Minden

Stromausfall verursacht Ausfall der Systeme in Teilen der Innenstadt

Jan Henning Rogge, Sebastian Radermacher und Vasco Stemmer

Strom kommt aus der Steckdose – wenn er denn kommt. Ein Stromausfall hat am Freitag um die Mittagszeit das Gebiet zwischen Simeonsplatz und Weser lahmgelegt. Betroffen waren unter anderem das Kreishaus, Harting und das Fitnessstudio „Relax“. Symbolfoto: Marcus Brandt/dpa - © Marcus Brandt
Strom kommt aus der Steckdose – wenn er denn kommt. Ein Stromausfall hat am Freitag um die Mittagszeit das Gebiet zwischen Simeonsplatz und Weser lahmgelegt. Betroffen waren unter anderem das Kreishaus, Harting und das Fitnessstudio „Relax“. Symbolfoto: Marcus Brandt/dpa (© Marcus Brandt)

Minden (mt). Wegen eines Stromausfalls waren am Freitag einige Bereiche Mindens bis etwa 15 Uhr ohne elektrische Energie. Betroffen waren neben Privathaushalten auch verschiedene Einrichtungen, Unternehmen, darunter die Firma Harting, das Relax-Fitnessstudio und die Classic-Tankstelle an der Portastraße, das Kreishaus sowie mehrere Ampeln im betroffenen Bereich. Wie eine Sprecherin des Netzbetreibers Westfalen-Weser-Netz auf MT-Anfrage berichtete, war die Ursache für den Stromausfall eine Unterbrechung im Mittelspannungsnetz zwischen Johansen- und Portastraße. Auslöser war vermutlich ein Kabelfehler.

Der Ausfall war der Westfalen-Weser-Netz-Leitstelle gegen 13.49 Uhr gemeldet worden. Um 14.22 Uhr war der Strom in einigen der betroffenen Bereiche wieder verfügbar. Als dann um 14.43 Uhr in einem zweiten Schritt auch der restliche Bereich wieder ans Netz gehen sollte, kam es erneut zu einem einminütigen Ausfall in dem Bereich, der zuvor bereits versorgt worden war. Um 14.59 Uhr war der Strom im gesamten betroffenen Bereich wieder verfügbar.

Im Relax-Fitnessstudio brachte der Ausfall weniger die Besucher, sondern mehr Geschäftsführer Andreas Laskiwitz zum Schwitzen. Durch die zweimalige Unterbrechung der Energieversorgung waren Lüftungs- und Schwimmbadtechnik ausgefallen, der Geschäftsführer musste alle Systeme nacheinander wieder hochfahren. „Ohne Strom geht hier nichts“, sagte Laskiwitz. Kunden mussten warten, weil auch die Schränke elektrisch geöffnet und geschlossen werden und auch die Trainingsgeräte funktionierten nicht. „Außerdem sind ein Computer und mehrere Lampen kaputt gegangen“, berichtete Laskiwitz.

Ebenfalls am Simeonsplatz war auch das Ärztehaus betroffen. Im Kinderwunschzentrum legte der Ausfall den Server lahm. „Da nicht nur unsere Computer sondern auch die Telefonanlage und sogar das Ultraschallgerät über unseren Server laufen, konnten wir nicht mehr arbeiten“, sagte Dr. Stefanie Strunk vom Kinderwunschzentrum Minden. Als die Systeme gerade dabei waren, wieder hochzufahren, kam der zweite Stromausfall. „Leider konnten wir dann auch unsere Patienten nicht mehr informieren, dass wir sie heute nicht behandeln können“, bedauerte die Medizinerin.

In der Apotheke am Preußenmuseum im Erdgeschoss des Ärztehauses ging ebenfalls eine ganze Weile nichts. Schäden gab es hier keine – doch Computer und Kassensystem waren vorübergehend außer Gefecht, der Verkauf musste unterbrochen werden. Keine Auskunft gab es am Freitag auf MT-Anfrage von der benachbarten Seniorenresidenz.

