Minden/Petershagen/Porta Westfalica

Endlich Elfter Elfter: Heute beginnt auch im Mühlenkreis die Karnevalszeit

Anja Peper

Endlich Elfter Elfter. Heute beginnt auch im Mühlenkreis die Karnevalszeit. Symbolfoto: Marius Becker/dpa - © (c) Copyright 2016, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Endlich Elfter Elfter. Heute beginnt auch im Mühlenkreis die Karnevalszeit. Symbolfoto: Marius Becker/dpa (© (c) Copyright 2016, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Minden/Petershagen/Porta Westfalica (mt). Was wir schon immer wissen wollten: Woran liegt es eigentlich, dass sich (einerseits) kaum jemand für tanzende Frauen in Herrenkleidung interessiert? Aber dass (andererseits) das Männerballett jedes Jahr aufs Neue ein verlässlicher Brüller ist? Liegt es am rosa Tütü? An den wilden Perücken? Oder an den kugeligen Bäuchen? Es bleibt ein Mysterium, das selbst beim MT-Gipfeltreffen der Karnevalsprinzen nicht abschließend geklärt werden konnte. Vom Rätsel des Männerballetts abgesehen, gab es rechtzeitig vor dem „Elften Elften“ einen aufschlussreichen Crashkurs von vier Karnevalspräsidenten.

Leider ist es nicht so einfach, vier Präsidenten unter einen Hut zu bekommen. Denn so närrisch die Zeiten auch sein mögen: Dem Ernst des Lebens entkommt man auch als Karnevalsprinz nicht. Der Job geht vor. Darum lief die Terminfindung auf eine „3 plus 1“-Lösung hinaus: Udo Hirschfelder (Kamipo), Marc Lehwald (KG Weserspucker) und Joachim Römermann (Ovenstädter Karnevalsverein) fanden einen gemeinsamen Termin zum Feierabend. Da war Berufspendler Frank Lichtenberg, der Sitzungspräsident der Grün-Roten Bütt Hainholz (Porta Westfalica) noch unterwegs. Darum wurde das Treffen mit ihm etwas später nachgeholt. Vier Narren lassen bütten. Zum Start in die Karnevalssession 2019/20 sagen wir erneut: „Helau again!“

Vier Narren lassen bütten (von links): Die Karnevalspräsidenten Udo Hirschfelder (Kamipo), Joachim Römermann (Ovenstädter Karnevalsverein), Marc Lehwald (KG Weserspucker) und Frank Lichtenberg (Grün-Rote Bütt Hainholz, Porta Westfalica).  - © MT-Foto/Montage: Anja Peper/Alexander Hoffmann
Vier Narren lassen bütten (von links): Die Karnevalspräsidenten Udo Hirschfelder (Kamipo), Joachim Römermann (Ovenstädter Karnevalsverein), Marc Lehwald (KG Weserspucker) und Frank Lichtenberg (Grün-Rote Bütt Hainholz, Porta Westfalica).  (© MT-Foto/Montage: Anja Peper/Alexander Hoffmann)

Anders als im Rheinland, kann sich bekanntlich nicht jeder Ostwestfale für Karneval erwärmen. Also die Frage: Wie sind Sie denn an diesen närrischen Job gekommen? Frank Lichtenberg sagt, das habe er sich selbst nicht träumen lassen. Der Kontakt kam über seine Tochter zustande, die sich für die Tanzgarde begeistern ließ. Natürlich kommen dann die Eltern zum Gucken mit. „Und wenig später an der Theke hatte man mich schon in den Elferrat gequatscht. Das ging alles ganz schnell.“ Udo Hirschfelder und Joachim Römermann schätzen die Gemeinschaft und den Spaß im Verein – auch außerhalb der Session. Wobei es in Ovenstädt für die knapp 1.300 Einwohner sozusagen Ehrensache ist, im Karnevalsverein zu sein: „Zu dieser Jahreszeit gibt es ja weder Sport- noch Schützenfeste. Und niemand möchte ein Partyloch riskieren.“ Und die Familie von Marc Lehwald kommt aus Düsseldorf, ihm wurde das Narrentum quasi in die Wiege gelegt. Er tanzt mit seinem Vater im Männerballett mit: „Kürzlich suchte ich Pumps in Größe 43. Da hat die Verkäuferin ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt.“

