Minden

Mehrmals im Monat taucht in Minden ein falscher Ausweis auf: Stadtverwaltung wappnet sich

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Nach den Terroranschlägen sind die Behörden bei Dokumenten sensibler geworden. Foto: dpa - © DPA
Nach den Terroranschlägen sind die Behörden bei Dokumenten sensibler geworden. Foto: dpa (© DPA)

Minden (sk). Das Internet ist voll mit Anleitungen zum Fälschen eines Personalausweises. Damit niemand bei der Mindener Stadtverwaltung darauf hereinfällt, gab es in den vergangenen beiden Tagen für rund 30 Mitarbeiter eine Schulung. Statistisch kommt es ein bis zweimal im Monat vor, dass sie ein gefälschtes Dokument entdecken.

Eigens aus Wiesbaden kam ein Experte der hessischen Polizei nach Minden, um als Dozent die Mitarbeiter des Bürgerbüros, des Standesamtes, der Ausländerbehörde und des Ordnungsamtes auf den neusten Stand bei der Sicherheit von Dokumenten zu bringen. Deshalb waren an den beiden Tagen die Abteilungen der Stadtverwaltung mit Publikumsverkehr geschlossen. Wie Dieter Schollmeyer, Bereichsleiter Bürgerbüro der Mindener Stadtverwaltung, erklärt, sei diese Unterrichtung bereits für Mai dieses Jahres vorgesehen gewesen und habe sich nun bis in den Oktober verschoben.

In unregelmäßigen Zeitabständen wiederholt die Stadtverwaltung ihre Schulungen zum Thema Dokumentensicherheit. Dabei untergliedern sich die Unterweisungen in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Für letzteren hatte der Polizeiexperte mehrere gefälschte Dokumente aus Wiesbaden mitgebracht, um den Mitarbeitern der Stadtverwaltung die Schwachpunkte bei den Sicherheitsmerkmalen darzustellen. „Wir müssen immer wieder unsere Kenntnisse auffrischen, denn die Kriminellen machen keinen Urlaub und verbessern ihre Vorgehensweise“, erläutert Schollmeyer.

Nach den Erfahrungen der Mindener Stadtverwaltung legen Bürger vor allem dann falsche Dokumente vor, wenn es um Warenkreditbetrug, Erschleichen von Sozialleistungen und andere Delikte geht. „Die Bandbreite ist hier sehr groß“, sagt Schollmeyer. Dabei komme es im Außendienst am häufigsten vor, dass die Mitarbeiter der Stadtverwaltung ein gefälschtes Dokument erhielten. Aber jede Abteilung könne betroffen sein.

Um weiterhin auf Nummer sicher zu gehen, will die Mindener Stadtverwaltung ein Dokumentenprüfgerät beschaffen. Schollmeyer räumt ein, dass damit auch hohe Kosten verbunden seien seien. Allerdings sei immer erst der einzelne Mitarbeiter derjenige, der das Dokument in Augenschein nehme. Erst bei einem Verdacht werde die Technik eingesetzt – deren generelle Anwendung sei in der Stadtverwaltung nicht vorgesehen.

Wie die Verwaltungsmitarbeiter angesichts der Globalisierung mit der Masse an Dokumenten aus unterschiedlichen Ländern zurecht kommen? „Hier gibt es bestimmte Sicherheitsmerkmale, die international gültig sind“, sagt Schollmeyer.

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MindenMehrmals im Monat taucht in Minden ein falscher Ausweis auf: Stadtverwaltung wappnet sichMinden (sk). Das Internet ist voll mit Anleitungen zum Fälschen eines Personalausweises. Damit niemand bei der Mindener Stadtverwaltung darauf hereinfällt, gab es in den vergangenen beiden Tagen für rund 30 Mitarbeiter eine Schulung. Statistisch kommt es ein bis zweimal im Monat vor, dass sie ein gefälschtes Dokument entdecken. Eigens aus Wiesbaden kam ein Experte der hessischen Polizei nach Minden, um als Dozent die Mitarbeiter des Bürgerbüros, des Standesamtes, der Ausländerbehörde und des Ordnungsamtes auf den neusten Stand bei der Sicherheit von Dokumenten zu bringen. Deshalb waren an den beiden Tagen die Abteilungen der Stadtverwaltung mit Publikumsverkehr geschlossen. Wie Dieter Schollmeyer, Bereichsleiter Bürgerbüro der Mindener Stadtverwaltung, erklärt, sei diese Unterrichtung bereits für Mai dieses Jahres vorgesehen gewesen und habe sich nun bis in den Oktober verschoben. In unregelmäßigen Zeitabständen wiederholt die Stadtverwaltung ihre Schulungen zum Thema Dokumentensicherheit. Dabei untergliedern sich die Unterweisungen in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Für letzteren hatte der Polizeiexperte mehrere gefälschte Dokumente aus Wiesbaden mitgebracht, um den Mitarbeitern der Stadtverwaltung die Schwachpunkte bei den Sicherheitsmerkmalen darzustellen. „Wir müssen immer wieder unsere Kenntnisse auffrischen, denn die Kriminellen machen keinen Urlaub und verbessern ihre Vorgehensweise“, erläutert Schollmeyer. Nach den Erfahrungen der Mindener Stadtverwaltung legen Bürger vor allem dann falsche Dokumente vor, wenn es um Warenkreditbetrug, Erschleichen von Sozialleistungen und andere Delikte geht. „Die Bandbreite ist hier sehr groß“, sagt Schollmeyer. Dabei komme es im Außendienst am häufigsten vor, dass die Mitarbeiter der Stadtverwaltung ein gefälschtes Dokument erhielten. Aber jede Abteilung könne betroffen sein. Um weiterhin auf Nummer sicher zu gehen, will die Mindener Stadtverwaltung ein Dokumentenprüfgerät beschaffen. Schollmeyer räumt ein, dass damit auch hohe Kosten verbunden seien seien. Allerdings sei immer erst der einzelne Mitarbeiter derjenige, der das Dokument in Augenschein nehme. Erst bei einem Verdacht werde die Technik eingesetzt – deren generelle Anwendung sei in der Stadtverwaltung nicht vorgesehen. Wie die Verwaltungsmitarbeiter angesichts der Globalisierung mit der Masse an Dokumenten aus unterschiedlichen Ländern zurecht kommen? „Hier gibt es bestimmte Sicherheitsmerkmale, die international gültig sind“, sagt Schollmeyer.