Minden

Sicher ist sicher: Trainings-Truck schult Firmenmitarbeiter zu den Gefahren am Arbeitsplatz

Mario Kissel

Offene Flammen sind eine große Gefahrenquelle. Wie man richtig mit der Gefahr umgeht, zeigt ein Trainingstruck der Berufsgenossenschaft. - © Foto: Mario Kissel
Offene Flammen sind eine große Gefahrenquelle. Wie man richtig mit der Gefahr umgeht, zeigt ein Trainingstruck der Berufsgenossenschaft. (© Foto: Mario Kissel)

Minden (mt). Es knallt, es brennt, es gibt Verletzte – so oder ähnlich kann ein Unfall in einem Betrieb wie Wago aussehen. Damit aber genau solche Unglücke nicht passieren, kooperiert die Firma mit der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Um die Mitarbeiter auf Gefahren im Betriebsalltag hinzuweisen, nutzt die BG ETEM ihren Schulungstruck – eine Besonderheit der innerbetrieblichen Weiterbildung und ein Alleskönner: Um den Innenraum für mehr Sitzplätze zu vergrößern, können die Seiten des Fahrzeugs ausgefahren werden. Zusätzlich gibt es ein Multimedia-Kino, sowie ein Demonstrationslabor. Damit ist das riesige Mobil besonders auf die Bedürfnisse der Weiterbildung zugeschnitten.

Die Weiterbildung ist breit gefächert. Mitarbeiter lernen die Bedeutung von Arbeitskleidung wie Hand- oder Sicherheitsschuhen kennen. „Obwohl viele der Inhalte den Mitarbeitern bereits bekannt sind, sind wir trotzdem hier, um das bereits vorhandene Wissen aufzufrischen,“ sagt Alfons Holtgreve von der BG ETEM. Mit seinem Kollegen Nikolai Isaak wechselte er sich bei den insgesamt 14 Schulungen ab, die vergangene Woche in dem riesigen Truck stattfanden. „Wir haben hier 30 Sitzplätze und jede Schulung ist voll ausgebucht.“

Das war nicht immer so. In den Vorjahren zeigten zum Teil nur sechs oder sieben Mitarbeiter Interesse. Doch durch betriebsinterne Werbung ist das Angebot dieses Jahr sehr gut angenommen. „Die Teilnahme basiert auf Freiwilligkeit,“ sagt Holtgreve. Es lohnt sich aber vorbeizuschauen: die 90 Minuten jeder Schulung befassen sich mit Themen, die auf die einzelnen Gruppen an Mitarbeitern zugeschnitten sind. „Wir bieten zum Beispiel Schulungen für Staplerfahrer, für Führungskräfte, für Elektrotechniker, oder für den Umgang mit Gefahrstoffen an.“

Auch wie die persönliche Schutzausrüstung verbessert werden kann, ist Thema des Unterrichts. „Handschuhe schützen gegen Schnitte und Verbrennungen, mit passendem Gehörschutz kann die Verletzungsgefahr des Trommelfells verringert werden.“

Die Idee des Trucks ist dabei nicht neu. Alfons Holtgreve macht diese Schulungen schon viele Jahre. „Zu Wago kommen wir seit fünf Jahren. Dieser neue Truck ist allerdings erst drei Jahre alt.“ Besonders Schnittverletzungen an den Händen können bei der täglichen Arbeit bei Wago vorkommen. Deshalb wird viel in Handschuhe investiert. Jedes Jahr bieten die Hersteller neue und verbesserte Modelle an, die dann für die Mitarbeiter gekauft werden.

Einen Schnitt bemerkt man zum Glück sofort, doch gibt es auch Gefahren im Arbeitsalltag, die nicht bemerkt werden. „Vieles, was krank machen kann, tut nicht sofort weh, aber die Summe der kleinen Nachlässigkeiten führt dann einschleichend zu ernsten Gesundheitsproblemen – zum Beispiel zu Hautschäden beim ungeschützten Umgang mit bestimmten chemischen Stoffen“, sagt Holtgreve. Darum wird der Truck auch im kommenden Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit wieder bei Wago stehen. Denn je sicherer die Arbeit, desto besser geht es den Mitarbeitern.

