Minden

Installation auf dem Kleinen Domhof

Ursula Koch

Mit Hilfe von Manfred Raker (rechts) baute Ulrich Kügler seine Bodenskulptur „Weserhort“ auf dem Kleinen Domhof auf. MT- - © Foto: Alex Lehn
Mit Hilfe von Manfred Raker (rechts) baute Ulrich Kügler seine Bodenskulptur „Weserhort“ auf dem Kleinen Domhof auf. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Minden (mt). Was passiert hier? Immer wieder bleiben Passanten stehen, sprechen die beiden Männer an, die auf dem Kleinen Domhof Steine zurecht rücken. Der Mindener Künstler Ulrich Kügler installiert zwischen zwei Bäumen und dem Brunnen seinen „Weserhort“ für die Ausstellung „Wagnis Wagner“.

Die Kunstpräsentation mit insgesamt zehn Arbeiten im öffentlichen Raum wurde vom Verein für aktuelle Kunst, dem Kulturbüro der Stadt und der Minden Marketing als Beiprogramm zur Aufführung von Richard Wagners Operntetralogie „Der Ring des Nibelungen“ organisiert. Sie wird am Samstag, 7. September, um 11 Uhr im Theaterfoyer eröffnet.

Mit seinem „Weserhort“ spielt Kügler auf Wagners „Rheingold“ an. Sie besteht aus zwei beständigen Elementen: Zwei mit weißer Straßensignierkreide auf das Kopfsteinpflaster aufgebrachten Ringen, die eher symbolisch einen Raum markieren, und den in einem Ring gelegten sechs Gesteinsbrocken, die bei der Anlage der Blänke zum Vorschein kamen, berichtet Kügler. Dabei handelt es sich um drei Sandsteine, Teile der ehemaligen Festungsanlage, und drei schroffere Kalksandsteinbrocken, einem Material, aus dem auch das Kopfsteinpflaster bestehe.

Ein Passant habe ihn gefragt, ob er eine Art Stonehenge baue, berichtet Kügler schmunzelnd. „Eine Skulptur im öffentlichen Raum ist immer ein Kommunikationsmoment. Das ist die große Chance von Ausstellungen im öffentlichen Raum“, sagt er. Sein Ziel: Die „Desautomatisierung von Wahrnehmung“ oder anders ausgedrückt, mit der Kunst Aufmerksamkeit zu erregen und dazu anregen, einen Ort neu zu betrachten.

Seine Installation wird vier Metamorphosen durchlaufen, weil auch Wagners Werk aus vier Teilen besteht. Zur Eröffnung ergänzt er die Bodeninstallation um Pyramiden aus Weserkieseln. Es folgen Ringe aus Ästchen, die Kügler im Glacis gesammelt hat sowie Ringe aus Eichenlaub und zur Finissage Eisbrocken, in denen Eicheln eingefroren sind. „Das ist ein ironischer Bezug zu deutscher Symbolik“, sagt der Künstler und Kunstpädagoge, der zum Vorstand des Vereins für aktuelle Kunst gehört und sich mehrfach an Ausstellungen im öffentlichen Raum beteiligt hat.

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MindenInstallation auf dem Kleinen DomhofUrsula KochMinden (mt). Was passiert hier? Immer wieder bleiben Passanten stehen, sprechen die beiden Männer an, die auf dem Kleinen Domhof Steine zurecht rücken. Der Mindener Künstler Ulrich Kügler installiert zwischen zwei Bäumen und dem Brunnen seinen „Weserhort“ für die Ausstellung „Wagnis Wagner“. Die Kunstpräsentation mit insgesamt zehn Arbeiten im öffentlichen Raum wurde vom Verein für aktuelle Kunst, dem Kulturbüro der Stadt und der Minden Marketing als Beiprogramm zur Aufführung von Richard Wagners Operntetralogie „Der Ring des Nibelungen“ organisiert. Sie wird am Samstag, 7. September, um 11 Uhr im Theaterfoyer eröffnet. Mit seinem „Weserhort“ spielt Kügler auf Wagners „Rheingold“ an. Sie besteht aus zwei beständigen Elementen: Zwei mit weißer Straßensignierkreide auf das Kopfsteinpflaster aufgebrachten Ringen, die eher symbolisch einen Raum markieren, und den in einem Ring gelegten sechs Gesteinsbrocken, die bei der Anlage der Blänke zum Vorschein kamen, berichtet Kügler. Dabei handelt es sich um drei Sandsteine, Teile der ehemaligen Festungsanlage, und drei schroffere Kalksandsteinbrocken, einem Material, aus dem auch das Kopfsteinpflaster bestehe. Ein Passant habe ihn gefragt, ob er eine Art Stonehenge baue, berichtet Kügler schmunzelnd. „Eine Skulptur im öffentlichen Raum ist immer ein Kommunikationsmoment. Das ist die große Chance von Ausstellungen im öffentlichen Raum“, sagt er. Sein Ziel: Die „Desautomatisierung von Wahrnehmung“ oder anders ausgedrückt, mit der Kunst Aufmerksamkeit zu erregen und dazu anregen, einen Ort neu zu betrachten. Seine Installation wird vier Metamorphosen durchlaufen, weil auch Wagners Werk aus vier Teilen besteht. Zur Eröffnung ergänzt er die Bodeninstallation um Pyramiden aus Weserkieseln. Es folgen Ringe aus Ästchen, die Kügler im Glacis gesammelt hat sowie Ringe aus Eichenlaub und zur Finissage Eisbrocken, in denen Eicheln eingefroren sind. „Das ist ein ironischer Bezug zu deutscher Symbolik“, sagt der Künstler und Kunstpädagoge, der zum Vorstand des Vereins für aktuelle Kunst gehört und sich mehrfach an Ausstellungen im öffentlichen Raum beteiligt hat. Lesen Sie auch: https://www.mt.de/lokales/minden/22531869_Wagnis-Wagner-Fotografin-Nike-Gerochristodoulou-macht-Momentaufnahmen-zur-Ausstellung.html