Minden

Pläne für neue Mindener Sekundarschule werden konkreter

Nadine Conti

Für das alte Käthe-Kollwitz-Schulgebäude in Häverstädt gibt es wohl keine Zukunft mehr. Der Bau soll abgerissen werden. Dort könnte dann die neue Sekundarschule entstehen. - © Foto: pr
Für das alte Käthe-Kollwitz-Schulgebäude in Häverstädt gibt es wohl keine Zukunft mehr. Der Bau soll abgerissen werden. Dort könnte dann die neue Sekundarschule entstehen. (© Foto: pr)

Minden (mt). Der Widerstand ist wohl gebrochen: Am Dienstag wurde im Bildungsausschuss in Grundzügen ein mögliches pädagogisches Konzept für eine zu gründende Sekundarschule vorgestellt.

Präsentiert haben es die Leiterin der Käthe-Kollwitz-Realschule, Christa Amshoff, und die Leiterin der Ganztagshauptschule Todtenhausen, Ulrike Credo. Die hatten Politik und Verwaltung allerdings in die Arbeitsgruppe zwingen müssen, denn beide Schulen hatten zuvor vehement für einen Erhalt in ihrer bisherigen Form und gegen eine neue Sekundarschule gekämpft (das MT berichtete).

Das Konzept selbst ist erklärtermaßen eine Mischung aus Bekanntem und Bewährtem und neueren Ansätzen. So wurde unter anderem über bilingualen Unterricht, einen gleitenden Schulbeginn, individuelle Lern-, Ruhe- und Profilzeiten in einem reformierten Ganztag nachgedacht. Erklärtes Ziel der Schule ist es vor allem, ein längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen und damit die Entscheidung über Hauptschul- oder Realschulabschluss eine Weile hinaus zu zögern und offen zu halten. Damit könnte die neue Schule auch den Schülern einen Platz bieten, die nach der Grundschule eine Hauptschulempfehung erhalten, aber in Minden nun eben keine Hauptschule mehr vorfinden.

Erarbeitet wurde das Ganze zum einen in einer kleineren Steuerungsgruppe mit Vertretern der betroffenen Schulen und aus der Verwaltung, zeitweise aber auch in einem größeren Kreis, in dem die Vertreter der Grundschulen und anderer Schulformen, der Eltern, Schulsozialarbeiter und Ganztage und andere mit am Tisch saßen. Selbst ein Treffen mit Gebäudewirtschaft und Architekturbüro zum geplanten Neubau in Häverstädt hat es schon gegeben.

Der Zeitdruck ist allerdings auch hoch: Schon im Mai/Juni 2020 soll es eine Elternbefragung geben, die ist vorgeschrieben, um überhaupt den Bedarf für eine Sekundarschule nachzuweisen. Weil die letzte Elternbefragung in dieser Hinsicht kein gutes Ergebnis gezeigt hat, plant das Schulbüro nun eine ausgiebige Informationskampagne, die voraussichtlich von März bis Mai 2020 laufen soll. Dazu müsste bis Februar allerdings auch ein schlüssiges Konzept für die neue Schule vorliegen.

Nach der Elternbefragung sollen dann noch die Beratungslehrer an den Grundschulen überzeugt werden. Im Januar/Februar 2021 könnte es dann ein vorgezogenes Anmeldeverfahren geben, um festzustellen, ob man überhaupt auf die 75 Anmeldungen kommt, die man für eine Genehmigung durch die Bezirksregierung benötigt.

Wenn das klappt, könnte die neue Sekundarschule im Schuljahr 2021/22 mit den ersten Fünftklässlern starten. Die Käthe-Kollwitz-Realschule würde dann im Gegenzug auslaufen. Der geplante Neubau in Häverstädt steht bis dahin allerdings sicher noch nicht. Die neue Schule müsste also am aktuellen Standort der Käthe-Kollwitz-Realschule in Rodenbeck starten. Um dann – den Planungen zufolge ein Jahr später – nach Häverstädt umzuziehen, wo auf dem Gelände der alten Käthe-Kollwitz-Realschule, neben der Grundschule Am Wiehen neu gebaut werden soll. Der Schulstandort dort hatte aufgegeben werden müssen, nachdem im Gebäude Asbest entdeckt worden war.