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MindenSicher ist sicher: Trainings-Truck schult Firmenmitarbeiter zu den Gefahren am ArbeitsplatzMario KisselMinden (mt). Es knallt, es brennt, es gibt Verletzte – so oder ähnlich kann ein Unfall in einem Betrieb wie Wago aussehen. Damit aber genau solche Unglücke nicht passieren, kooperiert die Firma mit der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Um die Mitarbeiter auf Gefahren im Betriebsalltag hinzuweisen, nutzt die BG ETEM ihren Schulungstruck – eine Besonderheit der innerbetrieblichen Weiterbildung und ein Alleskönner: Um den Innenraum für mehr Sitzplätze zu vergrößern, können die Seiten des Fahrzeugs ausgefahren werden. Zusätzlich gibt es ein Multimedia-Kino, sowie ein Demonstrationslabor. Damit ist das riesige Mobil besonders auf die Bedürfnisse der Weiterbildung zugeschnitten. Die Weiterbildung ist breit gefächert. Mitarbeiter lernen die Bedeutung von Arbeitskleidung wie Hand- oder Sicherheitsschuhen kennen. „Obwohl viele der Inhalte den Mitarbeitern bereits bekannt sind, sind wir trotzdem hier, um das bereits vorhandene Wissen aufzufrischen,“ sagt Alfons Holtgreve von der BG ETEM. Mit seinem Kollegen Nikolai Isaak wechselte er sich bei den insgesamt 14 Schulungen ab, die vergangene Woche in dem riesigen Truck stattfanden. „Wir haben hier 30 Sitzplätze und jede Schulung ist voll ausgebucht.“ Das war nicht immer so. In den Vorjahren zeigten zum Teil nur sechs oder sieben Mitarbeiter Interesse. Doch durch betriebsinterne Werbung ist das Angebot dieses Jahr sehr gut angenommen. „Die Teilnahme basiert auf Freiwilligkeit,“ sagt Holtgreve. Es lohnt sich aber vorbeizuschauen: die 90 Minuten jeder Schulung befassen sich mit Themen, die auf die einzelnen Gruppen an Mitarbeitern zugeschnitten sind. „Wir bieten zum Beispiel Schulungen für Staplerfahrer, für Führungskräfte, für Elektrotechniker, oder für den Umgang mit Gefahrstoffen an.“ Auch wie die persönliche Schutzausrüstung verbessert werden kann, ist Thema des Unterrichts. „Handschuhe schützen gegen Schnitte und Verbrennungen, mit passendem Gehörschutz kann die Verletzungsgefahr des Trommelfells verringert werden.“ Die Idee des Trucks ist dabei nicht neu. Alfons Holtgreve macht diese Schulungen schon viele Jahre. „Zu Wago kommen wir seit fünf Jahren. Dieser neue Truck ist allerdings erst drei Jahre alt.“ Besonders Schnittverletzungen an den Händen können bei der täglichen Arbeit bei Wago vorkommen. Deshalb wird viel in Handschuhe investiert. Jedes Jahr bieten die Hersteller neue und verbesserte Modelle an, die dann für die Mitarbeiter gekauft werden. Einen Schnitt bemerkt man zum Glück sofort, doch gibt es auch Gefahren im Arbeitsalltag, die nicht bemerkt werden. „Vieles, was krank machen kann, tut nicht sofort weh, aber die Summe der kleinen Nachlässigkeiten führt dann einschleichend zu ernsten Gesundheitsproblemen – zum Beispiel zu Hautschäden beim ungeschützten Umgang mit bestimmten chemischen Stoffen“, sagt Holtgreve. Darum wird der Truck auch im kommenden Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit wieder bei Wago stehen. Denn je sicherer die Arbeit, desto besser geht es den Mitarbeitern.