Minden

Die Westfälische Mausefalle zeigt ab dem 28. Dezember die Komödie „Meine unwillkommene Hälfte“

Rolf Graff

Pia (Bianca Krumme) hat es sich auf der Couch gemütlich gemacht, während ihre Seele (Sarah Killian) und die fremde Männerseele (Baruch Hoffart-Le Guellec) Grundsätzliches diskutieren. - © Foto: Rolf Graff
Pia (Bianca Krumme) hat es sich auf der Couch gemütlich gemacht, während ihre Seele (Sarah Killian) und die fremde Männerseele (Baruch Hoffart-Le Guellec) Grundsätzliches diskutieren. (© Foto: Rolf Graff)

Minden (rgr). Dass zwei Seelen in einer Brust wohnen, ließ Goethe schon den Faust klagen. Wie aber, wenn nicht die eine hell und die andere dunkel ist, sondern die eine weiblich und die andere männlich?

Pia ist unterwegs zu einem Speed-Dating, als unerwartet eine fremde Männerseele in ihrem Körper in Erscheinung tritt. Gerade hat die Vierzigjährige nach zwei Jahren die Trennung von ihrem Ex-Partner Tim überwunden und ist offen für eine neue Liebe. Im Dialog mit ihrer eigenen Seele spricht ihr diese Mut zu, als das Unerwartete geschieht.

Die Autorin Katrin Wiegand hat aus dieser Idee eine Komödie mit allerlei Verwicklungen gestrickt. „Meine unwillkommene Hälfte“ hat Regisseur Ernst Stahlhut nun für die Westfälische Mausefalle entdeckt und die Proben für die Aufführungen im Kleinen Theater am Weingarten in Minden zur Jahreswende haben bereits begonnen.

Gerade hat sich das dreiköpfige Ensemble eine Szene vorgenommen, in der die weibliche und männliche Seele aneinandergeraten. Wenn die männliche Seele (Baruch Hoffart-Le Guellec) spricht, ist das rational – Pia (Bianca Krumme) lümmelt sich auf der Couch und trinkt Bier aus einer Dose, die sie in ihrer linken Hand hält. Spricht ihre weibliche Seele (Sarah Killian), sitzt sie ordentlicher, trinkt aus dem Sektglas in der anderen Hand und argumentiert gefühlsbetont.

So klischeehaft bleibt das aber nicht, versichern die Akteure. Als das Telefon klingelt, greift Pia zum Hörer. Für Alexander Heidenreich, der Ernst Stahlhut bei der Probe assistiert, geht das zu schnell und sie spricht zu nüchtern dafür, dass sie ja doppelt trinkt. Der nächste Durchgang wirkt glaubhafter. Es ist Pias Mutter, die anruft und ihr berichtet, dass ihr Exfreund Tim vor zwei Tagen einen Unfall hatte und seitdem im Koma liegt. Trotz vieler Szenarien gibt es nur wenig Aktion in dieser Komödie, die auf ausgefeilte Dialoge und hintergründigen Humor setzt.

Baruch Hoffart-Le Guellec stöhnt ein wenig darüber, dass er noch nie so viel Text lernen musste und auch seine Kolleginnen pflichten dem bei. Ernst Stahlhut kennt das Stück diesmal ausschließlich aus dem Skript, hat noch keine Aufführung davon gesehen oder etwas von einer solchen gelesen. Das macht es für ihn und sein Team besonders spannend und das wird es sicher auch für das Publikum sein.

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MindenDie Westfälische Mausefalle zeigt ab dem 28. Dezember die Komödie „Meine unwillkommene Hälfte“Rolf GraffMinden (rgr). Dass zwei Seelen in einer Brust wohnen, ließ Goethe schon den Faust klagen. Wie aber, wenn nicht die eine hell und die andere dunkel ist, sondern die eine weiblich und die andere männlich? Pia ist unterwegs zu einem Speed-Dating, als unerwartet eine fremde Männerseele in ihrem Körper in Erscheinung tritt. Gerade hat die Vierzigjährige nach zwei Jahren die Trennung von ihrem Ex-Partner Tim überwunden und ist offen für eine neue Liebe. Im Dialog mit ihrer eigenen Seele spricht ihr diese Mut zu, als das Unerwartete geschieht. Die Autorin Katrin Wiegand hat aus dieser Idee eine Komödie mit allerlei Verwicklungen gestrickt. „Meine unwillkommene Hälfte“ hat Regisseur Ernst Stahlhut nun für die Westfälische Mausefalle entdeckt und die Proben für die Aufführungen im Kleinen Theater am Weingarten in Minden zur Jahreswende haben bereits begonnen. Gerade hat sich das dreiköpfige Ensemble eine Szene vorgenommen, in der die weibliche und männliche Seele aneinandergeraten. Wenn die männliche Seele (Baruch Hoffart-Le Guellec) spricht, ist das rational – Pia (Bianca Krumme) lümmelt sich auf der Couch und trinkt Bier aus einer Dose, die sie in ihrer linken Hand hält. Spricht ihre weibliche Seele (Sarah Killian), sitzt sie ordentlicher, trinkt aus dem Sektglas in der anderen Hand und argumentiert gefühlsbetont. So klischeehaft bleibt das aber nicht, versichern die Akteure. Als das Telefon klingelt, greift Pia zum Hörer. Für Alexander Heidenreich, der Ernst Stahlhut bei der Probe assistiert, geht das zu schnell und sie spricht zu nüchtern dafür, dass sie ja doppelt trinkt. Der nächste Durchgang wirkt glaubhafter. Es ist Pias Mutter, die anruft und ihr berichtet, dass ihr Exfreund Tim vor zwei Tagen einen Unfall hatte und seitdem im Koma liegt. Trotz vieler Szenarien gibt es nur wenig Aktion in dieser Komödie, die auf ausgefeilte Dialoge und hintergründigen Humor setzt. Baruch Hoffart-Le Guellec stöhnt ein wenig darüber, dass er noch nie so viel Text lernen musste und auch seine Kolleginnen pflichten dem bei. Ernst Stahlhut kennt das Stück diesmal ausschließlich aus dem Skript, hat noch keine Aufführung davon gesehen oder etwas von einer solchen gelesen. Das macht es für ihn und sein Team besonders spannend und das wird es sicher auch für das Publikum sein.