Minden/Klagenfurt

Nackt aber bunt: Team Winter erfolgreich bei Bodypainting-WM

Anja Peper

Minden/Klagenfurt (mt). Nackt und doch angezogen: Beim Bodypainting wird der Körper zur Leinwand. Jedes Jahr treffen sich Künstler, Models und zahllose Fotografen zur Bodypainting WM in Klagenfurt am Wörthersee. Die dreitägige Veranstaltung ist ein buntes Spektakel, an dem das Team um Torsten Winter aus Minden jährlich teilnimmt. Mit dem bislang besten Ergebnis sind sie zurückgekehrt: Platz 8 in der Gesamtwertung und zum dritten Mal in Folge bester Deutscher.

Routiniert: Torsten Winter bei der Arbeit. Foto: pr - © pr
Routiniert: Torsten Winter bei der Arbeit. Foto: pr (© pr)

Erneut war seine Frau Karoline das Model. Was neu ist: Erstmals hat sie selber auch als Künstlerin teilgenommen und zwar in der „Open Category“. In dieser Kategorie ist alles erlaubt. Von Pinsel und Airbrush bis hin zu Special Effects. Es war Karolines Debüt auf der Weltmeisterschaft und sie hat auf Anhieb den 15. Platz erzielt.

Torsten Winter ist schon seit mehr als 16 Jahren in Sachen Körperkunst aktiv. Seit Jahren tritt er bei der WM in Kärnten gegen Künstler aus 40 Nationen an. Das Treffen am Wörthersee ist das größte Event dieser Kunstform. Die Ergebnisse werden in einer spektakulären Show präsentiert. Darum ist so ein Tag auch ziemlich lang, vor allem für die Models. Sie brauchen Durchhaltevermögen, um die Prozedur über sich ergehen zu lassen. Mehrfach heißt es dann: „Bitte mal kurz nicht atmen, bitte!“ Oder nur ganz flach. Denn auch im den Bauchnabel herum sollen die Zeichnungen akkurat bleiben.

Die Themen werden von der Jury vorgegeben. Für die „Open Category“ und die Vorrunde im Airbrush lautete das Thema „Galaktischer Zoo“. Das Thema lässt viele Interpretationsmöglichkeiten zu. Der Begriff ist auf die These eines Astronomen des renommierten MIT zurückzuführen, der behauptete, dass die Menschen in einem Zoo für Aliens leben. Was würden die Götter wohl sagen, wenn Sie sehen, was aus dieser Welt geworden ist? – Das war der erste Gedanke von Torsten Winter. „Und so entstand aus einem gespiegeltem Zeus ein Löwenkopf, über dem die Weltuhr fünf vor zwölf anzeigt.“ Auf Karolines rechtem Oberschenkel ist ein Totenkopf zu erkennen, auf dem linken Bein eine Art Cyborg.

Im Finale hieß das Thema „Clear Mind, clean Planet“. Diesmal fiel das Ergebnis auf der Haut komplett anders aus, hier dominieren religiöse Motive. Torsten Winter dachte bei diesem Thema an Jesus und den Erzengel Michael: „Sie haben wohl mit klarem Verstand die größten Taten für diese Welt vollbracht“, so der Gedanke.

So entstand das Jesusbild. Er schaut hoch zur Friedenstaube auf Karolines Brust. Komplettiert wird das Bodypainting durch die Rosen, einen weiteren Engel und die heilige Mutter Maria. Auf der Rückseite ist Erzengel Michael zu sehen, der den Teufel besiegt. „Bislang habe ich mich noch nie an solche Themen herangewagt, vielleicht auch weil ich sehr gläubig bin. Beim Malen schwang viel Demut mit.“

Nach der Bodypainting-WM ist vor der WM: „Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.“ Da wird dann Karoline bei den Profis in der Kategorie „Pinsel und Schwamm“ antreten und Torsten wird sie als Assistent unterstützen.

So ein Tag bei einer Weltmeisterschaft ist lang und anstrengend: Früh aufstehen und mindestens eine Stunde vor Start alle Materialien wie Kompressoren, Farben, Airbrush-Pistolen, Vorlagen und so weiter aufs Festivalgelände bringen und aufbauen. Nach Beginn des Wettkampfes gilt ein Zeitlimit von sechs Stunden. Am späten Nachmittag geht es dann Richtung Jury. Die Künstler haben eine Minute Zeit, der internationalen Jury auf Englisch ihr Kunstwerk zu erklären. Dann entscheidet sich, ob das Team am nächsten Tag im Finale steht. Erst danach geht's zum Fotoshooting.

