Minden

Erstes Kunstwerk zur Ausstellung „Wagnis Wagner“ aufgebaut: Zurücktreten und zum Zuschauer werden

Ursula Koch

Mit drei Assistenten baut Yoana Tuzharova (rechts) ihre Skulptur für die Ausstellung „Wagnis Wagner“ vor dem Theatercafé zusammen. MT- - © Foto: Ursula Koch
Mit drei Assistenten baut Yoana Tuzharova (rechts) ihre Skulptur für die Ausstellung „Wagnis Wagner“ vor dem Theatercafé zusammen. MT- (© Foto: Ursula Koch)

Minden (mt). Das erste Kunstwerk der Ausstellung „Wagnis Wagner“ sorgte schon vor zwei Wochen für Schlagzeilen. Es war aus Versehen abgemäht worden, noch bevor etwas zu erkennen war. Jetzt, knapp eine Woche vor der Eröffnung hat Yoana Tuzharova das erste sichtbare Zeichen in der Innenstadt gesetzt.

Neben dem Eingang zum Theatercafé steht ihre Skulptur „Bitte nehmen Sie Platz“. Die Aufforderung ist wörtlich zu nehmen. „Richard Wagner hat das Gesamtkunstwerk erfunden“, sagt die gebürtige Bulgarin, die an der Akademie in Münster studiert hat und inzwischen Meisterschülerin bei den Professoren Maik Löbbert und Dirk Löbbert ist. Sie begreift das Leben auf der Straße, die Mischung aus Geräuschen, Gerüchen, Gesprächen als ein Gesamtkunstwerk. Mit ihrer Arbeit will sie die Passanten zu einem Rollenwechsel vom Protagonisten zum Zuschauer verleiten.

Ihre ursprüngliche Idee, die Original-Stühle aus dem Mindener Stadttheater in Beton nachzubauen, musste sie verwerfen. „Das hätte sich statisch nicht realisieren lassen“, verweist sie auf die Sitze auf dem recht dünnen Mittelfuß. Darum hat sie ihre Pläne geändert und die Stühle aus Holz angefertigt. Sie sind weiß lackiert, weil die neutrale Farbe den Betrachtern eine möglichst neutrale Projektionsfläche bieten sollen.

Die Ausstellung „Wagnis Wagner“ wird am Samstag, 7. September, um 11 Uhr, im Theatercafé eröffnet. Eine Jury um Marta-Direktor Roland Nachtigäller hatte aus 49 Entwürfen zehn Werke ausgewählt, die in der Zeit, in der im Stadttheater die beiden Zyklen von Richard Wagners Opern-Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ aufgeführt wird, in der Innenstadt gezeigt werden. Drei der Teilnehmer haben ihren Wohnsitz in Minden.

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MindenErstes Kunstwerk zur Ausstellung „Wagnis Wagner“ aufgebaut: Zurücktreten und zum Zuschauer werdenUrsula KochMinden (mt). Das erste Kunstwerk der Ausstellung „Wagnis Wagner“ sorgte schon vor zwei Wochen für Schlagzeilen. Es war aus Versehen abgemäht worden, noch bevor etwas zu erkennen war. Jetzt, knapp eine Woche vor der Eröffnung hat Yoana Tuzharova das erste sichtbare Zeichen in der Innenstadt gesetzt. Neben dem Eingang zum Theatercafé steht ihre Skulptur „Bitte nehmen Sie Platz“. Die Aufforderung ist wörtlich zu nehmen. „Richard Wagner hat das Gesamtkunstwerk erfunden“, sagt die gebürtige Bulgarin, die an der Akademie in Münster studiert hat und inzwischen Meisterschülerin bei den Professoren Maik Löbbert und Dirk Löbbert ist. Sie begreift das Leben auf der Straße, die Mischung aus Geräuschen, Gerüchen, Gesprächen als ein Gesamtkunstwerk. Mit ihrer Arbeit will sie die Passanten zu einem Rollenwechsel vom Protagonisten zum Zuschauer verleiten. Ihre ursprüngliche Idee, die Original-Stühle aus dem Mindener Stadttheater in Beton nachzubauen, musste sie verwerfen. „Das hätte sich statisch nicht realisieren lassen“, verweist sie auf die Sitze auf dem recht dünnen Mittelfuß. Darum hat sie ihre Pläne geändert und die Stühle aus Holz angefertigt. Sie sind weiß lackiert, weil die neutrale Farbe den Betrachtern eine möglichst neutrale Projektionsfläche bieten sollen. Die Ausstellung „Wagnis Wagner“ wird am Samstag, 7. September, um 11 Uhr, im Theatercafé eröffnet. Eine Jury um Marta-Direktor Roland Nachtigäller hatte aus 49 Entwürfen zehn Werke ausgewählt, die in der Zeit, in der im Stadttheater die beiden Zyklen von Richard Wagners Opern-Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ aufgeführt wird, in der Innenstadt gezeigt werden. Drei der Teilnehmer haben ihren Wohnsitz in Minden.