Minden

5.000 Fans begrüßen DTM-Champion René Rast auf dem Mindener Marktplatz

Thomas Kühlmann

Mit bester Laune und Engelsgeduld schrieb schrieb René Rast unzählige Autogramme für seine Anhänger und ließ sich mit ihnen auch gern auf Selfies ablichten. Der gebürtige Mindener genoss das Bad in der Menge. - © Thomas Kühlmann
Mit bester Laune und Engelsgeduld schrieb schrieb René Rast unzählige Autogramme für seine Anhänger und ließ sich mit ihnen auch gern auf Selfies ablichten. Der gebürtige Mindener genoss das Bad in der Menge. (© Thomas Kühlmann)

Minden (mt). René Rast nimmt seinen Helm ab, entledigt sich der Feuerschützmütze und atmet erst einmal tief durch. Soeben ist er mit seinem Audi-Boliden auf den eigens auf dem Mindener Marktplatz ausgelegten Roten Teppich gefahren, nachdem er zuvor in einer schmalen Schneise, flankiert von den begeisterten Motorsportfans, ein paar Meter auf dem altehrwürdigen Kopfsteinplaster mit laut aufheulendem Motor sein Können zelebrieren durfte.

Jetzt, gerade seinem Meistergefährt entstiegen, steht ihm scheinbar die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. Fassungslosigkeit ob der Massenhysterie, die ihm an diesem Samstagnachmittag in seiner Geburtsstadt entgegengebracht wird. 5.000 Fans aller Altersklassen lassen es sich nicht nehmen, „ihrem" Meister und seinem Betreuerstab bei der Rückkehr in die Heimatstadt einen gebührenden Empfang zu bereiten. Zahlreiche Handys gehen in die Höhe, als der schmächtige Champion dann kurzentschlossen zum Mikrofon greift. „Minden, ihr seid der Wahnsinn" ruft er den frenetisch applaudierenden Anhängern zu, während auch sein Portaner Manager Dennis Rostek und Audi-Motorsportchef Dieter Gass aus dem Staunen nicht herauskommen ob der Begeisterung, die dem Fahr-Genie zukommt.

DTM-Meister René Rast besucht seine Heimatstadt Minden (Plus-Inhalt)

An diesem Tag passt für die Motorsport-Gemeinde einfach alles zusammen. Das Wetter spielt mit, der Empfang ist auf einem Samstag und der Titelgewinn war nicht so überraschend wie vor zwei Jahren, als sich Rast erst am letzten Rennwochenende zum Meister krönte und die Triumphfahrt auf dem Marktplatz bei weitem nicht auf die Resonanz gestoßen war wie an diesem Samstagnachmittag. Auch Jörg-Friedrich Sander, der mit der Minden-Marketing GmbH für den Rahmen der Veranstaltung verantwortlich ist, und Bürgermeister Michael Jäcke outen sich im Nachhinein als Motorsport-Fans. Jäcke kündigt auch an, in seinem vollen Terminkalender für die kommende Saison auf jeden Fall noch einen Termin frei zu halten, um ein DTM-Rennen auch einmal live an einer Rennstrecke mitzuerleben.

Eintrag ins Goldene Buch unter Aufsicht des Bürgermeisters. - © Thomas Kühlmann
Eintrag ins Goldene Buch unter Aufsicht des Bürgermeisters. (© Thomas Kühlmann)

Über den Vorschlag von Fernsehmoderator Eddie Mielke, doch bei so viel Zuspruch für den Motorsport mal an einen Stadtkurs in Minden zu denken, muss das Mindener Stadtoberhaupt allerdings schmunzeln. „Ich habe mit meinem Team von der Verwaltung zwar möglich gemacht, dass René Rast auf dem Marktplatz eine Runde drehen darf, ein solches Vorhaben würde aber meine Kompetenzen überschreiten", sagt Jäcke, der sogleich den zweimaligen DTM-Champion René Rast einlädt, sich ins Goldene Buch der Stadt Minden einzutragen. Gesagt, getan.

„Na, wie haben wir das mal wieder hinbekommen?" Meister René Rast (rechts) und sein Portaner Manager Dennis Rostek. - © Thomas Kühlmann
„Na, wie haben wir das mal wieder hinbekommen?" Meister René Rast (rechts) und sein Portaner Manager Dennis Rostek. (© Thomas Kühlmann)

Schnell ist der Schriftzug auf die Seite gesetzt, bevor der Autogramm-Marathon und das Bad in der Menge für den Meister beginnt. Und Rast hat sichtlich Spaß, sich mit Klein und Groß auf Selfies ablichten zu lassen, seinen Namen auf diverse Motorsport-Utensilien ebenso zu schreiben wie auf die mitgebrachten Autogrammkarten und Fan-Fahnen. Auch Fragen, die Kindern und Jugendlichen unter den Nägeln brennen, beantwortet Rast mit einer Engelsgeduld und einem stetigen Lächeln. Jeder bekommt vom „Meister zum Anfassen" seinen Wunsch erfüllt.