Auf der anderen Seite der Portastraße traf der Ausfall das Kreishaus, wo kurzzeitig die Telefonanlage ausgefallen war. Außerdem gab es Probleme beim Senden und Empfangen von E-Mails, berichtete Sabine Ohnesorge, Pressesprecherin des Kreises Minden-Lübbecke, am Freitagnachmittag auf MT-Anfrage. Ob auch Außenstellen wie das Straßenverkehrsamt von dem Stromausfall betroffen waren, konnte sie nicht sagen.

An der Tankstelle an der Portastraße waren die Ausfälle ebenfalls zu merken. „Einmal war der Strom für etwa 30 Minuten weg, einmal nur für fünf“, sagte die Angestellte Karin Hoffmann. Gefährlich sei das aber nicht gewesen. Einige Kunden hätten allerdings länger warten müssen, weil es einige Zeit dauerte, bis die EC-Zahlung wieder möglich war.

Häufig sind Stromausfälle in Minden und Umgebung übrigens nicht. Zuletzt war der Strom am 21. August in Hausberge, Holzhausen und Veltheim ausgefallen, als ein Bagger ein Erdkabel durchtrennt hatte. Am 15. Januar blieb es wegen eines defekten Erdkabels rund um den Hausberger Glockenbrink für eine Stunde dunkel.

Strom fällt selten aus

In Nordrhein-Westfalen ist die durchschnittliche Dauer von Stromausfällen im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Rein rechnerisch war jeder Anschluss gut 10 Minuten von der Stromversorgung abgeschnitten, wie die Bundesnetzagentur am Freitag mitteilte. Im Jahr 2017 hatte die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung noch gut 17 Minuten betragen.

Nur in Sachsen dauerte der durchschnittliche Stromausfall mit knapp 8 Minuten noch kürzer als in NRW. Auf ganz Deutschland berechnet war jeder Stromanschluss knapp 14 Minuten von der Versorgung abgeschnitten, gut eine Minute kürzer als 2017.

Die Stromversorgung in Deutschland sei sehr zuverlässig, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Unter anderem habe es weniger Stromausfälle durch Stürme und andere Wetterereignisse als im Vorjahr gegeben. „Die Energiewende und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung haben weiterhin keine negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität“, betonte Homann.

Der Netzagentur waren im vergangenen Jahr 167.400 Stromausfälle in der Nieder- und Mittelspannung gemeldet worden. Das ist der zweitgeringste Wert seit Beginn der Erhebungen. Nur 2017 waren es mit 166.560 gemeldeten Versorgungsunterbrechungen noch weniger. Die Netzbetreiber müssen alle Stromausfälle melden, die länger als drei Minuten dauern. (dpa)

