Minden

Angefressen: Die Buchsbaumzünsler-Raupe frisst sich durch Minden

Christine Riechmann

Klein, grün und gefräßig: die Raupen des Buchsbaumzünslers fressen Blätter und Triebe der Pflanzen ab. Durch die schrumpfende Blattmasse ist die Photosynthese eingeschränkt. Foto: Andreas Vietmeier/dpa - © (c) Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Klein, grün und gefräßig: die Raupen des Buchsbaumzünslers fressen Blätter und Triebe der Pflanzen ab. Durch die schrumpfende Blattmasse ist die Photosynthese eingeschränkt. Foto: Andreas Vietmeier/dpa (© (c) Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen)

Minden (mt). Ein ungebetener Gast macht es sich zurzeit in Mindener Gärten bequem: die Buchsbaumzünsler-Raupe frisst sich scheinbar unaufhaltsam durch die Buchsbäume der Stadt. Angefressen und stellenweise kahl, teilweise beige-gelblich und von den Raupen eingespinnt, sehen Pflanzen aus, die von dem Schädling befallen sind. Bei dem Plagegeist handelt es sich um einen Falter, der seine Eier hauptsächlich an den äußeren Blättern des Buchsbaums ablegt. Aus diesen Eiern schlüpfen schließlich die grünen Raupen mit den schwarzen Punkten, die bis zu fünf Zentimeter lang werden.

Der Grund für die Invasion der kleinen grünen Raupe mit dem großen Appetit auf Buchsbäume ist die Witterung. Warme Winter und trockene Sommer sorgen laut Gärtnermeister Dietrich Krumme aus Hille dafür, dass sich der Schädling hier breit macht. Die vergangenen zwei Winter ohne wirklichen Frost und die trockenen Sommer stressten die Pflanzen. Wie beim Menschen sei das Immunsystem der Buchsbäume geschwächt und damit die Pflanze angreifbar für den Schädling. „Ein perfekter Nährboden, die ideale Voraussetzung sich zu vermehren.“

Dadurch, dass die Raupe die Blätter frisst, verschwindet die Blattmasse und die Photosynthese ist eingeschränkt.

Allerdings sorge der Befall des Buchsbaumzünslers alleine nicht dafür, dass die Pflanze eingeht, erklärt Dietrich Krumme. Erst wenn der Buchsbaumpilz, eine Folge des Schädlings, in der Pflanze sitze, sei diese kaputt. Ob der Baum noch eine Chance hat, ließe sich daran erkennen, wie viel Grün noch in ihm steckt, wenn man einen Ast bricht. „Ist da nichts mehr, dann ist der Buchsbaum tot und kann entsorgt werden.“ Ein Buchsbaum, in dem der Zünsler sitzt, müsse nicht zwangsläufig gerodet werden. „Die können wieder ausschlagen“, so Krumme. Für die Diagnose bedarf es allerdings oft eines geschulten Auges, Dietrich Krumme empfiehlt einen Gärtner zu beauftragen.

Zur Bekämpfung des grünen Schädlings ist ein rechtzeitiges Erkennen des Befalls hilfreich. Biologische Insektizide aus dem Gartenfachmarkt würden der Raupe dann in den meisten Fällen den Garaus machen.

Vorbeugend helfe wässern und düngen der Pflanze. „Das ist allerdings in diesem Sommer ein heikles Thema“, weiß Krumme. In einigen Ortschaften der Gemeinde Hille und in Teilen Petershagens war das Wässern des Gartens zeitweise verboten. „Ein Hamsterrad“, wie Gärtner Krumme meint.

Lässt sich der Buchsbaum nicht mehr retten und muss aus dem Garten, kann der Grünschnitt laut der Städtischen Betriebe Minden mit der Biotonne entsorgt werden oder direkt zum Betriebshof in Minderheide oder ebenfalls gegen Gebühr bei der Pohlschen Heide abgeliefert werden. Dort ist seit ein bis zwei Jahren auch ein vermehrtes Aufkommen von Buchsbaum-Grünschritt zu beobachten, wie Bereichsleiter Horst Lehning bestätigt.

Wie der Buchsbaumzünsler, der ursprünglich aus Ostasien stammt, nach Deutschland gelangt ist, kann nur vermutet werden. Als wahrscheinlich gilt, dass die Larve über ein Containerschiff nach Deutschland eingeschleppt wurde. Da in Europa bisher keine natürlichen Feinde des Buchsbaumzünslers bekannt sind, kann sich der Schädling ungestört ausbreiten.

