Standpunkt zum Biotop in Minden: Geld in den Sand gesetzt

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Foto 2018 von www.ChristianSchwier.de (© Foto 2018 von www.ChristianSchwier.de)

Von Stefan Koch

Wenn die öffentliche Hand wieder einmal das Geld der Bürger zunichte macht, bleibt für diese nur die Rolle des ohnmächtigen Zuschauers übrig. Denn wer vom Finanzamt knallhart den Zahlbefehl erhält, im Sozialamt um Kleckerbeträge für den Ausgleich seiner Stromkosten betteln muss, wegen kleiner Fehler im Straßenverkehr üppige Strafsummen berappt und nicht aufmuckt, wenn die Rente schrumpft, hat kaum eine Chance, sich gegen die Verschwendung öffentlicher Mittel zur Wehr zu setzen. Dies scheint ohnehin immer schicksalhaft zu geschehen, ohne einen Verantwortlichen, der im Gegensatz zum Bürger haftbar gemacht werden könnte.

Jetzt lässt sich das auch am neuen Biotop in Minden beobachten. Die Kosten für das Naturprojekt an der Weserbrücke in der City haben sich mangels einer angemessenen Sondierung verdoppelt. Kaum ein Stadtverordneter stellt infrage, ob das teuere Loch da noch Sinn macht. Angesichts eines weiteren Vorhabens – die Veränderung des Bastaulaufes auf fast zwei Kilometern Länge – kann jedem bange werden, der als Begründung für den Murks am Baggerloch zu hören bekommt, dass es vor der Schüppe nun einmal dunkel sei. Umso schlimmer, wenn dabei das gute Geld für derart nachrangige Projekte in den Sand gesetzt wird, während es für Bildung und Soziales bekanntlich ja immer fehlt.

Schön wäre es, wenn alle erfahren, wie es zur Kostenexplosion bei der Biotopbuddelei kommen konnte und dies nicht hinter den verschlossenen Türen nicht-öffentlicher Sitzungen geklärt wird. Das wenigstens müssen jetzt die parlamentarischen Kontrolleure liefern.

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Standpunkt zum Biotop in Minden: Geld in den Sand gesetztVon Stefan Koch Wenn die öffentliche Hand wieder einmal das Geld der Bürger zunichte macht, bleibt für diese nur die Rolle des ohnmächtigen Zuschauers übrig. Denn wer vom Finanzamt knallhart den Zahlbefehl erhält, im Sozialamt um Kleckerbeträge für den Ausgleich seiner Stromkosten betteln muss, wegen kleiner Fehler im Straßenverkehr üppige Strafsummen berappt und nicht aufmuckt, wenn die Rente schrumpft, hat kaum eine Chance, sich gegen die Verschwendung öffentlicher Mittel zur Wehr zu setzen. Dies scheint ohnehin immer schicksalhaft zu geschehen, ohne einen Verantwortlichen, der im Gegensatz zum Bürger haftbar gemacht werden könnte. Jetzt lässt sich das auch am neuen Biotop in Minden beobachten. Die Kosten für das Naturprojekt an der Weserbrücke in der City haben sich mangels einer angemessenen Sondierung verdoppelt. Kaum ein Stadtverordneter stellt infrage, ob das teuere Loch da noch Sinn macht. Angesichts eines weiteren Vorhabens – die Veränderung des Bastaulaufes auf fast zwei Kilometern Länge – kann jedem bange werden, der als Begründung für den Murks am Baggerloch zu hören bekommt, dass es vor der Schüppe nun einmal dunkel sei. Umso schlimmer, wenn dabei das gute Geld für derart nachrangige Projekte in den Sand gesetzt wird, während es für Bildung und Soziales bekanntlich ja immer fehlt. Schön wäre es, wenn alle erfahren, wie es zur Kostenexplosion bei der Biotopbuddelei kommen konnte und dies nicht hinter den verschlossenen Türen nicht-öffentlicher Sitzungen geklärt wird. Das wenigstens müssen jetzt die parlamentarischen Kontrolleure liefern.