Ein Radiosender außer Rand und Band: Heute vor zwei Jahren, am 11.11.2017, stürmten die vier Karnevalsvereine gemeinsam Radio Westfalica am Johanniskirchhof. Foto: MT-Archiv/Kerstin Rickert - © Kerstin Rickert
Ein Radiosender außer Rand und Band: Heute vor zwei Jahren, am 11.11.2017, stürmten die vier Karnevalsvereine gemeinsam Radio Westfalica am Johanniskirchhof. Foto: MT-Archiv/Kerstin Rickert (© Kerstin Rickert)

Schnell merkt man: Das Präsidenten-Quartett hat viel mehr gemeinsam als nur die spitzen Mützen des Elferrats. Vor zwei Jahren, am 11.11.2017, haben sich alle vier Vereine zusammengeschlossen und gemeinsam Radio Westfalica am Johanniskirchhof gestürmt. Der Aktion war ein etwas leichtsinniger Scherz zweier Moderatoren vorausgegangen, in dem sie deutlich machten, wie unlustig sie das finden, was zur Karnevalszeit in Westfalen passiert. Das ließen die Vereine aus Minden, Petershagen und Porta nicht auf sich sitzen: Sie machten gemeinsame Sache und heckten klammheimlich den Sturm auf den Sender aus. 200 Leute machten mit, die Konfetti-Kanonen im Anschlag. An den denkwürdigen Tag denken alle gerne zurück. Zehn Jahre zuvor hätte so eine konzertierte Aktion noch nicht funktioniert. „Das hat sich zum Positiven entwickelt“, sind sich alle einig.

Kleine Nickeligkeiten sind Schnee von gestern: Heute besuchen sich die Vereine gegenseitig: „Nach Ovenstädt fahren wir mit einem ganzen Bus“, sagt Frank Lichtenberg von der Grün-Roten Bütt. Was den Start in die Karnevalsession angeht, ist es strategisch clever, dass eben nicht alle auf den „Elften Elften“ festgelegt sind. Der Ovenstädter Karnevalsverein (OKV) feiert die Proklamation der neuen Prinzenpaare erst am Freitag, die Kamipo folgt am Samstag.

Was schön ist beim Karneval in OWL: Alle vier Vereine haben ihr Stammpublikum, das jedes Jahr dabei ist. Was weniger schön ist: Alle müssen sich mit Problemen herumschlagen, die das Vereinsleben verkomplizieren. Beispiel Kamipo (Gründungsjahr 1921): Die älteste der Mindener Karnevalsgesellschaften feiert in der nächsten Session das 100. Jubiläum. Es gibt bereits einen Jubiläums-Ausschuss, der Vorbereitungen trifft. Was noch fehlt: Eine geeignete Location fürs große Fest. Das Aus der Kampa-Halle trifft – neben vielen anderen Vereinen – auch die Kamipo knüppelhart. So ein Abend will schließlich auch geprobt werden: Eine Tanzgarde braucht nicht nur hohe Räume für die Hebefiguren (Pyramiden), sondern nach Möglichkeit auch großformatige Spiegel. Im Augenblick kann die Kamipo noch die Kampa-Halle nutzen, doch damit ist Ende des Jahres Schluss.

Auch in dem Punkt sind sich die vier Karnevalspräsidenten einig: Die ständig neuen Auflagen und Forderungen bei der Genehmigungsprozedur sind alles andere als lustig. „Wir sind an der Grenze des Mach- und Finanzierbaren.“ Allgemeines Nicken. Udo Hirschfelder findet es wichtig, die Tradition aufrecht zu erhalten, aber das ehrenamtliche Engagement werde oft „mit Füßen getreten“. Gerne hätte die Kamipo schon einen Straßenumzug durch Minden gemacht, aber die Hürden waren offenbar zu hoch.

Weit über die Grenzen Ovenstädts hinaus bekannt ist der Rosenmontagsumzug des OKV, der den Ort an der Weser alle Jahre wieder in eine knallbunte närrische Hochburg verwandelt. Sicher, das große Publikumsinteresse bringt Geld in die Kasse. Aber auch hier ist der Aufwand hoch, denn das riesige Zelt muss 14 Tage lang durchgängig beheizt werden, denn Rosenmontag ist im meist noch frostigen Februar. „Die Temperatur muss mindestens 18 Grad betragen, weil sich sonst Kondenswasser bildet, das der Technik schadet“, erklärt Präsident Joachim Römermann. Außerdem muss gewährleistet sein, dass jeglicher Schnee auf dem Zeltdach sofort wegtaut, darum läuft der Dieselmotor ununterbrochen. Ideal ist das nicht. Aber auch in Ovenstädt zeigt sich: Vor den Karneval haben die Götter den Schweiß gesetzt: Die Vereinsmitglieder bauen das Zelt komplett auf und ab. Roadies zu beschäftigen, wäre zu teuer.

