von Großveranstaltungen in Hallen und Stadien. Um auch im kommenden Jahr Bundesliga-Handball und andere Veranstaltungen in der Kampa-Halle anbieten zu können, werde lediglich das Gebäude benötigt. Die nötige Technik könne dann temporär neu eingebaut werden. Ohnehin verlasse sich kein Veranstalter allein auf die vorhandene Haustechnik: „Die bringen alles mit", so Möller. Die Reaktion aus dem Kreishaus ist verhalten. Die Pressestelle bestätigte den Eingang des Schreibens. Das Thema Kampa-Halle werde zurzeit auf politischer Ebene beraten und dort auch entschieden, heißt es weiter. Der Kreis habe die Vertreter der entsprechenden Gremien über den Eingang des Schreibens informiert, das Thema stehe am 16. Dezember wieder auf der Tagesordnung des Kreistages. In dieser Sitzung wird auch ein Grundsatzbeschluss zur Beteiligung an der neuen Multihalle erwartet, wie in der Sondersitzung vom vergangenen Montag deutlich geworden war. Möllers Verhältnis zu Verwaltungen war in der Vergangenheit nicht immer unproblematisch. Als Initiator und Präsident des Vereins Witthüs, der sich um die Wiederbelebung der Wittekindsburg kümmert, lag er immer wieder mit der Stadt Porta Westfalica überkreuz. Seit knapp zwei Jahren ist der Verein auch im Mindener Museumscafé aktiv, die Wiedereröffnung steht hier allerdings noch aus. Bis zur Fertigstellung der neuen Arena ist die Kampa-Halle aus Möllers Perspektive unverzichtbar: für GWD, aber auch für die vielen Kinder und Jugendlichen, die hier ihrem Hobby nachgehen. Die technischen Voraussetzungen dafür seien in wenigen Wochen zu schaffen, anschließend sei ein temporärer Betrieb in den nächsten fünf bis acht Jahren vorstellbar, sagt Möller im Gespräch. Die jährlichen Kosten schätzt er auf „ein paar Hunderttausend Euro". Im Anschluss könne GWD dann direkt in die neue Arena umziehen. Tatsächlich kaufen will Möller die Kampa-Halle im Übrigen nicht. Es gehe ihm lediglich darum, sich noch nicht mit dem Abriss abzufinden und die Debatte darüber noch einmal in Schwung zu bringen. Dennoch gibt er in seinem Brief an den Landrat die Garantie, „in unüblich hoher Geschwindigkeit" einen Käufer samt den notwendigen Partnern zu präsentieren, die den weiteren Betrieb der Kampa-Halle gewährleisten könnten. „Wir werden nicht mehr das Recht haben, von GWD und anderen Sportlern Leistung zu fordern, wenn wir sie jetzt im Stich lassen", sagt er. „Das ist mein Ansporn." Der Autor ist erreichbarunter (05 71) 882 166 oderHenning.Wandel@MT.de