Minden

Hol- und Bringzonen sollen Chaos vor Grundschulen durch Elterntaxis verhindern

Michael Grundmeier

- © Foto: Michael Grundmeier
(© Foto: Michael Grundmeier)

Minden (mig). Kaum war die Hol- und Bringzone vor der Bierpohlschule eingerichtet, hielten auch schon die ersten Autos in der Parkbucht. Die Idee der Haltestellen vor Mindener Grundschulen scheint gut anzukommen.

„Viele Eltern sind gestresst und suchen einen Parkplatz“, beschreibt Claudia Schöneich vom Schulbüro der Stadt das Problem. Dem habe man etwas entgegensetzen wollen. Mit der Einrichtung von Hol- und Bringzonen werde die Situation entzerrt. „Hier können die Eltern in Ruhe parken und ihre Kinder sicher zur Schule gehen lassen“, sagt Margarita Töws, ebenfalls vom Schulbüro. Die Idee haben die beiden von einem Workshop aus Gütersloh mitgebracht – in Porta Westfalica gibt es das System schon seit geraumer Zeit in den Schulvierteln. „In Gütersloh funktioniert das sehr gut“, betont Töws.

Die zwei neu eingerichteten Zonen befinden sich für die Bierpohlschule an der Kreuzung Bierpohlweg/Hessenring (acht Plätze) und am Christian-Kipp-Platz für die Grundschule Dankersen-Leteln (zwölf Plätze). Die Zone an der Hohenstaufen-Schule gibt es schon länger.

Marina Bischoff und Cord Kemenah, die Leiter der Grundschulen Bierpohlschule und Dankersen-Leteln, sind begeistert. „Die Hol- und Bringzone ist zwar gerade erst eingerichtet worden, sie wird aber jetzt schon gut genutzt“, meint Marina Bischoff am Dienstagmorgen. Kaum hat sie das gesagt, hält schon das nächste Auto in der dafür vorgesehen Parkbucht. Zwei Kinder steigen aus: Fabio und Matteo Colaci. Dass hier eine Hol- und Bringzone eingerichtet wurde, finden die beiden toll. „Das ist viel sicherer“, meint Matteo. Vater Colaci sieht das ähnlich: „Ich denke, das ist eine großartige Sache – vorher hat es hier viel Chaos gegeben, jetzt sind die Dauerparker weg, die hier sonst alles besetzt haben.“ Weil er selbst morgens nur wenig Zeit habe, finde er die Einrichtung einer Hol- und Bringzone richtig gut. „So wird es auch für die Kinder sicherer.“

Sicherheit wird an den beiden Grundschulen groß geschrieben. Immer wieder wird die Verkehrserziehung thematisiert, zudem gehen Polizisten den Schulweg mit den Kindern ab. Dazu gibt es regelmäßige Informationen, den Kindern doch mehr zuzutrauen. „Wir sagen den Eltern immer wieder, dass ihr Kind den Fußweg auch selbstständig bewältigen kann – das stärkt auch ihr Selbstvertrauen“, versichert Marina Bischoff. „Die Eltern sollten darüber nachdenken, was das mit den Kindern macht, wenn sie kein Stück mehr alleine machen und alles abgenommen bekommen“, ergänzt Cord Kemenah. Beide Leiter haben beobachtet, dass immer mehr Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden – „aufgrund der Zeitnot am Morgen und der Angst, dass das Kind den Weg nicht alleine bewältigen kann“, sagt Kemenah. Auch das sei ein Grund für das morgendliche Chaos vor den Schulen.

Die „Hol- und Bringzonen“ sind nur wenige Meter von den Gebäuden entfernt und durch ein Schild gekennzeichnet. Eltern können sie in der Zeit von 7 bis 17 Uhr nutzen, aber nicht zum längeren Parken. Höchstens eine Stunde mit Parkscheibe ist erlaubt. Die Zonen könnten nur funktionieren, wenn immer wieder gewechselt würde, betont Marina Bischoff,. Die Einrichtung sei ein erster Schritt, um das wilde Parken in den Griff zu kriegen. „Wir hatten bisher nur Appelle und konnten keine Lösung anbieten“, sagt die Schulleiterin. Jetzt will sie erst einmal abwarten, wie sich die Einrichtung der Zonen auf den Verkehr auswirkt. „Dann sehen wir, ob noch mehr zu tun ist.“