Karneval ist immer auch ein bisschen politisch. Dass die Steilvorlagen in den nächsten Jahren nicht ausgehen werden, da sind sich alle einig: „Was in der Weltpolitik so für Figuren rumlaufen – da geht uns der Stoff nicht aus.“ US-Präsident Donald Trump bietet im Alleingang viel Stoff, der Mann gilt als „Göttergeschenk“ für Kabarettisten und Karnevalisten gleichermaßen. Aber auch vor der eigenen Haustür finden sie genug, was sich in der Bütt durch den Kakao ziehen lässt: Was hat – mal wieder – nicht geklappt? Welche unsinnige Anschaffung ärgert die Leute? Die Portaner Themen kann Frank Lichtenberg im Schlaf herunterbeten: „Verkehr, Straßensperren, Windräder, Landwirte und Industriegebiete, die erschlossen werden oder nicht ...“ Auch die Stadt Minden bietet reichlich (Zünd-)Stoff: „Die Baustellen rund um Leteln, die Kampa-Halle, die Obermarktpassage – Bütt ist bei uns nicht schwer“, sagt Marc Lehwald (Weserspucker). Und: Erst am Aschermittwoch ist alles vorbei.

Termine:

Die Karnevalsgesellschaft Weserspucker startet am Montag, 11. November, in die neue Session. Los geht's um 19.11 Uhr im Hotel Bad Minden (Einlass ab 18.30 Uhr). An diesem Abend werden die Tollitäten 2019/2020 vorgestellt, es gibt Musik und Tanz mit DJ Franky Flow. Eintritt frei.

Auch die Portaner Karnevalsgesellschaft Grün-Rote Bütt Hainholz startet am 11.11. in die Session. Die Proklamation beginnt um 19.11 Uhr im Saal des Dorfkruges Beckert. Im nächsten Jahr steht den Grün-Roten ein großes Jubiläum ins Haus: Sie wird dann 75 Jahre alt.

Der Ovenstädter Karnevalsverein (OKV) feiert die Proklamation der neuen Prinzenpaare am Freitag, 15. November, in der Alten Molkerei in Ovenstädt. Der Eintritt ist frei. Weit über die Grenzen Ovenstädts hinaus bekannt ist der Rosenmontagsumzug des OKV.

Die Kamipo, Gründungsjahr 1921, ist die älteste der Mindener Karnevalsgesellschaften. Sie startet am Samstag, 16. November, in die Session. Start ist ebenfalls 19.11 Uhr im Restaurant „Zur Weserlust“ (Leteln).