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MindenPläne für neue Mindener Sekundarschule werden konkreterNadine ContiMinden (mt). Der Widerstand ist wohl gebrochen: Am Dienstag wurde im Bildungsausschuss in Grundzügen ein mögliches pädagogisches Konzept für eine zu gründende Sekundarschule vorgestellt. Präsentiert haben es die Leiterin der Käthe-Kollwitz-Realschule, Christa Amshoff, und die Leiterin der Ganztagshauptschule Todtenhausen, Ulrike Credo. Die hatten Politik und Verwaltung allerdings in die Arbeitsgruppe zwingen müssen, denn beide Schulen hatten zuvor vehement für einen Erhalt in ihrer bisherigen Form und gegen eine neue Sekundarschule gekämpft (das MT berichtete). Das Konzept selbst ist erklärtermaßen eine Mischung aus Bekanntem und Bewährtem und neueren Ansätzen. So wurde unter anderem über bilingualen Unterricht, einen gleitenden Schulbeginn, individuelle Lern-, Ruhe- und Profilzeiten in einem reformierten Ganztag nachgedacht. Erklärtes Ziel der Schule ist es vor allem, ein längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen und damit die Entscheidung über Hauptschul- oder Realschulabschluss eine Weile hinaus zu zögern und offen zu halten. Damit könnte die neue Schule auch den Schülern einen Platz bieten, die nach der Grundschule eine Hauptschulempfehung erhalten, aber in Minden nun eben keine Hauptschule mehr vorfinden. Erarbeitet wurde das Ganze zum einen in einer kleineren Steuerungsgruppe mit Vertretern der betroffenen Schulen und aus der Verwaltung, zeitweise aber auch in einem größeren Kreis, in dem die Vertreter der Grundschulen und anderer Schulformen, der Eltern, Schulsozialarbeiter und Ganztage und andere mit am Tisch saßen. Selbst ein Treffen mit Gebäudewirtschaft und Architekturbüro zum geplanten Neubau in Häverstädt hat es schon gegeben. Der Zeitdruck ist allerdings auch hoch: Schon im Mai/Juni 2020 soll es eine Elternbefragung geben, die ist vorgeschrieben, um überhaupt den Bedarf für eine Sekundarschule nachzuweisen. Weil die letzte Elternbefragung in dieser Hinsicht kein gutes Ergebnis gezeigt hat, plant das Schulbüro nun eine ausgiebige Informationskampagne, die voraussichtlich von März bis Mai 2020 laufen soll. Dazu müsste bis Februar allerdings auch ein schlüssiges Konzept für die neue Schule vorliegen. Nach der Elternbefragung sollen dann noch die Beratungslehrer an den Grundschulen überzeugt werden. Im Januar/Februar 2021 könnte es dann ein vorgezogenes Anmeldeverfahren geben, um festzustellen, ob man überhaupt auf die 75 Anmeldungen kommt, die man für eine Genehmigung durch die Bezirksregierung benötigt. Wenn das klappt, könnte die neue Sekundarschule im Schuljahr 2021/22 mit den ersten Fünftklässlern starten. Die Käthe-Kollwitz-Realschule würde dann im Gegenzug auslaufen. Der geplante Neubau in Häverstädt steht bis dahin allerdings sicher noch nicht. Die neue Schule müsste also am aktuellen Standort der Käthe-Kollwitz-Realschule in Rodenbeck starten. Um dann – den Planungen zufolge ein Jahr später – nach Häverstädt umzuziehen, wo auf dem Gelände der alten Käthe-Kollwitz-Realschule, neben der Grundschule Am Wiehen neu gebaut werden soll. Der Schulstandort dort hatte aufgegeben werden müssen, nachdem im Gebäude Asbest entdeckt worden war.