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Landrat: Ohne kurzfristiges "Ja" zur Sanierung der Kampa-Halle macht er Ende Oktober das Licht aus

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MT- - © Foto: Alexander Lehn
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Minden (mob). Landrat Dr. Ralf Niermann setzt in Sachen Kampa-Halle nun die Kreis-Politik unter Druck, Wenn die nicht schnell für eine Sanierung der in die Jahre gekommenen Sport- und Veranstaltungslocation entscheide, gingen Ende Oktober die Lichter aus, sagt er am heutigen Freitag beim City-Fest in Espelkamp. Sein ausführliches Statement verteilte er im Anschluss an die Presse.

Seit 2014 würden in der Kampa-Halle mit einer Duldung und unter Auflagen an die Sicherheit, Schul- und Vereinssport, Kultur-Events sowie Handball-Bundesliga-Spiele abgehalten. Dies sei nur unter "ganz enormen Anstrengungen der Kreisverwaltung" möglich gewesen. Niermann verwies auf die erneute Risiko- und Gefahrenbeurteilung durch einen von der Kreisverwaltung beauftragten Brandschutzsachverständigen. Diese habe ergeben, dass es eine vorübergehende weitere Nutzung aus seiner Sicht nur mit einer Sanierungsentscheidung geben könne. Ansonsten empfehle er eine Schließung der Halle.

Gut zu wissen: Dieses Gutachten kennen die Politiker aus Kreis und Stadt Minden bisher nicht -- sie haben den Kreis mehrfach aufgefordert, ihnen dieses zuzustellen, da es ja die Grundlage der Entscheidung Niermanns war und auch die Basis für ihrer Entscheidung in Sachen Sanierung sein müsste.

Niermann verwies in seiner Rede in Espelkamp darauf, dass der Kreis Minden Lübbecke einen Masterplan für die Modernisierung der Kampa-Halle erarbeitet habe, in dem es vor allem um Arbeiten an den sicherheitsrelevanten Anlagen und Einrichtungen (Lüftung, Elektrik, Alarmierung, Notfallbeleuchtung und weitere) gehe. "Sollte dieser Masterplan vom Kreistag am 7. Oktober genehmigt werden, würden die Maßnahmen voraussichtlich ab 2021 umgesetzt werden und gut ein Jahr dauern. In dieser Zeit kann die Halle nicht genutzt werden."

Niermann betonte, dieser Sanierungsweg eröffne die Chance, nach dem 1. November 2019 weiterhin einen "befristeten Übergangsbetrieb zu ermöglichen, der idealerweise bis zum Beginn der Baumaßnahmen andauert". Deutlich machte er auch: "Wird der Vorschlag abgelehnt, erleben wir die Schließung der Kampa-Halle zum 1. November 2019."

Eine Sicherheit für die Zukunft der Halle gibt es aus seiner Sicht nur mit einer Sanierung."Auf mich und meine Mitarbeiter wird momentan erheblicher Druck ausgeübt, mit dem Ziel, die Kampa-Halle so lange wie möglich und idealerweise bis zur etwaigen Fertigstellung einer Multifunktionshalle offenzuhalten, für die es hier momentan keine Unterlagen und keine konkrete Basis gibt. Dies werde ich nicht zu lassen."

Für die Kreisverwaltung stehe die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher sowie der Nutzerinnen und Nutzer der Kampa-Halle an erster Stelle.

"Mit Carolin Kebekus am 31.Oktober geht die Geschichte der Kampa-Halle – ohne ein klares politisches Bekenntnis zur Sanierung – zu Ende, mit unabsehbaren Folgen für unseren Kreis und nicht nur für den Bundesliga Handball."

Die Mitarbeitenden bei der Kreisverwaltung würden "alles uns Mögliche" dafür tun, dass die Kampa-Halle auch in Zukunft Schul- und Vereinssport, Kultur-Events und professionellen Sport für alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis Minden-Lübbecke beheimaten kann. Zukunft bedeute "mindestens die nächsten 20 Jahre mit dem Kreis als professionellem und seriösem Betreiber, da die Bausubstanz als gut bewertet wird.“

