Minden

Spezialfirma erstellt wasserdichte Baugrube für Stiftungshaus am Deichhof

Anja Peper

Minden (mt). Der Untergrund ist schwierig. Irgendwann in grauer Vorzeit muss der so genannte Stadtbach am Deichhof geflossen sein. Grundwasser und Torf stellen die Planer des Familienzentrums vor eine Herausforderung: die Grube muss komplett abgedichtet werden, damit während der Arbeiten kein Wasser eindringt. Eine Möglichkeit wäre, Spundwände in den Boden rammen. Weil das aber extrem laut wäre, setzt die RS Stiftungshaus Deichhof GbR als Bauherrin hier im sensiblen Innenstadtbereich auf eine innovative Alternative, das so genannte CSM-Verfahren. Zunächst entsteht eine wasserdichte Wanne, bevor die Arbeiten für die Tiefgarage starten können.

Bevor der eigentliche Tiefbau startet, laufen am Deichhof die Vorbereitungen. Nahe der Marienkirche entsteht ein Mutter-Kind-Zentrum. MT-Foto: Anja Peper - © Anja Peper
Bevor der eigentliche Tiefbau startet, laufen am Deichhof die Vorbereitungen. Nahe der Marienkirche entsteht ein Mutter-Kind-Zentrum. MT-Foto: Anja Peper (© Anja Peper)

CSM steht für das erst 15 Jahre junge „Cutter Soil Mixing"-Verfahren. Darauf hat sich eine Tiefbau-Firma aus Holland namens Bodem Bouw spezialisiert. Wie das funktioniert, erklärt Marc Pierro, der im Auftrag der RS Stiftungshaus Deichhof GbR für die Baubegleitung zuständig ist: „Der Boden wird mit Fräsrädern gelockert und mit einer Suspension zu einem homogenen Boden-Zement-Mörtel vermischt. Anschließend werden Stahlträger als Bewehrung eingeführt." So entsteht die Dicht- und Verbauwand. Vorteile der Methode: Weniger Lärm, weniger Erschütterungen – und nach Angaben von Bodem Bouw auch ein geringeres Ausführungsrisiko. Mehr als hundert Betonpfähle werden elf Meter tief gesetzt, um das Wohn- und Familienzentrum zu sichern. Die Verantwortlichen für das Deichhof-Projekt rechnen mit einer Bauphase von 20 bis 24 Monaten. In der Tiefgarage sind 16 Stellplätze vorgesehen. Früher war hier der Leffers-Parkplatz.

Eine auf Tiefbau spezialisierte Firma aus Holland führt die Stahlträger als Bewehrung in den Boden ein. So entsteht eine Dicht- und Verbauwand. Foto: pr - © pr
Eine auf Tiefbau spezialisierte Firma aus Holland führt die Stahlträger als Bewehrung in den Boden ein. So entsteht eine Dicht- und Verbauwand. Foto: pr (© pr)

In dem Stiftungshaus ist die Unterbringung eines Mutter-Kind-Zentrums und einer Großtagespflegeeinrichtung für Kinder geplant. Es hat eine Nutzfläche von 4.000 Quadratmetern. Darüber hinaus werden die Fachabteilung „Frühe Hilfen" der Stadt Minden und Angebote zur Frühförderung ihre neuen Anlaufstellen für Familien im Stiftungshaus haben. Wohnraum entsteht in den oberen Etagen des Gebäudes.

Die Grundstücksgesellschaft ist ein Zusammenschluss der Günther + Rita Rudloff-Stiftung und der Dr. Hans-Joachim + Christa Strothmann-Stiftung und wurde zur Errichtung des Gebäudes gegründet. Beide Mindener Stiftungen engagieren sich seit mehr als zehn Jahren vor Ort für soziale Projekte.

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MindenSpezialfirma erstellt wasserdichte Baugrube für Stiftungshaus am DeichhofAnja PeperMinden (mt). Der Untergrund ist schwierig. Irgendwann in grauer Vorzeit muss der so genannte Stadtbach am Deichhof geflossen sein. Grundwasser und Torf stellen die Planer des Familienzentrums vor eine Herausforderung: die Grube muss komplett abgedichtet werden, damit während der Arbeiten kein Wasser eindringt. Eine Möglichkeit wäre, Spundwände in den Boden rammen. Weil das aber extrem laut wäre, setzt die RS Stiftungshaus Deichhof GbR als Bauherrin hier im sensiblen Innenstadtbereich auf eine innovative Alternative, das so genannte CSM-Verfahren. Zunächst entsteht eine wasserdichte Wanne, bevor die Arbeiten für die Tiefgarage starten können. CSM steht für das erst 15 Jahre junge „Cutter Soil Mixing"-Verfahren. Darauf hat sich eine Tiefbau-Firma aus Holland namens Bodem Bouw spezialisiert. Wie das funktioniert, erklärt Marc Pierro, der im Auftrag der RS Stiftungshaus Deichhof GbR für die Baubegleitung zuständig ist: „Der Boden wird mit Fräsrädern gelockert und mit einer Suspension zu einem homogenen Boden-Zement-Mörtel vermischt. Anschließend werden Stahlträger als Bewehrung eingeführt." So entsteht die Dicht- und Verbauwand. Vorteile der Methode: Weniger Lärm, weniger Erschütterungen – und nach Angaben von Bodem Bouw auch ein geringeres Ausführungsrisiko. Mehr als hundert Betonpfähle werden elf Meter tief gesetzt, um das Wohn- und Familienzentrum zu sichern. Die Verantwortlichen für das Deichhof-Projekt rechnen mit einer Bauphase von 20 bis 24 Monaten. In der Tiefgarage sind 16 Stellplätze vorgesehen. Früher war hier der Leffers-Parkplatz. In dem Stiftungshaus ist die Unterbringung eines Mutter-Kind-Zentrums und einer Großtagespflegeeinrichtung für Kinder geplant. Es hat eine Nutzfläche von 4.000 Quadratmetern. Darüber hinaus werden die Fachabteilung „Frühe Hilfen" der Stadt Minden und Angebote zur Frühförderung ihre neuen Anlaufstellen für Familien im Stiftungshaus haben. Wohnraum entsteht in den oberen Etagen des Gebäudes. Die Grundstücksgesellschaft ist ein Zusammenschluss der Günther + Rita Rudloff-Stiftung und der Dr. Hans-Joachim + Christa Strothmann-Stiftung und wurde zur Errichtung des Gebäudes gegründet. Beide Mindener Stiftungen engagieren sich seit mehr als zehn Jahren vor Ort für soziale Projekte.