Minden

Mehr Platz für Chemie-Konzern Siegfried

Monika Jäger und Henning Wandel

Die Firma Siegfried erweitert ihr Gelände in Richtung Verbindungskanal.Die Fläche soll weiteres Wachstum ermöglichen. MT-Foto: Alex Lehn - © Alex Lehn
Die Firma Siegfried erweitert ihr Gelände in Richtung Verbindungskanal.Die Fläche soll weiteres Wachstum ermöglichen. MT-Foto: Alex Lehn (© Alex Lehn)

Minden (mt). Der Chemie-Konzern Siegfried bereitet sich auf eine mögliche Erweiterung seines Mindener Werkes vor. Zum 1. Januar kaufen die Schweizer das Gelände eines angrenzenden Umschlagplatzes für Baustoffe am südlichen Verbindungskanal. Konkrete Bauvorhaben für das 15.000 Quadratmeter große Areal gibt es allerdings noch nicht, sagte der Leiter des Mindener Siegfried-Standortes, Dr. Marco Millies, gegenüber dem MT. Zuvor hatte er im städtischen Bauausschuss über die Flächenerweiterung berichtet.

Die Entscheidung für den Kauf sei „ein super Signal" des Vorstandes, so Millies: „Siegfried will hier langfristig wachsen." Auf der Fläche könnten zum Beispiel Logistik oder Verwaltung untergebracht werden, sagte er im Ausschuss. Ob oder wann es dazu kommt, stehe zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fest. Den Anleger am Kanal weiter zu betreiben ist für Millies keine Option. Für den Transport auf dem Binnenschiff seien die Mengen nicht groß genug.

Aktuell wird es nur eine konkrete Veränderung geben: Die Industriestraße, die den Anleger mit der Karlstraße verbindet, wird künftig eine Privatstraße. Nach dem Zukauf gibt es hier keine weiteren Anlieger mehr. Die Stadt ist damit nicht mehr für die Unterhaltung der Straße zuständig. Damit werden in Folge auch die Abläufe bei Siegfried erleichtert. Zum Beispiel sei die Straße dann auch für Gabelstapler befahrbar, so Millies.

Nachfragen gab es zu Umweltthemen. So wollte Horst Idelberger (Grüne) wissen, warum noch immer „grüne Farbe" in die Weser geleitet werde. Laut Millies entstehe die Färbung in der Kläranlage, farbige Abgänge gebe es aber in allen Kläranlagen. Besonders bei Niedrigwasser sei die Verfärbung sichtbar. Laut Millies hat Siegfried extra ein Massenspektrometer angeschafft, um die Farbe in den Griff zu bekommen.

Renate Schermer (SPD) hingegen sorgte sich um einige Bäume auf dem jetzigen Umschlagsgelände. Die sollen zunächst stehenbleiben, könnten bei einer künftigen Bebauung allerdings gefällt werden. Laut Millies handelt es sich aber nur um wenige Exemplare. Auch die für chemische Betriebe wichtigen Achtungsabstände ändern sich zunächst einmal nicht.

Auf dem jetzt gekauften Gelände wurde von 1958 bis 2011 ein Sägewerk für exotische Hölzer betrieben, das Geschäft war nach der Lehman-Krise allerdings eingebrochen. Bis 2017 war das Areal dann an einen Baustoffhändler verpachtet, der hier unter anderem Kies umgeschlagen hatte. Seitdem ruht der Betrieb, Arbeitsplätze sind von dem Verkauf damit nicht betroffen.

Siegfried betreibt in Minden eines der weltweit größten Werke für künstliches Koffein und produziert darüber hinaus Wirkstoffe zum Beispiel für Asthma- und Erkältungsmittel. In Minden beschäftigt das Schweizer Unternehmen etwa 450 Mitarbeiter. Zwischen 2006 und 2008, damals gehörte das Werk noch zur BASF, war die Beschäftigtenzahl von mehr als 700 auf etwa 300 eingebrochen. In den vergangenen Jahren habe es ein „enormes Wachstum" gegeben, sagte Millies im Ausschuss. Der Schweizer Chemie- und Pharma-Konzern Siegfried hatte den Standort im Oktober 2015 von der BASF übernommen.

