Minden

Gastfamilien für chinesische Schüler gesucht

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Minden (mt/ani). Nach dem Schüleraustausch ist vor dem Schüleraustausch: Der Trägerverein Partnerschaften Minden-Changzhou sucht wieder Gastfamilien für Schüler aus China. „Jetzt wird es Zeit“, so Maja Kurth vom Trägerverein. „Mich erreichen gerade viele Anfragen von Organisationen, die Gastfamilien für Deutschlandaufenthalte chinesischer Schüler suchen.“ Für eine Dauer von drei Monaten bis hin zu einem ganzen Schuljahr werden Gasteltern gesucht. Aber was bedeutet das genau für die Gastgeber?

Kulturgut: Die Schüler kochen den Reiswein selber. - © pr
Kulturgut: Die Schüler kochen den Reiswein selber. (© pr)

Helga Trölenberg, Mitglied im Verein und wohnhaft in Hille, hat im vergangenen Schuljahr einen jungen Mann aus Changzhou, der Partnerstadt von Minden in ihrer Familie beherbergt. Zitang, so heißt der junge Mann, kam für neun Monate. Helga Trölenberg hat dafür ihr Haus und ihre Familie geöffnet. „Ich habe Zitang wie ein normales Familienmitglied behandelt – mit allen Rechten und Pflichten.“ Gartenarbeit und Aufräumen gehörten ebenfalls dazu.

Es gab kein Familienfest, wo ihr Gastschüler nicht dabei war. Auch Kurzurlaube und Ausflüge gehörten zum Programm. Typische deutsche Gerichte wie Braten, Pfannkuchen oder Gulasch kamen auf den Tisch, die alle auch bei ihrem chinesischen Gastschüler Anklang fanden. Für unterschiedliche Arten von Brot konnte sich Zitang allerdings nicht erwärmen. Da ist es bei weißen Brötchen geblieben.

Zitang hat während des Aufenthalts Deutsch gelernt. „Er hatte über privaten Unterricht einige Grundkenntnisse, aber wir haben doch erst viel in Englisch gemacht“, erinnert Helga Trölenberg. „Mit der Zeit wurde es dann mehr und mehr Deutsch, aber es hat drei Monate gedauert.“

Besondere Unterstützung hat die Gastgeberin von der Austauschorganisation erfahren, über die die Schüler in der Regel vermittelt werden. „Wir hatten hier eine Betreuerin vor Ort, die sich jeden Monat mit uns getroffen hat. Da konnte man schon einiges klären, bevor ein Problem ganz groß wurde“, so Trölenberg. „Und auch über den Verein Minden-Changzhou kann man Unterstützung bekommen, zum Beispiel, dass mal jemand übersetzt, wenn etwas schwierig ist.

Für Helga Trölenberg ist klar: Sie würde es noch einmal machen. Mit Zitang und seiner Familie hat sie immer noch Kontakt. Zitang wird im Oktober wieder nach Deutschland kommen und sich in Aachen auf ein Hochschulstudium der Elektrotechnik oder Robotik vorzubereiten. Einen Besuch gemeinsam mit seinen Eltern bei seiner Hiller Gastfamilie hat er schon angekündigt.

Auch Mindener Schüler lernen in China eine andere Kultur kennen. Seit dem 23. August sind 15 Gymnasiasten aus Minden mit ihren zwei Begleiterinnen in Changzhou unterwegs. In der Partnerschule Benniu High School absolvieren sie ein vielfältiges Programm: Chinesische Kultur und Sprache, Musik, Kalligraphie, Sport und Kochen, dazu zählt auch die Herstellung von Reiswein.

Den Trägerverein Minden-Changzhou erreichte auch dieses Jahr die Frage nach Gastfamilien für chinesische Schüler. Dieses Mal ist es die Organisation AFS (American Field Service), die Schüler aus den Regionen Anhui, Guangdong, Hunan, Innere Mongolei, Qing Hai und Sichuan vermitteln möchte. Wer einen jungen Chinesen oder eine junge Chinesin aufnehmen möchte, meldet sich per E-Mail: office@minden-changzhou.com.

