Kommentar zum Thema Prämiensparen: Eine Frage des Vertrauens

Benjamin Piel

Am Ende gewinnt immer die Bank. Man kennt das aus dem Spielkasino. Es hat die Wahrscheinlichkeitsrechnung auf seiner Seite. Und so sind beim Roulette die Rollen klar verteilt: Der Kasinobesitzer wird gewinnen, die Spieler gehen halbwegs leer aus – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Für Sparkassen und Volksbanken sollte das gerade nicht gelten. Sie wollen als „ehrliche Banken“ gelten, nicht als abgezockt Lächelnde am längeren Hebel. Sie sollen die Vermögensbildung unterstützen. Die Sparkassen „fördern die finanzielle Eigenvorsorge“, steht im Sparkassengesetz. Und: „Gewinnerzielung ist nicht Hauptzweck.“

Das heißt nicht, dass eine Sparkasse wirtschaftliches Denken ignorieren kann. Und natürlich sieht alles danach aus, dass die kündigenden Banken die Rechtsprechung in vielen Fällen auf ihrer Seite haben. Das heißt aber nicht, dass das Vorgehen auch geschickt ist. Denn für den Kunden, der für sein Sparkonto die Kündigung bekommt, ergibt sich der Eindruck: „Wann immer es für mich halbwegs gut läuft, zieht die Bank sich raus.“

Kurzfristig mögen die Banken, die so handeln, nachvollziehbar und wirtschaftlich vertretbar agieren. Doch langfristig stellt sich die Frage: Wäre das Vertrauen der Kunden nicht sehr viel mehr wert?

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Kommentar zum Thema Prämiensparen: Eine Frage des VertrauensBenjamin PielAm Ende gewinnt immer die Bank. Man kennt das aus dem Spielkasino. Es hat die Wahrscheinlichkeitsrechnung auf seiner Seite. Und so sind beim Roulette die Rollen klar verteilt: Der Kasinobesitzer wird gewinnen, die Spieler gehen halbwegs leer aus – Ausnahmen bestätigen die Regel. Für Sparkassen und Volksbanken sollte das gerade nicht gelten. Sie wollen als „ehrliche Banken“ gelten, nicht als abgezockt Lächelnde am längeren Hebel. Sie sollen die Vermögensbildung unterstützen. Die Sparkassen „fördern die finanzielle Eigenvorsorge“, steht im Sparkassengesetz. Und: „Gewinnerzielung ist nicht Hauptzweck.“ Das heißt nicht, dass eine Sparkasse wirtschaftliches Denken ignorieren kann. Und natürlich sieht alles danach aus, dass die kündigenden Banken die Rechtsprechung in vielen Fällen auf ihrer Seite haben. Das heißt aber nicht, dass das Vorgehen auch geschickt ist. Denn für den Kunden, der für sein Sparkonto die Kündigung bekommt, ergibt sich der Eindruck: „Wann immer es für mich halbwegs gut läuft, zieht die Bank sich raus.“ Kurzfristig mögen die Banken, die so handeln, nachvollziehbar und wirtschaftlich vertretbar agieren. Doch langfristig stellt sich die Frage: Wäre das Vertrauen der Kunden nicht sehr viel mehr wert?