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Minden/KlagenfurtNackt aber bunt: Team Winter erfolgreich bei Bodypainting-WMAnja PeperMinden/Klagenfurt (mt). Nackt und doch angezogen: Beim Bodypainting wird der Körper zur Leinwand. Jedes Jahr treffen sich Künstler, Models und zahllose Fotografen zur Bodypainting WM in Klagenfurt am Wörthersee. Die dreitägige Veranstaltung ist ein buntes Spektakel, an dem das Team um Torsten Winter aus Minden jährlich teilnimmt. Mit dem bislang besten Ergebnis sind sie zurückgekehrt: Platz 8 in der Gesamtwertung und zum dritten Mal in Folge bester Deutscher. Erneut war seine Frau Karoline das Model. Was neu ist: Erstmals hat sie selber auch als Künstlerin teilgenommen und zwar in der „Open Category“. In dieser Kategorie ist alles erlaubt. Von Pinsel und Airbrush bis hin zu Special Effects. Es war Karolines Debüt auf der Weltmeisterschaft und sie hat auf Anhieb den 15. Platz erzielt. Torsten Winter ist schon seit mehr als 16 Jahren in Sachen Körperkunst aktiv. Seit Jahren tritt er bei der WM in Kärnten gegen Künstler aus 40 Nationen an. Das Treffen am Wörthersee ist das größte Event dieser Kunstform. Die Ergebnisse werden in einer spektakulären Show präsentiert. Darum ist so ein Tag auch ziemlich lang, vor allem für die Models. Sie brauchen Durchhaltevermögen, um die Prozedur über sich ergehen zu lassen. Mehrfach heißt es dann: „Bitte mal kurz nicht atmen, bitte!“ Oder nur ganz flach. Denn auch im den Bauchnabel herum sollen die Zeichnungen akkurat bleiben. Die Themen werden von der Jury vorgegeben. Für die „Open Category“ und die Vorrunde im Airbrush lautete das Thema „Galaktischer Zoo“. Das Thema lässt viele Interpretationsmöglichkeiten zu. Der Begriff ist auf die These eines Astronomen des renommierten MIT zurückzuführen, der behauptete, dass die Menschen in einem Zoo für Aliens leben. Was würden die Götter wohl sagen, wenn Sie sehen, was aus dieser Welt geworden ist? – Das war der erste Gedanke von Torsten Winter. „Und so entstand aus einem gespiegeltem Zeus ein Löwenkopf, über dem die Weltuhr fünf vor zwölf anzeigt.“ Auf Karolines rechtem Oberschenkel ist ein Totenkopf zu erkennen, auf dem linken Bein eine Art Cyborg. Im Finale hieß das Thema „Clear Mind, clean Planet“. Diesmal fiel das Ergebnis auf der Haut komplett anders aus, hier dominieren religiöse Motive. Torsten Winter dachte bei diesem Thema an Jesus und den Erzengel Michael: „Sie haben wohl mit klarem Verstand die größten Taten für diese Welt vollbracht“, so der Gedanke. So entstand das Jesusbild. Er schaut hoch zur Friedenstaube auf Karolines Brust. Komplettiert wird das Bodypainting durch die Rosen, einen weiteren Engel und die heilige Mutter Maria. Auf der Rückseite ist Erzengel Michael zu sehen, der den Teufel besiegt. „Bislang habe ich mich noch nie an solche Themen herangewagt, vielleicht auch weil ich sehr gläubig bin. Beim Malen schwang viel Demut mit.“ Nach der Bodypainting-WM ist vor der WM: „Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.“ Da wird dann Karoline bei den Profis in der Kategorie „Pinsel und Schwamm“ antreten und Torsten wird sie als Assistent unterstützen. So ein Tag bei einer Weltmeisterschaft ist lang und anstrengend: Früh aufstehen und mindestens eine Stunde vor Start alle Materialien wie Kompressoren, Farben, Airbrush-Pistolen, Vorlagen und so weiter aufs Festivalgelände bringen und aufbauen. Nach Beginn des Wettkampfes gilt ein Zeitlimit von sechs Stunden. Am späten Nachmittag geht es dann Richtung Jury. Die Künstler haben eine Minute Zeit, der internationalen Jury auf Englisch ihr Kunstwerk zu erklären. Dann entscheidet sich, ob das Team am nächsten Tag im Finale steht. Erst danach geht's zum Fotoshooting.