Kommentar zur Kampa-Halle: Kaninchen und Schlange

Henning Wandel

- © Alex Lehn
(© Alex Lehn)

Die eng miteinander verflochtenen Debatten um Kampa-Halle und Multifunktionsarena waren in den letzten Jahren zunehmend ermüdend: Immer wieder wurden Entscheidungen angekündigt, nur um später festzustellen, dass sich rein gar nichts verändert hat – zumindest nichts sichtbares. So war es gleich mehrfach, seitdem die Idee für eine moderne Veranstaltungshalle geboren war. Kreis und Stadt sitzen seit Jahren voreinander und sind sich offenbar nicht ganz sicher, wer das Kaninchen ist und wer die Schlange. Wenn jedoch der eine auf den anderen wartet, sich aber niemand bewegt, ist das Ergebnis ziemlich frustrierend.

Wenn das Ultimatum und die folgenden Volten des Landrates für etwas gut waren, dann dafür, endlich alle Beteiligten aus dieser Starre herauszuholen. Sicher, im Hintergrund waren viele Akteure aktiv: beim Kreis, bei der Stadt und vor allem in der Wirtschaft. Allen, die nicht Teil dieser Zirkel sind, blieb aber nur das Lesen im Kaffeesatz, weil zwar ein Modell inklusive einer möglichen Finanzierung auf dem Tisch lag, sich aber trotzdem niemand zu einem klaren politischen Beschluss durchgerungen hat. Der aber ist notwendig, damit es endlich voran geht.

Die Richtung ist klar: Der Neubau einer Arena am Bahnhof ist teuer. Und er bleibt ein Wagnis. Vor allem ist die Halle eine einzigartige Chance, der Stadt und dem Kreis ein neues, attraktives Aushängeschild zu verpassen. Die Kampa-Halle zu sanieren ist immer weniger eine Option. Einen Klotz am Bein zu vergolden, macht das Fortkommen nicht leichter.

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Kommentar zur Kampa-Halle: Kaninchen und SchlangeHenning WandelDie eng miteinander verflochtenen Debatten um Kampa-Halle und Multifunktionsarena waren in den letzten Jahren zunehmend ermüdend: Immer wieder wurden Entscheidungen angekündigt, nur um später festzustellen, dass sich rein gar nichts verändert hat – zumindest nichts sichtbares. So war es gleich mehrfach, seitdem die Idee für eine moderne Veranstaltungshalle geboren war. Kreis und Stadt sitzen seit Jahren voreinander und sind sich offenbar nicht ganz sicher, wer das Kaninchen ist und wer die Schlange. Wenn jedoch der eine auf den anderen wartet, sich aber niemand bewegt, ist das Ergebnis ziemlich frustrierend. Wenn das Ultimatum und die folgenden Volten des Landrates für etwas gut waren, dann dafür, endlich alle Beteiligten aus dieser Starre herauszuholen. Sicher, im Hintergrund waren viele Akteure aktiv: beim Kreis, bei der Stadt und vor allem in der Wirtschaft. Allen, die nicht Teil dieser Zirkel sind, blieb aber nur das Lesen im Kaffeesatz, weil zwar ein Modell inklusive einer möglichen Finanzierung auf dem Tisch lag, sich aber trotzdem niemand zu einem klaren politischen Beschluss durchgerungen hat. Der aber ist notwendig, damit es endlich voran geht. Die Richtung ist klar: Der Neubau einer Arena am Bahnhof ist teuer. Und er bleibt ein Wagnis. Vor allem ist die Halle eine einzigartige Chance, der Stadt und dem Kreis ein neues, attraktives Aushängeschild zu verpassen. Die Kampa-Halle zu sanieren ist immer weniger eine Option. Einen Klotz am Bein zu vergolden, macht das Fortkommen nicht leichter.