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Kampa-Halle: Landrat äußert sich ausführlich zu möglicher Schließung

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Landrat Dr. Ralf Niermann äußert sich aktuell zu der möglichen Schließung der Kampa-Halle. MT-Archivfoto: Alex Lehn - © Lehn,Alexander
Landrat Dr. Ralf Niermann äußert sich aktuell zu der möglichen Schließung der Kampa-Halle. MT-Archivfoto: Alex Lehn (© Lehn,Alexander)

Minden (hwa/ps). Nachdem sich Landrat Dr. Ralf Niermann am vergangenen Freitag beim City-Fest in Espelkamp ausführlich zur Kampa-Halle positioniert hat und – ohne ein klares politisches Bekenntnis zur Sanierung – eine Schließung zum 1. November 2019 angekündigt hatte, hat der Landrat heute ab 14 Uhr zu einem Pressegespräch geladen. Dabei wollen Niermann und Mitarbeiter der Kreisverwaltung ihre Sicht der Dinge noch einmal ausführlich erläutern. Das MT ist vor Ort und berichtet nach der Pressekonferenz auf MT.de

Welche Optionen hat GWD?

Für den Handball-Bundesligisten wäre die Schließung der Kampa-Halle zum 31. Oktober eine kalte Dusche. Die Kreissporthalle in Lübbecke wäre als Ausweichmöglichkeit naheliegend, es gebe aber auch andere Möglichkeiten. GWD-Geschäftsführer Markus Kalusche hat bereits versichert, den Spielbetrieb auf jeden Fall aufrecht zu erhalten. Langfristig benötige der Verein aber schon allein aus finanziellen Gründen eine moderne Arena, um ausreichend Sponsoren gewinnen zu können. Aber auch unter sportlichen Gesichtspunkten könnte selbst eine sanierte Kampa-Halle den Anforderungen der Bundesliga nur noch bedingt genügen.

Was passiert mit schon gekauften Eintrittskarten?

Für Veranstaltungen müssen Hallen frühzeitig gebucht werden, auch der Kartenverkauf läuft lange vor dem eigentlichen Termin. Damit wären von der Schließung der Halle auch viele Fans zum Beispiel von Dieter Nuhr oder Atze Schröder betroffen. Sie dürften zwar das Eintrittsgeld erstattet bekommen, dafür könnten auf den Kreis als Eigentümer Regressforderungen zukommen. Aus Reihen der Veranstalter heißt es bisher, dass erst nach dem Beschluss des Kreistages am 7. Oktober über das weitere Vorgehen entschieden werden könne

Seit wann sind die Mängel der Halle bekannt?

Dass an der Kampa-Halle einiges im Argen liegt, hat schon die turnusgemäße Kontrolle der Mindener Bauaufsicht im Jahr 2013 ergeben. Im September des Folgejahres dann war klar, dass der Betrieb der Halle nur mit einer umfangreichen Sanierung im Brandschutz weitergehen kann. Unter anderem für die Lüftungsanlage sollten fünf Millionen Euro investiert werden. Damals nahm auch die Idee einer Multifunktionsarena konkrete Formen an, deren Planung verschob sich aber Jahr für Jahr. Die letzte Prüfung der Kampa-Halle Ende 2016 hatte keine Beanstandungen ergeben, der nächste Termin der alle drei Jahre notwendigen Beurteilung würde im kommenden November anstehen.

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