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenMehr Platz für Chemie-Konzern SiegfriedHenning Wandel,Monika JägerMinden (mt). Der Chemie-Konzern Siegfried bereitet sich auf eine mögliche Erweiterung seines Mindener Werkes vor. Zum 1. Januar kaufen die Schweizer das Gelände eines angrenzenden Umschlagplatzes für Baustoffe am südlichen Verbindungskanal. Konkrete Bauvorhaben für das 15.000 Quadratmeter große Areal gibt es allerdings noch nicht, sagte der Leiter des Mindener Siegfried-Standortes, Dr. Marco Millies, gegenüber dem MT. Zuvor hatte er im städtischen Bauausschuss über die Flächenerweiterung berichtet. Die Entscheidung für den Kauf sei „ein super Signal" des Vorstandes, so Millies: „Siegfried will hier langfristig wachsen." Auf der Fläche könnten zum Beispiel Logistik oder Verwaltung untergebracht werden, sagte er im Ausschuss. Ob oder wann es dazu kommt, stehe zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fest. Den Anleger am Kanal weiter zu betreiben ist für Millies keine Option. Für den Transport auf dem Binnenschiff seien die Mengen nicht groß genug. Aktuell wird es nur eine konkrete Veränderung geben: Die Industriestraße, die den Anleger mit der Karlstraße verbindet, wird künftig eine Privatstraße. Nach dem Zukauf gibt es hier keine weiteren Anlieger mehr. Die Stadt ist damit nicht mehr für die Unterhaltung der Straße zuständig. Damit werden in Folge auch die Abläufe bei Siegfried erleichtert. Zum Beispiel sei die Straße dann auch für Gabelstapler befahrbar, so Millies. Nachfragen gab es zu Umweltthemen. So wollte Horst Idelberger (Grüne) wissen, warum noch immer „grüne Farbe" in die Weser geleitet werde. Laut Millies entstehe die Färbung in der Kläranlage, farbige Abgänge gebe es aber in allen Kläranlagen. Besonders bei Niedrigwasser sei die Verfärbung sichtbar. Laut Millies hat Siegfried extra ein Massenspektrometer angeschafft, um die Farbe in den Griff zu bekommen. Renate Schermer (SPD) hingegen sorgte sich um einige Bäume auf dem jetzigen Umschlagsgelände. Die sollen zunächst stehenbleiben, könnten bei einer künftigen Bebauung allerdings gefällt werden. Laut Millies handelt es sich aber nur um wenige Exemplare. Auch die für chemische Betriebe wichtigen Achtungsabstände ändern sich zunächst einmal nicht. Auf dem jetzt gekauften Gelände wurde von 1958 bis 2011 ein Sägewerk für exotische Hölzer betrieben, das Geschäft war nach der Lehman-Krise allerdings eingebrochen. Bis 2017 war das Areal dann an einen Baustoffhändler verpachtet, der hier unter anderem Kies umgeschlagen hatte. Seitdem ruht der Betrieb, Arbeitsplätze sind von dem Verkauf damit nicht betroffen. Siegfried betreibt in Minden eines der weltweit größten Werke für künstliches Koffein und produziert darüber hinaus Wirkstoffe zum Beispiel für Asthma- und Erkältungsmittel. In Minden beschäftigt das Schweizer Unternehmen etwa 450 Mitarbeiter. Zwischen 2006 und 2008, damals gehörte das Werk noch zur BASF, war die Beschäftigtenzahl von mehr als 700 auf etwa 300 eingebrochen. In den vergangenen Jahren habe es ein „enormes Wachstum" gegeben, sagte Millies im Ausschuss. Der Schweizer Chemie- und Pharma-Konzern Siegfried hatte den Standort im Oktober 2015 von der BASF übernommen.