Kommentar zur Entscheidung um die Kampa-Halle: Der Zauderer

Marcus Riechmann

Sagen Sie zehnmal nacheinander in schneller Folge die Worte Kampa-Halle, Brandschutzgutachten, Multifunktionsarena. Der Buchstabensalat, der dabei am Ende herauskommt, entspricht dem sich seit Jahren türmenden gewaltigen Durcheinander, das rund um die Sanierung von Kampa-Halle und Neubau einer Multifunktionsarena entstanden ist. In diesem festgefahrenen Dilemma hat Landrat Ralf Niermann einmal mehr die Rolle des Zauderers inne. Statt sich eindeutig zu positionieren und seiner politischen Aufgabe als Entwickler seiner Region nachzukommen, lässt er nach jahrelanger fruchtloser Debatte nun ein Geheimgutachten sprechen.

Mit dem Wissensvorsprung der Brandschutzakte setzt der Landrat nun den Beteiligten die Pistole auf die Brust: Der Kreistag darf entweder den Masterplan „Großsanierung Kampa-Halle“ beschließen oder den Neubau einer kleinen Kreissport(funktions)halle am selben oder an einem anderen Ort. Falls sich die Politik beiden Alternativen verweigert, lässt Niermann die Kampa-Halle umgehend schließen. „Bätschi“ würde Niermanns Parteikollegin Nahles angesichts der fein konstruierten Zwickmühle rufen.

Dabei gibt es durchaus Grund, sich zu verweigern, denn beide Varianten fressen die finanziellen Mittel des Kreises auf und schließen damit die Entwicklung einer Multihalle aus. Dabei wird immer klarer, dass dem Projekt am rechten Weserufer die Zukunft gehört und nicht der 50 Jahre alten Halle an der Hahler Straße. Investitionen in die alternde Kampa-Halle sind Aufwendungen für ein Auslaufmodell. Die Pflicht der Politik ist es jedoch, in die Zukunft zu investieren.

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Kommentar zur Entscheidung um die Kampa-Halle: Der ZaudererMarcus RiechmannSagen Sie zehnmal nacheinander in schneller Folge die Worte Kampa-Halle, Brandschutzgutachten, Multifunktionsarena. Der Buchstabensalat, der dabei am Ende herauskommt, entspricht dem sich seit Jahren türmenden gewaltigen Durcheinander, das rund um die Sanierung von Kampa-Halle und Neubau einer Multifunktionsarena entstanden ist. In diesem festgefahrenen Dilemma hat Landrat Ralf Niermann einmal mehr die Rolle des Zauderers inne. Statt sich eindeutig zu positionieren und seiner politischen Aufgabe als Entwickler seiner Region nachzukommen, lässt er nach jahrelanger fruchtloser Debatte nun ein Geheimgutachten sprechen. Mit dem Wissensvorsprung der Brandschutzakte setzt der Landrat nun den Beteiligten die Pistole auf die Brust: Der Kreistag darf entweder den Masterplan „Großsanierung Kampa-Halle“ beschließen oder den Neubau einer kleinen Kreissport(funktions)halle am selben oder an einem anderen Ort. Falls sich die Politik beiden Alternativen verweigert, lässt Niermann die Kampa-Halle umgehend schließen. „Bätschi“ würde Niermanns Parteikollegin Nahles angesichts der fein konstruierten Zwickmühle rufen. Dabei gibt es durchaus Grund, sich zu verweigern, denn beide Varianten fressen die finanziellen Mittel des Kreises auf und schließen damit die Entwicklung einer Multihalle aus. Dabei wird immer klarer, dass dem Projekt am rechten Weserufer die Zukunft gehört und nicht der 50 Jahre alten Halle an der Hahler Straße. Investitionen in die alternde Kampa-Halle sind Aufwendungen für ein Auslaufmodell. Die Pflicht der Politik ist es jedoch, in die Zukunft zu investieren.