Kommentar zum tierärztlichen Notdienst: Nicht allein lassen

Stefan Koch

MT- - © Foto: Alex Lehn
MT- (© Foto: Alex Lehn)

Seit mehr als einem Jahr müssen Tierhalter um das Leben ihrer Lieblinge bangen, wenn diese nachts zum Notfall werden. Schuld ist die Sorge um des Menschen Wohl in Form des Arbeitszeitgesetzes. Es hat Tierkliniken auch im Mühlenkreis den nächtlichen Betrieb unmöglich gemacht. Zwar suchen Veterinäre nach Alternativen und halten wenigstens für das Wochenende einen Notfalldienst vor. Aber immer noch müssen die Besitzer von Hunden, Katzen und anderen Kleintieren nachts zu weit entfernten Tierkliniken fahren. Und immer noch sind es allein die Tierärzte, denen die weitere Lösung dieses Problems auf den Schultern liegt.

Ein Problem, das für die Politik nicht existiert. Denn solange sich ausschließlich die Veterinäre und deren Kammer damit herumschlagen müssen, ist man offenbar nicht zuständig. So kommt es, dass in den kommunalen Ausschüssen des Kreises und seiner Städte und Gemeinden bislang wenig darüber nachgedacht wurde, eine 24-stündige Versorgungssicherheit in der Region sicherzustellen. Eher schon ist da die Hundesteuer ein Thema, da es schließlich um Einnahmen für die öffentliche Hand geht.

Die Wahrnehmung des Tierschutzes in der Heimtierhaltung ist aber eine kommunale Aufgabe. Vernachlässigung, nicht artgerechter Haltung und anderen Missständen muss daher die Veterinärbehörde per Gesetz nachgehen. Und auch der Wegfall des tierärztlichen Notdienstes – ohne dass es einen Ersatz gibt – kann vermeidbares Tierleid verursachen. Deshalb stehen Politiker und Behörden in der Verantwortung.

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Kommentar zum tierärztlichen Notdienst: Nicht allein lassenStefan KochSeit mehr als einem Jahr müssen Tierhalter um das Leben ihrer Lieblinge bangen, wenn diese nachts zum Notfall werden. Schuld ist die Sorge um des Menschen Wohl in Form des Arbeitszeitgesetzes. Es hat Tierkliniken auch im Mühlenkreis den nächtlichen Betrieb unmöglich gemacht. Zwar suchen Veterinäre nach Alternativen und halten wenigstens für das Wochenende einen Notfalldienst vor. Aber immer noch müssen die Besitzer von Hunden, Katzen und anderen Kleintieren nachts zu weit entfernten Tierkliniken fahren. Und immer noch sind es allein die Tierärzte, denen die weitere Lösung dieses Problems auf den Schultern liegt. Ein Problem, das für die Politik nicht existiert. Denn solange sich ausschließlich die Veterinäre und deren Kammer damit herumschlagen müssen, ist man offenbar nicht zuständig. So kommt es, dass in den kommunalen Ausschüssen des Kreises und seiner Städte und Gemeinden bislang wenig darüber nachgedacht wurde, eine 24-stündige Versorgungssicherheit in der Region sicherzustellen. Eher schon ist da die Hundesteuer ein Thema, da es schließlich um Einnahmen für die öffentliche Hand geht. Die Wahrnehmung des Tierschutzes in der Heimtierhaltung ist aber eine kommunale Aufgabe. Vernachlässigung, nicht artgerechter Haltung und anderen Missständen muss daher die Veterinärbehörde per Gesetz nachgehen. Und auch der Wegfall des tierärztlichen Notdienstes – ohne dass es einen Ersatz gibt – kann vermeidbares Tierleid verursachen. Deshalb stehen Politiker und Behörden in der Verantwortung.