Andere Schädlinge, die sich zurzeit vermehrt in der Region breit machen, sind laut Gärtnermeister Dietrich Krumme der Borkenkäfer in Fichtenbeständen. „Und im Frühling gab es viele Läuse.“ Weniger Last hätten Gartenbesitzer im Moment mit Pilzkrankheiten bei Rosen und anderen Gewächsen. „Dafür ist es wiederum nicht feucht genug“, erklärt Krumme.

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MindenAngefressen: Die Buchsbaumzünsler-Raupe frisst sich durch MindenChristine RiechmannMinden (mt). Ein ungebetener Gast macht es sich zurzeit in Mindener Gärten bequem: die Buchsbaumzünsler-Raupe frisst sich scheinbar unaufhaltsam durch die Buchsbäume der Stadt. Angefressen und stellenweise kahl, teilweise beige-gelblich und von den Raupen eingespinnt, sehen Pflanzen aus, die von dem Schädling befallen sind. Bei dem Plagegeist handelt es sich um einen Falter, der seine Eier hauptsächlich an den äußeren Blättern des Buchsbaums ablegt. Aus diesen Eiern schlüpfen schließlich die grünen Raupen mit den schwarzen Punkten, die bis zu fünf Zentimeter lang werden. Der Grund für die Invasion der kleinen grünen Raupe mit dem großen Appetit auf Buchsbäume ist die Witterung. Warme Winter und trockene Sommer sorgen laut Gärtnermeister Dietrich Krumme aus Hille dafür, dass sich der Schädling hier breit macht. Die vergangenen zwei Winter ohne wirklichen Frost und die trockenen Sommer stressten die Pflanzen. Wie beim Menschen sei das Immunsystem der Buchsbäume geschwächt und damit die Pflanze angreifbar für den Schädling. „Ein perfekter Nährboden, die ideale Voraussetzung sich zu vermehren.“ Dadurch, dass die Raupe die Blätter frisst, verschwindet die Blattmasse und die Photosynthese ist eingeschränkt. Allerdings sorge der Befall des Buchsbaumzünslers alleine nicht dafür, dass die Pflanze eingeht, erklärt Dietrich Krumme. Erst wenn der Buchsbaumpilz, eine Folge des Schädlings, in der Pflanze sitze, sei diese kaputt. Ob der Baum noch eine Chance hat, ließe sich daran erkennen, wie viel Grün noch in ihm steckt, wenn man einen Ast bricht. „Ist da nichts mehr, dann ist der Buchsbaum tot und kann entsorgt werden.“ Ein Buchsbaum, in dem der Zünsler sitzt, müsse nicht zwangsläufig gerodet werden. „Die können wieder ausschlagen“, so Krumme. Für die Diagnose bedarf es allerdings oft eines geschulten Auges, Dietrich Krumme empfiehlt einen Gärtner zu beauftragen. Zur Bekämpfung des grünen Schädlings ist ein rechtzeitiges Erkennen des Befalls hilfreich. Biologische Insektizide aus dem Gartenfachmarkt würden der Raupe dann in den meisten Fällen den Garaus machen. Vorbeugend helfe wässern und düngen der Pflanze. „Das ist allerdings in diesem Sommer ein heikles Thema“, weiß Krumme. In einigen Ortschaften der Gemeinde Hille und in Teilen Petershagens war das Wässern des Gartens zeitweise verboten. „Ein Hamsterrad“, wie Gärtner Krumme meint. Lässt sich der Buchsbaum nicht mehr retten und muss aus dem Garten, kann der Grünschnitt laut der Städtischen Betriebe Minden mit der Biotonne entsorgt werden oder direkt zum Betriebshof in Minderheide oder ebenfalls gegen Gebühr bei der Pohlschen Heide abgeliefert werden. Dort ist seit ein bis zwei Jahren auch ein vermehrtes Aufkommen von Buchsbaum-Grünschritt zu beobachten, wie Bereichsleiter Horst Lehning bestätigt. Wie der Buchsbaumzünsler, der ursprünglich aus Ostasien stammt, nach Deutschland gelangt ist, kann nur vermutet werden. Als wahrscheinlich gilt, dass die Larve über ein Containerschiff nach Deutschland eingeschleppt wurde. Da in Europa bisher keine natürlichen Feinde des Buchsbaumzünslers bekannt sind, kann sich der Schädling ungestört ausbreiten. Andere Schädlinge, die sich zurzeit vermehrt in der Region breit machen, sind laut Gärtnermeister Dietrich Krumme der Borkenkäfer in Fichtenbeständen. „Und im Frühling gab es viele Läuse.“ Weniger Last hätten Gartenbesitzer im Moment mit Pilzkrankheiten bei Rosen und anderen Gewächsen. „Dafür ist es wiederum nicht feucht genug“, erklärt Krumme.