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MindenStromausfall verursacht Ausfall der Systeme in Teilen der InnenstadtJan Henning Rogge,Vasco Stemmer,Sebastian RadermacherMinden (mt). Wegen eines Stromausfalls waren am Freitag einige Bereiche Mindens bis etwa 15 Uhr ohne elektrische Energie. Betroffen waren neben Privathaushalten auch verschiedene Einrichtungen, Unternehmen, darunter die Firma Harting, das Relax-Fitnessstudio und die Classic-Tankstelle an der Portastraße, das Kreishaus sowie mehrere Ampeln im betroffenen Bereich. Wie eine Sprecherin des Netzbetreibers Westfalen-Weser-Netz auf MT-Anfrage berichtete, war die Ursache für den Stromausfall eine Unterbrechung im Mittelspannungsnetz zwischen Johansen- und Portastraße. Auslöser war vermutlich ein Kabelfehler. Der Ausfall war der Westfalen-Weser-Netz-Leitstelle gegen 13.49 Uhr gemeldet worden. Um 14.22 Uhr war der Strom in einigen der betroffenen Bereiche wieder verfügbar. Als dann um 14.43 Uhr in einem zweiten Schritt auch der restliche Bereich wieder ans Netz gehen sollte, kam es erneut zu einem einminütigen Ausfall in dem Bereich, der zuvor bereits versorgt worden war. Um 14.59 Uhr war der Strom im gesamten betroffenen Bereich wieder verfügbar. Im Relax-Fitnessstudio brachte der Ausfall weniger die Besucher, sondern mehr Geschäftsführer Andreas Laskiwitz zum Schwitzen. Durch die zweimalige Unterbrechung der Energieversorgung waren Lüftungs- und Schwimmbadtechnik ausgefallen, der Geschäftsführer musste alle Systeme nacheinander wieder hochfahren. „Ohne Strom geht hier nichts“, sagte Laskiwitz. Kunden mussten warten, weil auch die Schränke elektrisch geöffnet und geschlossen werden und auch die Trainingsgeräte funktionierten nicht. „Außerdem sind ein Computer und mehrere Lampen kaputt gegangen“, berichtete Laskiwitz. Ebenfalls am Simeonsplatz war auch das Ärztehaus betroffen. Im Kinderwunschzentrum legte der Ausfall den Server lahm. „Da nicht nur unsere Computer sondern auch die Telefonanlage und sogar das Ultraschallgerät über unseren Server laufen, konnten wir nicht mehr arbeiten“, sagte Dr. Stefanie Strunk vom Kinderwunschzentrum Minden. Als die Systeme gerade dabei waren, wieder hochzufahren, kam der zweite Stromausfall. „Leider konnten wir dann auch unsere Patienten nicht mehr informieren, dass wir sie heute nicht behandeln können“, bedauerte die Medizinerin. In der Apotheke am Preußenmuseum im Erdgeschoss des Ärztehauses ging ebenfalls eine ganze Weile nichts. Schäden gab es hier keine – doch Computer und Kassensystem waren vorübergehend außer Gefecht, der Verkauf musste unterbrochen werden. Keine Auskunft gab es am Freitag auf MT-Anfrage von der benachbarten Seniorenresidenz. Auf der anderen Seite der Portastraße traf der Ausfall das Kreishaus, wo kurzzeitig die Telefonanlage ausgefallen war. Außerdem gab es Probleme beim Senden und Empfangen von E-Mails, berichtete Sabine Ohnesorge, Pressesprecherin des Kreises Minden-Lübbecke, am Freitagnachmittag auf MT-Anfrage. Ob auch Außenstellen wie das Straßenverkehrsamt von dem Stromausfall betroffen waren, konnte sie nicht sagen. An der Tankstelle an der Portastraße waren die Ausfälle ebenfalls zu merken. „Einmal war der Strom für etwa 30 Minuten weg, einmal nur für fünf“, sagte die Angestellte Karin Hoffmann. Gefährlich sei das aber nicht gewesen. Einige Kunden hätten allerdings länger warten müssen, weil es einige Zeit dauerte, bis die EC-Zahlung wieder möglich war. Häufig sind Stromausfälle in Minden und Umgebung übrigens nicht. Zuletzt war der Strom am 21. August in Hausberge, Holzhausen und Veltheim ausgefallen, als ein Bagger ein Erdkabel durchtrennt hatte. Am 15. Januar blieb es wegen eines defekten Erdkabels rund um den Hausberger Glockenbrink für eine Stunde dunkel. Strom fällt selten aus In Nordrhein-Westfalen ist die durchschnittliche Dauer von Stromausfällen im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Rein rechnerisch war jeder Anschluss gut 10 Minuten von der Stromversorgung abgeschnitten, wie die Bundesnetzagentur am Freitag mitteilte. Im Jahr 2017 hatte die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung noch gut 17 Minuten betragen. Nur in Sachsen dauerte der durchschnittliche Stromausfall mit knapp 8 Minuten noch kürzer als in NRW. Auf ganz Deutschland berechnet war jeder Stromanschluss knapp 14 Minuten von der Versorgung abgeschnitten, gut eine Minute kürzer als 2017. Die Stromversorgung in Deutschland sei sehr zuverlässig, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Unter anderem habe es weniger Stromausfälle durch Stürme und andere Wetterereignisse als im Vorjahr gegeben. „Die Energiewende und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung haben weiterhin keine negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität“, betonte Homann. Der Netzagentur waren im vergangenen Jahr 167.400 Stromausfälle in der Nieder- und Mittelspannung gemeldet worden. Das ist der zweitgeringste Wert seit Beginn der Erhebungen. Nur 2017 waren es mit 166.560 gemeldeten Versorgungsunterbrechungen noch weniger. Die Netzbetreiber müssen alle Stromausfälle melden, die länger als drei Minuten dauern. (dpa)