Minden

Mindener Bürger erarbeiten Integrationskonzept

Carsten Korfesmeyer

Rodenbecks Quartiersmanager Guido Niemeyer ist einer der Workshop-Teilnehmer und stellt Ergebnisse vor. MT- - © Foto: Carsten Korfesmeyer
Rodenbecks Quartiersmanager Guido Niemeyer ist einer der Workshop-Teilnehmer und stellt Ergebnisse vor. MT- (© Foto: Carsten Korfesmeyer)

Minden (mt). Es geht um das Miteinander und darum, wie das Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen am besten funktionieren kann. Was eigentlich selbstverständlich ist, stößt im Alltag oft auf Probleme. Deshalb soll es für Minden ein Integrationskonzept geben. In vier Workshops haben die Bürger am Wochenende über Inhalte gesprochen. Thematisiert wurden Bildung und Sprache, das Wohnen, das Zusammenleben und Teilhabe sowie die Arbeitsmarktintegration.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagt Mindens Integrationsbeauftragte Selvi Arslan-Dolma am Rande der Veranstaltung. Die Gesprächsrunden im Haus der Bildung verlaufen ihren Worten zufolge sehr konstruktiv und offen, so dass wertvolle Ergebnisse erzielt werden. Diese würden in den kommenden Wochen ausgewertet und in einem Entwurf für ein Integrationskonzept zusammengefasst. Das soll bis Weihnachten passieren und dann geht es in die politischen Beratungen. Am Ende steht die Abstimmung im Rat.

Arslan-Dolma sieht in der Integration eine zentrale Aufgabe der Stadt. Allein im Rathaus lasse sich diese allerdings nicht lösen, so dass die umfassenden Maßnahmen auf mehreren Schultern verteilt werden müssen. Das signalisieren auch die Workshop-Teilnehmer – darunter Beigeordneter Peter Kienzle, der beispielsweise die Bedeutung des Quartiersmanagements hervorhebt. „Es geht darum, dass wir bei den Menschen vor Ort sind“, sagt er. Gerade vor dem Weg ins Rathaus schreckten viele Personen zurück. Allerdings stellt sich in den Workshops ebenfalls heraus, dass an der Verwaltung kein Weg vorbei führt.

Vorangegangen waren bereits Arbeitsgruppen, die im September zusammenkamen. Außerdem gab es eine Auftaktveranstaltung im Mai, an der mehr als 200 Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung beteiligt waren. Für Arslan-Dolma ein starkes Signal. „Wir wollen die Mitarbeit aus der Bevölkerung“, sagt die Integrationsbeauftragte, die sich darüber freut, dass die Anregungen der Menschen aus verschiedenen Lebensperspektiven kommen. Ob Treffpunkte, kultureller Austausch, Unterstützung bei Behördengängen, Sportangebote, Schulen, Finanzen oder Vernetzung: Erfasst sind nahezu sämtliche Alltagsbereiche.

Erkennbar viel Freude an den Workshops haben Patricia und Frank Jessen, die gemeinsam durch die Workshop führen. Die beiden Duisburger vom Ibis-Institut haben Integrationskonzepte bereits in mehr als 50 Kommunen auf den Weg gebracht, von denen zahlreiche bereits verabschiedet sind. Häufig ähneln sich die Probleme, oft gibt es allerdings spezielle Schwierigkeiten in Städten und Gemeinden. „Vorab informieren wir uns immer ganz genau“, sagt Patricia Jessen. In intensiven Vorgesprächen mit der Verwaltung haben sie und ihr Mann sich ein Bild davon gemacht, an welchen Stellen der Schuh drückt. Außerdem gab es Umfragen und Experteninterviews.

Arslan-Dolma zeigt deutlich, dass sie den Weg zum Integrationskonzept konsequent gehen will. Jede Maßnahme falle zwar unter die freiwilligen Leistungen, doch angesichts der Herausforderungen müsse Integration wie eine Pflichtaufgabe behandelt werden.

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MindenMindener Bürger erarbeiten IntegrationskonzeptCarsten KorfesmeyerMinden (mt). Es geht um das Miteinander und darum, wie das Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen am besten funktionieren kann. Was eigentlich selbstverständlich ist, stößt im Alltag oft auf Probleme. Deshalb soll es für Minden ein Integrationskonzept geben. In vier Workshops haben die Bürger am Wochenende über Inhalte gesprochen. Thematisiert wurden Bildung und Sprache, das Wohnen, das Zusammenleben und Teilhabe sowie die Arbeitsmarktintegration. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagt Mindens Integrationsbeauftragte Selvi Arslan-Dolma am Rande der Veranstaltung. Die Gesprächsrunden im Haus der Bildung verlaufen ihren Worten zufolge sehr konstruktiv und offen, so dass wertvolle Ergebnisse erzielt werden. Diese würden in den kommenden Wochen ausgewertet und in einem Entwurf für ein Integrationskonzept zusammengefasst. Das soll bis Weihnachten passieren und dann geht es in die politischen Beratungen. Am Ende steht die Abstimmung im Rat. Arslan-Dolma sieht in der Integration eine zentrale Aufgabe der Stadt. Allein im Rathaus lasse sich diese allerdings nicht lösen, so dass die umfassenden Maßnahmen auf mehreren Schultern verteilt werden müssen. Das signalisieren auch die Workshop-Teilnehmer – darunter Beigeordneter Peter Kienzle, der beispielsweise die Bedeutung des Quartiersmanagements hervorhebt. „Es geht darum, dass wir bei den Menschen vor Ort sind“, sagt er. Gerade vor dem Weg ins Rathaus schreckten viele Personen zurück. Allerdings stellt sich in den Workshops ebenfalls heraus, dass an der Verwaltung kein Weg vorbei führt. Vorangegangen waren bereits Arbeitsgruppen, die im September zusammenkamen. Außerdem gab es eine Auftaktveranstaltung im Mai, an der mehr als 200 Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung beteiligt waren. Für Arslan-Dolma ein starkes Signal. „Wir wollen die Mitarbeit aus der Bevölkerung“, sagt die Integrationsbeauftragte, die sich darüber freut, dass die Anregungen der Menschen aus verschiedenen Lebensperspektiven kommen. Ob Treffpunkte, kultureller Austausch, Unterstützung bei Behördengängen, Sportangebote, Schulen, Finanzen oder Vernetzung: Erfasst sind nahezu sämtliche Alltagsbereiche. Erkennbar viel Freude an den Workshops haben Patricia und Frank Jessen, die gemeinsam durch die Workshop führen. Die beiden Duisburger vom Ibis-Institut haben Integrationskonzepte bereits in mehr als 50 Kommunen auf den Weg gebracht, von denen zahlreiche bereits verabschiedet sind. Häufig ähneln sich die Probleme, oft gibt es allerdings spezielle Schwierigkeiten in Städten und Gemeinden. „Vorab informieren wir uns immer ganz genau“, sagt Patricia Jessen. In intensiven Vorgesprächen mit der Verwaltung haben sie und ihr Mann sich ein Bild davon gemacht, an welchen Stellen der Schuh drückt. Außerdem gab es Umfragen und Experteninterviews. Arslan-Dolma zeigt deutlich, dass sie den Weg zum Integrationskonzept konsequent gehen will. Jede Maßnahme falle zwar unter die freiwilligen Leistungen, doch angesichts der Herausforderungen müsse Integration wie eine Pflichtaufgabe behandelt werden.