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Kindergartenkinder in Rodenbeck machen beim Klimatag mit

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Jede Menge Plastikmüll und Zigarettenkippen werden eingesammelt: Auch die Kinder des St. Thomas Kindergartens beteiligen sich an der Aktion. Foto: Grundmeier - © Picasa
Jede Menge Plastikmüll und Zigarettenkippen werden eingesammelt: Auch die Kinder des St. Thomas Kindergartens beteiligen sich an der Aktion. Foto: Grundmeier (© Picasa)

Minden (mig). Nein, streiken dürfen sie noch nicht, dafür sind sie noch zu klein. Aber irgendwie mitmachen wollen sie schon, die Kinder des St. Thomas Kindergartens und die Schüler der Hohenstaufen Grundschule. „Wir machen das für die Umwelt", kräht der kleine Jonas. Und Belasan verspricht: „Immer, wenn ich jetzt Müll auf der Straße liegen sehe, nehme ich ihn mit".

Während die Großen streiken und demonstrieren, machen die Kleinen den Müll weg. So ungefähr lautete die Arbeitsteilung, die gestern in ganz Rodenbeck zu sehen war. Überall waren kleine Gruppen unterwegs, um Müll auf zu sammeln, das Motto der Aktion lautete: „Rodenbeck macht sich stark für den Klimaschutz".

Als Ziel hatten sich die Kinder der Hohenstaufenschule und des St. Thomas Kindergartens ein Gebiet von der Ringstraße bis zum Schwabenring und von der Lübbecker Straße bis zur Rodenbecker Straße ausgeguckt. Dort lag viel Müll, wie Nicole Droste, Janine Klare und Anja Eschenhagen (Kita) zu berichten wussten. „Wir müssen gar nicht lange suchen, hier ist überall was". In einem großen Bollerwagen werden die gefunden Sachen entsorgt. Sogar ein Bratrost sei dabei gewesen, erzählen die Kinder. Die übrigens viel Spaß an der Müllsammelaktion haben. Nur die vielen kleinen Zigarettenkippen, die finden sie abstoßend. „Die riechen schlecht", meint eines der Kinder. Und verrotten noch schlechter. Die Aktion soll helfen, das Umweltbewusstsein der Kinder zu schärfen.

„Wir bauen das Thema auch in den Kindergartenalltag ein", berichtet Anja Eschenhagen. „Wir schauen beispielsweise, was bei uns an Müll zusammenkommt und was wir vermeiden können".

Viel Spaß haben auch die Schüler der Hohenstaufen-Schule. Nikol hat sich einen der Eimer geschnappt und schaut gebannt auf die Riesenmulde, die hinter ihm steht. Da soll später der Müll rein, den die Kinder gesammelt haben. Er selbst findet es toll, dass die Schule an dem Klimatag teilnimmt. „Es ist ja für unsere Erde, damit wir später auch noch hier leben können." Überhaupt sind viele der Kinder schon richtig umweltbewusst wie eine kleine Umfrage zeigt. Wasser sparen, Müll vermeiden, viel zu Fuß gehen – „ich gucke auch, dass ich nur Pfandflaschen kaufe", meint einer der Schüler.

Ein paar Meter entfernt, baut eine zweite Gruppe gerade an einem Insektenhotel. Tischlermeisterin Svenja Althoff leitet die Kinder an – die helfen gerne mit. Beim Bohren und Schrauben hilft sie. Nach gut eineinhalb Stunden ist das regalartige Hotel fertig. Jetzt noch die „Möbel" (sprich: Strohhalme, Bambus, Lochziegel und Holzscheiben) einrichten und schon können die Insekten einziehen. Schulsozialarbeiterin Juliane Peithmann ist begeistert: „Das sieht ja richtig gut aus", lobt sie die Schüler. Die Idee zu dem Klimaaktionstag habe man im „Arbeitskreis Minden Rodenbeck" gehabt, erläutert Peithmann. „Wir wollten uns an den Klimatag von Fridays for Future anschließen."

Da die Grundschüler noch nicht mitstreiken könnten, habe man stattdessen den Aktionstag ausgerufen. „Hier lernen die Kinder ganz praktisch und wenn sie mit dem Hotel fertig sind, wissen sie, dass Insekten gar nicht eklig sind". An dem Tag haben sich unter anderem die Verbraucherzentrale und der Kinder- und Jugendtreff Westside beteiligt. Nach dem Quartiersputz kamen alle Teilnehmer zu einem Grillen zusammen.

