Minden

Legionellen in fünf Sporthallen

Nadine Conti und Christine Riechmann

Wegen Legionellen sind Duschen in fünf Sporthallen im Kreis Minden-Lübbecke gesperrt. MT-Archivfoto: Lehn
Wegen Legionellen sind Duschen in fünf Sporthallen im Kreis Minden-Lübbecke gesperrt. MT-Archivfoto: Lehn

Minden (mt). Mancher Sportler vermutet dahinter schon böse Absicht, aber das weist der Kreis weit von sich: Gleich in fünf Hallen im Kreis sind zurzeit die Duschen gesperrt, weil die Legionellenbelastung zu hoch ist. Legionellen sind Bakterien, die in geringen Konzentrationen eigentlich überall im Wasser vorkommen.

Betroffen sind nach Angaben der Pressestellen des Kreises und der Stadt Minden die Sporthalle in Dankersen und vier weitere in Porta Westfalica. Die Häufung sei allerdings reiner Zufall. Möglicherweise hätten die Städte und Gemeinden zum gleichen Zeitpunkt die Aufträge für die Kontrollen vergeben, heißt es.

In Dankersen ist laut Pressestelle der Stadt eine thermische Desinfektion der Dusche erfolgt. Eine defekte Armatur wird ausgetauscht. Die Nachbeprobung ist am 8. Oktober erfolgt. Mit den Untersuchungsergebnissen wird nicht vor dem 21. Oktober gerechnet. Nach Prüfung der Ergebnisse folgt dann eine Freigabe durch das zuständige Gesundheitsamt.

Die regelmäßigen Kontrollen sind Pflicht und zwar sowohl für öffentliche Einrichtungen als auch für Gewerbetreibende, sofern sie in einem bestimmten Umfang Trinkwasser abgeben.

In der Regel werden einmal im Jahr Proben entnommen, in manchen Fällen auch nur alle drei Jahre. Dazu werden bestimmte vom Land akkreditierte Labore beauftragt. Die informieren sofort das Gesundheitsamt, wenn der Befund auffällig ist. Die Anlage wird dann gesperrt, bis sie nachweislich legionellenfrei ist.

Zur Bekämpfung der Bakterien reicht meist eine thermische Desinfektion. Sobald das Warmwasser auf mehr als 60 Grad erhitzt wird, sterben Legionellen ab.

Hohe Legionellenkonzentrationen finden sich oft in Warmwasserleitungen, in denen das Wasser länger steht. In Sporthallen passiert das typischerweise in den Ferien.

Gefährlich sind Legionellen besonders für ältere und immunschwache Menschen. Die Inhalation des belasteten Wassers kann die Legionärskrankheit und das Pontiac-Fieber auslösen. Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung. Das Pontiac-Fieber verläuft milder, ohne Lungenentzündung mit grippeähnlichen Symptomen. Beim Trinken besteht die Gefahr einer Infektion nur, wenn das Wasser versehentlich in die Luftröhre gelangt.

Um einer Legionellenbelastung entgegenzuwirken, werden die Warmwassersysteme laut Pressestelle der Stadt permanent auf einem Temperaturniveau von mindestens 60 Grad gehalten.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenLegionellen in fünf SporthallenNadine Conti,Christine RiechmannMinden (mt). Mancher Sportler vermutet dahinter schon böse Absicht, aber das weist der Kreis weit von sich: Gleich in fünf Hallen im Kreis sind zurzeit die Duschen gesperrt, weil die Legionellenbelastung zu hoch ist. Legionellen sind Bakterien, die in geringen Konzentrationen eigentlich überall im Wasser vorkommen. Betroffen sind nach Angaben der Pressestellen des Kreises und der Stadt Minden die Sporthalle in Dankersen und vier weitere in Porta Westfalica. Die Häufung sei allerdings reiner Zufall. Möglicherweise hätten die Städte und Gemeinden zum gleichen Zeitpunkt die Aufträge für die Kontrollen vergeben, heißt es. In Dankersen ist laut Pressestelle der Stadt eine thermische Desinfektion der Dusche erfolgt. Eine defekte Armatur wird ausgetauscht. Die Nachbeprobung ist am 8. Oktober erfolgt. Mit den Untersuchungsergebnissen wird nicht vor dem 21. Oktober gerechnet. Nach Prüfung der Ergebnisse folgt dann eine Freigabe durch das zuständige Gesundheitsamt. Die regelmäßigen Kontrollen sind Pflicht und zwar sowohl für öffentliche Einrichtungen als auch für Gewerbetreibende, sofern sie in einem bestimmten Umfang Trinkwasser abgeben. In der Regel werden einmal im Jahr Proben entnommen, in manchen Fällen auch nur alle drei Jahre. Dazu werden bestimmte vom Land akkreditierte Labore beauftragt. Die informieren sofort das Gesundheitsamt, wenn der Befund auffällig ist. Die Anlage wird dann gesperrt, bis sie nachweislich legionellenfrei ist. Zur Bekämpfung der Bakterien reicht meist eine thermische Desinfektion. Sobald das Warmwasser auf mehr als 60 Grad erhitzt wird, sterben Legionellen ab. Hohe Legionellenkonzentrationen finden sich oft in Warmwasserleitungen, in denen das Wasser länger steht. In Sporthallen passiert das typischerweise in den Ferien. Gefährlich sind Legionellen besonders für ältere und immunschwache Menschen. Die Inhalation des belasteten Wassers kann die Legionärskrankheit und das Pontiac-Fieber auslösen. Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung. Das Pontiac-Fieber verläuft milder, ohne Lungenentzündung mit grippeähnlichen Symptomen. Beim Trinken besteht die Gefahr einer Infektion nur, wenn das Wasser versehentlich in die Luftröhre gelangt. Um einer Legionellenbelastung entgegenzuwirken, werden die Warmwassersysteme laut Pressestelle der Stadt permanent auf einem Temperaturniveau von mindestens 60 Grad gehalten.