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MindenGastfamilien für chinesische Schüler gesuchtMinden (mt/ani). Nach dem Schüleraustausch ist vor dem Schüleraustausch: Der Trägerverein Partnerschaften Minden-Changzhou sucht wieder Gastfamilien für Schüler aus China. „Jetzt wird es Zeit“, so Maja Kurth vom Trägerverein. „Mich erreichen gerade viele Anfragen von Organisationen, die Gastfamilien für Deutschlandaufenthalte chinesischer Schüler suchen.“ Für eine Dauer von drei Monaten bis hin zu einem ganzen Schuljahr werden Gasteltern gesucht. Aber was bedeutet das genau für die Gastgeber? Helga Trölenberg, Mitglied im Verein und wohnhaft in Hille, hat im vergangenen Schuljahr einen jungen Mann aus Changzhou, der Partnerstadt von Minden in ihrer Familie beherbergt. Zitang, so heißt der junge Mann, kam für neun Monate. Helga Trölenberg hat dafür ihr Haus und ihre Familie geöffnet. „Ich habe Zitang wie ein normales Familienmitglied behandelt – mit allen Rechten und Pflichten.“ Gartenarbeit und Aufräumen gehörten ebenfalls dazu. Es gab kein Familienfest, wo ihr Gastschüler nicht dabei war. Auch Kurzurlaube und Ausflüge gehörten zum Programm. Typische deutsche Gerichte wie Braten, Pfannkuchen oder Gulasch kamen auf den Tisch, die alle auch bei ihrem chinesischen Gastschüler Anklang fanden. Für unterschiedliche Arten von Brot konnte sich Zitang allerdings nicht erwärmen. Da ist es bei weißen Brötchen geblieben. Zitang hat während des Aufenthalts Deutsch gelernt. „Er hatte über privaten Unterricht einige Grundkenntnisse, aber wir haben doch erst viel in Englisch gemacht“, erinnert Helga Trölenberg. „Mit der Zeit wurde es dann mehr und mehr Deutsch, aber es hat drei Monate gedauert.“ Besondere Unterstützung hat die Gastgeberin von der Austauschorganisation erfahren, über die die Schüler in der Regel vermittelt werden. „Wir hatten hier eine Betreuerin vor Ort, die sich jeden Monat mit uns getroffen hat. Da konnte man schon einiges klären, bevor ein Problem ganz groß wurde“, so Trölenberg. „Und auch über den Verein Minden-Changzhou kann man Unterstützung bekommen, zum Beispiel, dass mal jemand übersetzt, wenn etwas schwierig ist. Für Helga Trölenberg ist klar: Sie würde es noch einmal machen. Mit Zitang und seiner Familie hat sie immer noch Kontakt. Zitang wird im Oktober wieder nach Deutschland kommen und sich in Aachen auf ein Hochschulstudium der Elektrotechnik oder Robotik vorzubereiten. Einen Besuch gemeinsam mit seinen Eltern bei seiner Hiller Gastfamilie hat er schon angekündigt. Auch Mindener Schüler lernen in China eine andere Kultur kennen. Seit dem 23. August sind 15 Gymnasiasten aus Minden mit ihren zwei Begleiterinnen in Changzhou unterwegs. In der Partnerschule Benniu High School absolvieren sie ein vielfältiges Programm: Chinesische Kultur und Sprache, Musik, Kalligraphie, Sport und Kochen, dazu zählt auch die Herstellung von Reiswein. Den Trägerverein Minden-Changzhou erreichte auch dieses Jahr die Frage nach Gastfamilien für chinesische Schüler. Dieses Mal ist es die Organisation AFS (American Field Service), die Schüler aus den Regionen Anhui, Guangdong, Hunan, Innere Mongolei, Qing Hai und Sichuan vermitteln möchte. Wer einen jungen Chinesen oder eine junge Chinesin aufnehmen möchte, meldet sich per E-Mail: office@minden-changzhou.com.