Kommentar zum Thema Identitätsdiebstahl: Warnschuss

Thomas Lieske

MT- - © Foto: Alex Lehn
MT- (© Foto: Alex Lehn)

Ein Einbruch in die eigene Wohnung oder das Haus: Keine Frage, das ist schlimm. Doch was ist mit einem Einbruch in das Privateste, das wir haben? Wenn Kriminelle nicht davor zurückschrecken, die Identität eines anderen zu stehlen und sich in dessen Namen strafbar machen?

Was dem Mindener Heinrich Traue widerfahren ist, muss die Hölle gewesen sein. Ein zunächst Unbekannter kopierte sich dessen Ausweisdaten und nahm auf dessen Namen Dienstleistungen für rund 11.000 Euro in Anspruch. Dazu etliche Bestellungen und sogar der Versuch, einen Führerschein auf den Namen des Opfers zu machen. Und das Ganze jahrelang.

Das macht nicht nur unglaublich wütend, sondern vor allem nachdenklich. Wie leichtfertig geben wir in der heutigen Zeit unsere persönlichen Daten – Name, Adresse, Alter, Geburtsort, Telefonnummer, Mail-Adresse, Kontonummer – in Onlineformulare ein? Ohne mit der Wimper zu zucken. Und mit einem Klick haben Tausende Werbedienstleister, Produktanbieter und im schlechtesten Fall Gauner unsere sensiblen Daten in der Hand. Wir könnten ihnen quasi gleich unseren Personalausweis schenken.

In der analogen Welt, das zeigt der Fall des Mindeners, sind wir gewiss vor Identitätsdieben nicht sicher. Was wir in der digitalen, gläsernen Welt preisgeben, haben wir aber selbst in der Hand. Der Mindener Fall macht deutlich, welch Martyrium Opfer solcher Diebe durchlaufen. Möge dieser Warnschuss noch lange nachhallen.?Seite 5

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Kommentar zum Thema Identitätsdiebstahl: WarnschussThomas LieskeEin Einbruch in die eigene Wohnung oder das Haus: Keine Frage, das ist schlimm. Doch was ist mit einem Einbruch in das Privateste, das wir haben? Wenn Kriminelle nicht davor zurückschrecken, die Identität eines anderen zu stehlen und sich in dessen Namen strafbar machen? Was dem Mindener Heinrich Traue widerfahren ist, muss die Hölle gewesen sein. Ein zunächst Unbekannter kopierte sich dessen Ausweisdaten und nahm auf dessen Namen Dienstleistungen für rund 11.000 Euro in Anspruch. Dazu etliche Bestellungen und sogar der Versuch, einen Führerschein auf den Namen des Opfers zu machen. Und das Ganze jahrelang. Das macht nicht nur unglaublich wütend, sondern vor allem nachdenklich. Wie leichtfertig geben wir in der heutigen Zeit unsere persönlichen Daten – Name, Adresse, Alter, Geburtsort, Telefonnummer, Mail-Adresse, Kontonummer – in Onlineformulare ein? Ohne mit der Wimper zu zucken. Und mit einem Klick haben Tausende Werbedienstleister, Produktanbieter und im schlechtesten Fall Gauner unsere sensiblen Daten in der Hand. Wir könnten ihnen quasi gleich unseren Personalausweis schenken. In der analogen Welt, das zeigt der Fall des Mindeners, sind wir gewiss vor Identitätsdieben nicht sicher. Was wir in der digitalen, gläsernen Welt preisgeben, haben wir aber selbst in der Hand. Der Mindener Fall macht deutlich, welch Martyrium Opfer solcher Diebe durchlaufen. Möge dieser Warnschuss noch lange nachhallen.?Seite 5