Minden-Meißen

Wurstwarenhandel „Lohmeier & Zabell“ ist insolvent

Sebastian Radermacher

Über viele Jahre hatte die Firma „Lohmeier & Zabell“ mit ihren gelb-grünen Verkaufswagen auf dem Scharn in Minden gestanden. MT-Archivfoto: Manfred Otto - © Otto,Manfred
Über viele Jahre hatte die Firma „Lohmeier & Zabell“ mit ihren gelb-grünen Verkaufswagen auf dem Scharn in Minden gestanden. MT-Archivfoto: Manfred Otto (© Otto,Manfred)

Minden-Meißen (mt). Der Mindener Fleisch- und Wurstwarenhandel „Lohmeier & Zabell“ ist insolvent. Das teilt das Amtsgericht Bielefeld in seinen Bekanntmachungen mit. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei Rechtsanwalt Rüdiger Kober aus Herford bestellt worden, heißt es dort.

Geschäftsführer des Betriebs aus Meißen ist Daniel Zabell. Er hatte das Unternehmen unter dem bisherigen Namen weitergeführt, nachdem Ulrich Lohmeier 2015 seine Anteile verkauft und sich beruflich verändert hatte. Lange hatten die gelb-grünen Verkaufswagen zum Beispiel in Minden auf dem Scharn gestanden.

Wie Rüdiger Kober auf MT-Anfrage am Dienstag mitteilte, ist der Geschäftsbetrieb bereits eingestellt worden. Zuletzt soll Zabell noch eine Mitarbeiterin gehabt haben, sie soll im September aufgehört haben, sagte der Anwalt. Einzelheiten zum Verfahren nannte er nicht, ebenso wenig zu möglichen Gründen für den Gang in die Insolvenz. Zabell war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Telefonnummer seines Betriebs ist abgeschaltet.

Zabell selbst hatte eine mögliche Insolvenz zuletzt in Zusammenhang damit gebracht, dass er Ende August plötzlich nicht mehr an seinem bisherigen Stand auf dem Wochenmarkt in Stadthagen vertreten sein durfte. Wie die „Schaumburger Nachrichten“ am 30. August berichteten, habe die Stadt den Beschicker aus Minden von dort verwiesen – nach mehr als 30 Jahren, die er und zuvor bereits sein Vater dort mit einem Stand vertreten waren. Die Begründung der Stadt Stadthagen: Zabell soll sich nicht ordnungsgemäß abgemeldet haben, wenn er nicht am Wochenmarkt teilnehmen konnte.

Kurze Zeit später hieß es, dass er bleiben dürfe, ihm sei aber ein anderer Standort zugewiesen worden. „Das ist gleichbedeutend mit meinem wirtschaftlichen Ruin. Da kann ich Insolvenz anmelden“, wurde Zabell in den „Schaumburger Nachrichten“ zitiert. Wenige Tage später war er dann erleichtert: Nach einer Aussprache hatten sich Zabell und die Stadt darauf geeinigt, dass er an seinem bisherigen Marktstandort bleiben durfte, berichteten die „Schaumburger Nachrichten“.

Vor einem Jahr hatten sich Mindener Nachbarn in Meißen über Zabells Wurstwarenhandel beschwert. Ihr Vorwurf: Der Müllcontainer auf dem Hof sei über Wochen nicht geleert worden, Müllsäcke lägen auf dem Boden, teilweise zerrissen, ein unangenehmer Geruch liege in der Luft. Etwa 20 Nachbarn unterschrieben einen Protestbrief, den sie an die Ordnungsbehörde der Stadt Minden und das Umweltamt des Kreises schickten.

Der Kreis setzte schließlich eine Frist, den Container zu leeren und wieder für Ordnung zu sorgen – dieser Frist kam Zabell nach. Wie seine Anwältin damals mitteilte, hatte es zuvor ein Missverständnis zwischen ihrem Mandanten und der Entsorgungsfirma gegeben, was die Bezahlung des Auftrags (Barzahlung oder Überweisung) anging.

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Minden-MeißenWurstwarenhandel „Lohmeier & Zabell“ ist insolventSebastian RadermacherMinden-Meißen (mt). Der Mindener Fleisch- und Wurstwarenhandel „Lohmeier & Zabell“ ist insolvent. Das teilt das Amtsgericht Bielefeld in seinen Bekanntmachungen mit. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei Rechtsanwalt Rüdiger Kober aus Herford bestellt worden, heißt es dort. Geschäftsführer des Betriebs aus Meißen ist Daniel Zabell. Er hatte das Unternehmen unter dem bisherigen Namen weitergeführt, nachdem Ulrich Lohmeier 2015 seine Anteile verkauft und sich beruflich verändert hatte. Lange hatten die gelb-grünen Verkaufswagen zum Beispiel in Minden auf dem Scharn gestanden. Wie Rüdiger Kober auf MT-Anfrage am Dienstag mitteilte, ist der Geschäftsbetrieb bereits eingestellt worden. Zuletzt soll Zabell noch eine Mitarbeiterin gehabt haben, sie soll im September aufgehört haben, sagte der Anwalt. Einzelheiten zum Verfahren nannte er nicht, ebenso wenig zu möglichen Gründen für den Gang in die Insolvenz. Zabell war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Telefonnummer seines Betriebs ist abgeschaltet. Zabell selbst hatte eine mögliche Insolvenz zuletzt in Zusammenhang damit gebracht, dass er Ende August plötzlich nicht mehr an seinem bisherigen Stand auf dem Wochenmarkt in Stadthagen vertreten sein durfte. Wie die „Schaumburger Nachrichten“ am 30. August berichteten, habe die Stadt den Beschicker aus Minden von dort verwiesen – nach mehr als 30 Jahren, die er und zuvor bereits sein Vater dort mit einem Stand vertreten waren. Die Begründung der Stadt Stadthagen: Zabell soll sich nicht ordnungsgemäß abgemeldet haben, wenn er nicht am Wochenmarkt teilnehmen konnte. Kurze Zeit später hieß es, dass er bleiben dürfe, ihm sei aber ein anderer Standort zugewiesen worden. „Das ist gleichbedeutend mit meinem wirtschaftlichen Ruin. Da kann ich Insolvenz anmelden“, wurde Zabell in den „Schaumburger Nachrichten“ zitiert. Wenige Tage später war er dann erleichtert: Nach einer Aussprache hatten sich Zabell und die Stadt darauf geeinigt, dass er an seinem bisherigen Marktstandort bleiben durfte, berichteten die „Schaumburger Nachrichten“. Vor einem Jahr hatten sich Mindener Nachbarn in Meißen über Zabells Wurstwarenhandel beschwert. Ihr Vorwurf: Der Müllcontainer auf dem Hof sei über Wochen nicht geleert worden, Müllsäcke lägen auf dem Boden, teilweise zerrissen, ein unangenehmer Geruch liege in der Luft. Etwa 20 Nachbarn unterschrieben einen Protestbrief, den sie an die Ordnungsbehörde der Stadt Minden und das Umweltamt des Kreises schickten. Der Kreis setzte schließlich eine Frist, den Container zu leeren und wieder für Ordnung zu sorgen – dieser Frist kam Zabell nach. Wie seine Anwältin damals mitteilte, hatte es zuvor ein Missverständnis zwischen ihrem Mandanten und der Entsorgungsfirma gegeben, was die Bezahlung des Auftrags (Barzahlung oder Überweisung) anging.