Minden

Unicorn-Party im Anne-Frank: Kindergeburtstag zu „böser“ Musik mit Painkiller Party

Ursula Koch

Die Mindener Band Painkiller Party stellt bei der Neuauflage des Unicorn-Festivals ihr erstes Albums „Welcome to the party“ vor. Foto: pr - © Sven "zwaehnn" Wiese
Die Mindener Band Painkiller Party stellt bei der Neuauflage des Unicorn-Festivals ihr erstes Albums „Welcome to the party“ vor. Foto: pr (© Sven "zwaehnn" Wiese)

Minden (mt). Seit März sind für die Band Painkiller Party einige Wünsche in Erfüllung gegangen. Damals hofften Frontfrau Josefine Schulz und ihre drei Mitstreiter mit ihrem ersten selbst organisierten Unicorn-Festival im Anne-Frank-Haus Aufmerksamkeit auf sich und andere junge Bands zu lenken. Was Painkiller Party angeht, sind alle Hoffnungen erfüllt worden. Das Plattenlabel Dedication Records/Hopeless World Records aus Bad Salzuflen hat mir dem Quartett ein Album aufgenommen. Am 30. August erscheint die CD „Welcome to the party" als CD und selbstverständlich auch bei Streaming-Anbietern.

„Wenn die Nachfrage gut ist, gibt es auch noch eine Vinyl-Version", sagt Josefine Schulz. Sie lebt seit 2010 in Minden, hatte nach ihrem Studium in Dortmund (Sprachlehrforschung) einen Arbeitsplatz gesucht, aber vor allem auch eine lebendige Alternativszene. „Minden war damals recht bunt." Sie hat als DJane im Hamburger Hof gearbeitet, bevor sie die Band gründete – ein Grund für die Vorliebe für analoge Tonträger. „Das ist auch ein haptisches Erlebnis", sagt sie. Außerdem gehöre ein gut gestaltetes Cover zum Gesamteindruck, sagt die Musikerin, die auch für das Fuze-Magazin schreibt und daher einen guten Überblick über die internationale Szene für Hardcore-Punk, Metal und Punk hat. Sie berichtet für das Fanzine über Festivals aus ganz Europa.

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Zusammen mit Maximilian Schulze (Bass), der inzwischen auch aus Spenge nach Minden gezogen ist, dem Gitarristen Christopher Schlüting aus Detmold und dem Schlagzeuger Noel Sommerkamp aus Osnabrück, bildet sie die Band Painkiller Party. Die Vier haben sich dem Electronicore verschrieben, einer Mischung aus Hardcore-Punkt und elektronischer Musik. „Das ist die positive Gegenbewegung zum Punk", sagt Josefine Schulz. Der bewusste Gegensatz zwischen harter Musik, mit sehr schnellen Beats, wie sie von den Punkbands der 80er-Jahre bevorzugt wurden, und kindlich-niedlichen Inhalten, ist das stilprägende Element.

Darum kommt das Cover zu „Welcome to the party" wie die Dekoration zu einem Kindergeburtstag daher. „Es ist ein Konzeptalbum. Wir nehmen die Hörer mit auf unsere Party", beschreibt Josefine Schulz den Inhalt. Den Stilbruch zur harten Musik übertragen Schulz und Schulze aber auch auf das richtige Leben. Umweltschutz ist ihnen wichtig, sie trinken keinen Alkohol, stattdessen gibt es bei ihren Konzerten Süßigkeiten und Kuscheltiere. Das Einhorn ist das Wappentier der Band. „Es ist süß und ein sehr einzigartiges Tier", begründet die Sängerin, die allerdings nicht singt sondern growlt, das heißt eine Art tiefes Knurren von sich gibt. „Fall auf. Sei einzigartig, sei einfach Du selbst", ist die Botschaft ihrer Musik.

Weil das Unicorn-Festival im März für Painkiller Party ein voller Erfolg war, stellen sie ihr Album am Freitag, 30. August, mit der Neuauflage des Unicorn-Festivals vor. Dann reist die Münchner Band „Thy last words" zum Gegenbesuch in Minden an, finte aus Göttingen und Chiefland aus Hildesheim und „Ich bin VBIK" aus Koblenz. Einlass ist ab 18 Uhr, die Konzerte beginnen um 19 Uhr – selbstverständlich wieder im Anne-Frank-Haus. „Die sind dem Festival gegenüber einfach sehr aufgeschlossen und unterstützen uns gut", sagt Josefine Schulz.

