Minden

18-Jähriger an Pfingsten in der Weser ertrunken: „Es war ein tragisches Unglück“

Sebastian Radermacher

Mit einem Großaufgebot suchte die Feuerwehr in der Weser nach dem Vermissten. MT-Archivfoto: Nadine Schwan
Mit einem Großaufgebot suchte die Feuerwehr in der Weser nach dem Vermissten. MT-Archivfoto: Nadine Schwan

Minden (mt). Die Ermittler der Polizei Minden-Lübbecke und der Staatsanwaltschaft Bielefeld können die Frage, warum am 7. Juni ein 18-jähriger Austausschüler in der Weser in Minden ertrunken ist, nicht mehr beantworten. „Wir haben die Ermittlungen eingestellt“, teilt Staatsanwalt Christoph Mackel am Donnerstag auf MT-Anfrage mit. Es hätten sich keine Hinweise ergeben, dass ein Fremdverschulden vorgelegen habe.

Der junge Taiwanese war als Teil eines Austauschprogramms der Rotarier mit einer rund 60-köpfigen Gruppe in Minden. Am frühen Freitagabend vor Pfingsten ging er in der Weser schwimmen – plötzlich war er verschwunden. Mehrere Tage lang suchten Polizeibeamte und Feuerwehrleute nach ihm. Auch Taucher und Spürhunde waren im Einsatz, ebenso ein Helikopter der Polizei, der die Weser abflog. Vier Tage später fanden Einsatzkräfte nach dem Hinweis eines Passanten seine Leiche in der Weser bei Todtenhausen.

Seitdem drehten sich die Ermittlungen um die Frage, wie es zu diesem Todesfall kommen konnte. Trotz der Befragung mehrerer Augenzeugen erhielten die Ermittler letztlich aber keine neuen Erkenntnisse. „Der 18-Jährige konnte Schwimmen und ging freiwillig ins Wasser“, berichtet Mackel. „Die Aufsichtspflicht wurde nicht verletzt.“

Die Frage, ob der Schüler womöglich von einem Boot angefahren wurde, wie einige Zeugen vermuteten, kann der Staatsanwalt mittlerweile klar verneinen. Das Boot habe überhaupt keine Rolle gespielt, es sei kein Wellenschlag zu erkennen gewesen. „Es war ein tragisches Unglück“, sagt Mackel abschließend.

Lesen Sie zu diesem Thema auch

"Wasserschutzpolizei warnt Schwimmer nach Todesfall in Minden"

"MT-Interview mit Daniel Westermann von der DLRG Minden: „Ertrinkende winken nicht mit den Armen“

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Minden18-Jähriger an Pfingsten in der Weser ertrunken: „Es war ein tragisches Unglück“Sebastian RadermacherMinden (mt). Die Ermittler der Polizei Minden-Lübbecke und der Staatsanwaltschaft Bielefeld können die Frage, warum am 7. Juni ein 18-jähriger Austausschüler in der Weser in Minden ertrunken ist, nicht mehr beantworten. „Wir haben die Ermittlungen eingestellt“, teilt Staatsanwalt Christoph Mackel am Donnerstag auf MT-Anfrage mit. Es hätten sich keine Hinweise ergeben, dass ein Fremdverschulden vorgelegen habe. Der junge Taiwanese war als Teil eines Austauschprogramms der Rotarier mit einer rund 60-köpfigen Gruppe in Minden. Am frühen Freitagabend vor Pfingsten ging er in der Weser schwimmen – plötzlich war er verschwunden. Mehrere Tage lang suchten Polizeibeamte und Feuerwehrleute nach ihm. Auch Taucher und Spürhunde waren im Einsatz, ebenso ein Helikopter der Polizei, der die Weser abflog. Vier Tage später fanden Einsatzkräfte nach dem Hinweis eines Passanten seine Leiche in der Weser bei Todtenhausen. Seitdem drehten sich die Ermittlungen um die Frage, wie es zu diesem Todesfall kommen konnte. Trotz der Befragung mehrerer Augenzeugen erhielten die Ermittler letztlich aber keine neuen Erkenntnisse. „Der 18-Jährige konnte Schwimmen und ging freiwillig ins Wasser“, berichtet Mackel. „Die Aufsichtspflicht wurde nicht verletzt.“ Die Frage, ob der Schüler womöglich von einem Boot angefahren wurde, wie einige Zeugen vermuteten, kann der Staatsanwalt mittlerweile klar verneinen. Das Boot habe überhaupt keine Rolle gespielt, es sei kein Wellenschlag zu erkennen gewesen. „Es war ein tragisches Unglück“, sagt Mackel abschließend. Lesen Sie zu diesem Thema auch "Wasserschutzpolizei warnt Schwimmer nach Todesfall in Minden" "MT-Interview mit Daniel Westermann von der DLRG Minden: „Ertrinkende winken nicht mit den Armen“