Minden

Gegen den Klimawandel: Jeder Einzelne kann was tun

Vasco Stemmer

Bis zu 500 Menschen erwartet die „Fridays for Future-Bewegung“ am Freitag zum Klimastreik auf dem Marktplatz in Minden. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn
Bis zu 500 Menschen erwartet die „Fridays for Future-Bewegung“ am Freitag zum Klimastreik auf dem Marktplatz in Minden. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn

Minden (mt). Durch überflüssigen Konsum solle sich niemand definieren. Dieser mache nicht glücklich und schade zudem dem Klima, erklärte Björn Wiele vom Verein Multivision den Schülern des Herder-Gymnasiums.

Wiele ist Politikwissenschaftler und war als Moderator der Veranstaltung „Energievision 2050 – Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft“, an der Schule zu Gast. Mit der Veranstaltung möchte Multivison Schüler für das Thema Klimawandel sensibilisieren, Fragen beantworten und aufzeigen, wie jeder seinen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaschutzziele leisten kann. Ein Film vermittelte den Schülern Grundlagen zum Thema, dann gab es Raum zur Diskussion.

Auf einige Fragen ging Wiele selber ein. Andere wurden durch Kurzfilme beantwortet, die sich mit bestimmten Unterthemen des Klimawandels befassen – zum Beispiel Wohnen, Kleidung, Ernährung und Mobilität. Die Veranstaltung richtet sich an alle Schüler, die eine weiterführende Schule besuchen. Die gezeigten Filme sind auf die jeweilige Altersgruppe zugeschnitten. Die Botschaft ist aber die selbe: „Ein Weiter so, kann es nicht geben“.

Leiter der Umwelt AG am Herder-Gymnasium Holger Hansing (von links), Schulleiterin Heike Plöger, stellvertretender Bürgermeister Harald Steinmetz und Björn Wiele von Multivision. MT- - © Foto: Vasco Stemmer
Leiter der Umwelt AG am Herder-Gymnasium Holger Hansing (von links), Schulleiterin Heike Plöger, stellvertretender Bürgermeister Harald Steinmetz und Björn Wiele von Multivision. MT- (© Foto: Vasco Stemmer)

Das Thema Wohnen würden Schüler generell nur selten ansprechen – zur Ernährung kämen besonders oft Fragen von älteren Schülern, erklärte Wiele im Gespräch. Beim Thema Kleidung läge das Augenmerk der Jugendlichen eher auf einer fairen Produktion. Einigen Schülern fehle es an grundlegenden Kenntnissen zum Thema. „Bei vielen ist das Bewusstsein vorhanden. Besonders ältere Schüler sagen aber auch, dass sie so weiter leben wollen wie bisher“, so Wiele weiter.

Mit seiner Arbeit möchte der Politikwissenschaftler Grundlagen schaffen und Fehlinformationen entgegenwirken. Besonders in der Debatte um die Elektromobilität sieht er davon viele im Umlauf. „Wenn ein Tesla Modell in den USA unter Einsatz von 100 Prozent erneuerbarer Energien hergestellt wird, man für seine Klimabilanz aber den europäischen Strommix als Berechnungsgrundlage heranzieht, vergleicht man Äpfel mit Birnen“, nennt der Moderator ein Beispiel.

Das Auto als Statussymbol sieht Wiele zunehmend durch Mobiltelefone abgelöst. Das schätzt er aber nicht als weniger bedenklich ein, da diese ebenfalls keine gute Klimabilanz hätten. Um den Schülern den Einstieg in den Klimaschutz zu erleichtern, empfiehlt er zunächst eine klimaschädliche Verhaltensweise konsequent abzulegen. Das könnte zum Beispiel der Verzicht auf Einwegbecher sein. „So beginnt dann die Veränderung“, erklärt Wiele die Herangehensweise.

In den deutschen Schulen sieht Wiele Verbesserungsbedarf. Das Schulsystem sei nicht darauf ausgerichtet, das kritische Hinterfragen und das Erkennen von Zusammenhängen zu fördern. Trotzdem sieht Björn Wiele auch Schritte in die richtige Richtung. Durch die steigende öffentliche Aufmerksamkeit stünden die Politiker unter Druck und auch die Energieversorger würden anfangen, sich zu bewegen. Als Beispiel nennt Wiele die Ankündigung von RWE, keine Kohlekraftwerke mehr bauen zu wollen.

Biologielehrer Holger Hansing ermunterte die Schüler, sich der von ihm geleiteten Umwelt AG anzuschließen: „Wir machen dort das, was ihr wollt“. Hansing war auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Veranstaltung an der Schule stattfinden konnte.

Mindens Stellvertretender Bürgermeister Harald Steinmetz (Mindener Initiative) begrüßte das Engagement von Multivision in seinem Grußwort und wünschte sich , dass noch weitere Schulen in der Stadt das Angebot des Vereins wahrnehmen.