Zwei weitere Release-Shows folgen nach dem Unicorn-Festival noch in Hagen am Teutoburger Wald und in Kamen. Allerdings ist das Quartett bereits dabei, Songs für das nächste Album zu schreiben, das 2021 erscheinen soll. Außerdem soll im Dezember/Januar noch eine Reihe von Konzerten in Norddeutschland folgen.

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MindenUnicorn-Party im Anne-Frank: Kindergeburtstag zu „böser“ Musik mit Painkiller PartyUrsula KochMinden (mt). Seit März sind für die Band Painkiller Party einige Wünsche in Erfüllung gegangen. Damals hofften Frontfrau Josefine Schulz und ihre drei Mitstreiter mit ihrem ersten selbst organisierten Unicorn-Festival im Anne-Frank-Haus Aufmerksamkeit auf sich und andere junge Bands zu lenken. Was Painkiller Party angeht, sind alle Hoffnungen erfüllt worden. Das Plattenlabel Dedication Records/Hopeless World Records aus Bad Salzuflen hat mir dem Quartett ein Album aufgenommen. Am 30. August erscheint die CD „Welcome to the party" als CD und selbstverständlich auch bei Streaming-Anbietern. „Wenn die Nachfrage gut ist, gibt es auch noch eine Vinyl-Version", sagt Josefine Schulz. Sie lebt seit 2010 in Minden, hatte nach ihrem Studium in Dortmund (Sprachlehrforschung) einen Arbeitsplatz gesucht, aber vor allem auch eine lebendige Alternativszene. „Minden war damals recht bunt." Sie hat als DJane im Hamburger Hof gearbeitet, bevor sie die Band gründete – ein Grund für die Vorliebe für analoge Tonträger. „Das ist auch ein haptisches Erlebnis", sagt sie. Außerdem gehöre ein gut gestaltetes Cover zum Gesamteindruck, sagt die Musikerin, die auch für das Fuze-Magazin schreibt und daher einen guten Überblick über die internationale Szene für Hardcore-Punk, Metal und Punk hat. Sie berichtet für das Fanzine über Festivals aus ganz Europa. Zusammen mit Maximilian Schulze (Bass), der inzwischen auch aus Spenge nach Minden gezogen ist, dem Gitarristen Christopher Schlüting aus Detmold und dem Schlagzeuger Noel Sommerkamp aus Osnabrück, bildet sie die Band Painkiller Party. Die Vier haben sich dem Electronicore verschrieben, einer Mischung aus Hardcore-Punkt und elektronischer Musik. „Das ist die positive Gegenbewegung zum Punk", sagt Josefine Schulz. Der bewusste Gegensatz zwischen harter Musik, mit sehr schnellen Beats, wie sie von den Punkbands der 80er-Jahre bevorzugt wurden, und kindlich-niedlichen Inhalten, ist das stilprägende Element. Darum kommt das Cover zu „Welcome to the party" wie die Dekoration zu einem Kindergeburtstag daher. „Es ist ein Konzeptalbum. Wir nehmen die Hörer mit auf unsere Party", beschreibt Josefine Schulz den Inhalt. Den Stilbruch zur harten Musik übertragen Schulz und Schulze aber auch auf das richtige Leben. Umweltschutz ist ihnen wichtig, sie trinken keinen Alkohol, stattdessen gibt es bei ihren Konzerten Süßigkeiten und Kuscheltiere. Das Einhorn ist das Wappentier der Band. „Es ist süß und ein sehr einzigartiges Tier", begründet die Sängerin, die allerdings nicht singt sondern growlt, das heißt eine Art tiefes Knurren von sich gibt. „Fall auf. Sei einzigartig, sei einfach Du selbst", ist die Botschaft ihrer Musik. Weil das Unicorn-Festival im März für Painkiller Party ein voller Erfolg war, stellen sie ihr Album am Freitag, 30. August, mit der Neuauflage des Unicorn-Festivals vor. Dann reist die Münchner Band „Thy last words" zum Gegenbesuch in Minden an, finte aus Göttingen und Chiefland aus Hildesheim und „Ich bin VBIK" aus Koblenz. Einlass ist ab 18 Uhr, die Konzerte beginnen um 19 Uhr – selbstverständlich wieder im Anne-Frank-Haus. „Die sind dem Festival gegenüber einfach sehr aufgeschlossen und unterstützen uns gut", sagt Josefine Schulz. Zwei weitere Release-Shows folgen nach dem Unicorn-Festival noch in Hagen am Teutoburger Wald und in Kamen. Allerdings ist das Quartett bereits dabei, Songs für das nächste Album zu schreiben, das 2021 erscheinen soll. Außerdem soll im Dezember/Januar noch eine Reihe von Konzerten in Norddeutschland folgen.