Minden

Mehrgenerationenhaus, Kita, Sportinternat: Stadt plant ein Areal mit Ambition

Monika Jäger und Marcus Riechmann

Von Anfang an an die Menschen aller Generationen denken, die später hier mal wohnen werden: Die Stadt Minden hat sich bei der Entwicklung eines neuen Wohngebiets viel vorgenommen. Symbolfoto: Arne Dedert/dpa - © Monika Skolimowska
Von Anfang an an die Menschen aller Generationen denken, die später hier mal wohnen werden: Die Stadt Minden hat sich bei der Entwicklung eines neuen Wohngebiets viel vorgenommen. Symbolfoto: Arne Dedert/dpa (© Monika Skolimowska)

Minden (mt). Die Stadt Minden hat sich viel vorgenommen und will auf einem eigenen Grundstück zukunftsweisende Alternativen ausprobieren und aufzeigen. Angebote für anderes Wohnen könnten hier entstehen, neue Arten der Energieversorgung und der Versickerung genutzt werden, und außerdem sollen hier auf dem Areal zwischen dem Sportplatz Mittelweg und der Hahler Straße auch eine Kita und ein Sportinternat angesiedelt werden.

Selbst der Verfahrensweg ist neu, denn Bau-Beigeordneter Lars Bursian holte sich jetzt im Fachausschuss mit der Entscheidung für den Bebauungsplan erst einmal das politische „Ja“ für ein Projekt mit Potenzial. Bis Januar soll nun der städtebauliche Entwurf erarbeitet werden.

All das kommt nicht von ungefähr. Seit 2017 gibt es in Minden das „Handlungskonzept Wohnen“, dessen Grundlagen nun hier in die Praxis umgesetzt werden. Im neuen Areal schaffen Grünzug und ein kleiner Park einen Ort für Fußgänger und Radfahrer und verbinden das neue Wohngebiet mit dem Rest der Stadt. Gleichzeitig dienen sie als Lärmschutz, denn im Süden liegt der Sportplatz und an der Schumannstraße ist ein Gewerbebetrieb.

Ansonsten sollen hier Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser entstehen. Bis zu 130 Wohneinheiten sind möglich, und die Stadt wünscht sich hier eine „Bandbreite von bezahlbaren Wohnformen“, die von sozialem Wohnungsbau bis zu Wohnungen für Normalverdiener reicht. Doch die Stadt will hier nicht nur klassischen Mietwohnungsbau: Auch alternative Wohnkonzepte könnten entstehen, wie sie in Minden unter anderem der Verein Mehrgenerationenwohnen verfolgt. Und darum gibt es Grundstücke nur für Interessenten mit entsprechenden Konzepten. Dass das funktioniert, hat die Stadt in kleinerem Rahmen schon auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule Dützen festgestellt.

Die Bauweise soll dabei durchaus verdichtet sein, so Bursian weiter. So könnte die geplante Kindertagesstätte durchaus mehrgeschossig gedacht werden – wenn sich zum Beispiel Wohninteressenten für die oberen Stockwerke fänden, ergänzte er mit Blick auf die im Ausschuss anwesenden Vertreter des Mehrgenerationenwohnens. Fachbüros prüften ebenfalls moderne Verfahren zur Regenwasserversickerung und Chancen zu einer gemeinsamen Energieversorgung.

Auch das lange geplante Sportinternat für GWD Minden mit kleineren Wohnungen für junge Erwachsene aus anderen Städten soll nun hier gebaut werden. Das werde allerdings ein eher kleineres Gebäude, so Bursian. Was geplant ist, erklärte GWD-Vorsitzender Horst Bredemeier gegenüber dem MT: „Vorgesehen ist ein privat geführtes Internat, welches der Hauptverein TSV GWD Minden gemeinsam mit der Unternehmerfamilie Harting plant.“ Wichtig zu wissen, so Bredemeier weiter: Es handele sich nicht um die Bundesliga GmbH und Co. KG, sondern um den Hauptverein von GWD. Und es werde sich auch nicht das Unternehmen Harting engagieren, sondern die Familie. Schon im Mai hatte Phillipp Harting im MT-Interview gesagt, es sollten zehn bis zwölf Plätze angeboten werden, um Handballtalente zu fördern, und hatte das als einen großen Schritt in der Professionalisierung der Jugendarbeit bewertet.