Der Autor ist erreichbar unter Telefon (0571) 882 260 oder Vasco.Stemmer@mt.de

Klimastreik am Freitag

Am morgigen Freitag ruft die „Fridays for Future-Bewegung“ weltweit zum Klimastreik auf. Hintergrund ist der „New York Climate Summit“, der nächste Woche stattfindet. Die Demonstration in Minden beginnt um 11:30 Uhr auf dem Marktplatz. Anschließend findet am selben Ort eine Kundgebung statt, bei der auch zahlreiche Gastredner auftreten werden. Um 19:30 Uhr folgt das „Concert for Future“ im Marienstift. Nächste Woche sind laut Pressemitteilung weitere Aktionen geplant. (VaSt)

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MindenGegen den Klimawandel: Jeder Einzelne kann was tunVasco StemmerMinden (mt). Durch überflüssigen Konsum solle sich niemand definieren. Dieser mache nicht glücklich und schade zudem dem Klima, erklärte Björn Wiele vom Verein Multivision den Schülern des Herder-Gymnasiums. Wiele ist Politikwissenschaftler und war als Moderator der Veranstaltung „Energievision 2050 – Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft“, an der Schule zu Gast. Mit der Veranstaltung möchte Multivison Schüler für das Thema Klimawandel sensibilisieren, Fragen beantworten und aufzeigen, wie jeder seinen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaschutzziele leisten kann. Ein Film vermittelte den Schülern Grundlagen zum Thema, dann gab es Raum zur Diskussion. Auf einige Fragen ging Wiele selber ein. Andere wurden durch Kurzfilme beantwortet, die sich mit bestimmten Unterthemen des Klimawandels befassen – zum Beispiel Wohnen, Kleidung, Ernährung und Mobilität. Die Veranstaltung richtet sich an alle Schüler, die eine weiterführende Schule besuchen. Die gezeigten Filme sind auf die jeweilige Altersgruppe zugeschnitten. Die Botschaft ist aber die selbe: „Ein Weiter so, kann es nicht geben“. Das Thema Wohnen würden Schüler generell nur selten ansprechen – zur Ernährung kämen besonders oft Fragen von älteren Schülern, erklärte Wiele im Gespräch. Beim Thema Kleidung läge das Augenmerk der Jugendlichen eher auf einer fairen Produktion. Einigen Schülern fehle es an grundlegenden Kenntnissen zum Thema. „Bei vielen ist das Bewusstsein vorhanden. Besonders ältere Schüler sagen aber auch, dass sie so weiter leben wollen wie bisher“, so Wiele weiter. Mit seiner Arbeit möchte der Politikwissenschaftler Grundlagen schaffen und Fehlinformationen entgegenwirken. Besonders in der Debatte um die Elektromobilität sieht er davon viele im Umlauf. „Wenn ein Tesla Modell in den USA unter Einsatz von 100 Prozent erneuerbarer Energien hergestellt wird, man für seine Klimabilanz aber den europäischen Strommix als Berechnungsgrundlage heranzieht, vergleicht man Äpfel mit Birnen“, nennt der Moderator ein Beispiel. Das Auto als Statussymbol sieht Wiele zunehmend durch Mobiltelefone abgelöst. Das schätzt er aber nicht als weniger bedenklich ein, da diese ebenfalls keine gute Klimabilanz hätten. Um den Schülern den Einstieg in den Klimaschutz zu erleichtern, empfiehlt er zunächst eine klimaschädliche Verhaltensweise konsequent abzulegen. Das könnte zum Beispiel der Verzicht auf Einwegbecher sein. „So beginnt dann die Veränderung“, erklärt Wiele die Herangehensweise. In den deutschen Schulen sieht Wiele Verbesserungsbedarf. Das Schulsystem sei nicht darauf ausgerichtet, das kritische Hinterfragen und das Erkennen von Zusammenhängen zu fördern. Trotzdem sieht Björn Wiele auch Schritte in die richtige Richtung. Durch die steigende öffentliche Aufmerksamkeit stünden die Politiker unter Druck und auch die Energieversorger würden anfangen, sich zu bewegen. Als Beispiel nennt Wiele die Ankündigung von RWE, keine Kohlekraftwerke mehr bauen zu wollen. Biologielehrer Holger Hansing ermunterte die Schüler, sich der von ihm geleiteten Umwelt AG anzuschließen: „Wir machen dort das, was ihr wollt“. Hansing war auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Veranstaltung an der Schule stattfinden konnte. Mindens Stellvertretender Bürgermeister Harald Steinmetz (Mindener Initiative) begrüßte das Engagement von Multivision in seinem Grußwort und wünschte sich , dass noch weitere Schulen in der Stadt das Angebot des Vereins wahrnehmen. Der Autor ist erreichbar unter Telefon (0571) 882 260 oder Vasco.Stemmer@mt.de Klimastreik am Freitag Am morgigen Freitag ruft die „Fridays for Future-Bewegung“ weltweit zum Klimastreik auf. Hintergrund ist der „New York Climate Summit“, der nächste Woche stattfindet. Die Demonstration in Minden beginnt um 11:30 Uhr auf dem Marktplatz. Anschließend findet am selben Ort eine Kundgebung statt, bei der auch zahlreiche Gastredner auftreten werden. Um 19:30 Uhr folgt das „Concert for Future“ im Marienstift. Nächste Woche sind laut Pressemitteilung weitere Aktionen geplant. (VaSt)