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Minden/Petershagen/Porta WestfalicaEndlich Elfter Elfter: Heute beginnt auch im Mühlenkreis die KarnevalszeitAnja PeperMinden/Petershagen/Porta Westfalica (mt). Was wir schon immer wissen wollten: Woran liegt es eigentlich, dass sich (einerseits) kaum jemand für tanzende Frauen in Herrenkleidung interessiert? Aber dass (andererseits) das Männerballett jedes Jahr aufs Neue ein verlässlicher Brüller ist? Liegt es am rosa Tütü? An den wilden Perücken? Oder an den kugeligen Bäuchen? Es bleibt ein Mysterium, das selbst beim MT-Gipfeltreffen der Karnevalsprinzen nicht abschließend geklärt werden konnte. Vom Rätsel des Männerballetts abgesehen, gab es rechtzeitig vor dem „Elften Elften“ einen aufschlussreichen Crashkurs von vier Karnevalspräsidenten. Leider ist es nicht so einfach, vier Präsidenten unter einen Hut zu bekommen. Denn so närrisch die Zeiten auch sein mögen: Dem Ernst des Lebens entkommt man auch als Karnevalsprinz nicht. Der Job geht vor. Darum lief die Terminfindung auf eine „3 plus 1“-Lösung hinaus: Udo Hirschfelder (Kamipo), Marc Lehwald (KG Weserspucker) und Joachim Römermann (Ovenstädter Karnevalsverein) fanden einen gemeinsamen Termin zum Feierabend. Da war Berufspendler Frank Lichtenberg, der Sitzungspräsident der Grün-Roten Bütt Hainholz (Porta Westfalica) noch unterwegs. Darum wurde das Treffen mit ihm etwas später nachgeholt. Vier Narren lassen bütten. Zum Start in die Karnevalssession 2019/20 sagen wir erneut: „Helau again!“ Anders als im Rheinland, kann sich bekanntlich nicht jeder Ostwestfale für Karneval erwärmen. Also die Frage: Wie sind Sie denn an diesen närrischen Job gekommen? Frank Lichtenberg sagt, das habe er sich selbst nicht träumen lassen. Der Kontakt kam über seine Tochter zustande, die sich für die Tanzgarde begeistern ließ. Natürlich kommen dann die Eltern zum Gucken mit. „Und wenig später an der Theke hatte man mich schon in den Elferrat gequatscht. Das ging alles ganz schnell.“ Udo Hirschfelder und Joachim Römermann schätzen die Gemeinschaft und den Spaß im Verein – auch außerhalb der Session. Wobei es in Ovenstädt für die knapp 1.300 Einwohner sozusagen Ehrensache ist, im Karnevalsverein zu sein: „Zu dieser Jahreszeit gibt es ja weder Sport- noch Schützenfeste. Und niemand möchte ein Partyloch riskieren.“ Und die Familie von Marc Lehwald kommt aus Düsseldorf, ihm wurde das Narrentum quasi in die Wiege gelegt. Er tanzt mit seinem Vater im Männerballett mit: „Kürzlich suchte ich Pumps in Größe 43. Da hat die Verkäuferin ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt.“ Schnell merkt man: Das Präsidenten-Quartett hat viel mehr gemeinsam als nur die spitzen Mützen des Elferrats. Vor zwei Jahren, am 11.11.2017, haben sich alle vier Vereine zusammengeschlossen und gemeinsam Radio Westfalica am Johanniskirchhof gestürmt. Der Aktion war ein etwas leichtsinniger Scherz zweier Moderatoren vorausgegangen, in dem sie deutlich machten, wie unlustig sie das finden, was zur Karnevalszeit in Westfalen passiert. Das ließen die Vereine aus Minden, Petershagen und Porta nicht auf sich sitzen: Sie machten gemeinsame Sache und heckten klammheimlich den Sturm auf den Sender aus. 200 Leute machten mit, die Konfetti-Kanonen im Anschlag. An den denkwürdigen Tag denken alle gerne zurück. Zehn Jahre zuvor hätte so eine konzertierte Aktion noch nicht funktioniert. „Das hat sich zum Positiven entwickelt“, sind sich alle einig. Kleine Nickeligkeiten sind Schnee von gestern: Heute besuchen sich die Vereine gegenseitig: „Nach Ovenstädt fahren wir mit einem ganzen Bus“, sagt Frank Lichtenberg von der Grün-Roten Bütt. Was den Start in die Karnevalsession angeht, ist es strategisch clever, dass eben nicht alle auf den „Elften Elften“ festgelegt sind. Der Ovenstädter Karnevalsverein (OKV) feiert die Proklamation der neuen Prinzenpaare erst am Freitag, die Kamipo folgt am Samstag. Was schön ist beim Karneval in OWL: Alle vier Vereine haben ihr Stammpublikum, das jedes Jahr dabei ist. Was weniger schön ist: Alle müssen sich mit