Bis das neue Gebiet geplant und genehmigt ist, kann es zwei Jahre dauern.

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MindenMehrgenerationenhaus, Kita, Sportinternat: Stadt plant ein Areal mit AmbitionMonika Jäger,Marcus RiechmannMinden (mt). Die Stadt Minden hat sich viel vorgenommen und will auf einem eigenen Grundstück zukunftsweisende Alternativen ausprobieren und aufzeigen. Angebote für anderes Wohnen könnten hier entstehen, neue Arten der Energieversorgung und der Versickerung genutzt werden, und außerdem sollen hier auf dem Areal zwischen dem Sportplatz Mittelweg und der Hahler Straße auch eine Kita und ein Sportinternat angesiedelt werden. Selbst der Verfahrensweg ist neu, denn Bau-Beigeordneter Lars Bursian holte sich jetzt im Fachausschuss mit der Entscheidung für den Bebauungsplan erst einmal das politische „Ja“ für ein Projekt mit Potenzial. Bis Januar soll nun der städtebauliche Entwurf erarbeitet werden. All das kommt nicht von ungefähr. Seit 2017 gibt es in Minden das „Handlungskonzept Wohnen“, dessen Grundlagen nun hier in die Praxis umgesetzt werden. Im neuen Areal schaffen Grünzug und ein kleiner Park einen Ort für Fußgänger und Radfahrer und verbinden das neue Wohngebiet mit dem Rest der Stadt. Gleichzeitig dienen sie als Lärmschutz, denn im Süden liegt der Sportplatz und an der Schumannstraße ist ein Gewerbebetrieb. Ansonsten sollen hier Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser entstehen. Bis zu 130 Wohneinheiten sind möglich, und die Stadt wünscht sich hier eine „Bandbreite von bezahlbaren Wohnformen“, die von sozialem Wohnungsbau bis zu Wohnungen für Normalverdiener reicht. Doch die Stadt will hier nicht nur klassischen Mietwohnungsbau: Auch alternative Wohnkonzepte könnten entstehen, wie sie in Minden unter anderem der Verein Mehrgenerationenwohnen verfolgt. Und darum gibt es Grundstücke nur für Interessenten mit entsprechenden Konzepten. Dass das funktioniert, hat die Stadt in kleinerem Rahmen schon auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule Dützen festgestellt. Die Bauweise soll dabei durchaus verdichtet sein, so Bursian weiter. So könnte die geplante Kindertagesstätte durchaus mehrgeschossig gedacht werden – wenn sich zum Beispiel Wohninteressenten für die oberen Stockwerke fänden, ergänzte er mit Blick auf die im Ausschuss anwesenden Vertreter des Mehrgenerationenwohnens. Fachbüros prüften ebenfalls moderne Verfahren zur Regenwasserversickerung und Chancen zu einer gemeinsamen Energieversorgung. Auch das lange geplante Sportinternat für GWD Minden mit kleineren Wohnungen für junge Erwachsene aus anderen Städten soll nun hier gebaut werden. Das werde allerdings ein eher kleineres Gebäude, so Bursian. Was geplant ist, erklärte GWD-Vorsitzender Horst Bredemeier gegenüber dem MT: „Vorgesehen ist ein privat geführtes Internat, welches der Hauptverein TSV GWD Minden gemeinsam mit der Unternehmerfamilie Harting plant.“ Wichtig zu wissen, so Bredemeier weiter: Es handele sich nicht um die Bundesliga GmbH und Co. KG, sondern um den Hauptverein von GWD. Und es werde sich auch nicht das Unternehmen Harting engagieren, sondern die Familie. Schon im Mai hatte Phillipp Harting im MT-Interview gesagt, es sollten zehn bis zwölf Plätze angeboten werden, um Handballtalente zu fördern, und hatte das als einen großen Schritt in der Professionalisierung der Jugendarbeit bewertet. Bis das neue Gebiet geplant und genehmigt ist, kann es zwei Jahre dauern.