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MindenHol- und Bringzonen sollen Chaos vor Grundschulen durch Elterntaxis verhindernMichael GrundmeierMinden (mig). Kaum war die Hol- und Bringzone vor der Bierpohlschule eingerichtet, hielten auch schon die ersten Autos in der Parkbucht. Die Idee der Haltestellen vor Mindener Grundschulen scheint gut anzukommen. „Viele Eltern sind gestresst und suchen einen Parkplatz“, beschreibt Claudia Schöneich vom Schulbüro der Stadt das Problem. Dem habe man etwas entgegensetzen wollen. Mit der Einrichtung von Hol- und Bringzonen werde die Situation entzerrt. „Hier können die Eltern in Ruhe parken und ihre Kinder sicher zur Schule gehen lassen“, sagt Margarita Töws, ebenfalls vom Schulbüro. Die Idee haben die beiden von einem Workshop aus Gütersloh mitgebracht – in Porta Westfalica gibt es das System schon seit geraumer Zeit in den Schulvierteln. „In Gütersloh funktioniert das sehr gut“, betont Töws. Die zwei neu eingerichteten Zonen befinden sich für die Bierpohlschule an der Kreuzung Bierpohlweg/Hessenring (acht Plätze) und am Christian-Kipp-Platz für die Grundschule Dankersen-Leteln (zwölf Plätze). Die Zone an der Hohenstaufen-Schule gibt es schon länger. Marina Bischoff und Cord Kemenah, die Leiter der Grundschulen Bierpohlschule und Dankersen-Leteln, sind begeistert. „Die Hol- und Bringzone ist zwar gerade erst eingerichtet worden, sie wird aber jetzt schon gut genutzt“, meint Marina Bischoff am Dienstagmorgen. Kaum hat sie das gesagt, hält schon das nächste Auto in der dafür vorgesehen Parkbucht. Zwei Kinder steigen aus: Fabio und Matteo Colaci. Dass hier eine Hol- und Bringzone eingerichtet wurde, finden die beiden toll. „Das ist viel sicherer“, meint Matteo. Vater Colaci sieht das ähnlich: „Ich denke, das ist eine großartige Sache – vorher hat es hier viel Chaos gegeben, jetzt sind die Dauerparker weg, die hier sonst alles besetzt haben.“ Weil er selbst morgens nur wenig Zeit habe, finde er die Einrichtung einer Hol- und Bringzone richtig gut. „So wird es auch für die Kinder sicherer.“ Sicherheit wird an den beiden Grundschulen groß geschrieben. Immer wieder wird die Verkehrserziehung thematisiert, zudem gehen Polizisten den Schulweg mit den Kindern ab. Dazu gibt es regelmäßige Informationen, den Kindern doch mehr zuzutrauen. „Wir sagen den Eltern immer wieder, dass ihr Kind den Fußweg auch selbstständig bewältigen kann – das stärkt auch ihr Selbstvertrauen“, versichert Marina Bischoff. „Die Eltern sollten darüber nachdenken, was das mit den Kindern macht, wenn sie kein Stück mehr alleine machen und alles abgenommen bekommen“, ergänzt Cord Kemenah. Beide Leiter haben beobachtet, dass immer mehr Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden – „aufgrund der Zeitnot am Morgen und der Angst, dass das Kind den Weg nicht alleine bewältigen kann“, sagt Kemenah. Auch das sei ein Grund für das morgendliche Chaos vor den Schulen. Die „Hol- und Bringzonen“ sind nur wenige Meter von den Gebäuden entfernt und durch ein Schild gekennzeichnet. Eltern können sie in der Zeit von 7 bis 17 Uhr nutzen, aber nicht zum längeren Parken. Höchstens eine Stunde mit Parkscheibe ist erlaubt. Die Zonen könnten nur funktionieren, wenn immer wieder gewechselt würde, betont Marina Bischoff,. Die Einrichtung sei ein erster Schritt, um das wilde Parken in den Griff zu kriegen. „Wir hatten bisher nur Appelle und konnten keine Lösung anbieten“, sagt die Schulleiterin. Jetzt will sie erst einmal abwarten, wie sich die Einrichtung der Zonen auf den Verkehr auswirkt. „Dann sehen wir, ob noch mehr zu tun ist.“