Problemen herumschlagen, die das Vereinsleben verkomplizieren. Beispiel Kamipo (Gründungsjahr 1921): Die älteste der Mindener Karnevalsgesellschaften feiert in der nächsten Session das 100. Jubiläum. Es gibt bereits einen Jubiläums-Ausschuss, der Vorbereitungen trifft. Was noch fehlt: Eine geeignete Location fürs große Fest. Das Aus der Kampa-Halle trifft – neben vielen anderen Vereinen – auch die Kamipo knüppelhart. So ein Abend will schließlich auch geprobt werden: Eine Tanzgarde braucht nicht nur hohe Räume für die Hebefiguren (Pyramiden), sondern nach Möglichkeit auch großformatige Spiegel. Im Augenblick kann die Kamipo noch die Kampa-Halle nutzen, doch damit ist Ende des Jahres Schluss. Auch in dem Punkt sind sich die vier Karnevalspräsidenten einig: Die ständig neuen Auflagen und Forderungen bei der Genehmigungsprozedur sind alles andere als lustig. „Wir sind an der Grenze des Mach- und Finanzierbaren.“ Allgemeines Nicken. Udo Hirschfelder findet es wichtig, die Tradition aufrecht zu erhalten, aber das ehrenamtliche Engagement werde oft „mit Füßen getreten“. Gerne hätte die Kamipo schon einen Straßenumzug durch Minden gemacht, aber die Hürden waren offenbar zu hoch. Weit über die Grenzen Ovenstädts hinaus bekannt ist der Rosenmontagsumzug des OKV, der den Ort an der Weser alle Jahre wieder in eine knallbunte närrische Hochburg verwandelt. Sicher, das große Publikumsinteresse bringt Geld in die Kasse. Aber auch hier ist der Aufwand hoch, denn das riesige Zelt muss 14 Tage lang durchgängig beheizt werden, denn Rosenmontag ist im meist noch frostigen Februar. „Die Temperatur muss mindestens 18 Grad betragen, weil sich sonst Kondenswasser bildet, das der Technik schadet“, erklärt Präsident Joachim Römermann. Außerdem muss gewährleistet sein, dass jeglicher Schnee auf dem Zeltdach sofort wegtaut, darum läuft der Dieselmotor ununterbrochen. Ideal ist das nicht. Aber auch in Ovenstädt zeigt sich: Vor den Karneval haben die Götter den Schweiß gesetzt: Die Vereinsmitglieder bauen das Zelt komplett auf und ab. Roadies zu beschäftigen, wäre zu teuer. Karneval ist immer auch ein bisschen politisch. Dass die Steilvorlagen in den nächsten Jahren nicht ausgehen werden, da sind sich alle einig: „Was in der Weltpolitik so für Figuren rumlaufen – da geht uns der Stoff nicht aus.“ US-Präsident Donald Trump bietet im Alleingang viel Stoff, der Mann gilt als „Göttergeschenk“ für Kabarettisten und Karnevalisten gleichermaßen. Aber auch vor der eigenen Haustür finden sie genug, was sich in der Bütt durch den Kakao ziehen lässt: Was hat – mal wieder – nicht geklappt? Welche unsinnige Anschaffung ärgert die Leute? Die Portaner Themen kann Frank Lichtenberg im Schlaf herunterbeten: „Verkehr, Straßensperren, Windräder, Landwirte und Industriegebiete, die erschlossen werden oder nicht ...“ Auch die Stadt Minden bietet reichlich (Zünd-)Stoff: „Die Baustellen rund um Leteln, die Kampa-Halle, die Obermarktpassage – Bütt ist bei uns nicht schwer“, sagt Marc Lehwald (Weserspucker). Und: Erst am Aschermittwoch ist alles vorbei. Termine: Die Karnevalsgesellschaft Weserspucker startet am Montag, 11. November, in die neue Session. Los geht's um 19.11 Uhr im Hotel Bad Minden (Einlass ab 18.30 Uhr). An diesem Abend werden die Tollitäten 2019/2020 vorgestellt, es gibt Musik und Tanz mit DJ Franky Flow. Eintritt frei. Auch die Portaner Karnevalsgesellschaft Grün-Rote Bütt Hainholz startet am 11.11. in die Session. Die Proklamation beginnt um 19.11 Uhr im Saal des Dorfkruges Beckert. Im nächsten Jahr steht den Grün-Roten ein großes Jubiläum ins Haus: Sie wird dann 75 Jahre alt. Der Ovenstädter Karnevalsverein (OKV) feiert die Proklamation der neuen Prinzenpaare am Freitag, 15. November, in der Alten Molkerei in Ovenstädt. Der Eintritt ist frei. Weit über die Grenzen Ovenstädts hinaus bekannt ist der Rosenmontagsumzug des OKV. Die Kamipo, Gründungsjahr 1921, ist die älteste der Mindener Karnevalsgesellschaften. Sie startet am Samstag, 16. November, in die Session. Start ist ebenfalls 19.11 Uhr im Restaurant „Zur Weserlust“ (Leteln).