Minden/Bielefeld

„Gemischtwarenladen“ an Drogen: Landgericht verurteilt 34-jährigen Mindener

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Der Mindener besaß viele Drogen. Foto: Roessler/dpa - © (c) Copyright 2016, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Der Mindener besaß viele Drogen. Foto: Roessler/dpa (© (c) Copyright 2016, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Minden/Bielefeld (joh). Einen gut bestückten „Gemischtwarenladen“ an Drogen entdeckte die Polizei am 19. Februar in der Wohnung des 34-jährigen Mindeners Alexander T. (Name geändert). Außerdem förderte die Durchsuchung eine griffbereite mit sechs Kugeln geladene Luftpistole zu Tage.

Bei den Drogen handelte es sich um knapp 400 Gramm Amphetamin, 458 Ecstasy-Tabletten, drei LSD-Trips, 2,5 Gramm Haschisch, 0,9 Gramm Marihuana und 6,4 Gramm Crystal Meth.

Die Staatsanwaltschaft klagte Alexander T. wegen Handels mit nicht geringen Mengen Rauschgift sowie Dealens mit Waffen an, für das das Gesetz eine Mindeststrafe von fünf Jahren Haft vorsieht. Hinzu kam eine weitere Anklage: Am 30. Oktober 2017 war T. in Minden mit 18,9 Gramm Amphetamin und einer Gaspistole erwischt worden.

Am Dienstag fand vor der II. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts die Hauptverhandlung statt, und sie hätte für den Angeklagten nicht besser laufen können. Das Urteil: 18 Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung. Ein Jahr neun Monate hatte zuvor Staatsanwältin Sabine Mokulys beantragt, eine „angemessene Freiheitsstrafe“ Verteidiger Bernd Brüntrup, beide mit Bewährung.

Brüntrup gab zu Prozessbeginn für seinen Mandanten folgende Erklärung ab: Die in seiner Wohnung gefundenen Drogen habe T. nur für seinen Dealer „aufbewahrt“, weil der befürchtete, dass sein bisheriges Versteck nicht mehr sicher sei. Der Angeklagte selbst räumte ein, damals Amphetamin konsumiert zu haben.

Diese Version ließ sich nicht widerlegen, so dass der Vorwurf der „nicht geringen Menge“ Betäubungsmittel damit vom Tisch war. Darüber hinaus hatte ein Gutachten des Landeskriminalamtes ergeben, dass die Luftpistole nicht funktionsfähig war. Damit entfiel auch der Vorwurf des Dealens mit Waffen.

Für die noch übrig bleibenden Delikte gab es die erwähnte Bewährungsstrafe. Die Kammer erteilte Alexander T. folgende Bewährungsauflagen: Er muss 500 Stunden unentgeltliche gemeinnützige Arbeit leisten, sich um geregelte Arbeit bemühen und sich vierteljährlich einem Drogenscreening unterziehen. „Dies ist der allerletzte Warnschuss“, gab Vorsitzender Carsten Wahlmann dem Angeklagten mit auf den Weg. Der nahm das Urteil an.

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Minden/Bielefeld„Gemischtwarenladen“ an Drogen: Landgericht verurteilt 34-jährigen MindenerMinden/Bielefeld (joh). Einen gut bestückten „Gemischtwarenladen“ an Drogen entdeckte die Polizei am 19. Februar in der Wohnung des 34-jährigen Mindeners Alexander T. (Name geändert). Außerdem förderte die Durchsuchung eine griffbereite mit sechs Kugeln geladene Luftpistole zu Tage. Bei den Drogen handelte es sich um knapp 400 Gramm Amphetamin, 458 Ecstasy-Tabletten, drei LSD-Trips, 2,5 Gramm Haschisch, 0,9 Gramm Marihuana und 6,4 Gramm Crystal Meth. Die Staatsanwaltschaft klagte Alexander T. wegen Handels mit nicht geringen Mengen Rauschgift sowie Dealens mit Waffen an, für das das Gesetz eine Mindeststrafe von fünf Jahren Haft vorsieht. Hinzu kam eine weitere Anklage: Am 30. Oktober 2017 war T. in Minden mit 18,9 Gramm Amphetamin und einer Gaspistole erwischt worden. Am Dienstag fand vor der II. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts die Hauptverhandlung statt, und sie hätte für den Angeklagten nicht besser laufen können. Das Urteil: 18 Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung. Ein Jahr neun Monate hatte zuvor Staatsanwältin Sabine Mokulys beantragt, eine „angemessene Freiheitsstrafe“ Verteidiger Bernd Brüntrup, beide mit Bewährung. Brüntrup gab zu Prozessbeginn für seinen Mandanten folgende Erklärung ab: Die in seiner Wohnung gefundenen Drogen habe T. nur für seinen Dealer „aufbewahrt“, weil der befürchtete, dass sein bisheriges Versteck nicht mehr sicher sei. Der Angeklagte selbst räumte ein, damals Amphetamin konsumiert zu haben. Diese Version ließ sich nicht widerlegen, so dass der Vorwurf der „nicht geringen Menge“ Betäubungsmittel damit vom Tisch war. Darüber hinaus hatte ein Gutachten des Landeskriminalamtes ergeben, dass die Luftpistole nicht funktionsfähig war. Damit entfiel auch der Vorwurf des Dealens mit Waffen. Für die noch übrig bleibenden Delikte gab es die erwähnte Bewährungsstrafe. Die Kammer erteilte Alexander T. folgende Bewährungsauflagen: Er muss 500 Stunden unentgeltliche gemeinnützige Arbeit leisten, sich um geregelte Arbeit bemühen und sich vierteljährlich einem Drogenscreening unterziehen. „Dies ist der allerletzte Warnschuss“, gab Vorsitzender Carsten Wahlmann dem Angeklagten mit auf den Weg. Der nahm das Urteil an.