Flankiert von den dicht gedrängt stehenden Motorsport-Fans auf dem Mindener Marktplatz fährt DTM-Champion René Rast in seinem Audi auf den Roten Teppich vor. MT-Fotos: Thomas Kühlmann - © Thomas Kühlmann
Flankiert von den dicht gedrängt stehenden Motorsport-Fans auf dem Mindener Marktplatz fährt DTM-Champion René Rast in seinem Audi auf den Roten Teppich vor. MT-Fotos: Thomas Kühlmann (© Thomas Kühlmann)

Und Rast scheint einfach nicht müde zu werden. „Der Gewinn des Meistertitels ist jetzt zwei Wochen her und wir sind seit dem letzten Rennen nur unterwegs. Es gibt einfach keinen Halt. Wie auf der Strecke", sagt Rast. Ein Meister, der Vollgas gibt und keine Rast kennt – auf der Jagd nach dem nächsten Triumph.

Interview mit René Rast

René Rast, Sie haben in den vergangenen drei Jahren zwei Mal den Titel in der DTM gewonnen und sind einmal nur um wenige Punkte an der Meisterschaft vorbeigeschrammt. Was für Ziele haben Sie noch in der DTM?

Zwei Titel haben schon einige in der DTM geholt. Ich möchte auf jeden Fall mindestens noch einmal Meister werden. Mal sehen, ob ich das noch hinbekomme.

Ist es nicht auf Dauer langweilig, wenn man wie Sie so überlegen die Rennserie beherrscht?

Auf keinen Fall. In jedem Rennen kann so viel passieren. Ich bin zwar immer drauf bedacht, nichts dem Zufall zu überlassen. Doch ein Abo auf das Gewinnen habe ich noch lange nicht.

Wie haben Sie ihre Zukunft geplant. Wäre es nicht ein Anreiz, sich in einer neuen Rennserie zu beweisen, unter Umständen in einem Formel-Auto?

Ich plane nur von Jahr zu Jahr. Was die Rennserie betrifft, sehe ich meinen Audi schon wie ein Formel-Auto an, allerdings wie eines mit Dach. Die DTM ist die beste und populärste Tourenwagenserie in Deutschland, hier sehe ich auch meine Zukunft.

Schlummert im Hinterkopf nicht insgeheim auch der Gedanke an die Formel 1?

Ehrlich gesagt nicht. Dafür bin ich einfach zu alt. Ich bin jetzt 33 und man sieht, dass die Fahrer in der Formel 1 immer jünger werden. Daher sage ich mir lieber: Schuster bleib bei Deinem Leisten. Von meinem Manager Dennis Rostek und in meinem gesamten Audi-Team bekomme ich optimale Unterstützung, materiell wie personell, so dass ich wunschlos glücklich bin.

Sehnen Sie sich jetzt erst einmal nach Urlaub?

Urlaub gibt es im Motorsport nicht. Ich genieße momentan den Erfolg und freue mich bereits auf die nächsten Vorhaben.

