Minden

„Kein Festmist dabei“

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Die Feuerwehr hatte die Bastau vor drei Jahren mit Pumpen belüftet. MT-Archivfoto: Annabell Bialas - © siehe Bildtext
Die Feuerwehr hatte die Bastau vor drei Jahren mit Pumpen belüftet. MT-Archivfoto: Annabell Bialas (© siehe Bildtext)

Minden (sk). Der Kreisverband Minden-Lübbecke des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) weist im Zusammenhang mit dem MT-Bericht „Härtetest für Steinbeißer“ vom 27. August darauf hin, dass eine Düngung der Felder im Naturschutzgebiet „Bastauwiesen“ aus seiner Sicht nicht die Ursache der Umweltkatastrophe im Sommer 2016 gewesen war. Vielmehr habe eine aus Gründen des Vogelschutzes verzögerte Mahd dazu geführt, dass damals die Wassermassen aus starken Niederschlägen von den Feldern im „Naturschutzgebiet Bastauwiesen“ nicht ablaufen konnten. Dadurch sei es zu einem Sauerstoffmangel in dem Gewässer gekommen, was zu einem Fischsterben geführt habe.

Wie Kreisgeschäftsführer Günther Huebert für den WLV erklärt, habe es schon Anfang Juni 2016 einen Antrag des Kreistagsmitglieds Kurt Riechmann (FWG) zur vorzeitigen Mahd gegeben, der abgelehnt wurde. Bei einem weiteren Ortstermin mit Vertretern des Kreises und des Umweltschutzes sei dem Wasserbeschaffungsverband „Weserniederung“ wegen Brutpaaren des Teichrohrsängers die Mahd untersagt worden. Auch wegen der Androhung von Strafanzeigen seitens des Nabu habe der Wasserverband zunächst nicht tätig werden können. Und erst am 9. Juli sei dann in dem kartierten Bereich die Mahd erfolgt, weil laut Unterer Landschaftsbehörde das Brutgeschäfts beendet war. Diese vom WLV stets geforderte Maßnahme habe dann zum sofortigen Wasserablauf und dem Rückgang der Pegelstände geführt.

„Für die Landwirte kommen ausschließlich Fäulnisprozesse der unter Wasser befindlichen Ufervegetation und des damit einhergehenden Sauerstoffmangels im Wasser als hauptsächliche Schadensursache in Betracht“, so Huebert für den WLV. Festmist sei in dem betroffenen Gebiet nicht gelagert worden.

Der Landwirtschaftsverband erklärt, dass nach dem Schadensereignis aus dem Jahre 2016 sämtliche Beteiligte in einem noch engeren Austausch stünden, so dass eine solche Situation, auch auf Grund der deutlich zurückgegangenen Niederschläge in den Jahren nach 2016, sich nicht wiederholt habe.

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Minden„Kein Festmist dabei“Minden (sk). Der Kreisverband Minden-Lübbecke des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) weist im Zusammenhang mit dem MT-Bericht „Härtetest für Steinbeißer“ vom 27. August darauf hin, dass eine Düngung der Felder im Naturschutzgebiet „Bastauwiesen“ aus seiner Sicht nicht die Ursache der Umweltkatastrophe im Sommer 2016 gewesen war. Vielmehr habe eine aus Gründen des Vogelschutzes verzögerte Mahd dazu geführt, dass damals die Wassermassen aus starken Niederschlägen von den Feldern im „Naturschutzgebiet Bastauwiesen“ nicht ablaufen konnten. Dadurch sei es zu einem Sauerstoffmangel in dem Gewässer gekommen, was zu einem Fischsterben geführt habe. Wie Kreisgeschäftsführer Günther Huebert für den WLV erklärt, habe es schon Anfang Juni 2016 einen Antrag des Kreistagsmitglieds Kurt Riechmann (FWG) zur vorzeitigen Mahd gegeben, der abgelehnt wurde. Bei einem weiteren Ortstermin mit Vertretern des Kreises und des Umweltschutzes sei dem Wasserbeschaffungsverband „Weserniederung“ wegen Brutpaaren des Teichrohrsängers die Mahd untersagt worden. Auch wegen der Androhung von Strafanzeigen seitens des Nabu habe der Wasserverband zunächst nicht tätig werden können. Und erst am 9. Juli sei dann in dem kartierten Bereich die Mahd erfolgt, weil laut Unterer Landschaftsbehörde das Brutgeschäfts beendet war. Diese vom WLV stets geforderte Maßnahme habe dann zum sofortigen Wasserablauf und dem Rückgang der Pegelstände geführt. „Für die Landwirte kommen ausschließlich Fäulnisprozesse der unter Wasser befindlichen Ufervegetation und des damit einhergehenden Sauerstoffmangels im Wasser als hauptsächliche Schadensursache in Betracht“, so Huebert für den WLV. Festmist sei in dem betroffenen Gebiet nicht gelagert worden. Der Landwirtschaftsverband erklärt, dass nach dem Schadensereignis aus dem Jahre 2016 sämtliche Beteiligte in einem noch engeren Austausch stünden, so dass eine solche Situation, auch auf Grund der deutlich zurückgegangenen Niederschläge in den Jahren nach 2016, sich nicht wiederholt habe.