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MindenKindergartenkinder in Rodenbeck machen beim Klimatag mitMinden (mig). Nein, streiken dürfen sie noch nicht, dafür sind sie noch zu klein. Aber irgendwie mitmachen wollen sie schon, die Kinder des St. Thomas Kindergartens und die Schüler der Hohenstaufen Grundschule. „Wir machen das für die Umwelt", kräht der kleine Jonas. Und Belasan verspricht: „Immer, wenn ich jetzt Müll auf der Straße liegen sehe, nehme ich ihn mit". Während die Großen streiken und demonstrieren, machen die Kleinen den Müll weg. So ungefähr lautete die Arbeitsteilung, die gestern in ganz Rodenbeck zu sehen war. Überall waren kleine Gruppen unterwegs, um Müll auf zu sammeln, das Motto der Aktion lautete: „Rodenbeck macht sich stark für den Klimaschutz". Als Ziel hatten sich die Kinder der Hohenstaufenschule und des St. Thomas Kindergartens ein Gebiet von der Ringstraße bis zum Schwabenring und von der Lübbecker Straße bis zur Rodenbecker Straße ausgeguckt. Dort lag viel Müll, wie Nicole Droste, Janine Klare und Anja Eschenhagen (Kita) zu berichten wussten. „Wir müssen gar nicht lange suchen, hier ist überall was". In einem großen Bollerwagen werden die gefunden Sachen entsorgt. Sogar ein Bratrost sei dabei gewesen, erzählen die Kinder. Die übrigens viel Spaß an der Müllsammelaktion haben. Nur die vielen kleinen Zigarettenkippen, die finden sie abstoßend. „Die riechen schlecht", meint eines der Kinder. Und verrotten noch schlechter. Die Aktion soll helfen, das Umweltbewusstsein der Kinder zu schärfen. „Wir bauen das Thema auch in den Kindergartenalltag ein", berichtet Anja Eschenhagen. „Wir schauen beispielsweise, was bei uns an Müll zusammenkommt und was wir vermeiden können". Viel Spaß haben auch die Schüler der Hohenstaufen-Schule. Nikol hat sich einen der Eimer geschnappt und schaut gebannt auf die Riesenmulde, die hinter ihm steht. Da soll später der Müll rein, den die Kinder gesammelt haben. Er selbst findet es toll, dass die Schule an dem Klimatag teilnimmt. „Es ist ja für unsere Erde, damit wir später auch noch hier leben können." Überhaupt sind viele der Kinder schon richtig umweltbewusst wie eine kleine Umfrage zeigt. Wasser sparen, Müll vermeiden, viel zu Fuß gehen – „ich gucke auch, dass ich nur Pfandflaschen kaufe", meint einer der Schüler. Ein paar Meter entfernt, baut eine zweite Gruppe gerade an einem Insektenhotel. Tischlermeisterin Svenja Althoff leitet die Kinder an – die helfen gerne mit. Beim Bohren und Schrauben hilft sie. Nach gut eineinhalb Stunden ist das regalartige Hotel fertig. Jetzt noch die „Möbel" (sprich: Strohhalme, Bambus, Lochziegel und Holzscheiben) einrichten und schon können die Insekten einziehen. Schulsozialarbeiterin Juliane Peithmann ist begeistert: „Das sieht ja richtig gut aus", lobt sie die Schüler. Die Idee zu dem Klimaaktionstag habe man im „Arbeitskreis Minden Rodenbeck" gehabt, erläutert Peithmann. „Wir wollten uns an den Klimatag von Fridays for Future anschließen." Da die Grundschüler noch nicht mitstreiken könnten, habe man stattdessen den Aktionstag ausgerufen. „Hier lernen die Kinder ganz praktisch und wenn sie mit dem Hotel fertig sind, wissen sie, dass Insekten gar nicht eklig sind". An dem Tag haben sich unter anderem die Verbraucherzentrale und der Kinder- und Jugendtreff Westside beteiligt. Nach dem Quartiersputz kamen alle Teilnehmer zu einem Grillen zusammen.