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Minden5.000 Fans begrüßen DTM-Champion René Rast auf dem Mindener MarktplatzThomas KühlmannMinden (mt). René Rast nimmt seinen Helm ab, entledigt sich der Feuerschützmütze und atmet erst einmal tief durch. Soeben ist er mit seinem Audi-Boliden auf den eigens auf dem Mindener Marktplatz ausgelegten Roten Teppich gefahren, nachdem er zuvor in einer schmalen Schneise, flankiert von den begeisterten Motorsportfans, ein paar Meter auf dem altehrwürdigen Kopfsteinplaster mit laut aufheulendem Motor sein Können zelebrieren durfte. Jetzt, gerade seinem Meistergefährt entstiegen, steht ihm scheinbar die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. Fassungslosigkeit ob der Massenhysterie, die ihm an diesem Samstagnachmittag in seiner Geburtsstadt entgegengebracht wird. 5.000 Fans aller Altersklassen lassen es sich nicht nehmen, „ihrem" Meister und seinem Betreuerstab bei der Rückkehr in die Heimatstadt einen gebührenden Empfang zu bereiten. Zahlreiche Handys gehen in die Höhe, als der schmächtige Champion dann kurzentschlossen zum Mikrofon greift. „Minden, ihr seid der Wahnsinn" ruft er den frenetisch applaudierenden Anhängern zu, während auch sein Portaner Manager Dennis Rostek und Audi-Motorsportchef Dieter Gass aus dem Staunen nicht herauskommen ob der Begeisterung, die dem Fahr-Genie zukommt. An diesem Tag passt für die Motorsport-Gemeinde einfach alles zusammen. Das Wetter spielt mit, der Empfang ist auf einem Samstag und der Titelgewinn war nicht so überraschend wie vor zwei Jahren, als sich Rast erst am letzten Rennwochenende zum Meister krönte und die Triumphfahrt auf dem Marktplatz bei weitem nicht auf die Resonanz gestoßen war wie an diesem Samstagnachmittag. Auch Jörg-Friedrich Sander, der mit der Minden-Marketing GmbH für den Rahmen der Veranstaltung verantwortlich ist, und Bürgermeister Michael Jäcke outen sich im Nachhinein als Motorsport-Fans. Jäcke kündigt auch an, in seinem vollen Terminkalender für die kommende Saison auf jeden Fall noch einen Termin frei zu halten, um ein DTM-Rennen auch einmal live an einer Rennstrecke mitzuerleben. Über den Vorschlag von Fernsehmoderator Eddie Mielke, doch bei so viel Zuspruch für den Motorsport mal an einen Stadtkurs in Minden zu denken, muss das Mindener Stadtoberhaupt allerdings schmunzeln. „Ich habe mit meinem Team von der Verwaltung zwar möglich gemacht, dass René Rast auf dem Marktplatz eine Runde drehen darf, ein solches Vorhaben würde aber meine Kompetenzen überschreiten", sagt Jäcke, der sogleich den zweimaligen DTM-Champion René Rast einlädt, sich ins Goldene Buch der Stadt Minden einzutragen. Gesagt, getan. Schnell ist der Schriftzug auf die Seite gesetzt, bevor der Autogramm-Marathon und das Bad in der Menge für den Meister beginnt. Und Rast hat sichtlich Spaß, sich mit Klein und Groß auf Selfies ablichten zu lassen, seinen Namen auf diverse Motorsport-Utensilien ebenso zu schreiben wie auf die mitgebrachten Autogrammkarten und Fan-Fahnen. Auch Fragen, die Kindern und Jugendlichen unter den Nägeln brennen, beantwortet Rast mit einer Engelsgeduld und einem stetigen Lächeln. Jeder bekommt vom „Meister zum Anfassen" seinen Wunsch erfüllt. Und Rast scheint einfach nicht müde zu werden. „Der Gewinn des Meistertitels ist jetzt zwei Wochen her und wir sind seit dem letzten Rennen nur unterwegs. Es gibt einfach keinen Halt. Wie auf der Strecke", sagt Rast. Ein Meister, der Vollgas gibt und keine Rast kennt – auf der Jagd nach dem nächsten Triumph. Interview mit René Rast René Rast, Sie haben in den vergangenen drei Jahren zwei Mal den Titel in der DTM gewonnen und sind einmal nur um wenige Punkte an der Meisterschaft vorbeigeschrammt. Was für Ziele haben Sie noch in der DTM? Zwei Titel haben schon einige in der DTM geholt. Ich möchte auf jeden Fall mindestens noch einmal Meister werden. Mal sehen, ob ich das noch hinbekomme. Ist es nicht auf Dauer langweilig, wenn man wie Sie so überlegen die Rennserie beherrscht? Auf keinen Fall. In jedem Rennen kann so viel passieren. Ich bin zwar immer drauf bedacht, nichts dem Zufall zu überlassen. Doch ein Abo auf das Gewinnen habe ich noch lange nicht. Wie haben Sie ihre Zukunft geplant. Wäre es nicht ein Anreiz, sich in einer neuen Rennserie zu beweisen, unter Umständen in einem Formel-Auto? Ich plane nur von Jahr zu Jahr. Was die Rennserie betrifft, sehe ich meinen Audi schon wie ein Formel-Auto an, allerdings wie eines mit Dach. Die DTM ist die beste und populärste Tourenwagenserie in Deutschland, hier sehe ich auch meine Zukunft. Schlummert im Hinterkopf nicht insgeheim auch der Gedanke an die Formel 1? Ehrlich gesagt nicht. Dafür bin ich einfach zu alt. Ich bin jetzt 33 und man sieht, dass die Fahrer in der Formel 1 immer jünger werden. Daher sage ich mir lieber: Schuster bleib bei Deinem Leisten. Von meinem Manager Dennis Rostek und in meinem gesamten Audi-Team bekomme ich optimale Unterstützung, materiell wie personell, so dass ich wunschlos glücklich bin. Sehnen Sie sich jetzt erst einmal nach Urlaub? Urlaub gibt es im Motorsport nicht. Ich genieße momentan den Erfolg und freue mich bereits auf die nächsten Vorhaben.