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MindenLandrat: Ohne kurzfristiges "Ja" zur Sanierung der Kampa-Halle macht er Ende Oktober das Licht ausMinden (mob). Landrat Dr. Ralf Niermann setzt in Sachen Kampa-Halle nun die Kreis-Politik unter Druck, Wenn die nicht schnell für eine Sanierung der in die Jahre gekommenen Sport- und Veranstaltungslocation entscheide, gingen Ende Oktober die Lichter aus, sagt er am heutigen Freitag beim City-Fest in Espelkamp. Sein ausführliches Statement verteilte er im Anschluss an die Presse. Seit 2014 würden in der Kampa-Halle mit einer Duldung und unter Auflagen an die Sicherheit, Schul- und Vereinssport, Kultur-Events sowie Handball-Bundesliga-Spiele abgehalten. Dies sei nur unter "ganz enormen Anstrengungen der Kreisverwaltung" möglich gewesen. Niermann verwies auf die erneute Risiko- und Gefahrenbeurteilung durch einen von der Kreisverwaltung beauftragten Brandschutzsachverständigen. Diese habe ergeben, dass es eine vorübergehende weitere Nutzung aus seiner Sicht nur mit einer Sanierungsentscheidung geben könne. Ansonsten empfehle er eine Schließung der Halle. Gut zu wissen: Dieses Gutachten kennen die Politiker aus Kreis und Stadt Minden bisher nicht -- sie haben den Kreis mehrfach aufgefordert, ihnen dieses zuzustellen, da es ja die Grundlage der Entscheidung Niermanns war und auch die Basis für ihrer Entscheidung in Sachen Sanierung sein müsste. Niermann verwies in seiner Rede in Espelkamp darauf, dass der Kreis Minden Lübbecke einen Masterplan für die Modernisierung der Kampa-Halle erarbeitet habe, in dem es vor allem um Arbeiten an den sicherheitsrelevanten Anlagen und Einrichtungen (Lüftung, Elektrik, Alarmierung, Notfallbeleuchtung und weitere) gehe. "Sollte dieser Masterplan vom Kreistag am 7. Oktober genehmigt werden, würden die Maßnahmen voraussichtlich ab 2021 umgesetzt werden und gut ein Jahr dauern. In dieser Zeit kann die Halle nicht genutzt werden." Niermann betonte, dieser Sanierungsweg eröffne die Chance, nach dem 1. November 2019 weiterhin einen "befristeten Übergangsbetrieb zu ermöglichen, der idealerweise bis zum Beginn der Baumaßnahmen andauert". Deutlich machte er auch: "Wird der Vorschlag abgelehnt, erleben wir die Schließung der Kampa-Halle zum 1. November 2019." Eine Sicherheit für die Zukunft der Halle gibt es aus seiner Sicht nur mit einer Sanierung."Auf mich und meine Mitarbeiter wird momentan erheblicher Druck ausgeübt, mit dem Ziel, die Kampa-Halle so lange wie möglich und idealerweise bis zur etwaigen Fertigstellung einer Multifunktionshalle offenzuhalten, für die es hier momentan keine Unterlagen und keine konkrete Basis gibt. Dies werde ich nicht zu lassen." Für die Kreisverwaltung stehe die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher sowie der Nutzerinnen und Nutzer der Kampa-Halle an erster Stelle. "Mit Carolin Kebekus am 31.Oktober geht die Geschichte der Kampa-Halle – ohne ein klares politisches Bekenntnis zur Sanierung – zu Ende, mit unabsehbaren Folgen für unseren Kreis und nicht nur für den Bundesliga Handball." Die Mitarbeitenden bei der Kreisverwaltung würden "alles uns Mögliche" dafür tun, dass die Kampa-Halle auch in Zukunft Schul- und Vereinssport, Kultur-Events und professionellen Sport für alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis Minden-Lübbecke beheimaten kann. Zukunft bedeute "mindestens die nächsten 20 Jahre mit dem Kreis als professionellem und seriösem Betreiber, da die Bausubstanz als gut bewertet wird.“ Lesen Sie zu diesem Thema auch Neues Brandschutz-Gutachten: Mindener Kampa-Halle steht vor der baldigen Schließung Auslaufmodell: 15 Millionen für die Kampa-Halle? Die Kreis-Politik vor einer schweren Entscheidung Kommentar zur Entscheidung um die Kampa-Halle: Der Zauderer Schließung der Kampahalle: Zwischen Risiko und Regress Kampa-Halle und Multifunktionsarena: Druck auf den Kreis nimmt zu