Minden

Reise durch Licht und Klänge

Rolf Graff

Minden (rgr). Hier rücken Musik und Licht zusammen: Hinter „The Traveller“ (Der Reisende) stecken zwei kreative Mindener Köpfe, die zusammenfinden mussten. Anton Sjarov sorgte mit seiner Violine immer wieder für inspirierende Momente. Seine Eigenkompositionen sind meist die Höhepunkte, da es ihm gelingt, musikalisch Geschichten zu erzählen, die Bilder in der Vorstellung der Zuhörer erzeugen.

Oliver Roth entdeckte über die Fotografie die Möglichkeiten der künstlerischen Lichtgestaltung. Er illuminiert Kirchen, Mühlen und Gärten und verwandelte den Alten Friedhof in ein Wunderland. Auch viele Musiker und Bands setzt er in ein stimmungsvolles Licht. Die reformierte Petrikirche bietet eine schlichte Ausstattung ohne Altar und Bilder. So nutzte Roth die freien Wände als Projektionsfläche, auf denen Videos und Bilder darstellbar waren. Eingebettet war das Ganze in überraschende Lichteffekte auf 270 Grad und teilweise auf der gewölbten Decke.

Wer die Kirche betrat, umgeben von fallenden Sternen. Dann begann die Show, in der Musik und Licht aufeinander abgestimmt waren. Während sich an den Wänden projizierte Zahnräder drehten, begann Anton Sjarov synchron dazu auf Geige und Bratsche zu spielen. Er hatte zuvor eine Art Soundtrack aufgenommen, sodass sich Livemusik und Konserve mit expressiven Klängen faszinierend vereinten, gelegentlich angereichert mit Naturgeräuschen wie dem Rauschen von Wind und Wasser. Für die Komposition und Einspielung hat er sich eineinhalb Jahre Zeit genommen. Die emotionale Seite der Bilder hat er in Musik umgesetzt. Zur Überraschung griff er in die Tasten eines Keyboards.

Sjarov nutzt Klänge ethnischer Instrumente und Trommeln, bleibt kompositorisch aber im Bereich zeitgenössischer Klassik. Gelegentlich wechselt er zur Bratsche, einmal zu Trommeln. Die Klänge korrespondieren mit den visuellen Eindrücken. Grafische Elemente, Schattenformen und alte Landkarten wechseln mit realen Aufnahmen. Es gibt ruhige Momente unter Wasser mit Fischen, Korallenriffen und Quallen, rasante Flüge über Landschaften sowie Wege durch einen Basar. Dazu kommen Lasereffekte in wechselnden Farben. Die Zuschauer erlebten einen emotionalen Ausflug durch Farben und Klänge. Mit anhaltendem Applaus zeigten sie ihre Begeisterung.

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MindenReise durch Licht und KlängeRolf GraffMinden (rgr). Hier rücken Musik und Licht zusammen: Hinter „The Traveller“ (Der Reisende) stecken zwei kreative Mindener Köpfe, die zusammenfinden mussten. Anton Sjarov sorgte mit seiner Violine immer wieder für inspirierende Momente. Seine Eigenkompositionen sind meist die Höhepunkte, da es ihm gelingt, musikalisch Geschichten zu erzählen, die Bilder in der Vorstellung der Zuhörer erzeugen. Oliver Roth entdeckte über die Fotografie die Möglichkeiten der künstlerischen Lichtgestaltung. Er illuminiert Kirchen, Mühlen und Gärten und verwandelte den Alten Friedhof in ein Wunderland. Auch viele Musiker und Bands setzt er in ein stimmungsvolles Licht. Die reformierte Petrikirche bietet eine schlichte Ausstattung ohne Altar und Bilder. So nutzte Roth die freien Wände als Projektionsfläche, auf denen Videos und Bilder darstellbar waren. Eingebettet war das Ganze in überraschende Lichteffekte auf 270 Grad und teilweise auf der gewölbten Decke. Wer die Kirche betrat, umgeben von fallenden Sternen. Dann begann die Show, in der Musik und Licht aufeinander abgestimmt waren. Während sich an den Wänden projizierte Zahnräder drehten, begann Anton Sjarov synchron dazu auf Geige und Bratsche zu spielen. Er hatte zuvor eine Art Soundtrack aufgenommen, sodass sich Livemusik und Konserve mit expressiven Klängen faszinierend vereinten, gelegentlich angereichert mit Naturgeräuschen wie dem Rauschen von Wind und Wasser. Für die Komposition und Einspielung hat er sich eineinhalb Jahre Zeit genommen. Die emotionale Seite der Bilder hat er in Musik umgesetzt. Zur Überraschung griff er in die Tasten eines Keyboards. Sjarov nutzt Klänge ethnischer Instrumente und Trommeln, bleibt kompositorisch aber im Bereich zeitgenössischer Klassik. Gelegentlich wechselt er zur Bratsche, einmal zu Trommeln. Die Klänge korrespondieren mit den visuellen Eindrücken. Grafische Elemente, Schattenformen und alte Landkarten wechseln mit realen Aufnahmen. Es gibt ruhige Momente unter Wasser mit Fischen, Korallenriffen und Quallen, rasante Flüge über Landschaften sowie Wege durch einen Basar. Dazu kommen Lasereffekte in wechselnden Farben. Die Zuschauer erlebten einen emotionalen Ausflug durch Farben und Klänge. Mit anhaltendem Applaus zeigten sie ihre Begeisterung.